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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1963-09-01 · 9 (Noviembre, 1963) · p. Seite 25

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXV (1963)
Issue
9 (Noviembre, 1963)
Date
1963-09-01
Page
Seite 25 (sequence 27)
Language
German
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SEPTIEMBRE 1963 BOLETIN INFORMATIVO 25 DAS ATOMSTOP - ABKOMMEN Dawar: Mit Recht hat un~ sere Regierung jetzt beschlossen, sich diesem TeLabko mmen , anzuschliessen, das gegen Versuche mit Atomkraft gerichtet ist; so entspricht es ja unserer grundsaetzlich positiven Stellung zu allen internationalen Regelungen, die wünschenswert und mit den Interessen des Staates Israel vereinbar sind Unsere Oeffentlichkeit wird die Entscheidung begruessen, auch wenn das Abkommen sogar von einer nur partiellen Lo.esung unserer Sicherheitsprobleme entfernt ist Sie werden ihre Loesung selbstredend erst mit dem Abschluss eines Friedens Vertrages zwischen uns und den Nachbarstaaten finden, oder zumindest — solange dieser Vertrag noch nicht existiert — durch ein allgemeines, uns und die Araber verpflichtendes Einvernehmen zu militaerischer Abruestung. Solange weder das eine noch das andere der Fall ist koennen arabische Kriegshandlungen gegen uns nur dadurch vermieden werden, dass sich ihr und' unser Militaerpotential im Gleichgewicht befindet. Das Moskauer Abkommen beinhaltet direkt und sogar auch indirekt, soweit sich die Dinge uebersehen lassen, weder einen israelisch-arabischen Friedensschluss noch auch eine solche Abruestungsverpflichtung der beiden Parteien. Sonderlicher Optimismus waere also nicht am Platz. Aber haetten wir es abgelehnt, dem Abkommen beizutreten, so haetten wir ungemein starke Argumente dafuer haben muessen, und sie bestehen nicht. In Israel werden keine Atomteste geplant; und ebensowenig kann davon die Rede sein, dass unser Beitritt zu dem Abkommen den Interessen Frankreichs widerspri c h t, auch wenn es selber noch nicht bereit ist, einen aehnlichen Schritt zu unternehmen. Es hat dazu Gruende, die fuer uns' nicht zutreffen. Es ist verstaendlich, dass ein so bedeutender Staat sich gegen Vereinbarungen wehrt, die ohne sein Zutun getroffen werden; wir aber sind als Kleinstaat selbstredend nicht legitimiert, auf eine Heranziehung zu solchen internationalen Besprechungen zu draengen. Und wenn sich das Moskauer Abkommen a 1 s Auftakt zu Kontakten zwischen den zwei Weltblocks erweisen sollte, so haben wir daran gewiss alles Interesse. Haboker: Auch Kreise, die zu den Kritikern unserer Regierungspolitik gehoeren, werden dem Beschluss Israels zustimmen, diesem Abkommen beizutreten. Nasser ist uns freilich zuvorgekommen und wurde in der amerikanischen Presse entsprechend gelobt. Daraus wird er ohne Zweifel Nutzen ziehen, um sich groessere amerikanische Regierungssubventionen, beispielsweise zur Finanzierung seines Feldzugs im Jemen, zu verschaffen. Auf jeden Fall: wer hier im Land aus dem anfaenglichen Zoegern unserer Regierung geschlossen hat, dass ihre Aussenpolitik neuerdings von meuterischen Anwandlungen beeinflu s s t Sei, hat von neuem gezeigt, wie wenig er von den Dingen versteht. Dabei sei gleichwohl in Erinnerung gebracht, dass Aegypten uns nicht mit Atomwaffen bedroht, sondern mit den zur Verfuegung Nassers stehenden konventionellen Waffen, und dass unser Beitritt zum Moskauer Abkommen nicht etwa als Beitritt