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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1963-11-01 · 11 (Noviembre, 1963) · p. Seite 27

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXV (1963)
Issue
11 (Noviembre, 1963)
Date
1963-11-01
Page
Seite 27 (sequence 27)
Language
German
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NOVIEMBRE 1963 BOLETIN INFORMATIVO 27 INTERVIEW MIT ISRAEL NEEMAN: “Die grossste Alijah seit zehn Jalaren...” THEODOR WOLFF (zu SEINEM 2D. TDDESTAGE) Unser Gast ist eine interessante Persoenlichkeit. Ein noch junger Mensch, gebuertiger Wiener, Redakteur —in den Jahren 1938-1940— der Zeitschrift “Unser Weg” (Antwerpen), Kaempfer im franzoesis c h e n Untergrund und seit 1945 in Israel, wo er zu leitenden Stellungen in den nationalen Behoerden aufstieg. Er ist Fachmann auf dem Gebiet internationaler Ausstellungen. So war er u. a. Kommissar der Israel-Pavillons auf den Messen von Bari und Messina, sowie auch Leiter der Touristen-Abteilung der israelischen Sektion auf der zypriotischen internationalen Ausstellung. Unsere erste Frage gilt daher —sehr naheliegend in Anbetracht der kurz bevorstehenden Eroeffnung der in? ternationalen Ausstellung in Santiago— der Moeglichkeit einer israelischen Beteiligung an dieser oder aehnlichen Veranstaltungen hier, etwa wie an der “Feria del Pacifico” in Lima. Die Antwort ist, vorerst, negativ, aber eine Hoffnung wird uns gelassen: Israel bereitet eine Wanderausstellung vor, wie sie mit gutem Erfolg in verschiedenen afrikanischen Laendern und auch in den Vereinigten Staaten durchgefuehrt wurde. “Und glauben Sie mir, wir haben etwas zu zeigen. Nicht nur unsere Produktion, obwohl auch sie Sehenswert ist, sondern etwas ganz anderes'. Naemlich die Integration von hunderttausenden von Menschen verschiedenster Herkunft zu einem Ganzen”. So kommen wir auf sein jetziges Taetigkeitsgebiet, die Einordnung der Alijah, eine Mission, in welcher er die Erde von der noerdlichsten Gemeinde (Trondhejm in Norwegen) bis zu uns, zu ihrem suedlichsten Zipfel durchquert hat. “Wir haben eine Einwanderung wie seit zehn Jahren nicht mehr. Und es ist nicht die gewohnte Einwanderung. Es handelt sich ausschliesslich um mittellose Personen, Familien, die in keiner Weise auf das Leben in hochentwickelten Laendern vorbereitet sind, Menschen, die von einem Tag zum anderen ihre Wohnstaetten verlassen muessen und sich einer neuen Welt gegenueber sehen. Was das bedeutet, ist ihnen ja sicherlich klar. Flotten von Chartersc h i f f e n und Flugz eugen, Auf fangslager. Schulung, umfassende Wohnbauten, ein ganzes Programm. Die Einwanderung und Eingliederung jeder Familie kostet uns 5.090 Dollar, von denen , Israel durch Steuern, Zwangsanleihe und Magbit den allergroessten Teil selbst aufbringt. Den Rest zu schaffen ist Aufgabe des Weltjudentums. i Auf unsere Frage, wie diese .grosse Alijah absorbiert wird, erwaehnt unser Besucher die neuen grossen Entwicklungsplaene im Galil und im Negew. Er illustriert dies alles an einem Beispiel: “Eine mehrkoepfige Familie muss, meist kurzfristig, ihren Wohnsitz verlassen. Im besten Fall kann sie Handgepaeck mitnehmen. Der Transport nach Israel kann auch nicht direkt vor sich gehen, sondern erfolgt meist in zwei bis drei Etappen, bei welchen der Oie und Seine Familie in Wartelagern auf sein neues Leben vorbereitet wird. Dazu ist ein ganzes Heer von geschulten Kraeften notwendig. Seine wichtigsten Daten werd e n aufgenommen, sodass ihm bei der Ankunft in Israel bereits' fertige Identitaetspapiere und die ersten Anweisungen gegeben werden koennen. Vom Schiff kommt der Einwanderer in schon bereitstehenden Bussen, unterstuetzt von weiblichen HilfSkraeften der Armee, in die schon mit Moebein und Lebensmitteln versehenen Woh¬ Bnai Berith Pacifico sucht perfekte deutsch-spanische Korrespondentin mit eigener Schreibmaschine. Beschaeftigung