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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1963-02-01 · 2 (Febrero, 1963) · p. Seite 21

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXV (1963)
Issue
2 (Febrero, 1963)
Date
1963-02-01
Page
Seite 21 (sequence 21)
Language
German
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FEBRERO 1963 BOLETIN INFORMATIVO 21 O W.I.Z.O. r GEDANKEN ZWISCHEN 2 UND 3 Liebe hilfsbereite Freunde; Mit einer, durch die intensive Hitze langsam spuelwasserlau werdenden Limon-Soda in der Hand sitzen wir vier Damen in schweren Geburtswehen uns gegenueber. Zu 1 Unrecht traegt die sorgenvolle Stunde den Namen “VergnuegungslAusschuss-Sitzung’”. 'Nein, das ist wirklich kein Vergnuegen, wenn man ein Vergnuegen fuer andere, in diesem Fall fuer Sie, vorbereiten soll! Dass dabei jeder seine sehr persoenliche Meinung hat und mehr oder weniger heftig Vertritt, ist noch das amuesanteste daran. Das grosse Gespenst ist und bleibt die gefuerchtete Kritik, die Ablehnung von aussen, die wohlmeinende Arbeit und besten Willen so leicht und schnell zum Fiasko verdammen koennen. Schoen, wir haben uns geeinigt und wollen dieses Jahr zum freudigen Begehen des Jom Hatzmauth ein Festessen steigen lassen und haben gleichzeitig beschlossen, Sie ein wenig hinter die Kulissen schauen zu lassen. Die Hauptfrage ist natürlich der Preis, den man nehmen kann, nein, nehmen MUSS, damit sich diese Vera n s t a ltung einigermassen rentiert. Was ein Essen heute kostet, wissen Sie alle, besonders, wenn es gut sein soll, worauf Sie und wir natuerlich Wert legen. Ein ,wenig muessen wir im Namen des Hilfswerkes ja auch daran verdienen! ¡Nun, das pieht ja wohl Jeder ein. Aber, waehrend Sie das Mahl gemessen, fressen uns die Spesen auf, —eine ungerechte Verteilung, nicht wahr? da sind erst mal die nicht geringen Unkosten, die einen erheblichen Teil des Grundpreises verschlingen. Dass wir Ihnen ein wenig Tafelmusik bieten wollen, um die Stimmung zu schaffen, die wir fuer Sie erstreben, ist fuer Sie ganz selbstverstaendlich-, fuer uns bedeutet das eine hohe dreistellige Escudo-Ziffer. Nun kommt die Umrechnung. Wieviel, oder besser gesagt, wie WENIG da herauskommt, ist eine allgemein-bekannte, traurige Tatsache. Sagen Sie nun selbst, SOLLEN WIR UNS BLA¬ MIEREN? Doch wozu sich dermassen in Pessimismus verlieren, das ist garnicht noetig, da Sie alle uns natuerlich gerne helfen, und voll und ganz einsehen, dass man eine solche Sache mit dem besten Willen nicht als Mezie aufziehen kann. Abgesehen vom guten Essen, bieten wir Ihnen auch noch ein ausgewaehlt huebsches Programm, eine aussergewoehnlich gutsortierte Tombola und die grosse Freude und Genugtuung, da mitgeholfen und beigetragen zu haben, wofuer jedes gute juedische Herz sich gerne und selbstverstaendlich einsetzt, fuer IS¬ RAEL, UNSER ISRAEL. Schalom, liebe Freunde und auf Wiedersehen beim gemeinsamen Abendessen. Ihre i W I Z O. PROGRAMM Gruppe Henrietta Szold Mittwoch, 13. Maerz 1963. anlaesslich Purim, gemeinsam 5 Uhr nachm. mit Gruppe Ahawah Gruppe Golda Meir Montag, 11. Maerz 1963 Eroeffnungsabend Mittwoch, 13. Maerz 1963. anlaesslich Purim, gemeinsam 5 Uhr nachm. mit Gruppe Ahawah Gruppe Hannoh Maisei Mittwoch, 13. Maerz 1963. anlaesslich Purim, gemeinsam 5 Uhr nachm. mit Gruppe Ahawah Gruppe Vera Weizmann Mittwoch, 13. Maerz 1963. anlaesslich Purim, gemeinsam 5 Uhr nachm. mit Gruppe Ahawah Gruppe Ahawah Mittwoch, 13. Maerz 1963. gemeinsam fuer alle Gruppen: 5 Uhr nachm. Kumsitz mit Frau Jehudith Doron im Garten von Frau Ilse Bab. Gruppe Emunah Mittwoch, 13. Maerz 1963. anlaesslich