Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIII (1961)
- Issue
- 11 (Noviembre, 1961)
- Date
- 1961-11-01
- Page
- Seite 21 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Noviembre 1$61 BOLETIN INFORMATIVO 21 SCHWIERIGKEITEN DER REGIERUNGSBILDUNG DER WESTEN ZUM ENDE DER VAR Haaretz. Eine der eigenartigsten und bemerkenswertesten Erscheinungen im Zusammenhang mit dem Umsturz in Syrien und der Aufloesung der VAR ist die internationale Reaktion auf dieses Ereignis. Nur zwei Staaten haben deutlich und offen ihre Freude über die Niederlage Nassers zum Ausdruck gebracht, der sich •rühmt, der Führer der ganzen arabischen Welt zu sein: Frankreich und die Türkei. Auf den ersten Blick haette man erwarten koennen dass auch die anderen drei Grossmaechte — England, USA und Russland — Grund gehabt haetten, über diese Einschraenkung der Macht Nassers befriedigt zu sein. Tatsaechlich aber war die Reaktion der Grossmaechte sehr zurückhaltend und noch mehr als das. Besonders charakteristisch war die Reaktion in Whitehall: dort war man nicht zufrieden mit der schnellen Anerkennung, welche Jordanien dem neuen Regime in Syrien gewaehrt hat, da man fürchtet, panarabische Wühler und Hetzer koennten dies ausnutzen, um zu behaupten, die Revolution sei auf Initiative Englands erfolgt”. Die USA beeilten sich den geplanten Besuch von Schiffen der Sechsten Flotte in Beyruth abzusagen,* weil man ebenfalls fürchtete, die USA koennten der Intervention in -die Angelegenheit Syriens beschuldigt werden. Für die Kreise, welche an die Zukunft der arabischen Welt denken, ist die Frage der Londoner “Times” typisch: “Wenn die Kreise der Intellektuellen und der Jugend i n den arabischen Laendern einschliesslich Aegyptens selbst von dem Traum des arabischen Nationalismus und der arabischen Einheit enttaeuscht werden sollten, werden sie sich dann nicht anderen Ideologien zuwenden?”. Jerusalem Post: Es ist wohl nicht übertrieben zu behaupten, dass die Europäer in Angelegenheiten des arabischen Nationalismus extremer waren als die Araber selbst. Das ist nicht so verwunderlich, da schliesslich die Idee des Nationalismus vom Westen herstammt und von den Arabern auch nur von dort ausgeliehen wor den ist. Diese Haltung erklaert Vieles bezüglich der amerikanischen und der britischen Position in dieser Zone der Welt. Seit die syrische Revolte durchgeführt worden ist, beklagt die westliche Welt in weitem Masse den “Verlust an Stabilitaet”, den diese Zone erlitten hat. Natürlich kann niemand vorraussagen bis zu welchem Grade das neue Regime in Damaskus stabil ist. Aber man kann wohl annehmen, dass die Regierung El Kusbaris so stabil sein wird, wie alle syrischen Regierungen in den 16 Jahren, in welchen dieses Land selbstaendig war. Was aber auch immer der wahre Grund für das Zoegern des Westens sein mag, cue neue Regierung in Damaskus anzuerkennen, dieses Zoegern foerdert die Interessen dieses Weltbezirks keineswegs. Selbst wenn die Araber eine Nation sein sollten, und die arabische Einheit nicht aufzuhalten ist, muss man die heutige Wirklichkeit in dieser Zone der Welt anerkennen. Davar: Die Tatsache, dass Kairo den Suezkanal für Schiffe der Türkei und Persien geschlossen hat, dient zum Anlass von Betrachtungen über die falschen Hoffnungen, die der Westen auf das Versprechen Nassers gesetzt hatte, dass der Suezkanal allen Laendern offen bleiben wird, ohne jede Rücksicht auf politische Interessen. Insbesondere Amerika müsste heute sehen, dass Nasser die Sperre des Kanals nicht nur als ein Mittel gegen Israel anwenden will, sondern auch gegen andere Laender, deren Politik der Kairos nicht entspricht. . GESPANNTE LAGE DER ARABISCHEN MINDERHEIT Dawar behandelt die, nach der Meinung des Blattes jetzt zum entscheidenden Wendepunkt gelangten Koalitionsverhandlungen. Die Mapei werde sich dem Versuch, ihr die Mehrheit, in der kommenden Regierung streitig zu machen, nicht fügen. Die Logik wurde dann die Selbstaufloesung des “Klubs der Vier” erheischen; denn die von diesem Viererblock angedrohte Alternative d e r sog. “Nir-Koalition” (ohne und gegen die Mapei) sei absurd. Diese, vier Parteien gingen noch nicht einmal daran, zu untersuchen, wie sich die zwischen ihnen I im einzelnen bestehenden Ge ge ns ae tz e überbrücken 1 