Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIII (1961)
- Issue
- 9 (Septiembre, 1961)
- Date
- 1961-09-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Septiembre 1961 BOLETIN INFORMATIVO 11 ion Mi Pee Thed^e <¡c/vte¿6t í SCHAWITH II IN DER ISRAELISCHEN PRESSE RAKETENPOLITIK Jerusalem Post: Die~'Patsache des Raketenabschusses der vergangenen Woche hat eine Menge Konfusion hervorgebracht, sowohl verstaendlicher Art als auch solcher, die sich aus den Spannungen ergeben, die vor den Wahlen naturgemaess existieren. Ministerpr a e s ident Ben Gurion hat dem Kabinett mitgeteilt, dass man das Datum des Raketenabschusses vorverlegt hat, da man wusste, dass die VAR Raketen am iNasserischen Unabhaengigkeitstage, also am 23. Juli abschiessen wollte. Man erfuhr nun auch, dass es zu Meinungsverschiedenheiten darüber gekommen ist. Zwei Argumente sind gegen den Abschuss unserer Rakete vorgebracht worden. Das erste dahingehend, dass diese Aktion anderen Laendern eine übertrieben hohe Ansicht über unsere eigene Kapazitaet, Waffen zu produzieren, geben könnte, und zweitens, dass das nun dem Osten Gelegenheit geben wird, auch den arabischen Staaten, besonders aber der VAR Waffen zu liefern, die unsere Sicherheit gefaehrden können. Eben aus diesen Gründen wurde Israels Raketenarbeit vollstaendig geheim gehalten, und es ging soweit dass der Wind-Testtunnel im Technion in Haifa nicht zur Erprobung der Rakete gebraucht worden ist, um das Geheimnis nicht zu verletzen. Von nun ab kann damit gerechnet werden, dass die künftigen Raketen dort getestet werden. Entgegen einiger Meldungen, die in den letzten Tagen zirkulierten, wusste weder die VAR noch die USA etwas von den israelischen Raketen, wiederholte Versuche Aegyptens, aus der Sowjetunion Raketen zu bekommen, sind das Resultat der Erkenntnis, dass die aegyptische Luftwaffe gegen Israel nicht effektiv genug sein dürfte. Die Russen haben dieses Ansinnen immer wieder abgelehnt, wahrscheinlich deshalb, weil sie keineswegs wünschen, irgendwelche Raketen den Aegyptern in die Haende zu geben. Es ist auch nicht damit zu rechnen, dass nunmehr die Aegypter schneller solche Raketen erhalten werden als bisher. Dagegen benutzten die USA wohl die Gelegenheit, einmal hilfreicher erscheinen zu können als die Russen. Sie boten meteorologische an, wenn Aegypten wirklich an friedlichen Raketen Interesse haben sollte. Es ist sowieso nicht damit zu rechnen, dass in Aegypten bereits im ersten Abschuss die feinen elektronischen Instrumente eingebaut sein werden; denn die Wahrscheinlichkeit eines Fehlschusses ist gross. Warum also nicht ruhig Weiterarbeiten? Warum sollten wir uns in Unruhe versetzen? Wir leben in einer Epoche des Kalten Krieges, u. der Kalte Krieg wird mit psychologischen Waffen geführt. Wer die Effekte des ersten russischen Sputnik und des amerikanischen, beobachtet hat, wird sich darüber klar sein, aus welchem Grunde wir unsere Rakete abgeschossen haben. KRITIK AN DER RAKETE Haboker: Die Kritik, die aus Kreisen des amerikanischen Aussenministeriums gegen dem Abschuss der Rakete laut wurde, verdient eine Erwiderung. Ein Einwand war, dass der Abschuss der Rakete zu einem Raketenwettlauf im Mittleren Osten führen werde, Dieser Einwand ist besonders seltsam, weil die Regierung der Vereinigten Staaten schon vorher den Verkauf von Raketen an Aegypten gebilligt hatte. Besonders merkwürdig ist der Einwand, wenn man daran denkt, dass es sich um Raketen für Forschungszwecke handelt. Aber wieder wurde ein grosses Geheimnis offenbar; Man befürchtet, dass wir eine Rakete mit Atomsprengkopf bauen können. Weder die USA noch die Russen werden Israel Atombomben verkaufen, aber man sieht unsere Faehigkeiten als unbegrenzt an und glaubt, dass die Juden in Israel allein