Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXV (1963)
- Issue
- 10 (Octubre, 1963)
- Date
- 1963-10-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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OCTUBRE 1963 11 BOLETIN INFORMATIVO DIE “ALTEN DEUTSCHEN” EROBERN MERAN Von Dr. Erick Bry Wer in-Meran einen Park- “Flotte Kavallerie’’ von Ziemehr kaufen, die Grundplatz fuer seinen Wagen gerer oder dem Galopp “Bei stuecke sind schon viel zu funden hat, was meist mit uns z’Haus” von Thaler erteuer”. Und darauf der aneinigen Schwierigkeiten verholen. Ein Unterschied zu dere: “Da musste man halt bunden ist, und dann durch dem Jahre 1897 in Reinerz irueher aufstehen; ich habe die Reihe der dort eingestellbesteht darin, dass vor dem schon vor zwei Jahren geten Wagen hindurchgeht, Pavillon keine kleinen Junkauft, im schoensten Teil der muss zuerst glauben, dass gen stehen und mit verklaeryon Lugano; heute koennte er sich vollstaendig verfahter Miene den Takt zur Muich schon das Doppelte daren hat, und dass er sich sik schlagen. iuer krief’<r?b al3er icl1 ver" garnicht in Suedtirol befin- Kleine Kinder haben die kaa!.e mcht”. det. Da steht ja ein deutscher Kurgaeste eben nicht mitge- . genuegen diese Ein- Wagen neben dem anderen bracht. Wie sollten sie auch? druecke und ich gehe durch mit Kennzeichen von Muen- Dann haetten sie hoechsten d,ie besten Fin—de—Siechen bis Hamburg und Kiel, ihre Enkel oder Urenkel mitele-Stil erbauten und gut ge und von Fabrikmarken ist bringen muess'en. Man sieht Pflegten Raeume des Kuralles vertreten, was gut und sich auf den Baenken um. hauses auf die Freiheitsstrasteuer ist. Man findet die ■wo tausend Kurgaeste oder ’ ^aa ist eine der Hauptverschoenen Mercedes-Autos in vielleicht noch mehr dichtgekehrsadern Merans. Kaffeeihren teuersten Typen, die draengt sitzen und sieht lauterras'se steht neben Kaffeeschnittigen Porsches und vieter Menschen von denen terrasse, und auf jeder Kaffes andere; selbst die auman beim besten Willen nicht feeterrasse steht Kaffeetasse laendischen Wagen, haben sagen kann, dass' sie in den Kaffeetasse. Dort ent" deutschen Kennzeichen. Aber besten Jahren seien. Die haspannen sich die Kurgaeste dann sieht man ein bisschen ben sie schon seit langer naci1 ihrem anstrengenden hoeher hinauf ueber die anzeit hinter sich. Es sind eben Tagewerk —es ist inzwischen spruchsvollen Kilometerdie “alten Deutschen”, die 6 Uhr geworden— und sehen fresser hinweg, und da ist Meran erobert haben. Mit behaglich vor sich hm. Sie ja alles in Ordnung: Dort schwerer Wuerde sitzen sie scheinen zufrieden zu seien tuermen sich, wie “eh und je” da, Maenner und Frauen, aber auf irgendetwas zu war- (ein in der neudeutschen . wobei die Frauen durchaus fen> was' dann doch nie entspräche sehr beliebter Ausin der Ueberzahl sind. Die trifft. Vielleicht auf ein kleidruck) die Berge des Vinsch- Merkmale des Wirtschaftsnes Abenteuer? Andere sind gaus' in die Hoehe, hoch wunders tragen sie selber unternehmungslustiger und ueber bunten Obstgaerten sichtbar am Leibe; die Kraft ziehen in kleinen Gruppen und den von dunkelblauen des Aufstiegs hat sich bei durch die Strassen, beson- Trauben leuchtenden Hueihnen in das Fett des Erfolders durch die engen Lauben, geln der Vorlandes. Mit ihges' verwandelt. Die meisten ein lebendig gebliebenes ren steilen Haengen und sitzen still und schluerfen Stueck Mittelalter mit seischroffen Felswaenden sehetdie Musik und den guten nen gotischen, zinnbewehrnen sie den Automobil-Tou- Traubensaft, den man in ten Buergerhaeusern, an deristen da unten ein schroffes