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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1963-10-01 · 10 (Octubre, 1963) · p. Seite 9

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXV (1963)
Issue
10 (Octubre, 1963)
Date
1963-10-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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OCTUBRE 1963 BOLETIN INFORMATIVO 9 Gebert die Aktionen der Die Ausschreitungen der "Aktivisten des Thora-Lagers” werden von den Tageszeitungen einhellig verurteilt. Haaretz erinnert daran, dass das Lager der Aktivisten schon im Jahre 1961 von sich reden gemacht hatte, als Mitglieder dieser Organisation einen Skandal im Aufnahmezentrum der Jugendalijah Ramat HadaSsah hervorriefen, Schon damals zeigte sich, dass diese Gruppe imstande ist, Aktionen in einer Welse durchzufuehren, die an militaerische Planung erinnern. Insofern liegt keine Neuerung in der Technik vor, die diese Gruppe bei den Ueberfaellen auf die Haeuser der Mission benutzte, ’"Haaretz” widerlegt die Behauptungen der Fuehrer der Gruppe, sie haetten keine Gewalt angewandt. Widerrechtliches Eindringen in fremde Grundstuecke ist Gewalt und muss scharf verurteilt werden. Die Polizei griff gegen die Ausschreitungen ein und es ist zu hoffen, dass die Richter die Demonstranten mit gehoerigen Strafen belegen werden. Sie duerfen sich nicht von “Verstaendnis" fuer die Taten der Angreifer leiten lassen. Dieses “Verstaendnis“ praegt naemlich allen (Aeusserungen der Fuehrer der religioesen Parteien den Stempel der Heuchelei auf. Die Knesseth und die Regierung muessen zeigen, dass sie Ihre Hland nicht zu Gesetzen gegen die Mission ijeihen werden. Die Stunde ist gekommen, in der Israel zeigen muss, dass unser Staat nicht zu einem juedischen Pakistan werden soll. Dawar erklaert, die Demon stranten haetten mit ihren Gewaltakten dem Ziel einen schlechten Dienst geleistet., fuer das sie angeblich kaempfen. Auf diese Weise wird man juedische Kinder nicht der Mission entziehen. Gewalttaten rufen mehr Ablehnung und Verurteilung als Sympathie in den Kreisen der Bevoelkerung hervor. Das Problem der Betaetigung der Mission innerhalb unserer Jugend ist nicht neu. Auch weltliche Kreise im Lande sehen diese Betaetigung nicht gern, und sie sind bereit, alle konstruktiven Aktionen zu unterstuetzen, dvrch die Bekehrung juedischer Kinder verhindert werden kann. Bekanntlich hat die Mission in der juedischen Bevoelkerung besonders bei den sozial schwachen Schichten Erfolg. Die Massnahmen, die bisher zur Loesung der sozialen Probleme ergriffen wurden, brachten ermutigende Erfolge. Die Mittel, die die Jes'chiwah-Schueler auf Veranlassung des Lagers der Aktivisten ergriffen, verfehlen dagegen ihr Ziel. Die Aktivisten sollen wissen .dass die Bevoel kerung mit diesen Methoden nicht einverstanden ist, sie Fanatiker muessen wissen, dass ihr Verhalten ungesetzlich war. Wenn sie glauben dass der Zweck die Mittel heiligt, so haben sie anscheinend vergessen, dass die Mittel auch den Zweck besudeln koennen. In scharfen Worten wendet sich die Jerusalem Post gegen die Ausschreitungen Selbst die Hintermaenner der Angriffe habe unwillig zugeben muesSen, dass die in Gewalttaten ausgearteten Demonstrationen dem guten Namen der Juden und Israels schadeten. Sie habe einsehen muessen, dass man auf diese Weise juedische Kinder nicht der Mission entziehen kann. Am schlimmsten sind die religioesen Parteien betroffen, die in der Vergangenheit auch in Worten die Mission angegriffen hatten. Sie fuerchten, jetzt mehr in den Augen der Fanatiker zu gemaesSigt zu sein, als radikal in den Augen der Aussenwelt zu erscheinen, Die Jerusalem Post erklaert, fuer die gegenwaertige Situation haetten die religioesen Gruppen selbst die Verantwortung zu tragen. Es ist zum grossen Teil Folge ihrer Intransigenz und ihrer Missachtung menschlicher Werte, die nicht-religioese Einwanderer veranlassen, ihre Kinder lieber in Missions- Institute zu schicken, statt sie ultra-orthodoxen Institutionen zu uebergeben. Die deutschen Wissenschaftler in Aegypten Lamerchaw stellt fest, dass die Regierung auf ihrer Sitzung diese Woche nochmals die Frage der Taetigkeit deutscher