Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXV (1963)
- Issue
- 3 (Marzo, 1963)
- Date
- 1963-03-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Marzo 1963 BOLETIN INFORMATIVO 15 O . efe / y W.I.Z.O. Die Ferienzeit ist vorueber. Unsere Arbeit besinnt von neuem. Ehe wir uns aber den zukuenftigen Plaenen zuwenden, wollen wir einmal einen kurzen Ueberblick tun auf den Abschluss unseres vergangenen Arbeitsjahres, der, wie alljaehrlich, in jeder Gruppe mit einem festlichen Programm durchgefuehrt wurde: Die Gruppe Emunab beschloss ihr Arbeitsjahr mit einem sehr interessanten Vortrag von Herrn Franz Mendel ueber Semantik, zu welchem Zweck Frau Trude Stein ihr gastfreundliches Haus zur Verfuegung stellte. Die Abendgruppe fand sich im Hause von Frau Elena Gassmann zu einem gemuetlichen Tee zusammen,, bei welcher Gelegenheit in liebevoller Weise von ihrer langjaehrigen Chaverah, Frau Margot Lande, Abschied genommen wurde, die Anfangs Februar ihre Alijah durchfuehrte. Die Gruppe Vera Weizmann verabschiedete im Hause von Frau Kaete Bukofzer ebenfalls eine langjaehrige Wizoschwester, Frau Ursula Schwarcz, welche gleichfalls Chile verliess, um in Israel mit ihrer Familie ein neues Heim zu gruenden. Die Gruppe Hannah Meisel veranstaltete einen gemuetlichen Tee im Garten von Frau Maria Loeb der, wie jede Veranstaltung dieser grossen Gruppe, reiche und anregende Beteiligung fand. Die Gruppe Ahawah lud auf die Gartenterrasse im Hause von Frau Ilse Bab nicht nur ihre Gruppenschwestern, sondern auch eine Anzahl von Gaesten zu einem “Werbetee”, der mit einem grossen Programm die zahlreich erschienenen, Damen in jeder Hinsicht erfrischte und anregte. Zu diesem Zweck war eigens aus Valparaiso Herr Rabbiner Friedlaender erschienen, ider mit seinen geistvollen und originell gewaehlten Vortrag alle Anwesenden fesselte. Wir sind sicher dass dieser “Werbetee” vollen Erfolg zeitigen wird. Die Gruppe Henriette Szold versammelte sich im Hause von Frau Rosi Rubens, wo bei aufmerksamer Bewirtung und reichem Programm gleichfalls der Gruppenarbeit des vergangenen (Jahres ein Schlusspunkt gesetzt wurde. ALIJAH Wir moechten von dieser Stelle aus nochmals unseren beiden Chaveroth, Margot Lande und Ursula Schwarcz, die ihre Alijah angetreten haben, von ganzem Herzen Glueck und Erfolg in ihrer neuen Heimat wuenschen. 1963 Wir hoffen, dass Sie alle, liebe Wizoschwestern, mit frischem Mut und neuer Kraft fuer die Aufgaben des neuen Arbeitsjahres geruestet sind und bitten Sie, mit uns unermuedlich an dem grossen Werk weiterzubauen, das Ziel und Zweck unserer Wizo ist: Die Fuersorge um Frau und Kind in unserem Lande. PROGRAMM Gruppe Henrietta Szold Donnerstag 21. Maerz 1963 5 Uhr Nachm. Donnerstag 4. April 1963 5 Uhr Nachm. Gruppe Golda Mcir Montag 29. Maerz 1963 9 Uhr Abends Gruppe Chana Maisei Dienstag 19. Maerz 1963 5 Uhr Nachm. Dienstag 2. April 1963 5 Uhr Nachm. Grupp» Vera Weizmann Dienstag 26. Maerz 1963 5 Uhr Nachm. Gruppe Ahawah Mittwoch 3. April 1963 5 Uhr Nachm. Gruppe Emunah Montag 18. Maerz 1963 1/2 5 Uhr Nachm. Willkommen nach den Ferien “Mittel amerika, Gestern, Heute, Morgen” Herr Hans Engel. “Etwas über jüdische rituelle Kunst” Frau Rosie Rubens “Heiteres aus Israel” “Gedanken zu den Feiertagen” Frau Lotte de Yong “Eröffnungsnachmittag” Gedanken über das Buch “Der Weg zur eigenen Persönlichkeit” von Harry Emerson-Fosdick Frau Hilde Heymann “Zwei Tagebuchblaetter” Frau Lene Back. 5. SEMINAR I DER JAZIT Waehrend diese Zeilen in Druck gehen, ist das 5. Seminar fuer Madrichim (Jugendfuehrer), der in der Jazit Noar Drom Ami ricait (Frente Juvenil Latinoamericano) zusammengeschlossenen Jugendorganisationen, das von der Centra und der S. C. I. “B’ne Jisroel” vorbereitet wurde, durchgefuehrt worden. Wir b e r e i ten fuer die naechste Ausgabe des “Boletín Informativo” einen ausführlichen Bericht vor. Das Seminar fand in Melocotón vom 10. bis 26. Februar 1963 statt. 