lassen; sic beschraenkten sich — nach der Richtlinie, den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen — auf den Versuch, den Majo- : ritaetsansprueh der Mapei zu bekaempfen. Aber die Mapei istals staerkste Partei berechtigt und sogar verpflich- I tet, an diesem Anspruch festzuhalten. Haaretz: Nach den Wahlen waere inzwischen schon eine Regierung der drei Arbe ite rp arte ien entstanden, wenn das Schlagwort der “zionistisch — sozialistischen Bewegung noch ingendwelche praktische Bedeutung hastte. Und wüssten die Liberalen besser was Liberalism u s eigentlich bedeutet, waere es wohl schon zu einer Koalition zwischen ihnen und der Mapei gekommen — sie haette “über eine Mehrheit verfügt, und haetten sich die Religioes-Nationalen ihr anschliessen wollen, wae re das moeglich gewesen, ohne dass es erforderlich geworden waere, dieser religioesen Partei dafür den Preis besonderer Zugestaendnisse zu zahlen. — Leider liegen die Dinge aber nicht so, vor allem, weil sowohl die Liberalen wie die Religioes- Nationalen entschieden dagegen sincl, der Mapei im neuen Kabinett eine Mehrheit an Ministersitzen zuzubilligen. So tritt man in den Verhandlungen jetzt schon so lange auf der Stelle dass dies Dilemma den Glauoen der Oeffentlichkeit an das parlamentarische System zu erschüttern droht, Grosse oder kleine Koalition? In einer grossen Koalition wird die Mapei ihren Maj oritetsanspruch gewiss fallen lassen müssen, aber auch in einer eingeschraenkten, kleinen Koalition würde es ohne eine Revision der Minister - Portefeuilles nicht abgehen. Die Alternative des “Viererblocks” koennte a n sich in einem Zusammengehen mit der Cheruth bestehen: aber es würde nicht ausreichen, dass die in diesem “Block” heute vereinten Parteien — Liberale, Religioes — Nationale, Mapam und Achduth Haawodah — mit dieser Alternative nur drohen, um die Mapei zum Verzicht auf ihren Majoritaetsanspruch zu veranlassen; Cheruth würde sich hüten, nur als taktisches •ne herzuhalten. Und ist man Druckmittel in solchem Sinim Viererblock nicht wirklich zu einer Verstaendigung mit Oheruth bereit, ko eruier die Verhandlungen noch wer weiss wie lange dauern. Ueberdiss; was versprechen sich die Liberalen eigentlich von der “Paritaet” mit der Mapei, die sie fordern? Die Willen in der Regierung re- Mapei würde de facto ihren gelmaessig auch dann durchsetzen, indem sie jeweils den einen oder anderen der Koalitionspartner gegen die Fiebrigen ausspielen würde. KRITIK AM DAVIS-BERICHT Hazofe: Die Erklaerung der Regierung, dass nach den Feststellungen der obersten Stellen die fünf arabischen Jugendlichen beim Infiltrationsversuch an der Gaza- Grenze erschossen wurden, sollte die Befürchtungen zerstreuen, die jüngst laut geworden waren. Hetzer hatten diese Angelegenheit zu einer Propaganda-Aktion gegen Israel ausgenutzt. Man muss bedauern, dass die offiziellen Erklaerungen über die Lage an der Gaza-Grenze, über die Taetigkeit feindlicher Agenten und das Problem der Infiltration erst abgegeben wurden nachdem es zu den letzten Zusammenstössen gekommen war. Es waere dringend zu empfehlen, solche Aufklaerungsaktionen rechtzeitig durchzuführen und immer wieder auf die sicherheitsmaessigen Gegebenheiten im Grenzbereich hinzuweisen. Al Hamischmar: Die Knesseth - Kommission für Auswaertiges und Sicherheit muss jetzt das Problem der arabischen Minderheit x genauestens untersuchem, und zwar nicht nur im Zusammenhang mit den letzten Vorkommnissen, s o n d e rn prinzipiell nach allen Seiten hin. Wenn es in den Kreisen der arabischen Staatsbürger Probleme gibt, welche eine Lösung erheischen, so muss dies umgehend geschehen, und man muss diese Fragen unverzüglich in Angriff nehmen. Doch der richtige Weg liegt nicht in Hetze und Aufwtihlung wilder Instinkte, sondern in sachlicher Klaerung. Grenzüberschreitungen und Infiltration sind zu verhindern, gleichzeitig aber müssen die Ansichten der arabischen Minderheit gehört und deren Belange gewahrt werden. Dawar nimmt zu den Demonstrationen Stellung, die in den letzten Tagen in den Minoritaetsgebieten stattfanden. Diese Demonstrationen seien nicht nur Ausdrücke der Trauer um den Tod der Grenzübertreter sondern eindeutig gegen den Staat gerichtet gewesen, und von staatsfeindlichen Elementen organisiert