Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIII (1961)
- Issue
- 8 (Agosto, 1961)
- Date
- 1961-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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Agosto 1961 BOLETIN INFORMATIVO 23 o álettea# i Ï W. I. z. o. An das Publikum unseres Oscar Teller- Abends Aus drucktechnischen Gründen können diese Zeilen erst in dieser Nummer erscheinen, obgleich es sinnvoller gewesen waere, sie in der Juliausgabe, also kurz nach dem betreffenden Abend, zu bringen. Ihr Zweck ist, unser Publikum zu informieren, warum dieser Abend, von dem wir uns so viel erhofft hatten, kein erfolgreicher Abend wurde. Vor allem möchten wir zu unserer Entschuldigung anführen, dass Herr Teller einigen unter uns noch aus Europa her als begabter Vortragskünstler bekannt war. Wir wussten auch, dass er in diesem Kunstzweig in den USA regelmaessig und mit gutem Erfolg auftritt und hatten eine aeusserst günstige Rezension über seinen im Vorjahre in Buenos Aires stattgefundenen Abend gelesen. Als sich uns nun anlaesslich seines wiederholten Aufenthaltes in Buenos Aires die Gelegenheit bot, ihn unserem Publikum vorzuführen, schlossen wir aus den oben angeführten Umstaenden, dass wir Ihnen in seiner Person etwas Neues und Interessantes bringen würden. Leider führten einige negative Faktoren dazu, dass die Begabung Herrn Tellers nicht zur Geltung kommen konnte. Durch Umstaende, deren Aufzaehlung hier unwichtig ist, kam er um einige Tage verspaetet, genau gesagt, erst am Tage seines Auftretens an. Es blieb daher nicht genügend Zeit, eine Revision des gesamten Programms vorzunehmen. In einer eilig improvisierten Probe mit dem begleitenden Pianisten, Herrn David Goidstein dem bei dieser Gelegenheit nochmals für seine Bereitwilligkeit und künstlerische Leistung gedankt sei brachte Herr Teller bloss Bruchstücke seines Programms zum Vortrag, die wir gut fanden. Zur Kürze der Probezeit kam noch der Umstand hinzu, dass Herr Teller in schlechter gesundheitlicher Verfassung in Santiago eintraf. Eine in Argentinien begonnene Erkaeltung verstaerkte sich hier von Stunde zu Stunde und beeintraechtigte die Diktion seines Vortrags. Alle diese Umstaende führten dazu, dass v/ir Ihnen bedauerlicherweise nicht einen so genussreichen Abend bieten konnten, wie wir es erwartet und gehofft hatten. PROGRAMM Montag, 21. August 1961 9 Uhr abends Gruppe Henrietta Szold Donnerstag, 31. August 1961 5 Uhr nachm. Gruppe Golda Meir Montag, 1961 4. September 9 Uhr abends Gruppe Hannah Maisei ■ Dienstag, 22. August. 1961 5 Uhr nachm. Dienstag, 5 September 1961 5 Uhr nachm. Gruppe Vera Weizmann Dienstag, 22. August . 1961 5 Uhr nachm Dienstag, 5. September 1961 5 Uhr nachm. Gruppe Ahawah Mittwoch, 23. August 1961 5 Uhr nachm, Mittwoch, 13'. ¡September 1961 5 Uhr nachm Gruppe Emunah Montag, 28. August 1961 ‘/2 5 Uhr nachm. Gemeinsame Zusammenkunft fuer alle Gruppen: “Scholem Aleichem. sein Leben u. sein Werk”, Dr. Egon Rosenfeid, Auszuege gelesen v., Fr. Irma Klein. “Gedanken ueber das Buch’ Dei Weg zur eigenen Persoenlichkeit’, von Harry Emerson-Fosdlck, Frau Hilde Heyman. “Chaim Nachman Bialik”, Frau Irma Klein. “Neuestes ueber Gesichts- und Koerperpflege”, Frau Lily Hobsbawn. “Ein Gang durch die Festtage”. Frau Lotte d* Jong. “Die Bedeutung des