Atombomben herstellen können. Der zweite Einwand des State Department war, dass ein Staat, der so auf Auslandshilfe angewiesen ist, nicht so viel Geld für eine Rakete haette ausgeben dürfen. Wir wissen nicht, wieviel der Abschuss der Rakete kostete, denn das ist Staatsgeheimnis, aber die stichelnde Bemerkung des State Department, erinnerte uns daran, dass wir von wirtschaftlicher Unabhaengigkeit noch weit entfernt sind. Es waren Gerüchte in Umlauf, dass wir weitere Raketen abschiessen werden, andere Meldungen besagten, dass der Abschuss verschoben werden wird. Wenn er verschoben werden wird, so ist dies sicher Ergebnis der Veraergerung des amerikanischen Aussenministeriums. “SHAWIT 2” Da war: Die israelische Rakete hat ein weites Echo auf der Welt hervorgerufen, das im allgemeinen anerkennend war. Israel hat bewiesen, dass auch ein kleiner Staat mit beschraenkten Mitteln zu bedeutenden wissenschaftlichen und technischen Leistungen befaehigt ist, wenn er faehige und hingebungsvoll arbeitende Wissenschaftler hat und sie von der Regierung ermuntert werden. In unserer gespaltenen Welt, in der auch Feindseligkeiten herrschen, konnte die Reaktion natürlicher weise nicht einheitlich sein. So wurden auch Vermutungen darüber angestellt, was die politischen Weiterungen unseres Raketen-Erfolges sein können. Der Vizedirektor der Moskauer meteorologischen Warte erklaerte z. B. dass die Sowjetunion vor Jahren bereits solche oder aehnliche Raketen gehabt hat. Er fühlte dabei gewiss nicht, welche Anerkennung in dieser Bemerkung liegt. Die Sowjetunion hat hundert Mal so viel Einwohner als Israel, ist zentralistisch regiert und kann ihr gewaltiges Budget auf Raumforschung konzentrieren und hat eine gewaltige, prachtvolle Garnitur von Wissenschaftlern. In den arabischen Laendern muss Israels Raketen-Erfolg auf die Angriffsplaene abschrekkende Wirkung haben. Haarez; Die Entsendung der Rakete wird mit den bevorstehenden Wahlen in Zusammenhang gebracht. Das Blatt bringt die Hoffnung zum Ausdruck, dass die Mapei diesen Erfolg des Staates nicht in der Wahlkampagne für sich ausnützen werde. Es wirkt merkwürdig, dass an einem solchen Festtag des Erfolges unseres Staates jemand keine andere Sorge hat, als in Zweifel zu ziehen dass dieser Erfolg gewissen Faktoren die für die Leitung des Staates und seiner Sicherheitswesens zustaendig und verantwortlich sind z. T. zu verdanken ist. Haboker: Es war von vornherein klar, dass auf Israels meteorologische Rakete von mancher Seite politische Raketen mit der Spitze gegen uns folgen würden, wie das denn auch sofort der Fall war. Auch Washington und London reagierten politisch. Besonders verwunderlich ist die Washingtoner Reaktion. Ein leitender Beamter des State Department, des verstaendlicherweise vorzog, ungenannt zu bleiben, erlaubte sich eine Aeusserung, als waere Israel ein amerikanischer Satellitenstaat. Sein Rat, wir sollten unser Geld lieber für Entschaedigung arabischer Flüchtlinge, verwenden, die nach Israel zurückkehren wollen, ist ein Rat, wie er schlechter selbst aus Kairo nicht kommen konnte. Lamerchaw: Die Zeitung “Dawar” beschaeftigte sich in ihrem Leitartikel mit der “Geringschaetzung”, welche die israelische Rakete “Schawith 2” seitens gewisser Parteien und Blaetter erfahren hat. In diesem Artikel kann man alles Mögliche finden, nur die Wahrheit wird man kaum in ihm feststellen können. Der Artikel behauptet, dass von dem Augenblick an, da “Schawith 2” abgeschossen wurde, “eine Kampagne gestartet worden ist, um diese Aktion herabzusetzen, das Erreichte zu annulieren und die Tatsache in den Augen des Volkes zu vertuschen”. Die Wahrheit ist, dass jeder israelische Bürger die Tatsache der Entsendung der Rakete mit Stolz und Bewunderung bet rächtet, dass alle