worden. Die Zeitung stellt fest, dass der Abschnitt der Grenzen, an dem die fünf jugendlichen Araber in die Gazazone flüchten wollten, in den letzten 20 monaten von 140 Grenzübergaengern benutzt worden war, und deshalb natürlich die Sicherheitskraefte aeusserste Wachsamkeit üben müssen. Unabhaengig von den Beweggründen, die die Jugendlichen zur Flucht über die Grenze veranlassten — und vielleicht war es in einigen Faellen nur jugendliche Verantwortlosigkeit — hat die Maki sofort versucht aus der Trauer der betroffenen Familien politisches Kapital zu schlagen. Die Erfolge der Partei bei den Wahlen hat, die Maki nunmehr offensicht lieh ermutigt wieder im Na-" men des arabischen Nationalismus die arabische Bevölkerung gegen den Staat und seine Institutionen aufzuhetzen. Diese Hetzkampagnen müssen auf jeden Fall und unter allen Umstaenden zum Abschluss gebracht werden. Jerusalem Post: Die Vorgaenze in Haifa und Nazareth beweisen, wie weit eine organisierte Gruppe, wie z. B. die Kommunistische Partei, Vorgaenge, wie die der letzten Woche für ihre Zwecke ausnützen kann. Aber die Kommunisten allein sind nicht verantwortlich. Das neue Phaenomen ist eine unheilige Allianz zwischen Kommunisten und nationalistischen Elementen der arabischen Bevölkerung des Landes. Die Kommunisten, von Kassem enttaeuscht, haben wieder begonnen, ihre Augen nach Kairo zu richten. Schliesslich kann jeder arabische Bürger des Landes, wenn er das wünscht, aus Israel in die arabischen Laender auswandern, indem er über Cypern oder Europa faehrt. Die extremistischen Elemente, die diesen Weg gehen, müssen sich darüber klar sein, dass sie sich mehr Schaden zufügen als sonst irgend jemandem Anderen. Habokér: Nur selten hat der nasssrische Nationalismus innerhalb der arabischen Minderheit im Land eine Gelegenheit zum Ausbruch gegen Israel gefunden, wie bei der Beerdigung in Haifa und der symbolischen “Beerdigung” in Nazareth. Die Beerdigung der drei In- (Fortsetzung Seite 22) Haboker: Dieser der UNO- Session jetzt zugegangene Bericht des UNRWA-Kommissars Davis (für die arabische Flüchtlingsfrage) ist im Grunde reine Routine und beswekt nur, die Bewilligung weiterer Gelder für die Aufrechterhaltung der Flüchtlingslaeger zu sichern, Ihnen wird nach der schon abgedroschenen israel-feindlichen Lesart unterstellt, . dass sie sich repatriieren lassen, statt in den arabischen Laendern für die Dauer heimisch werden wollen, und überdies hinzugefügt, dass ihre Ansiedlung in diesen Laendern jahrelang dauern und weitere Budgets erfordern würde. Nasser hatte dies Flüchtlingsproblem, wie man weiss, Tahr für Jahr als Trumpfkarte in seinen Argumenten gegen Israel ausgebeutet, Jetzt, nach den Vorgaengen in Syrien, wird klar, dass er die Existenz der Flüchtlinge schon immer auch dazu missbraucht hat, gleichzeitig gegen seine Feinde in der arabischen Welt Stellung zu nehmen. Mr. Davis wird die 39,2 Millionen Dollar die er verlangt, unter den in der UNO herrschenden Verhaeltnissen zweifellos erhalten. Wir aber taeten gut, es nicht auf die leichte Achsel zu nehmen, dass in der Vollversammlung über dies ganze Problem demnaechst wieder debattiert werden wird. Jedenfalls sollte unsere Antwort so routinemaessig ausfallen, wie es dem Charakter dieses Berichts entspricht. Hazofeh: kritisiert den Davis-Bericht aehnlich u. a. mit dem Zusatz, dass die Angaben über die Zahl der arabischen Flüchtlinge, auf die sich der Kommissär stützt (angeblich 1.1 Millionen Seelen) von der ernsthaften Statistik laengst widerlegt worden sind. Ferner polemisiert das Blatt gegen die dieser Tage in der UNO gehaltene Hetzrede des saudischen Delegierten Achmed Schukeiri. Es lege ein schlechtes Zeugnis für das Niveau der UNO ab, dass solche Reden ■dort überhaupt möglich sind. NACH DEM BIBELWETTBEWERB Al Hamischmar würdigt den in Jerusalem durchgeführten internationalen Bibelwettbewerb wirft zugleich aber die Frage auf, ob künftig nicht bessere Methoden als die einer rein mechanischen Prüfung der Gedaechtniskraft der Wettbewerber angewandt werden sollten. Auch sei zu fragen, ob mit gleichen Massen gemessen wird, wenn man ‘israelischjüdische Bibelkundige, die im Tenach zeitlebens im Urtext “lernen”, auf dieselbe Stufe stellt wie Auslaender, die ihn nur in Übersetzungen kennen.