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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1961-10-01 · 10 (Octubre, 1961) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIII (1961)
Issue
10 (Octubre, 1961)
Date
1961-10-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Octubre 1961 BOLETIN INFORMATIVO 5 NASSER IM ZUSAMMENBRUCH TURQUIA mm siria/ CRETA! 'Mediterráneo, CHIPRE. I mu DAMASCO LIBANO' ISRAEL’ IRAK EL CAIRO JORDANIA GIPTO i h i ARABIA SAffiffiL KHARTUM EBITREAl asmara; W 400 ETIOPIA SOMALIA FSA. KflÜnAo» DER NAHE OSTEN (Vertikal schraffiert: die ehemalige VAR. Der Anschluss von Jemen ist nur nominell und vollkommen ohne Bedeutung). "Ein einz' ger Augenblick Man muss schon die Chronik der juengsten Zeitgeschichte bis 1947-48, die Jahre des Teilungsbeschlusses und der Staatsgruendung, zurueckblaettern, um eine Nachricht zu finden, die zu solcher Freude und Hoffnung berechtigt wie die von der Befreiung Syriens vom aegyptischen Joch. Gewiss, man wird nicht verwoehnt, was gute Neuigkeiten anbetrifft: nicht als Demokrat, nicht als fried — und fortschrittsliebender Mensch, und schon garnicht als Jude. Man sollte also nach so vielen Jahren der Abstinenz diesen uebervollen Kelch des Jubels massvoll kosten, um sich nicht sinnlos zu berauschen, sondern den suessen Trunk bis auf den letzten Tropfen zu gemessen. Der Mythos Nasser bricht zusammen! Wie konnte es so rasch dazu kommen, inwieweit ist er in seiner Nacktheit und Armseligkeit schon entlarvt und welcher Art sind die Perspektiven, die sich dank dieser Wendung fuer Israel und fuer die westliche Welt eroeffnen? DAS ENDE DER VAR Es gibt ein arabisches Sprichwort, das uebrigens die orietalisch-fatalistische und passive Einstellung zum Leben sehr bezeichnend wiederspiegelt. Es sagt: “Setze dich vor die Tuer deines Hauses und warte, bis sie die Leiche deines Feindes voruebertragen”. Und tatsaechlich haette Israel diesem fanatischsten seiner Feinde in der heutigen Situation keine Niederlage zufuegen koennen wie diese, die er ganz ohne unser Zutun jetzt erlitten hat. Die Wiedererrichtung der syrischen Unabhaengigkeit wirft ein grelles Schlaglicht auf die wirklichen inneren Zustaende in den arabischen Laendern, und zeigt auf, wie sehr dieselben von dem Trugbild abweichen, das Nassers Propagandisten der Welt nun schon seit Jahren vor gaukeln und das vor allem im Westen mit einer an Schwachsinn grenzenden Naivitaet staunend bewundert worden it. Das Ende der sogenannten Vereinigten Arabischen Republik (VAR) ist ein Beweis dafuer, das. hier keine Vereinigungsbewegung im Gange war, sondern der Versuch der Aufrichtung einer aegyptischen Hegemonie. Es wird klar, das hier nicht ein Mann im Namen des freien Willens freier Voelker gesprochen hat, sondern dass ein Diktator am Werk war, derdas eigene und ein fremdes Land im Zuge seiner ehrgeizigen Plaene missbraucht hat. Das fremde, das zeitweikann alles umgestalten." (Wieland) lig unterworfene Land hat sich nunmehr befreit. Alles ging ganz unglaublich rasch, einfach und unblutig vor sich. Und wenn auch durch eine Ironie der Geschichte oder, in diesem Fall besser gesagt, der Geographie, ausgerechnet die Puffersituation Israels die Syrer davor bewahrte, fuer ihre Freiheit wirklich kaempfen zu muessen, so muesste die westliche Welt mi Blindheit geschlagen sein, wenn sie sich anhand die ser Episodie nicht von der militaerischen Bedeutungslosigkeit Aegyptens ueberzeugen wuerde. Natuerlichhat Nasser seine Niederlage durch die Behauptung zu erklaeren versucht, er habe einen “Bruderkampf” zwischen Arabern vermeiden wollen. Nach all den unzaehligen Versuchen aber, einen Bürgerkrieg in Jordanien anzuzetteln, nach seiner Bereitschaft, den Scheich von Kuwait manu militari gegen die arabischen Brueder vom Irak zu verteidigen und nach dem missglueckten Anlauf, den Aufstand in Syrien durch Einsatz seiner Elitetruppen —der Fallschirmbrigade— niederzuschlagen, klingt diese Ausflucht natuerlich mehr als fadenscheinig. Die Wahrheit, die nun in einer solch eklatanten Form zu Tage gekommen ist, das auch der Duemmste sich ihr nur schwerlich verschliessen kann, ist viel einfacher: der ganze Nasserismus, mit all seinen “neutralistischen” Erpressungsmethoden, mit a 11 seiner internationalen Gangsterpolitik, ist eine Seifenblase, eine marktschreierische!, grossmauelige Propaganda-Atrappe mit ein e m fesch aussehenden, charmanten Zirkusdirektor... und nichts dahinter! So kam es, dass es genuegte, das eine Handvoll vernuenftige Leute in Syrien beschlossen, mit dem Humbug der VAR Schluss zu machen und schon krachte die ganze Bude von innen heraus ein, samt der imposanten Fassade. DER DIKTATOR IM RUECKZUG Die ersten Symptome von Nassers Niedergang waren schon in Belgrad zu