Purim, gemeinsam 5 Uhr nachm. mit Gruppe Ahawah “Natuerlich”, sagt man in einem Restaurant, wenn man beobachtet, dass ein Gast I das Messer nach jedem Vorschneiden zur Seite legt -und nur mit der Gabel isst, “natuerlich ein Amerikaner”. Das ist eine einfache und offensichtliche Feststellung eine typische Gewohnheit, die einen Unterschied in Etikette zu anderen Laendern in Ess-Sitten kennzeichnet. Eine Kleinigkeit, ohne grosse Bedeutung, die bei Nichteinhaltung in den Vereinigten Staaten kein grober Schnitzer ist, einen Besucher dort jedoch sofort zum Auslaender stempelt. Etikette, ein fast antiquarischer, auf jeden Fall altmodisch wirkender Ausdruck fuer Lebensform und Norm, fuer gutes und richtiges Benehmen, fuer Sicherheit im Auftreten in jeder Lebenslage unnoetiger Ballast in vieler Augen, wichtig fuer Menischeij, die Wert auf eigenen guten Standard legen und von sich und ihrer Umgebung mehr verlangen, als primitivste Lebensaeusserung. Der in bescheidenen Verhältnissen lebende, der sogenannte “kleine Mann”, der hofft, in eine etwas bessere Lage aufzuruecken, der seinen Horizont zu erweitern | wuenscht, muss davon zu- > mindest die elementarsten Regeln kennen. Das bedeutet nicht, Sklave vorgeschriebener, eiserner Form-Gesetze zu werden, soll auf keinen Fall einen selbstverstaendlichen und gesunden Indivi- I dualismus unterbinden?- In welcher Gesellschaft man! sich auch bewegt, simpel oder raffiniert, man muss - sich taktvoll einfuegen koen- - nen; man soll eben Bescheid I wissen, “wie man sich zu benehmen hat”. Nur ein ganz grosser Dummkopf oder ein ganz grosses Genie (der eine aus arrogantem Duenkel, der; andere meist aus Vergesslichkeit) stoesst mit abwegigen ¡Sitten anderen vor den Kopf. Beide Typen zaehlen; nicht zu den gesellschaftlich I Beliebtesten. “Gutes Benehi men” muss nicht glaesem steif, kalt und unoersoenlieh sein, im Gegenteil, es sollte s o selbstverstaendlich i m Menschen ruhen, dass es garnicht als “Exerzitium” empfunden wird, sondern spontan und richtig geschieht. Tec-hnisch ueberkorrekte Menschen koennen abstossend wirken, da ihnen meistens die warmherzige Liebenswuerdigkeit des Anpassens, Takt und Einfuehlungsvermoegen fehlt. Veraenderungen in Etikette gehen langsam, aber ununterbrochen vor sich. Erfindungen, politische Verschiebungen, geographische Bedingungen, Religion beeinflussen sie in starkem Masse. Voelkermischungen, wie sie z.B. in den Vereinigten Staaten seit Jahrhunderten stattfinden, muessen manche Sitten und Gebraeuche aus Stammlaendern eliminieren, bevor sich eigene Form-Gesetze herauskristallisieren, ein Vorgang, der immer weiter im Gaenprozess bleibt und nie abgeschlossen wird. Fruehere Etikette-Normen j kommen uns heute ulkig und j abgestanden vor, uebernomi mene Begriffe von traditionell gutem Benehmen werden zum Teil von der Jugend verlacht. Das ist ganz natuerlich und auch soweit verstaendlich, als die Ablehnung nicht Formlosigkeit bedeutet. Gute Tischmanieren z.B. werden immer wichtig bleiben, werden auch stets einem Menschen einen Stempel fuer gute Erziehung (urspruengliche oder eigene) und Kinderstube aufdruecken und ihm in vielen Lebenslagen und Situationen einen Freipass sichern. Alte “Etikette-Fuehrer” lesen sich wie Witzsammlungen, aus einem reizenden Buechlein von H. M. Junger aus dem Jahre 1887 seien hier einige Blueten woertlich zitiert: “Mit ruhiger Grazie fuehre das weibliche Wesen das nur zu % gefuellte Mokkataesschen leicht an den Rand des Mundes. Mehr als nur einen Schluck -in geziemendem Zeitabstand— zu nehmen, ist als unfeminin, ja vulgaer zu betrachten. Die Tasse schwebe mehr, als sie gefuehrt