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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1961-10-01 · 10 (Octubre, 1961) · p. Seite 21

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIII (1961)
Issue
10 (Octubre, 1961)
Date
1961-10-01
Page
Seite 21 (sequence 21)
Language
German
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Octubre 1961 BOLETIN INFORMATIVO ¿1 •áfc'WI Wn te/ren.! INTERVIEW MIT LILIANETTE Nur wenige Wochen —zwischen 2 Gastspielen im Ausland— war Lilianette hier in Santiago. Selbstverstaendlich wollten wir sie sprechen. Eine grosse Kuenstlerin, die nicht nur charmant, sondern auch intelligent ist bis zu dem Grad, dass sie alle ihre Conferencen und bisweilen sogar die Texte fuer sich selbst schreibt, ist recht selten unter Schauspielern und Saengern. Solche Gelegenheit laesst man sich nicht gern entgehen. Sie ist noch ganz erfuellt von den Erfolgen, die sie in den letzten Monaten wieder hatte und voll Erwartung und Spannung auf die kommende Arbeit. “Das Jahr 1961 war und ist fuer mich eines der “bewegtesten”, so sagt sie. “Im Januar kam ich aus Buenos Aires zurueck, wo ich ein Sommer-Gastspiel in Benatzkys Operette “Meine Schwester und ich” gab. Im Februar flog ich nach Brasilien, um mein erstes Auftreten in diesem 'Land vorzubereiten. Im April war ich dann in Sao Paulo, im Juni in Montevideo und Juli in Buenos Aires. Den Monat Mai verbrachte ich in Santiago mit dem Studium meiner neuen Revue 1961 “Bunte Platte”, die ich in den diversen Staedten herausbrachte”. “Und wohin geht es nun?”. “Ende September geht es auf eine mehrwoechige Tournée durch die groessten Staedte Brasiliens, und zwar arrangiert von der Konzertdirektion “Pro Arte Brasil”, die auch mein letztes Auftreten in Sao Paulo veranstaltete. Ich habe mehrere Vorstellungen in Portoi Alegre, in Rio und auch wieder in Sao Paulo, wo ich bereits jetzt schon 10 verkaufte Vorstellungen habe”. “Und wir hier in Santiago, bekommen wir Ihre neue Revue garnicht zu sehen?”. “Oh doch. Und zwar Ende November werde ich hier 3 Vorstellungen in der Sala Mozart zu Gunsten des Cisroco geben”. “Koennen Sie uns nicht etwas aus Ihrer neuen Revue verraten?”. “Nun, sie ist wirklich vollkommen neu. 20 funkelnagelneue Chansons und Couplets, vollkommen neue Conferencen und selbstverstaendlich —wie sich das fuer eine neue Show gehoert— vollkommen neue ‘Ausstattung”. Auch mein Begleiter wird diesmal fuer Santiago neu sein. Kapellmeister Hermann Ludwig aus Buenos Aires, der seit Jahren mit mir reist, wird mich diesmal auch in Santiago begleiten”. “Was haben sie denn nun fuer Zukunftsplaene?”. “Das Jahr 1962 habe ich schon fast voll besetzt. Feste Engagements nach Buenos Aires, Montevideo und Brasilien liegen vor. Dazu kommen Angebote aus Lima und Caracas, die ich im Augenblick studiere. Auch stehe ich in Kontakt mit einem Impresario aus Deutschland. Das alles sind hauptsaechlich Probleme der Zeit, denn einige Wochen im Jahr benoetige ich ja auch, um mein jaehrlich neues Programm vorzubereiten und zu studieren. “Wir haben gehoert, dass Sie sensationelle Erfolge im Ausland hatten. Ihre Kritiken sind ja wahre Hymnen. Was sagen Sie selbst dazu?”. “Meine Revue”; Bunte Platte 1961”, hat erfreulicherweise sehr gut gefallen. Und es ist natuerlich fuer einen Kuenstler ein wunder - schoenes Gefuehl und eine grosse Befriedigung, in eine Stadt zu kommen, wo die Eintrittskarten tagelang vorher schon vollkommen vergriffen sind und die Veranstaltungen viele Male wiederholt werden muessen”. Wir verabschieden uns von Lilianette, indem wir ihr weiter “Hals und Beinbruch”, wuenschen, wie es die aberglaeubischen Kuenstler nun einmal tun und freuen uns schon heute auf November, wo wir sie hier in Santiago sehen werden. Aus der Fuelle der Kritiken bringen wir unseren Lesern nur einige kleine Ausschnitte, die ihnen ein bisschen Appetit auf die “Bunte Platte”, machen sollen: “...Wir kennen Lilianette seit ihrem ersten Auftreten in Montevideo. Wir haben schon immer ihren Liebreiz, ihre Conference, ihre Stimme, ihre Vortragskunst und ihr Koennen, ihren Esprit, ihre raffinierte Bekleidung bewundert. Aber wir waren nicht darauf vorbereitet, dass sie durch die Lachstuerme des Publikums die Waende des Festsaals zum Zittern und mit ihrer Sexbombe zum Wanken bringen wuerde.u. Die Ansage ihres eigenen Programms besorgt Lilianette sprudelnd von Geist und Humor. In ihren Chansons zaubert sie alle Talente einer grossen Kuenstlerin hervor. Es gibt kein rauf und runter, kein wenn und aber, es gibt nur eine uneingeschraenkte Anerkennung fuer alle ihre Faehlgkeiten... (P. T. Boletín Informativo — Montevideo). “...Lilianette gehoert zu jenen seltenen Geschoepfen, die mit den Worten “Guten Abend, meine Damen und Herren”, bereits die Wirkung erzielen, die manch anderer mit