zu einem Defensiv-Pakt gedeutet werden darf, der seine Mitglieder verpflichtet, angegriffenen Staaten automatisch mit militaerischen Mitteln zu Hilfe zu kommen. Im Wesenskern hat sich an den Fragen unserer nationalen Sicherheit also nichts geaencfert. Solange Aegypten nicht von seinen aggresiven Plaenen Laesst, ist Israel weiterhin gefaehrdet; und darauf in der amerikanischen Oeffentlichkeit hinzuweisen ist und bleibt eine dringende Aufgabe unserer Aufklaorungspolitik. Im gleichen Sinne haben wir uns aufklaerend auch an die massgebenden Kreise in der USSR zu wenden. Al Haomischmar: Unser Beschluss, dem Moskauer Abkommen beizutreten, ist nur SCHNELL UND LANGSAM Dawar spricht seine Ueberraschung über die Schnelligkeit aus mit der die UNO- Beobachter im Jemen erklaerten, dass sie keine Anzeichen für Gas-Angriffe gefunden haetten. Im allgemeinen zeichnet sich der UNO- Apparat nicht durch Tempo aus. Hier hat er besonders schnell gearbeitet. Dawar weist darauf hin, dass die Welt sich nicht für die Beschuldigungen wegen Gasangriffen interessierte. Erst als eine inter-nationale Zeitung von Rang diese Angelegenheit aufgriff und ueber die schauerlichen Ergebnisse der Angriffe berichtete, entschloss man sich, den Versuch einer internationalen Nachforschung zu unternehmen. Möglicherweise konnten die UNO-Beobaehter nicht in die Bezirke gelangen, in denen die Gasangriffe erfolgten. Wozu veröffentlichten sie dann Erklaerungen, dass in anderen Gegenden, die gar nicht zur Debatte’ standen, nichts gefunden wurde. Wir waeren zufrieden, wenn die Untersuchung ergeben würde, dass keine Angriffe stattfanden. Al Hamischmar: Im Gespraech mit dem israelischen UNO-Delegierten Comay erklaerte UNO-Generalsekre~ taer U Thant, dass er noch auf den Bericht der Beobachter in der Frage der Entführung am Kinereth warte. Man kann wirklich nicht verstehen, warum die UNO—Beobachter derart langsam arbeiten. In Damaskus wurde die Curfewzeit wesentlich beschraenkt, und überdies bestehe genug Gelegenheit, um sich mit den syrischen Regierungsstellen zu treffen. Wenn auch die Regierung in Damaskus mit internen Angelegenheiten stark beschaeftigt ist, so kann sie dies doch nicht von ihrer Verantwortung für die Vorfaelle am Kinereth befreien. Es besteht juristisch und faktisch nicht die geringste Berechtigung, die Entführten auch nur eine Stunde laenger festzuhalten. Der UNO-Beobachtungsstab seinerseits kann nicht die Verantwortung von sich abweisen und muss sofort fuer e n t s p r e chende Schritte sorgen. zu begruessen. Dieses Abkommen eroeffnet ein neues Blatt in den Annalen der ost-westlichen Auseinandersetzungen und ist ausserdem geeignet, die Beziehungen zwischen uns’ und den Arabern guenstig zu beeinflussen. Zu bedauern ist nur, dass unsere Regierung Nasser den Vortritt gelassen hat, haetten wir nicht gezoegert, so wuerde der Eindruck in der Welt entsprechend groesser sein. Unser Beitritt zum Vertrag ueber den Stop von Atomtesten wird um so bedeutungsvoller Sein wenn dieser Schritt das Sprungbrett zu unablae ssiger Israelischer Initiative mit dem Ziel einer Friedensregelung zwisc h e n uns und den arabischen Staaten bilden wird. War diese Initiative schon immer dringend geboten, so haette eine Friedensoffensive Israels doppelte und dreifache Bedeutung jetzt, da es in den Beziehungen zwischen den Grossmaechten zu einer Entspannung gekommen zu sein scheint, und dadurch zur Voraussetzung weitere