Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXV (1963)
- Issue
- 8 (Agosto, 1963)
- Date
- 1963-08-01
- Page
- Seite 47 (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/8553624-8558686-9194537--3939-8558903- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
47 AGOSTO 1963 BOLETIN INFORMATIVO Deutschlands “Ehemalige” am Nil Wer von den deutschen Nationalsozialisten nach dem Kriege ein sogenanntes “Entnazifizierungsv erfahren” gluecklich ueberstand, erhielt den “Persilschein”. Von nun an besass er wieder eine bluetenweisse Weste, gleichgueltig in welchem Range er dem verbrecherischen Hitlerregime gedient hatte. Viele von diesen “Ehemaligen” erhielten sogar vom Staate namhafte Entschaedigungen fuer das erlittene Ungemach. Die Millionen Menschen, welche durch die direkte oder indirekte Schuld dieser “Ehemaligen” zu Tode gepruegelt, erschossen, gehenkt oder vergast worden sind, konnten weder zum Leben erweckt, noch fuer das ihnen geschehene Ungemach entschaedigt werden! Die meisten dieser “Ehemaligen” fanden gut bezahlte Stellungen in der Wirtschaft, aber auch beim Staat. Ehemalige Mitglieder und Praesidenten von Hitlers Volksgerichtshoefen, welche die Menschen im Schnellverfahren vom Leben zum Tode befoerderten, wirken heute in Deutschland wieder als Richter und Anwaelte. Der oberste deutsche Beamte, Herr Ministerialdirektor Globke, der Verfasser des juristischen Kommentars zu Hitlers Rassengesetzgebung und ein moralisch Hauptschuldiger an der grauenhaften “’‘Endloesung a la Auschwitz, sitzt in Amt und Wuerden. Obwohl die deutsche Heimat den “Ehemaligen” im ganzen gesehen hold gesinnt war, brannte doch vielen der Boden unter den Fuessen, und sie verzogen sich dem alten Germanendrang nach Sueden folgend — entweder nach Argentinien oder Aegypten. Im Lande des Nils koennen die Deutschen das tun, was ihnen in Deutschland noch nicht im vollen Umfange gestattet ist: In Freiheit einen neuen Krieg vorher eiten! Zuerst sind die Mitarbeiter des Herrn Dr. Josef Goebbels nach Aegypten gereist. Sie betaetigen sich dort seit Ende des Zweiten Weltkrieges auf dem Gebiete der Propaganda. Der Aufbau und der Betrieb des lautstarken Radiosenders Kairo ist im wesentlichen in den Haenden dieser ehemaligen Helfers helfer des nationalsozialistischen Propagandaministers Sie koennen dort das tun was in Deutschland heute offiziell nicht mehr gestattet ist; Jeden Tag den Juden die Vernichtung und Ausrottung androhen! seit einigen Jahren tun aber die Deutschen am Nil noch einiges mehr: Sie produzieren Waffen fuer einen Angriffskrieg gegen Israel. 500 DEUTSCHE Waffenschmiede am nil Das' gut informierte deutsche Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” hat kuerzlich in einer detaillierten Darstellung aufgedeckt, dass gegenwaertig rund 500 deutsche Waffenschmiede am Nil taetig sind. Als hochbezahlte Spezialisten stellen sie Raketen her und Kampfflugzeuge. Schon vor 13 Jahren hat eine Gruppe Deutscher, unter Fuehrung des Hitler-Generals der Artillerie, Wilhelm Farmbacher, die ersten Vertraege mit der aegyptischen Regierung abgeschlossen. Dr. Wilhelm Voss, der ehemalige Generaldirektor der Reichswerke “Hermann Goering” begann mit dem Aufbau der aegyptischen Rüstungsindustrie. Die deutsche Firma Messerschmitt taetigte Lieferungen an Aegypten. Der ehemalige SS-Offizier Brandner, der zuerst im Hitlerreich fuer den Flugzeugbau arbeitete, dann eine Zeitlang in Russland zwangsverpflichtet war, leitet heute den Aufbau der aegyptischen Flugzeugindustrie. Ferner sind in Aegypten die deutschen Raketenbauer Pilz, Engel, Krug, Prof. Goercke