Meran ueberall bekommt, ren Ende sich die s'choene “Halt” zuzurufen. Das’ ist Aber hin und wieder hoert Pfarrkirche auftuermt. Dort freilich ganz unnoetig; denn man Gespraechsfetzen, und studieren die Kurgaeste. Jada kommen sie sowieso nicht die sind oft sehr interessant wohl, sie studieren, und zwar hinauf. Die machen ganz an- und charakteristisch. Mandie Speisekarten, die an den dere, offenbar viel reizvollere che Themen haben sich frei- Tueren der zahlreichen Res- Ausfluege, so zum Beispiel lieh seit 1897 noch nicht getaurants angeschlagen sind, von 11 — 12 und von 4 bis aendert. “Wissen Sie, im “Siehst Du, hier kostet das 5 112 Uhr zum Kurkonzert Schlosshotel “Altersglueck”’ Mittagessen nur 600 Lire ¡auf dfer SQhoenen Passer— ist es ja sehr teuer, aber da- (L>as ungefaehr ein Dol- Promenade. Unten flies'st die fuer ist auch alles erstklassig, larL und wir habeU| da drue" reissende Passer vorbei und und vor allem kann man ben, 80p Lire bezahlen muesrauscht zu den Gaesten hinachbestellen”. "Bei uns' sen’. ‘Es wird auch nicht nauf, oben stehen die herrbraucht man garnicht nachebenso gut sein, aber wir lichsten Laubbaeume und zubestellen”, ist die Antwort, koennen ja morgen ma,l prorauschen zu ihnen hinunter, “Bei uns gibt es so viel, dass bieren”, lautet die fnedfer- und vor ihnen steht der Muman ueberhaupt garnicht tige Antwort. Und dann die slkpavillon, die Kapelle alles aufess'en kann”. “Aber Auslagen in den Geschaefrauscht ihnen die Kurmusik der Kaffee”, toent eine dritte ten. Da kann man ja stundirekt in die Ohren. Kurmustimme; Da heisst es “Kaffee denlang stehenbleiben. Die sik. Die hat sich seit den nach deutscher Art”, aber er Leder und Wollwaren, die laengst vergangenen Zeiten, schmeckt doch ganz anders”, echten Schmucksachen und in denen ich ihr als Kind auf Auf einer der naechsten die Fantasias, die zahlreichen den Kurplaetzen von Reinerz Baenke unterhalten sich zwei “Andenken , aber auch die oder Kudowa oder Reichen- Damen; ihre Stimmen ueberguts'ortierten Lebensmitteihall zuhoerte, ueberhaupt toenen das Fortissimo der geschaefte und weinnannicht veraendert. Da gibt es Musik: “Ich habe ihr gleich dlungen bieten einen enadie' Ouvertüre zur “Weissen gesagt, sie soll sich mit dem losen Gespraechsstoff. Die Dame” von Boieldieu, zu Mann nicht einlassem, aber meisten Betrachter sind ja “Dichter und Bauer” von sie wollte ja nicht hoeren, Sehleute, aber es soll aucn Suppe oder —fuer die Freundie dumme Gans. Und das ganz gut gekauft werden.^ de des Ortskolorits— zum schoene Grundstueck muss Am Ende der Lauben De “Geiger von Tirol” von Genee. sie ihm auch noch hineingemerkt man zwei juediscne Wem das immer noch eine ben. Weiter hinten sprechen Geschaefte, was hier eine zu schwere Kost ist, der kann Maenner miteinander: *Tm Seltenheit ist. sich davon bei dem Marsche Tessin kann man ja garnicht Von den Lauben aus gehe BLINDE KINDER IN ISRAEL bedürfen Eurer Freundschaft und Hilfe Uslerstuetit das Blindenheim in Jerusalem Asociación de los Amigos de los Ciegos Israelitas "TORMO - OR" Portugal 810. Casilla 2487 mm ich den schoenen Tappeiner koennte man damit Schluss Weg hinauf und setze mich machen und Gras darueber auf eine Bank, um die reiz- 'wachsen Jasen-'. “Das volle Aussicht zu geniessen. stimmt”, sagt der andere, Die Kurgaeste gehen gewich- "und haben wir nicht auch tigen Schrittes an mir voruezu leiden gehabt? Ich bin so- ’oer, auf dem Wege zum gar einmal ausgebombt wor- Abendbrot. Da sie sich keiden ”. Der erste Sprecher setzt nesWegs beeilen, so kann ich das Gespraech fort: “Auch mit auch hier etwas von