30 Jugendliche aus Brasilien, Paraguay, Perú, Uruguay und Chile nahmen daran teil. Das Treffen wurde von den Herren Mosche Amiram (Schaliach der Centra), David Sztulman (Leiter der Jugendgruppe der Congregación Israelita Paulista in Sao Paulo) und unserem (Rabbiner Egon Loewenstein geleitet. Fuer mehrere Tage nahmen auch die Herren Oberrabbiner Professor Dr. F, Pincus (Sao Paulo) und Salomón Maguenzo teil. Die Herren A. Melitz, Schaliach des K. K. L. und Gerd Leisersohn, trugen durch jnt e r e ssante Vortraege zur Ausgestaltung des Lagers bei. Ebenfalls muss in diesem Zusammenhang ein ausserordentlich interessanter Vor. trag erwaehnt werden, der von Herrn Dr. Eliezer Dorón, Botschafter Israels in Chile, gehalten wurde. Die Zentrale des Jazit in Montevideo entsandte Herrn Mariano Pick als ihren Vertreter. Schon jetzt kann gesagt werden, dass dieses Seminar seinen Zweck vollauf erfueilt i hat und in jeder Beziehung I ein voller Erfolg war. Leider konnte Herr Rabbiner Manfred Lubliner, infolge eines j Trauerfalles in seiner Familie, nicht —wie vorgesehen— teilnehmen. , E. L. w.i.z.o. JOM HMZMAÜTH Und nun beginnt die neue Arbeit. Unsere erste grosse Leistung wird das Jom Haazmaut-Fest sein. Die Einladung an Sie alle ist bereits in unserem Boletín des vorigen Monats erschienen und wir (erwarten nun, dass Sie alle, liebe Wizofreunde, sie auch angenommen * haben. Wizo trachtet immer danach, neue Ideen zu realisieren und diesmal wird es etwas ganz Besonderes sein. Bei gutem Essen an schoen gedeckten Tischen, zu maessigen Preisen, mit unterhaltendem und originellem Programm, bei guter Musik — wer wird da widerstehen koennen? Zum Programm nur soviel: Der bekannte und beliebte Kuenstler Pablo Krön, ebenso wie unsere vielbewaehrfcen Helfer, die Familie Schwarz, wird den groessten Teil des Abends bestreiten. Drum merken Sie alle sich vor: Sonnabend', den 4. Mai 1963, 9 Uhr abends, im Saal der Gemeinde, Avda. Portugal 810 - Gemeinsames Abendessen mit grossem Unterhaltungsprogramm zu Ehren des 15. Jom Haazmauth. DER NAECHSTE SCHRITT AUF DEM WEG UNSERES AUFBAUWERKES: Verlegung unserer Synagoge i nach Viña del Mar | I Die vergangenen , Wochen standen in Vina del Mar im Zeichen eines sehr bedeui tungsvollen Ereignisses: Das j Gebaeude, das unsere Gemeinde in Valparaiso in ,der calle Victoria hatte, wurde. verkauft und den Kaeufern uebergeben. In diesem Haus! war auch unsere Synagoge j untergebracht, die mit der 1 Uebergabe des Hauses nach j Vina del Mar verlegt wurde.! Aus diesem Grunde fand eine Reihe weihevoller, inh a 11 s r eicher Zeremonien statt. Der letzte Gottesdienst in der Victoria Am 8. Februar fand der l letzte Gottesdienst in der vollen alten Synagoge statt. | Der Kultus-Dezernent der j Gemeinde, Herr I. Smirnoff, sprach in kurzen Worten ue- I ber die Geschichte dieser Sy-! nagoge, die vor 15 Jahren eingeweiht worden war und gab einen Ueberblick ueber die Ereignisse, die in ihr stattgefunden hatten. Herr Rabbiner Friedlaender schilderte im Rahmen seiner Predigt die Relativitaet des Zeitablaufes: Vor gerade 30 Jahren hatten die