und Dr. Kleinwaechter taetig. MEIN NAME IST HASE... Ist es unter diesen Umstaenden ein Wunder, wenn sich Israel besorgt zeigt und in Bonn interveniert? Die Intervention war jedoch ohne Erfolg, denn Herr Adenauer stellt sich auf den Standpunkt “Mein Name ist Hase, ich weiss von nichts”. Dabei bestehen enge Verbindungen zwischen den deutschen Raketenbauern am Nil und gewissen deutschen Firmen und deutschen Persoenlichkeiten am Rhein. Muss es nicht eigenartig wirken, wenn 18 Jahre nach Kriegsende ausgerechnet die Angehoerigen der deutschen Nation, welche das grauenhafteste Vernichtungswerk an den Juden ausgefuehrt hatte, wiederum sich zur Verlegung stellen, um den Staat Israel zu vernichten und die Juden in ihrer Heimstaette zu vernichten? Ich glaube, das ist eine Frage, die weit ueber die Grenzen Israels hinaus gestellt werden muss, und von der sich die verantwortlichen Behoerd e n und Politiker in der Deutschen Bundesrepublik nicht mit nichtssagenden Ausfluechten druecken duerfen. Besonders wird sich aber auch die Regierung der USA diese Frage stellen muessen, denn bis jetzt erhielt Herr Nasser ueber eine Milliarde Dollar amerikanischer Wirtschaftshilfe. Es liegt auf der Hand dass Herr Nasser aus dieser Hilfe die deutschen Waffenschmiede am Nil, die Monatsgehaelter bis' 7000 Schweizer Franken beziehen, bezahlt. DER DIKTATOR GAMAL ABD EL-NASSER verwendet seit einigen Jahren auch eine sozialistische Phraseologie. Darauf sind nicht nur viele Araber, sondern sogar einige Eidgenossen hereingefallen. Verstaatlichungsmassnahmen sind keineswegs a priori Sozialismus, denn es kommt immer darauf an, fuer welche Zwecke Verstaatlichun gen vorgenommen werden. In Aegypten sind Verstaatlichungen ausschliesslich fuer die Machtpolitik Nassers vorgenommen worden. Verstaatlicht wurden auslaendische Unternehmungen und die Unternehmungen von Personen, welche dem Nasserregime nicht wohlgesinnt waren. Von sozialistischen oder auch nur tiefgreifenden sozialen Massnahmen ist in Aegypten weit und breit nichts zu sehen. Die wirtschaftliche Macht und der Reichtum befinden sich in den Haenden weniger, waehrend die in eien den Verhaeltnissen lebenden Fellachen und die statischen Proletarier auf das Schlaraffenland vertroestet werden, wenn einmal der grosse Assuanstaudamm von den Russen erbaut ist. Alles Streben Nassers ist auf seine politische und militaerische Macht entfaltung gerichtet, und sein Ziel ist, wie er wiederholt feierlich verkuendete: Die Vernichtung Israels. Um das zu begreifen, muss man auf den Ursprung der heutigen Diktatur in Aegypten blicken. Dieser Ursprung liegt in der militaerischen Niederlage, die die aegyptische Armee vom kleinen Israel im Jahre 1948 einstecken musste. Die ehrgeizigen Aegyptischen Offiziere, unter denen sich Nasser befand, hatten sich vorgestellt, waehrend eines kurzen militaerischen Spazierganges nach Tel Aviv die Israelis ins Meer werfen zu koennen. Sie wurden geschlagen, zum Teil gerieten sie in Gefangenschaft, zum Teil waren sie eingeschlossen im Gazastreifen . Nasser machte fuer diese Niederlage das wirklich nicht sehr komfortable Regime des Nachkommen eines albanischen Kaffeehaendler, Koenig Faruk, verantwortlich, und in einer “Revolution” wurde dieses Regime gestuerzt. Im Jahre 1956 erlitt aber die aegyptis'che Armee, als sie ihren Aufmarsch im Sinaigebiet vollzog, wiederum eine vernichtende Niederlage. Nasser konnte nur einen politischen Erfolg daraus machen, weil ihm Russland und Amerika zu Hilfe kamen, denn die beiden Weltmaechte kaempfen im Mittleren Osten um ihren Einfluss, nachdem Grossbritannien