Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIV (1962)
- Issue
- 6 (Junio, 1962)
- Date
- 1962-06-01
- Page
- Seite 23 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Junio 1962 BOLETIN INFORMATIVO 23 DER BUNDESSCHLUSS VOM SINAI (Eine Schawuot-Betrachtung) 'OBERSTE VERPFLICHTUNG" DIE DEUTSCHE JUSTIZ UND DIE AHNDUNG VON NS-VERBRECHEN “Gerichte und Staatsanwaltschaften im Lande Baden-Würtemberg sind ihrer Verpflichtung zur Ahndung der Verbrechen der nationalsozialistischen Zeit nachgekommen”, erklaerte Justizminister Dr. Wolfgang Haussmann. “Die amtlich mit der Verfolgung von NS- Gewaltverbrechen befassten Staatsanwaelte und Polizeibeamten haben sich bisher streng an die Richtlinien der Justizminister gehalten und es als oberste Verpflichtung angesehen, ihrer Aufklaerungsarbeit hachz u g ehen.” Haussmann widerspr ach der Auffassung, nationalsozialistische Gewaltverbrechen haetten bisher nur zu einem kleinen Bruchteil aufgeklaert werden können. Die Zahl der “Spezialisten des NS-Vernichtungsapparates” werde in der Oeffentlichkeit oft weit überschaetzt. Die Zahl der heute noch verfolgbaren Verantwortlichen dürfte tausend Personen nur wenig überschreiten. Von ihnenseien heute über 80 Prozent, nicht zuletzt Dank der Taetigkeit der Zentralen Stelle zur Aufklaerung nationalsozialistischer Gewaltve r b r echen in Ludwigsburg, namentlich bekannt und würden in laufenden Verfahren verfolgt. Von den restlichen 20 Prozent sei es einem grossen Teil gelungen, unter falschem Namen unterzutauchen oder rechtzeitig ins Ausland zu entkommen. Haussmann wies mit Nachdruck darauf hin, dass im Eichmann-Prozess keine Verbrechen bekannt geworden seien, die von der Zentralen Stelle oder den deutschen Strafverfolgungsbe hiörden nicht bereits vorher erfasst und ermittelt worden waeren. Insgesamt sind nach Angaben des Ministers bisher rund 10.000 Personen wegen politischer Gewaltverbrechen abgeurteilt worden, davon etwa die Haelfte von deutschen Gerichten. Die Staatsanwaelte der Zentralen Stelle und die Justizminister der Laender haetten eine öffentliche Verfolgung von NS-Verbrechen nicht zu scheuen, “wenn einmal der Zeitpunkt hierfür gekommen ist”. Für ihre stille, aber erfolgreiche Arbeit sprach Haussmann allen mit der Verfolgung dieser Verbrechen beauftragten Staatsanwaelten und Polizeibeamten seinen Dank aus. Dr. Haussmann machte seine Aeusserungen in einer abschliessenden Erklaerung zu dem “Fall Just-Dahlmann”. Die Mannheimer Staatsanwaeltin Dr. Just- Dahlmann hatte in einem Vortrag im November des vergangenen Jahres in Loccum erklaert, die Polizei sei, besonders in den gehobenen Positionen, mit “Mördern und Totschlaegern’’ durcnsetzt. Haussmann sagte, der Wortlaut dieses Vortrages habe sich nicht mehr feststellen lassen. Durch ein Schreiben des Generahekretaers der Evangelischen Akademikerschaft Deutschlands an das Justizministerium sei aber nunmehr klar geworden, dass Dr. Just-Dahlmann in Loccum keine dienstlich zu beanstandenden Erklaerungen abgegeben habe. Auch die Vorwürfe gegen die Staatsanwaeltin wegen vorzeitiger und unzulaessiger Bekanntgabe amtlicher Dokumente faenden keine Stütze. “Allgemeine”), Von der grossen Bedeutung des Schawuotfestes als dem Fest der Erstlinge der Weizenernte” in biblisch-talmu- discher Zeit ist besonders in den letzten Jahren, seit der Wiedererrichtung eines jue. dischen Staates, viel gesprochen worden. Richtig wurde gesagt, dass der Charakter von Schawuot als der eines Erntefestes in der Golah verloren gegangen waere. Lediglich die Ausschmuekkung. der Synagogen und Haueser mit gruenen Zweigen und Blumen bildete eine Erinnerung daran, wie das Fest in Erez Israel einst begangen worden war. Fuer die Juden der Diaspora trat an diesem Tage der Charakter des Festes als “Zeit, da uns die Lehre erteilt wurde” in den Vordergrund; doch, wenn in den letzten Jahrzehnten Schawuot im Lande der Vaeter mit neuem Enthusiasmus, in grosser Freude, wiederum als Erntefest in Verbindung mit der im Fruehsommerkleide prangenden Natur begangen worden ist, wenn heute die israelische. Jugend in Stadt und Land in einer zeitge. maessen Weise die Erstlinge des Bodens mit Stolz dem gesamten Jischuw darbietet, so wird es sicherlich nirgends in der Welt einen religioesen Juden geben, der nicht tief beeindruckt waere von dies e r Wiedergeburt uralter Volks-und Landestraditionen. Dass hierueber nicht der andere Teil des Festescharakters, die Erinnerung an die Offenbarung des “Zehnwortes” vom Sinai, der Geburtstag der juedischen Lehre, ins Hintertreffen gerate, ist eine verstaendliche Besorgnis aller Traditionell- Gesinnten. Dies sollte mit Deutlichkeit in der Diaspora vor allem gesagt