Nationalsozialisten; in Deutschland ihr grauenhaftes Werk mit der “Machtuebernahme” begonnen, 15 Jahre spaeter traten sie vom Schauplatz der Geschichte ab, nachdem sie die Erde in ein Ruinenj feld verwandelt h a 11 e n. j Abermals 15 Jahre spaeter sehen wir das juedische Volk, das vor 15 Jahren in den Abgrund der Erniedrigung geschleudert schien, mit nie geahnten Leistungen vor der Menschheit. Diesem allgemeinen Aufstreben ist auch unsere Gemeinde nicht fern, die in 15 Jahren sich so entwickelt hat, dass ein Werk, damals fuer lange Zeit errichtet, heute schon zu klein geworden ist. Er zeigte am Leben d'es gerade verstorbenen Viscount Samuel, das fast ein Jahrhundert gewaehrt hat, was ein Mensch in seinem Leben erblicken kann. Diese Betrachtungen, in den Rahmen des Wochenabschnittes gestellt, hinterliessen tiefen Eindruck bei den zahlreichen Zuhoerern. Ueberfuehrung 4er Thora-Rollen Am 10. Februar fanden sich die Teilnehmen des staendigen Minjan in der Synagoge ein, um an der ehrenvollen Aufgabe teilzunehmen, die Seforim nach Vina del Mar zu bringen. Herr Rabbiner Friedlaender leitete diesen Akt mit einer kurzen Ansprache und einem Gebet ein, die der Bedeutung der Thora im Leben des juedischen Volkes gewidmet waren. Der erste Gottesdienst Am Freitag, den 15. Februar, fand der erste Gottesdienst in der Synagoge statt, die unter der verdienstvollen Leitung des Ehrenmitgliedes, Herrn Leo Weglein, und des Gabai der Synagoge Herrn A. Spiegel, in wuerdiger und geschmackvoller , Weise im grossen Siaal unseres Gemeindehauses untergebracht wurde, bis der Neubau d'er Synagoge beendet sein wird. Zunaechst wurden die Thora-Rollen in den Aron-Hakodesch gefuehrt. An dieser ehrenvollen Zeremonie nahm auch der Praesident der Gemeinde B’ne Jisroel, Santiago, Herr Dr. Hans Reich, teil. Die Festpredigt ueber den Wochenabschnitt Jitro stellte die juedische Auffassung ueber die Verbesserung der Welt, in der wir leben, in den Mittelpunkt der Betrachtungen. Es genuegt nicht nur, die Boesen bessern zu wollen; es geht in erster Linie dem Judentum darum, das Boese aus der Welt zu schaffen. Herr Rabbiner Friedlaender verglich diese talmudische Auiiassung mit den Bestrebungen unserer Zeit nach einer groesseren sozialen Gerechtigkeit als Voraussetzung fuer die Veraenderung der Welt und sprach davon, dass wir auch heute nicht unseren Gedanken aufgegeben haben, in diesem Sinne ein Missionsvolk zu sein, dass das Boese aus der Welt zu schaffen sucht. Besonders erfreulich fuer unsere Gemeinde war, dass zum ersten Mal die aus Santiago in Vina del Mar weilenden Kurgaeste in grosser Zahl unsere Gottesdienste besuchten. Die erste Hochzeit Die erste Hochzeit in Vina del Mar fand am Sonnabend abend, den 2. Maerz statt, als nach Ausgang des Schabbat die Enkeltochter unseres Mitgliedes, Herrn H. Weinroth, die Tochter des Ehepaares Werner Osehinsky aus Cochabamba (Bolivien) mit Herrn Sergio Jaimovieh Lerner (Santiago) unter di“ Chupah trat. Schluss der Ferien Mit dem Schluss der Ferien macht sich eine starke Aktivitaet in der Gemeinde bemerkbar. Die Kulturkommission hat ein umfangreiches Programm fuer das ganz e Jahr vorbereitet, die Kommission fuer Wohlfahrt einen Arbeitsplan aufgestellt, der auch die Schaffung eines Goden-Agi^Club vorsieht, die Schule hat ihr erstes Jahr fuer Humanidades eroeftoet, die J ugendkommission ein Handbuch fuer Jugendfuehrer herausgegeben und neben dem allen geht d*e Arbeit am Bau des neuen Gebaeudes vorwaerts. Unsere Gemeinde arbeitet mit Energie und Umsicht.