etwa zwei Halbtage woechentlioh. Nur schriftliche Bewerbungen erbeten an: “B. B. Pacifico”, Clasificatlor 567. Fäbrica de Tejidos “Noble;»” Freiwirih y Cia. Lida. Santo Domingo 834 local 584 (Pasaje Capri) Toi. 35896 Grosse Auswahl in Strickkleidern und allen anderen Strickwaren fuer Gross und Klein. nungen und am naechsten Tag ¡beginnt die Eingliederung in das produktive Leben”. Etwas von dem, was Herr Neeman erzaehlt ist von grosser Wichtigkeit und beleuchtet schlagartig die Besonderheit der ganzen Situation. “Waehrend andere Laender Sozialfaeile, Alte und Kranke ablehnen, koennen wir keine Selektion vornehmen. Jeder Jude, ganz gleich in welcher Situation er sich befindet, kann nach Israel einwandern. Das bedeutet natuerlich, dass der Anteil an Personen, die der oeffentlichen Wohlfahrt zur Last fallen bei uns erheblich groesser ist, als .er woanders waere. Aber Israel ist nun einmal das Heim fuer alle Juden, und wir waeren uns selbst untreu, wenn wir da etwa diskriminieren wuerden”. Die Unterhaltung geht weiter. Wir sprechen ueber die Schwierigkeiten des neuen Staates und den Anteil, den das Judentum in der Welt an ihm nimmt. “Auch da haben wir Probleme”, erzaehlt unser Gast. "Sehen Sie, das* südafrikanische Judentum war Israel gegenueber immer ausserordentlich weitherzig. Nachdem nun Israel in den U. N. gegen die Apartheid- Politik der suedafrikanischen Regierung gestimmt hat, untersagte die Regierung die Ueberweisung von Hilfsgeldern aus der Union nach Israel. Was das bedeutet, ist ja wohl klar. Oder nehmen Sie den Fall der cubanischen Gemeinschaft, einer Judenheit, die bis vor wenigen Jahren die Einwanderung grosszuegig unterstuetzte, waehrend wir heute die Olim aus Cuba un terstuetzen muessen; und schliesslich, vergessen Sie nicht, dass es Laender gibt wie z. B. Brasilien in denen eine isol'me Inflation tobt, dass, obwohl die Juden ihre Anstrengungen erhoehen, wir infolge der steigenden Dollarkurse weniger erhalten als frueher. Sie sehen, an Schwierigkeiten fehlt es uns nicht. Ein Lichtblick ist, dass die Laender Europas die Lage erkannt haben. So wurden z. B. in Skandinavien sogenannte Patenschaf t e n , eingefuehrt, das bedeutet dass eine Gemeinschaft die Kosten der Einwanderung und Eingliederung einer bestimmten Anzahl von Einwanderern uebernimmt. Das hat gleichzeitig zur Folge, das oftmals persoeniiche Bindungen entstehen. Etwas sehnliches bezwecken diese Gemeinschaften mit der Aktion “Von Kind zu Kind”. Jedes Kind wird dazu angehalten, von seinen Ghanukkageschenken etwas fuer ein notleidendes Einwand'ererkind in Israel 'beiseitezulegen. Glauben Sie mir, der paedagogische Erfolg dieser Aktion ist gross, die Kinder lernen, dass es andere Menschen gibt, die Not leiden und denen man helfen muss”. Die Unterredung naehert sich ihrem Ende. Herr Neeman muss weiter. Wir verabschieden uns und hoffen, dass' wir die Moeglichkeit haben werden, ihn waehrend seines Aufenthaltes in Chile noch des oefteren sehen und sprechen zu koennen. H. E. Vor zwanzig Jahren, am 23. November 1943, starb zu Berlin im Alter von 75 Jahren der beruehmte Journalist und einstige Chefredakteur des ‘Berliner Tageblattes”, Theodor Wolff. Auch er ist der Nazibarbarei zum Opfer gefallen. Rechtzeitig im Jahre 1933 aus Deutschland emigriert, hatte Wolff einige Jahre in der Schweiz und danach in Frankreich gelebt. In Nizza, nach der Besetzung der sogenannten “unbesetzten Zone”. war er durch die Gestapo verhaftet, von der Seite seiner Lebensgefaehrtin gerissen und durch vierzehn Gefaengnisse geschleppt worden. Allerdings blieben ihm Konzentrationslager und Deportation erspart. Er verschied im Berliner Juedischen Krankenhause, da der von so vielen Strapazen geschwaechte Koerper des 75jaehrigen einer Operation nicht mehr standhalten konnte. Er wurde in der Ehrenreihe zu Berlin-Weissensee beigesetzt. Dieser grosse