sich zurueckziehen musste. Die militaerische Niederlage vom Jahre 1956 hat Nasser in seiner Absicht bestaerkt, Revanche f2u nehmen. Revanche-Politiker sind immer gefaehrlich. Man denke an die Beispiele Hitler und Mussolini! UM DIE ARABISCHE EINHEIT * Auch diese dient Nasser ausschliesslich seiner Macht vergroesserung Gerade das ist der Grund, weshalb die Einheitsbestrebungen immer wieder auf Schwierigkeiten stossen. Es gibt dafuer aber nodh andere Gruende. Das Zurueckgreifen auf die Zeit, da der Islam im 7. Jahrhundert zu seinem Siegeszuge aufbrach, ist ebenso laecherlich, wie seinerzeit der Versuch Mussolinis, aus den heutigen Italienern wieder antike und kriegerische Roemer zu machen. Das heutige Arabertum ist so differenziert, und hat zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg eine so starke eigenstaatliche Entwicklung durchgemacht, dass es sich kaum der Herrschaft des aegyptischen Diktators unterwerfen wird. Das zeigen schon die Bewegungen in Syrien und im Irak, das zeigten aber auch die Verhandlungen mit Algerien, die nicht ueber das Stadium allgemeiner Phraseologie hinaus kamen. Fuer die Entwicklung der arabischen Staaten wird eine wirtschaftliche und politische Foederation mit der Zeit moeglich (Fortsetzung Seite 58) MONATSSPIEGEL Die “Saenger - Knaben” vnn Kairo In Ergaenzung der auf dieser Seite veroeffentlichten, aus neutraler Quelle stammenden Betrachtung, geben wir im Folgenden einige Tatsachen und Namen zum deutschen Beitrag fuer Nassers Kriegsvorbereitungen. AUS DEM WAFFENARSENAL DER VAR MESSERSCHMITT. DUESENFLUGZEUG TYP HA 200 MESSERSCHMITT- DUESENFLUGZEUG TYP HA 300 RAKETE “EL-KAHIR” (DER EROBERER) RAKETE “EL SAFIR” (DER SIEGER) Mehr als 30 Maschinen aus in Spanien gefertigten Einzelteilen zusammengesetzt. Ueberschallflugzeug (2 Mach), in Projekt. Reichweite 560 km. (bis Beirut), zweistufig Reichweite 280 km. (bis Tel Aviv), einstufig. DIE WAFFENSCHMIEDE FERDINAND BRANDNER EUGEN NEHER, KARL BAUER, WOLFGANG PILZ, 59 Jahre, ehern. SS-Oberst, Konstrukteur bei Junkers: Chef der aegyptischen Flugzeugproduktion. Ehern. Ingenieur bei Mercedes-Benz: Leiter der Entwicklungsabteilung im Flugzeugwerk Heluan. 48 Jahre, ehern. Geraete- Spezialist bei Telefunken: Chef der Pruefungs- Abteilung. Ehern. Professor am Stuttgarter Forschungsinstitut (Saenger-Institut) fuer Physik: Chef des aegyptischen Raketen — Projekts (Miiitaerfabrik 333). 49 Jahre, ehern. Geschaeftsfuehrer des Stuttgarter Instituts, Direktor der United Arab Airlines, Chef der Einkaufs-Abteilung. 56 Jahre, Elektronik- Spezialist aus Peenemuende, Thema im Prozess von Basel (Heidi Goercke) Entwicklung der Raketen-Steuerung. HANS KLEINWAECHTER, 48 Jahre. Elektronik- Spezialist: Auf dem gleichen Gebiet taetig. 43 Jahre, Techniker aus Peenemuende : Mitarbeiter der Pilz und Goercke. 53 Jahre, Techniker aus Peenemuende: Mitarbeiter der Pilz und Goercke. HEINZ KRUG, PAUL GOERCKE, HEINZ SCHEIDT, WALTER SCHURAN, NACHWUCHSKRAEFTE PETER SCHUETZ, MANFRED HEIDELE, ALFRED WEISS, JOACHIM VON RHODEN. RUDOLF STEINBRUNNER DECKNAMEN MOHAMMED HASSEIN Juergen Knetsch, SS- Mann. Mitglied der Waffen-SS (Division “Das Reich”), Nazi-Agent in Montevideo. BEN OUTZIEN , Adolf Pustbeck, SS- Fuehrer, fanatischer! Antisemit, Koenigsberg. j | EL HUSSEIN _ _ Karl Ostmar, ehern. SA- 1 Sturmfuehrer. Kattowitz. EL SAID Achim Dieter Peschnick, SS-Scharfuehrer, Posen. BEN ALI Gerd von Nimzeck, NS- Mitglied seit 1926, Gestapomann. Beuthen ALI BEN AMER Arthur Soljenetzky, NS- Schulungsleiter, PG seit 1930, Werbeleiter des “Stuermer” in Posen. (Quellen: “Der Spiegel”, “Aufbau”)