werden, wo man vom Tage der Sinaioffenbarung wenig Notiz nimmt, ohne in der gluecklichen Lage der Israelis zu sein, Schawuot in jener lieblichen Atmosphaere feiern zu koennen, in Naturverbundenheit, der wir im Buche “R u t” begegnen, unserer haeuslichen Lektuere an diesem Feste. Deshalb muss die Wichtigkeit des Gedankens vom Sinaibunde, als der Grundlage des juedisch-religioesen Lebens, immer wieder hervorgehoben werden. Mit diesem Begriffe des “Bundes”, den der Ewige am Sinai mit Seinem Volke schloss, verbindet sich der Gedanke an etwas Verpflichtendes, an Bedingungen, welche die Voraussetzung fuer die Realitaet des Lebens bilden sollen. Aus dem “Vertrage” ist das “Gesetz” geworden, das so oft kritisiert, missverstanden, foekaempft worden war und wird. Das Christentum, in seinen heiligen Schriften, verurteilt das Gesetz; dort heisst es: “Durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Suende; es richtet nur Zorn an. Wo das Gesetz nicht ist, dort gibt es auch keine Uebertretung”. Im “Neuen Testament” kommt zum Ausdruck, dass der Mensch gerecht werden koenne, ohne das Gesetz zu erfuellen; er beduerfe nur der Gnade und der Erloesung. Hierzu befindet sich das Judentum im entschiedenen Gegensätze: Fuer uns Juden ist die Thora weit mehr als Gesetz; sie ist Lehre des Lebens und dient der Erwekkung edler, menschlicher, Gesinnung. Ein Gesetz, so meinen wir, gibt man demjenigen, bei dem man Kraft und Willen zur Erfuellung voraussetzt. Der Mensch, mit der Faehigkeit zum sittlichen Tun ausgestattet, soll sich diese seine Begabung immer wieder ins Gedaechtnis rufen. Gottes Wille fordert ihn hierzu in der Form des Gesetzes auf. Und deshalb ist dem juedischen Menschen das Gesetz niemals Last und Fluch, sondern Helfer und Foerderer der eigenen sittlichen Kraft gewesen. Alle juedischen Generationen bekannten sich daher zu dem Satze der Thora: “Beobachtet Meine Gesetze und Meine Lehren, die der Mensch ausuebe, damit er durch sie das Leben gewinne”. Von hier nimmt alles juedische Denken seinen Ausgang: Gott hat das Gesetz aufgerichtet in der Welt und fuer die Menschheit; der Bund des Ewigen ist mit dem Weltall und allen Geschlechtern fuer immer geschlossen worden. Und inmitten dieses Bundes mit Allen gibt es diesen besonderen Bund mit dem Volke Israel, das dazu berufen wurde, das ihm auferlegte Gesetz oder Gebot zu erfuellen, auf dass es sich seine eigene Zukunft gestalte, innerhalb der Gesamtauf. gaben der Menschheit, innerhalb des Bundes Gottes mit der ganzen Welt. ‘’Als das Volk dieses Bundes wollte dieses Volk leben;, in seinen besten Tagen hat es sich hierfuer entschieden. Es hat Volk eines Auftrages sein wollen, eines Auftrages von dem Einen, der allein solchen Auftrag geben kann”. Mit diesem Satze umschliesst Leo Baeck in seinem Buche. “Dieses Volk— juedische Existenz” jenen Begriff, den der Jude vom Bund mit Gott haben soll. Solange das juedische Volk um seine Besonderheit weiss, um seine Aufgabe innerhalb der Menschheit, solange es sich selbst treu bleibt, wird es sei. nen Platz in der Welt haben, und es wird sich in seinem wiedererstandenen Lande eine Zukunft schaffen, die seiner grossen Vergangenheit wuerdig ist. Es ist der Sinn der Erwaehlung Israels, so sagte einmal einer unserer alten Lehrer, “das Experiment Gottes zu sein”. Die Wahrung des Sinaibundes durch das juedische Volk ist der Beweis dafuer, dass dieses Volk der grossen Treue zu seinem Gotte und seiner Geschichte faehig ist. Am juedischen Volke, so ist gesagt worden, habe die Menschheit Gott erfahren. “Zum Bunde der Voelker” sollte Israel werden, d. h., das ewige Zeugnis fuer den lebendigen Gott. Hierin liegt der letzte und tiefste Sinn seiner Existenz, und dies ist die ewige Botschaft von Schawuot, dem Tage des Bundesschlusses vom Sinai. Curt Wilk VERKAUFE Moebel & Inventar einer gut eingerichteten 2 Zimmer Wohnung, nebst Maedchenz. m. Toilette u. Dusche in zentraler Lage. Aeusserst billige Miete. Tel. 68512 zwischen 9-11 u. 3-5 VENDO mis muebles, menajes, etc. muy barato. Interesados departamento pueden seguir arrendándolo. Arriendo 110 escudos. 4 dormitorios, hall, comedor, etc; con teléfono. Portugal 664 — 3.er piso FLEISCHEREI “Los Conquistadores” Juan Gonzáles (Ex-Angestellter bei Max Ronsheim) bedient Sie im eigenen Unternehmen genau so zuvorkommend. Rindfleisch und weisses Kalbfleisch erstklassiger Qualitaet Auch alle anderen Spezialitaeten zu ausserordentlich guenstigen Preisen Antonio Bellet 17 (Costado Mercado Providencia) Tel 494890 Lieferung frei Haus Die Anforderungen sind ¿ross. Die Verantwortu^ waechst Kein bewusster Jude darf sich ausschliessen. 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