mit diesem Werke Verbundenen geachtet und geschaetzt werden, dass diese wissenschaftliche Leistung voll anerkannt wird. Aber der Autor des Artikels im “Dawar” nennt die Rakete, Parallel zur Eroberung des Himmels geht die Wiererweckung der Erde. iftlÊ mm íRSiSI EIN NEUER EL Jerusalem Post: Der erste Non stop-Flug New-York— Lud stellt einen Rekord für die laengste Non stojp-Strecke dar, die gegenwaertig von irgend einer Gesellschaft ge flogen wird. El Al sollte damit in der Lage sein, wenn es das in der letzten Zeit erworbene Renommee f. Puenktlichkeit wird aufrecht erhalten koen nen mit Hilfe der neuen Boeings seinen Stand unter den internationalen Fluglinien aufrechtzuerhalten. Der Uebergang zu den Strahlenflugzeugen jetzt ist ebenso noetig, als es im Jah re 1956 der zu den Britannia Turbopropellerflugzeugen war. Aber der damalige Entschluss zu einer Zeit, in der El Al nicht einmal die jetzige kleine Gewinnquote von 1% aufweisen konnte, sondern ein Verlust sich von IL 10 Millionen -AL REKORD angesammelt hatte, war viel spekulativer, als der Beschluss, jetzt zum Uebergang zu den Strahlenflug" zeugen. Der Beschluss im Jahre 1956 nach einem schweren Verlustjahr infolge der slnaikampagne war sehr bestritten worden und man hatte vorgeschlagen, El Al solle die Transozean Linie überhaupt fallen lassen. Haette man dies damals getan, so würde es fraglich erscheinen, ob die El Al heute überhaupt noch regulaere Linien haben würde. Das Blatt weiss dann den hohen technischen Stand der El Al-Gesellschaft und des technischen Personals zu würdigen, erklaert aber, man dürfe darüber das rein administrative Gebiet nicht vemachlaessigen, wo noch schwere Maengel zu konstatieren sind. EIN HOCHBEDEUTSAMER ERFOLG Da war: Nicht nur die Erinnerungsfeiern an Theodor Herzl und Chaim Nachman Bialik gaben dem 21. Tammus auch in diesem Jahre ihre Bedeutung. Er wird von nun an als Tag einer der hervorragendsten Leistungen, .ganz im Geiste der auf technischen Fortschritt bedachten schoepferischen Phantasie Dr. Herzls, in unsere Geschichte eingehen. Er und ebenso Bialik -beide traeumten davon dass der Aufbau unserer Volksheimat ebenso von unserem Streben nach gesellschaftlicher V e r v o 11kommnung diktiert sein werde. wie von wissenschaftlimeint aber jene, die mit aller Macht versuchen, ihren Namen mit dieser wissenschaftlichen Leistung in Verbindung zu bringen, Jede Form der Kritik, die geaeussert werden konnte, wird dort mit Persoenlichkeiten verbunden, die im Wahlkampf stehen. Das ist eine falsche Einstellung. Kann denn ein solches Ereignis zur Wahlpropaganda benützt werden? Uebt man aber daran Kritik, darf diese Kritik nicht als solche an der Tatsache der Raketen entsendung aufgefasst werden. chen Leistungen immer groesser kultureller Bedeutung. Der Raketenabschuss, der Mittwoch vor Morgengrauen durchgeführt wurde, sollte auch unter dem Ge-' sichtspunkt unseres Wunsches bewertet werden, durch die Demonstrierung einer Schöpferkraft, die unseren arabischen Nachbarn zu denken geben wird, die Herbeiführung einer Befriedung mit ihnen ohne neue kriegerische Auseinandersetzungen wahrscheinlicher zu macdien. Dabei sollte der in die Atmosphaere geschossenen Versuchsrakete kein anderer Zweck als der mit ihr verbundene wissenschaftliche beigemessen werden. Weitere Abschüsse dieser Art werden den Forschungswert dieses ersten, geglückten Unternehmens für unseren Laenderbezirk, und vielleicht auch darüber hinaus noch erhoehen. Aber so gewiss wir fern davon sind, uns des Erfolges leichtfertig zu rühmen, so sicher sind wir, dass man in der Welt draussen den Raketenabschuss, statt ihn gering zu schaetzen, als erstklassige, demonstrative Leistung des Koennens unserer Wissenschaftler und Technologen gebührend *u schaetzen wissen wird.