ihren diesen Prozessen sollte man Gespraechen mit anhoeren. aufhoeren. Neben mir wohnt ‘Die Leute reden immer so ein alter SS-Mann ich glaube viel von der ueberfuellten, er hat eine gute Stellung. Geschwierigen Brennerstrasse”, gen den soll auch ein Verfahsagt der eine, “aber ich bin ren schweben, und dabei ist sehr gut durchgekommen; er so ein anstaendiger Mensch auf der ganzen Strecke von und ein netter Nachbar. Sie Innsbruck hierher, brauchte sollten mal seinen Gemueseich nicht unter 90 km. higarten sehen”. “Viel werden nunterzugehen”. Sein Gesie ihm auch nicht tun”, hoespraechspartner sieht ihn re ich noch als Antwort, dann zweifelnd an; denn er kennt verklingen ihre Stimmen und den grossen Verkehr und die lassen mich nachdenklich zahlreichen Kurven. “Na, es und aufgewuehlt zurueck. koennen wohl auch mal 80 km. gewesen sein, aber da Ich gehe noch ein Stueck hat mich gleich so ein Idiot weiter hinauf, im letzten ueberholt; die Kerle fahren Abendlicht, und hoere die ja wie die Verrueckten”. Die gutmuetig-vergnuegten Stirn- Selbstkritik ist bei diesem mer der Bauern, die noch in Manne offenbar ebenso weihren Weingaerten beschaefnig entwickelt wie bei den tigt sind. Tiefer Friede um meisten Automobilisten (namich her. Welche Moeglichtuerlich mit Ausnahme meikeiten, geht es mir durch ner werten Leser). den Kopf, und welche Ab- Da kommt schon die gruende liegen in der Natur naechste Gruppe, zwei Maendes Menschen. Ich mus's an ner, die ihren Frauen voden alten lateinischen Vers rangehen. Ich hoere ihre denken, den Mephisto im Stimmen s'chon von weitem. Faust zitiert: “Eritis sicut “In Polen scheint ja wirklich deus s'cientes bonum et maallerhand passiert zu sein, lum: Ihr werdet wie Gott sein aber man soll, gefaellig nicht und vom Guten und vom immer davon reden; schliess- Boesen wissen. “Oft leider lieh sind es doch schon bald mehr vom Boesen als vom zwanzig Jahre her; einmal Guten”. Die URO teilt mit: FRISTABLAUF FUER DAS OESTERREICH ISCHE ENTSCHAEDIGUNGSGESETZ (HILFSFONDS) Antraege auf Berufsentschaedigung nach dem Bundesgesetz vom 13.6. 1962 muessen spaetestens am 31. Oktober 1963 an den “HILFSFONDS", Wien II., Taborstrasne 4-6, gelangt sein. Spaeter eingehende Antraege koennen. unter keiner Bedingung beruecksichtigt werden. Anspruchsbereehtigt sind aus Oesterreich emigrierte Verfolgte, die entweder am 13. Maerz 1933 oesterreichisehe Staatsbürger waren, oder als Nielit- Oesterreicher durch me,hr als 10 Jahre ununterbrochen ihren Wohnsitz und staendigen Aufenthalt in Oesterreich batten. Zuwendungen werden geleistet fuer: a) Berufsschaeden bj Schaeden durch Abbruch der Berufsausbildung oder vorberuflicben Ausbildung, wenn der Antragsteller am 13. Maerz 1938 aelter als 13 Jahre gewesen ist, d. h. spaetestens am 13. Maerz 1925 geboren wurde. PENSIONSANSPRUECHE FUER FRUEHERE JUEDISCHE GEMEINDEBEDIENSTETE Durch die Verordnung zur Durchfuehrung des Par. 31 d des Beamtenentschaedigungsgesetzes in der Fassung vom 2. April 1963 ist gegenueber den bis herigen Bestimmungen der Kreis der Berechtigten erheblich erweitert worden. Es ist jetzt unerheblich ob der Angestellte einer juediseben Gemeinde oder Organisation erst nach 1933 in den Dienst, der juedischen Institutionen getreten ist. Ausserdem werden 173 juedisehe Organisationen und Einrichtungen deren fruehere Angestellte Pensionsansprueche nach . dem Beamtenentsehaedigungsgesetz haben koennen, namentlieh aufgezaehlt. Die URO Santiago de Chile Presidente Rios 26, Ofieina 12, steht in ihrer Sprechzeit, Montag bio Freitag von 3-5 Uhr nachmittags, zu Auskuenften zur Verfuegung.