Vereinbarungen, die in ihrer Wirkung auch zu einem besseren Verstaendnis zwischen den Arabern und uns fueh- 'ren koennen. Die Grossmaechte muessen gemeinsam eine Erklaerung ueber eine Garantie der territorialen Integritaet, der Unabhaengigkeit und der Sicherheit aller Staaten des Mittleren Osten unterzeichnen, Auch Frankreich waere Sicher bereit, sich einer solchen Garantie anzuschliessen. Cheruth. Laesst man nur die Vernunft sprechen, bildet das in Moskau soeben zur Unterzeichnung gedieh e n e Abkommen ueber ein Verbot von Atomtesten den Auftakt zu einer Wendung auch im internationalen Status’ Israels, zu einer Staerkung unserer Sicherheitslage. Zumindest indirekt ist das, wie man denken sollte, die Folge; jahrelang haben wir ja von den Amerikanern gehoert, dass sie den aegyptlschen Machthaber umwerben muessen, um zu verhindern, dass er voellig zu den . Russen abschwenkt. Damit hing es auch zusammen, dass die USA mehr als einmal an die Spitze von Tadelsvoten gegen uns trat, wenn wir genoetig gewesen waren, auf arabisciie Provokationen zu reagieren. Diese amerikanische Politik hatte auch zum Interesse des USA-Aussenministeriums an der Weiterarbeit der deutschen Wissenschaftler in Aegypten gefuehrt. Die Rechnung hatten wir zu bezahlen, und nicht nur auf sieherh eits-politischem Gebiet. Auch der amerikanische Standpunkt in der arabi sehen Fluechtlingsfrage wurzelte ja im Kalten Krieg zwischen dem Osten und dem Westen. Haben wir Grund, von nun an optimistischer zu sein? Der Logik steht die harte Wirklichkeit gegenue b e r : und wer sie im Auge hat, wird dem Generalstabschef Zur darin zustimmen, dass die aegyptische Militaerparade Anfang dieser Woche vor allem gegen Israel gerichtet war' Die uns drohenden Gefahren hat die ost-westliche Entspannung in keiner Weise abgeschwaecht. Die Wirklichkeit straft, was Israel betrifft, jeden Optimismus Luegen. r AUS DER ISRAELISCHEN PRESSE Syriens Spiel mit dem Feuer Lamerchaw: Die Art und der am Ende letzter Woche Weise, wie die Syrer die Angelegenheit der Entfuehrung der sechs Personen aus israelischem Gebiet behandelt haben, ist eine internationale Frage, ueber die man keineswegs so einfach zur Tagesordnung uebergehen kann Einzelheiten der Entfuehrung sind uns noch immer nicht bekannt, aber sicher ist, dass sechs Personen, d. auf israelischem Gebiet, auf dem Kinereth-See fuhren, von den Syrern, unter Verletzung der israelischen Souveraenitaet, entfuehrt worden sind. Als die Entfuehrung bekannt wurde, gab es Kreise die versicherten, es handle sich hierbei um eine Aktion unverantwortlicher Elemente. Man sagte, die syrischen Behoerden wuerden, sobald sie von dev Entfuehrung erfahren, die Freilassung der Entfuehrten anordnen. Aber die Behoerden verhielten sich so, wie sie sich immer verhalten. wie sie sich immer verhalten. Israel wird nicht zustimmen koennen, dass seine Buerger; an der syrischen Grenze Minen, Schuessen und E n t f uehrungen ausgesetzt sind. Wenn es sich erweisen sollte, dass die UNO nicht imstande ist, hier Ordnung herbeizufuehren, wird Israel gezwungen sein, die Verteidigung seiner Interessen selbst in die Hand zu nehmen. Cheruth: Syrien ist derjenige Staat, der mehr als alle anderen die israelische Souveraenitaet fortgesetzt veiletzt und Uebergriffe gegen Israelis sich zuschulden kommen laesst. Obwohl man die Staerke der Syrer nicht ueberschaetzen soll, und' obwohl man sie ohne weiteres im . Zaum halten koennte, scheinen