vier oder fuenf Chansons nicht erreicht... ”. (Erna Terrel, Radiostunde “Voz del Día” — Montevideo). “.. .Casi tres horas sola en el escenario charlando, cantando, conversando, divirtió a su público hasta hacerlo llorar de risa. Cada una de sus Chansons fue magistralmente interpretada con todo el encanto de una mujer extraordinaria... en fin, una función insuperable.... (H. A. G. “El Plata” — Montevideo). RESIDENCIAL GARTENHAUS Eroeffnung 17. November 1961. Bei Aufenthalt von mindestens 10 Tagen in der Vorsaison PREISERMAESSIGUNG Viña del Mar Libertad 102 Anfragen: Santiago, San Antonio 466, Tel. 397325 HARRY TORTENKOPF AHUMADA 312 OFICINA 625 — Fono 63034 An Gemeindemitglieder besonders RADIOS TELEFUNKEN alle Modelle Plattenspieler Transistor Radios Schweizer Uhren günstige Preise und Bedingungen TODESFURCHT Von Paul Celan Schwarze Milch der Fruehe wir trinken sie abends Wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie (.nachts Wir trinken und trinken Wir schaufeln ein Grab in den Lueften dann liegt man (nicht eng Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen (der schreibt der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein (goldenes Haar. er schreibt und tritt vor das Haus und es blitzen die (Sterne er pfeift seine Rueden herbei Er pfeift seine Juden hervor und laeset schaufeln ein (Grab in der Erde er befiehlt uns spielt auf nun zum Tanz Schwarze Milch der Fruehe wir trinken dich nachts wir trinken dich morgens und mittags wir trinken dich (abends wir trinken und trinken Ein Mann wohnt im Haus und spielt mit den Schlan- (gen der schreibt der schreibt wenn es dunkelt nach Deptschland dein (goldenes Haar Margarete Dein aschenes Haar Sulamith wir schaufeln ein Grab (in den Lueften da liegt man nicht eng Er ruft etscht tiefer ins Erdreich ihr einen ihr anderen (singet und spielt er greift nach dem Eisen im Gurt er schwingts seine (Augen sind blau stecht tiefer die Spaten ihr einen ihr andern spielt (weiter zum Tanz auf 9 Schwarze Milch der Fruehe wir trinken dich nachts wir trinken dich mittags und morgens wir trinken (dich abends wir trinken und trinken ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete dein aschenes Haar Sulamith er spielt mit den Schlangen Er ruft spielt suesser den Tod der To'd ist ein Meister (aus Deutschland er ruft streicht dunkler die Geigen dann steigt ihr (als Rauch in die Luft Dann habt ihr ein Grab in den Wolken da liegt man (nicht eng Schwarze Milch der Fruehe wir trinken dich nachts wir trinken dich mittags der Tod ist ein Meister aus (Deutschland wir trinken dich abends und morgens wir trinken und (trinken der Tod ist ein Meister aus Deutschland sein Auge ist (blau er trifft dich mit bleierner Kugel er trifft dich genau ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete. er hetzt seine Rueden auf uns er schenkt uns ein (Grab in der Luft er spielt mit den Schlangen und traeumet der Tod ist (ein Meister aus Deutschland dein goldenes Haar Margarete dein aschenes Haar Sulamith “... Es ist wirklich erstaunlich, was diese temperamentvolle und lebenspruehende Kuenstlerin alles zu bieten vermag: Einen ganzen Abend lang beherrscht sie allein die Buehne, singt, spricht, singt im Sprechgesang, spricht im Singsang, konferiert mit und ohne Reim, aber nie “ungereimt” und flicht Witze und Bonmots ein, jedoch niemals von einer “hohen Warte” aus, sonder so, als waere alles ein Zwiegespraech mit der Hoererschaft, die den Saal ueberfuellte,... Und wenn wir aus dieser sogenannten” “Bunten Platte” das Beste herausgreifen wollen, s o faellt uns die Wahl schwer. Alles war, unterstuetzt durch entsprechende Kleidung und sonstige Requisiten meisterhaft vorgetragen und dargestellt. .. Man soll nicht Vergleich ziehen, weder mit Josma Selim noch mit Dela Lipinskaja oder mit Voli Geiler. Lilianette hat vielleicht etwas von allen diesen, aber sie ist eben doch in erster Linie... “Lilianette”, und soll sie bleiben, denn so gefaellt sie uns”. (G. K. “Argentinisches Tageblatt” Buenos Aires) ' “...Dass aber eine Kuenstlerin, die einen ganzen Abend allein bestreitet, noch ihr eigener Conferencier ist, gehoert als Unikum in die Geschichte der Kleinkunst. Ein Conferencier, von dem manche professionelle “Unterhalter” noch etwas lernen koennen, immer humorvoll, nie ins Banale abgleitend, vor allem auf neue Wortspiele bedacht und so in der Pflege der Sprache besonders anerkennenswert. .. .Bei Lilianette sitzt alles an dem richtigen und auf dem richtigen Fleck. Da ist kein Ton und keine Bewegung schief. Sie wandelt sich vor unseren Augen aus einer Dame in eine Rosemarie... wir verstehen, dass dieses Programm in vielen Suedamerikanischen Laendern ausverkaufte Haeuser brachte. Israelita”, das H. D. “Semana Buenos Aires).

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