Wissenschaftler in Aegypten . aufzuwerfen für richtig fand. Es steht fest, dass die deutschen Wissenschaftler ihre Taetigkeit dort ununterbrochen fortsetzen, u. deshalb müssen auch Israels Bemühungen, diese Arbeit zu unterbinden, nicht nur fortgesetzt sondern auch intensiviert werden. Die (Zeitung betont, dass eine Aktion gegen die deutsch e n Wissenschaftler in Aegypten nur von Bonn aus kommen könne. Deshalb war auch der diesbezügliche Beschluss der (Knesseth seinerzeit an die deutsche Regierung gerichtet. In Bonn wurden jedoch bisher nur gewisse Bemühungen, jedoch keine .praktischen Massnahmen eingeleitet um der Taetigkeit deutscher Wissenschaftler in Aegypten ein Ende zu machen. Inzwischen hat der westdeutsche Bundestag sich auf Ferien begeben und auch die Bonner Regierung begreift .offensichtlich nicht ausreichend welche Wichtigkeit diese Angelegenheit fuer Israel hat. Es waere deshalb angebracht, , wenn Israel nochmals eine Demarche in Bonn unternehmen würde, um die westdeutsche Regierung über den Ernst der Lage aufzuklaeren. Die Zeitung stellt zugleich fest, dass auch in Israel gewisse Entwicklungen vor sich gingen, die unsere Aktion gegen die Taetigkeit der deutschen Wissenschaftler in Aegypten gebremst hatten. Die Zeitung weist in diesem Sinn auf den Rücktritt des Sicherheitsbeauftragten hin, dessen Warnungen bezüglich der deutschen Taetigkeit in Aegypten sich letzten Endes als vollkommen berechtigt erwiesen hatten. - Cheruth stellt fest, dass die Regierung jetzt die Notwendigkeit zugab, die Aktion gegen die Taetigkeit deutscher Wissenschaftler in Aegypten zu verschaerfen. Die Zeitung sieht hierin ein Schuldbekenntnis, denn wenn es notwendig sei jetzt die israelische Aktion zu verschaerfen, müsse, angenommen werden, dass bisher nicht genug in dieser Hinsicht unternommen wurde. Die Politik der Regierung in dieser Frage sei ein Verbrechen, für das kein Vergleich zu finden sei, es sei denn vielleicht die Chamberlain-Politik vor Beginn des zweiten Weltkrieges. Die Regierung habe sich bisher völlig untaetig verhalten und sich auf Massnahmen von Bonn verlassen, obwohl der Bonner Bundestag sich vorlaeufig auf Urlaub befindet. Die deutschen Wissenschaftler in Aegypten befinden sich jedoch ihrerseits nicht auf Urlaub und setzen ihre Taetigkeit ununterbrochen fort. Nassers Reden und Taten Dawar: Wir brauchen uns über die kriegerischen Erklaerungen Nassers nicht aufzuregen, wie wir uns auch auf Grund seiner gemaessigten Erklaerungen keinem Optimismus hinzugeben haben. Nicht auf Grund dieser oder jener Erklaerung wird unsere Sicherheitspolitik bestimmt, sondern auf .Grund der aegyptischen Absichten, wie sic sich in Taten ausdrücken. In den aegyptischen Bemühungen um Verstaerkung d’er Rüstung und in unaufhoerlichen Bemühungen, die ganze arabische Welt unter die Herrschaft Aegyptens zu bringen, um Israel einzukreisen. Es ist anzunehmen, dass man in den Aussenministerien des Westens und vor allem der USA die kriegerischen Erklaerungen Nassers vor seinen Soldaten nicht allzu ernst nehmen wird. Man weiss, dass diese Erklaerung für ihn notwendig war. Es ist aber schwer zu verstehen, warum man im Westen die anderen, gemaessigten Erklaerungen ¡Nassers ernst nimmt und ihnen Glauben und Vertrauen entgegenbringt. Es waere an der Zeit, dass auch die Grossmaechte die aegyptische Politik nicht nach den Erklaerungen Nassers beurteilten, s o n d e rn nach seinen Taten, seiner subversiven Taetigkeit in anderen Staaten, seinem grausamen Krieg im Jemen, seinem versuch, die Rivalitaet der beiden Weltbloecke auszunützen und seiner Weigerung, die Moeglichkeit von Verhandlungen über eine Abrüstung auch nur in Betracht zu ziehen. Braucht man Erklaerungen, um die Wahrheit über die ¡aegyptische Politik zu erfahren? r AUS DER ISRAELISCHEN PRESSE Die Abstimmung im Sicherheitsrat Die Abstimmung im Sicherheitsrat ueber den anglo-amerikanischen Antrag wird als wichtigstes Thema in den Leitartikeln der Tagespresse behandelt. “Haarez” weist darauf hin, das der Sicherheitsrat Israel in der Vergangenheit nicht verwoehnt hat. Wir koennen uns kaum erinnern, dass' er arabische Staaten tadelt, die in Streit mit uns kamen. Dagegen ruegte er unser