doch die Machthaber in Damaskus zu wissen, dass die israelischen Regierungsstellen stets groesste Zurueckhaltung zeigen. Wir lassen uns einfach immer wieder provozieren, und die Syrer setzen ihre Freveltaten fort und verletzen immer wieder unsere Souveraenitaet. Immer wieder wird von syrischen Uebergriffen am Kinereth berichtet, und die Angelegenheit der sechs Entfuehrten ist noch immer nicht geregelt. Ueber eine Woche musste vergehen, oh ne dass die syrischen Machthaber ueberhaupt auf die Beschuldigungen eingingen. Die betreffenden Israelis bezw. Touristen hatten sich auf einem Boot im Kinereth, d. h. in israelischen Territorialgewassern befunden und waeren, wie jedermann einwandfrei, feststellen kann entfuehrt worden. Aber dies ist nicht der erste Gewaltakt seitens der Syrer, und die Nachsicht unserer Behoerden wird immer unverstaendlicher. Dawar stellt fest, dass die syrische Regierung dieser Tage voll beschaeftigt ist. Nach dem neuen Putschversuch, entdeckt wurde, hat sie nunmehr Saeuberungen in Armee und Verwaltung, Reorganisierungen und Verstaerkungen der Sicherheitsmassnahmen im ganzen Lande durchzu f uehren. Es sei schwer zu verstehen warum Damaskus in einer solchen Lage, sich noch zusaetzliche Sorgen zu verschaffen sucht. Wir wollen uns zwar nicht um die Sorgen und politischen Probleme Syriens kuemmern, aber die Entfuehrung von sechs Personen auf dem Kinereth ist ein Aspekt der Taetigkeit Syriens, der uns direkt interessiert und ueber den wir nicht stillschweig end hinweggehen koennen. Es ist vielleicht moeglich, dass die Entfuehrung ohne Wissen von Damaskus’ von unverantwortlichen Gruppen durchgefuehrt wurde. Es waere angebracht, wenn die syrische Regierung so schnell als moeglich die Entfuehrten wieder befreien und die Verantwortlichen fuer die Entfuehrung bestrafen wuerdt, Haboker: Wie lange werden die Syrer noch die Israelis gefangen halten, die sie auf dem Tiberias-See entfuehrt haben? Der Erklaerung Aussenministers Meir gemaess, so wie sie sie in der Knessth abgegeben hat, macht man alle Anstrengungen, um die drei zu befreien. Die UNO, welche eigentlich fuer Angelegenheiten dieser Art verantwortlich ist, waehl te den Weg der stillen Diplomatie. Zuerst erklaerte man die Saeumnis mit den revolutionaeren Ereignissen in Damaskus, spaeter behauptete man, es sei nicht klar, wer eigentlich in Syrien die Regierung fuehre. Wir muessen also besorgt sein, denn wir sehen keine Loesung. Und die internen Schwierigkeiten Syriens zeigten sich-ja auch wiederum in den erneuten Angriffen auf die Felder des Kibbutz Haon. Man hat den Eindruck, dass niemand irgendwelchen Einfluss auf Syrien hat, um die Syrer dazu zu bewegen, einen Schritt zu tun, der zur Loesung dieser Probleme notwendig ist. Wie oft hat man den Einfluss auf uns benutzt, wenn man sich gegen Vergeltungsmassnahmen von unserer Seite her wenden wollte Unsere Freunde, die an der Ruhe an Israels Grenzen interessiert sind, sollten sich darueber klar sein, dass Sy riens Armee bestraft werden kann. Sie sollten diese Moeglichkeit zumindest auch in Betracht ziehen. Jerusalem Post: General Odd Bull ist aus Syrien zurueckgekommen, ohne dass es ihm gelungen waere, irgendeine definitive Regelung in Bezug auf die drei entfuehrten Israelis zu erreichen. Jetzt haben hie Syrer ihre Angriffe auf den Kibbuz Haon wieder aufgenommen, nur kurze Zeit, (Fortsetzung Seite 29)

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