werde, zum niemals gespitzt vorgewoelbten Munde”. Eine Dame , ohne Handschuhe ist keine Dame”. “Die Badebekleidung des holden Geschlechtes darf nur den darunter befindlichen Koerper ahnen lassen; sie soll ihn tunlichst verbergen. Es sei dem maennlichen Badegast ein Geschenk, das sonst zuechtig verhuellte Unterbein kurz sehen zu duerfen. Nur die verheiratete Frau kann hm Badekostuem ein leichtes Décolleté wagen”. “Bei einem offiziellen Besuch achte der Herr peinlichst darauf, beim Sitzen den rechten Fuss im richtigen Winkel zum ¡linken zu halten, wobei die Ferse des ersteren den Mittelfuss des letzteren leicht beruehrt. Haeufiges Wechseln dieser Stellung ist wegen Unbenehmens nicht tolerabel”. “Ein Bissen von korrekter Groesse verweile nicht laenger und nicht weniger als 7 bis 18 Sekunden im Munde des Essenden. Schnelleres, ebenso wie auch langsameres Kauen kann als Zeichen des Nichtgustierens einer Speise angenommen werden und ist daher als impertinent ¡zu verwerfen”. “Wenn eine Dame ihre Fingerspitzen leicht auf den respektvoll abgewinkelten Arm , ihres Begleiters legt, darf sie tunlichst niemals dessen Koerper beruehren. Der Herr passe seine Schritte diskret dem zurueckhaltenden Gang der Dame an und obliglere sie nicht, durch zu schnelles Gehen ausser Atem zu kommen”. ‘'Die adaequate Verteilung des Riechwassers (Parfüm), das eine wohlerzogene junge Dame von ihrem 20. Lebensjahr an benutzen kann, ist die folgende: 1 Tropfen auf Iden Buestenansatz, 1 Tropfen hinter jedes Ohr und 1 Tropfen in jeden Handschuh Es ist von schlechtem Geschmack, einen Wohlduft deutlich zu bemerken; er sollte nur als leichter Hauch zu ahnen sein. Zartem Blumenwohlgeruch ist der Vorzug zu geben”. “Messer und Gabel grazioes zu handhaben, ist ein Zeichen guter Erziehung. Dabei halte man die Ellenbogen an den Koerper gedrueckt. Tochter oder Sohn nehmen erst dann das Essbesteck auf, wenn der Vater das Zeichen dazu gegeben hat. Es ist unstatthaft, waehrend des Essens zu trinken, sofern man nicht praezis dazu aufgefordert wird”. Ueberholt, veraltet, 1 a e - eher lieh, einer Zeitepoche angehoerend, die, in unseren Augen, ausser solchen Sorgen nicht viele andere hatte, so muten uns diese Form-Gebote heute an. Und sie waren hoechstwahrscheinlich g ewagt und fortschrittlich gegen andere, hundert Jahre vorher diktierte, die wieder auf die 1887-Lesenden recht erheiternd wirkten. Alle zusammen, weit zurueckgehend, lassen — nachdem Zeitgebundenes .und Unwichtiges eliminiert ist einen guten Bodensatz bestehen und geben die solide Basis fuer unuebersteigerte, gute Erziehung, fuer Tradition. Mag die Gegenwart mit ihren sehr akuten Sorgen, ihrem heftigen Tempo, ihren vielfaeltigen, revolutionaer anmutenden Umstellungsnotwendigkeiten viele Gebiete fuer —ohne Zweifel— wichtiger erachten, als ausgerechnet Form und Etikette, —man soll sie trotzdem pflegen, wahren, weitergeben, als etwas sehr eigenes, sehr persoenliches, als Etwas von Wert, das Halt gibt, wenn man ihn braucht, Sicherheit wenn ein Rahmen zerfaellt und tiefe Dankbarkeit in Erinnerung an das vorgelebte Beispiel. K...g. Wieder ■ und Schsdenersatzanspruecbe uebernimmt zur rechtsanwaltlichen Vertretung Dr. Rudolf Lukan Santiago, Bellavista 0641 — Fono: 391S95 Gesellschafter der jiddisch oder deutsch beherrscht, moeglichst mit juedischen Kenntnissen und Interessen fuer aelteren Herrn gesucht Angebote an: Augusto Villanueva 61 Tel. 496838 nach dem 24. Februar. Orlhopaedische Schuhe für jeden leidenden Fuss werden schnellstens und preiswert angefertigt Merced 753 — Lokal 11 Galerla Andes

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