Vorgehen. Unter diesen Umstaenden ist es vielleicht zu verstehen, dass wir der Abstimmung im Rat uebermaessig grosse Bedeutung beimessen, "Haarez” erinnert daran, dass der anglo amerikanische Antrag davon Abstand nahm, Syrien ausdruecklich zu ruegen und dass er nur das Minimum dessen gab, was Israel gefordert hatte. Die Abstimmung der Russen war bis zum letzten Moment in Geheimnis gehuellt. Sicher haette eine Stimmenthaltung der Sowjetunion die Syrer beeinflussen und sie zur Ruhe bringen koennen. Wichtig war, dass die internationale oeffentliche Meinung Israel dieses Mal als Klaeger sah und nicht als Staat, der sich verteidigen musste. Die Aufklaerungsarbeit, die das Aussenministerium leistete, darf nicht unterschaetzt werden. Es hat sich gezeigt, dass Appelle an den Sicherheitsrat nicht immer mit einer Enttaeuschung enden muessen. Doch muss daran erinnert werden, dass Israel nicht gelobt hat, auf jede weitere Provokation mit neuen Appellen an den Sicherheitsrat zu reagieren. Besonders die Syrer, aber auch die uebrigen Nachbarn, sollten dieser Warnung eingedenk sein. "Haboker” macht darauf aufmerksam, dass es nicht das erste Veto Ist, das die Russen gegen israelische Wuensche einlegten. Die Politik des Veto gehoert zum kalten Kriege, den die Russen seit ueber einem Jahrzehnt in unserem Bezirk betreiben. Israel wandte sich dieses Mal an den Sicherheitsrat, und das Abstimmungsergebnis war eine Bestaetigung fuer die Richtigkeit dieses Vorgehens. Eine andere Frage ist es, in welchem Masse der moralische Erfolg der israelischen Politik zur Beruhigung an der Grenze beitragen wird. Wenn die Fuehrer unserer Aussenpolitik in dem Abstimmungsergebnis einen moralischen Sieg sahen, so kann der Apparat der UNO einen taktischen Erfolg verzeichnen, denn seine Vollmachten wurden erweitert und bestaetigt. Im Moment stehen wir und wahrscheinlich auch die Syrer noch unter dem Eindruck des Votums des Sicherheitsrates. Der erste Schritt, bei dem sich zeigen wird, wie die Haltung der Syrer ist, ist die Frage des AustauschS von Gefangenen — einschliesslich der drei Ausfluegler vom Kinereth-See. Die “Jerusalem Post” begruesSt es, das die grosse Mehrheit der Mitglieder des Sicherheitsrates den Mord von Almagor eindeutig verurteilte. In der Vergangenheit hatte die UNO oft genug versucht, als neutral aufzutreten und wollte sich nicht mit Israel solidarisieren. Der sowjetische Delegierte hatte deutlich dagegen protestiert, dass der Westen nicht bereit war die Resolution zu verwaessern, um einem Veto aus dem Wege zu gehen. Diese Tatsache bewies, dass das Veto seinen Nutzen verloren hat. Nachdem sich gezeigt hat, dass die UNO das best» Forum fuer Schaffung einer oeff entliehen Meinung ist hat das Veto seine Wirkung verloren. Von grosser Bedeutung ist, dass Ghana dieses Mal eine voellig unabhaengige Position einnahm und zeigte, dass es nicht Satellit irgend, eines Staates ist. Afrikas Zukunft wird auf lange Sicht davon abhaengen, ob die Fuehrer der neuen Staaten bereit sein werden, Probleme je nach Lage des Falles zu beurteilen und sich nicht von irgendwelchen Blocks beeinflussen zu lassem. Arabische Union ohne oder &e&en Kairo “Haboker”: Der Stachel der "Wirtschaftsunion" zwischen Irak und Syrien ist gegen Nasser gerichtet Nachdem er bekanntgegeben hat, dass die im April geschlossene Union gegenstandslos' geworden ist, haben Damaskus und Bagdad beschlossen, die Beziehungen zwischen ihren Staaten zu verstaerken. 'Damit man ihnen nicht den Vorwurf macht, sie errichteten eine Scheidewand zwischen sich und Kairo heisst es in der offiziellen Erklaerung: “Jeder revolutionaere arabische Staat ist zur Teilnahme eingeladen”. Daraus geht hervor, dass man nicht an Jordanien oder Saudi-Arabien denkt, aber Nasser sieht sich in einer Situation, in der andere Politiker Fusionsabkommen in der arabischen Welt schlieSsen und ihn zum Beitritt einladen. Die Erklaerung von Damaskus wird also die Kluft erweitern. Die Fusionsplaene zwischen Damaskus und Bagdad beruehren nicht nur Israel und Aegypten. Jordanien, Saudi- Arabien, der Libanon sowie andere arabische Staaten blicken auf diese Schritte mit Argwohn.

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