spueren, bei der kuerzlich stattgefundenen “Neutralisten-Konferenz”, wo es ihm nicht gelang, den ueblichen anti-israelischen Beschluss,' der ihm als Vorwand fuer seine totalitaere Expansionspolitik mehr am Herzen liegt als das ganze Gerede von Friede —an das er doch nie geglaubt hat—, durchzusetzen. Dabei verdienen uebrigens die drei Staatsmaenner Erwaehnung, deren Anstand und Festigkeit die Diffamierung Israels verhuetete: unser alter Freund U Nu, Premier von Burma, Haile Selassie, Negus von Abessinien und Mahendra, Koenig von Nepal. Dami kam die erste vorsich tige amerikanische Reaktion auf die haarstraeubende Zwei deutigkeit der Stellungnahme der in Belgrad anwesenden Staatsmaenner zur Wiederaufnahme der. russischen Atombombenversuche. Ueberrascht und veraergert darueber, dass die “Neutralisten” sich selbst mit einer solch eindeutigen und einseitigen. Provation konfrontiert, nur zu einem neuerlichen pflaumenweichen Aufruf an beide Seiten aufraffen konnten, rangen sie sich zu einer vorlaeufigen Sperrung der Auslandshilfe an Aegypten, Jugoslawien und Polen durch. Immerhin! Aber fuer Nasser war die Auslandshilfe, natuerlich von beiden Seiten von jeher das A und O seines politischen Doppelspiels zwichen den Fronten des kalten Kriegs. Sodann kam der tragische Tod Dag Hammarskjolds, der zwar in der ganzen Welt einmuetig bedauert wurde, von ihm aber ganz mit Recht als schwerer persoenlicher Schlag angesehen wurde. Der Verlust dieses Goenners und Beschuetzers, dem er unter anderem die Verwandlung der militaerischen Niederlage von Sinai in einen politischen Sieg, sowie die Missachtung des Beschlusses des Sicherheitsrates ueber freie Schiffahrt im Suez-Kanal mitzuverdanken hat, veranlasste ihn zu einem Kabel an den Koenig von Schweden, das mehr von neurotischer Panik zeugt als von dem gesitteten Wunsch, eine Kondolenz auszusprechen (x). Der Anfang vom Ende trat dann auch noch in den gleichen Iden des September mit der syrischen Revolution ein. Ist es nun schon so weit, dass wir mit Schillers “Ode an die Freude” den "UNTERGANG DER LUEGENBRUT" jubelnd besingen duerfen? Gewiss nicht. Noch ist er Herr ueber Aegypten, noch ist die syrische Regierung nicht ueber ihre ersten Schritte hinaus, noch haben die Grossmaechte keine Stellung genommen. Klar ist einstweilen jedenfalls, dass die militaerische Sicherheit Israel ungeheuer gewachsen ist. Aus- (x) Er faselt darin von den gleichen “dunkeln Kraeften”, die bereits den Tod des Grafen Bernadotte auf dem Gewissen haetten. Derselbe wurde 1948 in Jerusalem von Terroristen getoetet, uebrigens auch am 17. September, dem gleichen Tag, an dem Hammarskjöld im Kongo abstuerzte. ser Zweifel stehen eine Unzahl politischer und wirtschaftlicher Vorteile, die leicht daraus abzuleiten sind. Ebenso klar ist, dass Nasser sich von diesem Schlag nie wird erholen koennen. Seine panarabischen Hegemonie-Plaene sind damit ein fuer allemal ausgetraeumt Vielleicht —hoffentlich— wird auch die des Alphabets maechtige Minderheit Aegyptens ihn abschuetteln, vielleicht wird sein Lumpenproletariat ihn in Kairo an der Macht halten. Aber die Dynamik des totalitaeren Regimes erfordert zu ihrer Erhaltung ununterbrochene Siegeszuege. Solche Niederlagen zerstoeren die Pfeiler der Demagogie und des Bluffs wie Simson den Tempel der Philister. Mit dem Nimbus ist es nun aus und das endgueltig. ___ An der “gebenedeiten Revolution” —wie Hussein sie nannte, der damit klarstellte, das ausser Israel, der Tuerkei und dem Iran auch arabische Mitteloststaaten wie Jordanien die aegyptische Gefahr richtig einschaetzen— ist manches sehr sympathisch, auch ausser der Tatsache der Revolution selbst. Karte: “El Diario Ilustrado” So unter anderem, dass die aufstaendischen Offiziere sofort nach Gelingen des Unternehmens in die Kasernen zurueckkehrten und die Regierung den Zivilisten anvertrauten. Sodann, dass letztere in ihrer ersten Verlautbarung keine anti-israelischen Hassgesaenga anstimä m b e (zumindest, soweit die Kabel-Agenturen es nicht unterdessen zu berichten), was in der Geschichte der arabischen Regierungswechsel der letzten 13 Jahre absolut ein Novum darstellen wuerde. Daraus allerdings irgendwelche Hoffnungen betreffs Normalisierung der Beziehungen abzuleiten, waere weitaus verfrueht und allzu optimistisch, zumal die neue syrische Regierung sich hueten wird, ihren Gegnern im eigenen Lager unnoetig Angriffsflaechen zu bieten. Dass sie Israel aber nicht erwaehnt hat, sondern den wahren Feind der arabischen Voelker, Nasser, anprangert, ist schon ein grosser Fortschritt. Den entscheidenden Einfluss auf die weitere Entwicklung der Lage werden natuerlich die Grossmaechte ausueben. Moskau hat die (Fortsetzung Seite 12 )

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