Journalist, der schon als junger Mensch zum “Berliner Tageblatt” gekommen war und dieses Weltblatt durch viele Jahre in Paris vertreten durfte, auch zur Zeit der Dreyfus- Affaire, ohne allerdings zu den Konsequenzen von Theodor Herzl zu gelangen, ist von 1906 bis 1933 Chefredakteur dieser Zeitung gewesen. Er war ein ueberzeugter Demokrat und pflegte seine Meinung mit Eleganz, einer geistvollen Feder, klar und eindeutig zu vertreten. Mit Spannung warteten die Leser auf den mit “T. W.” gezeichneten grossen politischen Leitartikel, der an jedem Sonntagmorgen erschien. In der Auswahl der Mitarbeiter sehr anspruchsvoll, war Wolff in der Lage, seinem Blatte ein recht hohes Niveau zu geben. Die Schwaeche des alten Obrigkeitsstaates erkannte er durchaus, zweifelte aber nicht an dem Endsieg im ersten Weltkriege und brachte auch der “Weimarer Republik” Vertrauen entgegen. Wie diese allerdings innerlich ausgehoehlt worden war, duerfte ihm wohl auch erst ganz aufgegangen sein, als es zu spaet gewesen ist. In einem seiner Buecher gibt er seine interessante Darstellung von Menschen und Zustaenden ln der wilhelminischen Epoche, in einem anderen, im Exil geschrieben, behandelt e r Erlebnisse und Erfahrungen des politischen und juedischen Emigranten. Theodor Wolff bekannte sich stets zu seinem Judentum, das aber keine entscheidende Rohe in seinem Dasein spielte. Das “Berliner Tageblatt” erwaehnte juedische Fragen nur ganz am Rande, verschwieg z. B. die Pogrome in der Ukraine (1919/20) und behandelte zionistische Probleme hoechst selten im Gegensätze zur “Vossischen Zeitung”, die diesen mehr und mehr Platz einraeumte. Er selbst wollte “deutscher Publizist juedischer Abstammung” sein, ln Wahrheit ist er ein grossartiges Beispiel dafuer gewesen, was deutsche Juden kulturell dem Lande, welchem sie alles zu opfern bereit waren, zu geben vermochten. An der Begruendung der “Freien Buehne” (1889) hatte Wolff hervorragenden Anteil, obwohl er damals erst 21 Jahre zaehlte. Herzliche Freundschaft verband, ihn mit anderen Vorkaempfern der Erneuerung der Theaters wie Otto Brahm, Paul Schlenther, Maximilian Harden, Max Reinhardt und Alfred Kerr. Ein oder zwei Jahre, bevor er seinen Haeschem in die Haende fiel, hatte er einem Freunde gegenueber seine Vorstellung von der Welt nach dem 2. Kriege mit Worten Ausdruck gegeben, die einen ausserordentlichen Weitblick erkennen lassen: “Wisst Ihr, was sieh nach dem Kriege aendern wird? Die Jahreszeiten, sonst nichts. Neue Menschen werden neue Vorteile geniessen, alte Menschen in Bitterkeit .verwelken, niemand wird dem Kuenstler die Karriere ersetzen, die er verlor, niemand dem Schriftsteller, dessen Werke zehn Jahre lang nicht gedruckt wurden, auch nur einen Centime geben. Der Kaufmann, dem man sein Geschaeft geraubt hatte, wird im Namen der Ordnung verhaftet .werden, wenn er es wagen wird, das ihm mit Gewalt Geraubte wieder in seinen Besitz bringen zu wollen. Die Gepluenderten wird man schoen demokratisch auf den ordentlichen Rechtsweg verweisen, wo sie bis ans Lebensende prozessieren duerfen gegen bankrotte Staaten. Glaubt an das Recht, Freunde, aber nicht an die Gerechtigkeit”. Die Wiedergutmachungs —und E n t s chaedigungsgesetzgebung hat nicht alle Befuerchtungen Wolffs wahr werden lassen, aber sehr viel von dem, was er Voraussagen zu muessen glaubte, ist eingetroffen. Er selbst ist um volle zehn Jahre seines schoepferischen Lebens Betrogen worden, doch sein Andenken wird dankbar bewahrt werden. Curl Wilk MAGNIFICA HAGADA de PFSAJ i Artísticamente ilustrada en Colores i Nueva Traducción Castellana i Tradicional y Moderna Diseñada para el Hogar, para Seder Público y para Estudio ¡Escolar Se ruega solicitarlos a los únicos distribuidores en Sud América: ¡ j Consejo Mundial de Sinagogas Sucre 3302, Buenos Aires, Argentino Precio: US$ 1,50. i

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