Brotes in den einzelnen Religionen”, Herr Hans Jonas. "Die Todesstrafe”, Herr Rabbiner Egon Loewenstein. Té-Canasta im Hause von, Frau Marion Fink. “Ein Wiedersehen mit Israel”, Frau Lotte de Jons. “Gartenbau, Chile-Israel”, Frau Dulli Kleiner. DER KOENIG DER KANTOREN Vor wenigen Monaten jaehrt sich zum 150. Male der Geburtstag eines der berühmtesten Kantoren des v e rgangenen Jahrhunderts, Hirsch Weintraubs, dessen Wirken von ausserordentlicher Bedeutung fuer die Pflege und Erhaltung des synagogalen Gesanges gewesen ist. Als Sohn des sehr angesehenen Kantors Salomon Weintraub zu Dubno in Russland geboren, befasste sich der Knabe bereits mit gründlichem Studium und gehoerte zu den “Meschorerim”, mit denen der Vater Kunstreisen durch polnische und litauische Staedte unternahm, um an Sabbaten in den Synagogen vorzubeten. Bald vertrat Hirsch den Vater in Krankheitsfaellen und, obgleich noch im Juenglingsalter stehend, zeigte sich bei seinen Leistungen das Bestreben, die kantoralen Schaetze so zu bearbeiten, das sie mit seinem innersten Fuehlen in Verbindung traten. Der 18-Jaehrige sollte den grossen Vater ersetzen, als dieser ploetzlich starb; mit kindlicher Pietaet huetete er dessen musikalisches Vermaechtnis. Auch er unternahm Kunstreisen: so besuchte er Wien, Breslau, Berlin; ueberall wurde man auf den jungen Kantor aufmerksam. Sein religioes-sittlicher Charakter und die Bemuehung um immer groessere Vervollkommung erweckten geradezu Begeisterung fuer Hirsch Weintraub, soaasa er einen Ruf nach Koenigsberg annahm, als dort das Kantorat frei geworden war. Im Alter von 27 Jahren war Weintraub nun Oberkantor an der bedeutenden Gemeinde, an welcher er jahrzehntelang segensreich gewirkt hat. Nicht nur die voellige Neugestaltung des Gottesdienste in Koenigsberg geht auf ihn zurueck; er wurde auch als Komponist beruehmt, und ein grosser Teil seiner Kompositionen blieb Bestandteil der Liturgie in unseren europ a e is chen Gotteshaeusern. Sein Werk “Tempelgesaenge fuer den Gottesdienst der Israeliten” ist allgemein anerkannt und benutzt worden. Weintraubs Wirken als Vorbeter und Komponist wurde durch viele Auszeichnungen belohnt. Im Jahre Daunendecken mit importierten Daunen Steppdecken Fabrik "Marcelo" Max Wetssteta & Sohn Av. M. Montt 2656 Fono 43379 Neubeziehen und Umarbeitungen Modernste importierte Bezugsstoffe u. Inletts staendig auf Lager. Schlafsaecke für Ausflügler Komme einmal im Monat nach Viña u, nehme Auftraege entgegen. 1862 erhielt er die “kleine goldene Medaille fuer Kunst”. Einige Jahre danach ernannte ihn Wilhelm I. zum “Koen i g 1 ichen Musikdirektor”. Nach 40-jaehriger Amtszeit wurde er in den Ruhestand versetzt, nachdem er Eduard Birnbaum zu seinem Nachfolger vorgeschlagen hatte. Im Alter von 70 Jahren starb der grosse Hirsch Weintraub am 23. Dezember 1881. Ueber das glanzvolle und dabei innige und die Herzen erhebende Vorbeten dieses Kantors liegen uns juedische und nicht juedische Urteile Sachverstaendiger vor. Es war ein Stueck alten, unverfälschten Judentums, das in Weintraub lebendig gewirkt hatte. Grosse spaetere Kantoren stuetzten sich auf seine vorbildliche kantorale Taetigkeit, der zu gedenken, die 150. Wiederkehr seines Geburtstages Anlass gibt. Curt Wilk. MITGETEILT VON DER BOTSCHAFT DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND: Wie steht die Wiedergutmachung? Die den Laendern der Bundesrepublik obliegende Durchjuehrung des Bundesgesetzes zur Entschaedigung fuer Opfer der Nationalsozialistischen Verfolgung soll innerhalb der kommenden zwei Jahre abgeschlossen sein. Abgesehen von der unvermindert aktuellen vielfaeltigen und sehr weittragenden Bedeutung der Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts ist es diese gesetzlich festgelegte Begrenzung des Abwicklungszeitraumes, die einer Leistungsbilanz auf diesem Gebiete besondere Aufmerksamkeit abverlangt. 2,8 Millionen Anspraeche Nach dem Bundesentschaedigungsgesetz sind rund 2,8 Millionen Ansprueche argemeldet worden. Die meisten der Antragsteller wohnen im Ausland. Diese Zahl hat die Erwartungen aller zustaendigen Stellen weit uebertroffen. Bis zum 31. Dezember 1960 sind in der Bundesrepublik und in Berlin rund 1.470.000 Entschaedigungsansprueche abschliessend bearbeitet worden, davon im Vergleich zu den anderen Laendern mit einigem Abstand die meisten, naemlich annaehrend 365.000 Ansprueche (rd. 25% in Nordrhein-Westfalen) (Rheinland-Pfalz rd. 17%, Berlin rd. 14%, Bayern rd. 13%, Hessen rd. 10%, Niedersachsen rd. 8%). Von den insgesamt angemeldeten Anspruechen waren Ende 1960 54% erledigt, nachdem 1960 die Entschaedigungsorgane in den meisten Laendern ihre Arbeitsleistung wesentlich gesteigert haben. Allein in diesem Jahre wurden in der Bundesrepublik und in Berlin 473.000 Ansprueche (17%) erledigt. Lrhoehung der finanziellen Leistung Diese Steigerung der Arbeitsleistung findet ihren Niederschlag in einer wesentlichen Erhoehung der finanziellen Leistungen. Bis Ende 1960 sind auf Grund des Bundesentschaedigungsgesetzes Aufwendungen in Hoehe von ueber 9 Milliarden Mark erbracht worden, davon mehr als 6 Milliarden fuer im Ausland lebende Verfolgte. Dieser Betrag ist bereits jetzt hoeher als die Summe, auf die der finanzielle Gesamtaufwand bei der Verabschiedung des Gesetzes im Juni 1956 geschaetzt wurde (damals rechnete man mit einem Gesamtaufwand voji ca. 3,5 Milliarden DM). Annaehrend ein Viertel des bisher gezahlten Gesamtbetrages, mehr als 2 Milliarden DM, wurde von nordrhein-westfaelischen Behoerden ausgezahlt. Allein im Jahre I960 wurden in Nordrhein-Westfalen mehr als 600 Millionen DM aufgebracht (1958 rd. 370 Millionen DM, 1959 rd. 430 Millionen DM); im gesamten Bundesgebiet und Berlin zusammen waren es 1960 mehr als 2 Milliarden DM. und DDR Im Gegensatz zur Bundesrepublik gibt es in der DDR eine Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts praktisch nicht. Was in diesem Teil Deutschlands als Wiedergutmachung fuer Opfer des Faschismus bezeichnet wird, beschraenkt sich im wesentlichen auf die Gewaehrung gewisser Vorteile an anerkannte, d. h. fuer das kommunistische Regime eintretende Verfolgte, darunter bei Erwerbsminderung Leistungen aus der Sozialversicherung. Eine individuelle Entschaedigung und Rueckerstattung oder Wiedergutmachungsabkommen mit anderen Staaten sind nicht in Erwaegung gezogen worden. Bezeichnend fuer die Einstellung zu der in der Bundesrepublik und in Berlin praktizierten Wiedergutmachung sind die Reaktionen der- Organe in der DDR bei Ersuchen um Amts oder Rechtshilfe fuer Wiedergutmachungszwecke. Soweit diese Ersuche ueberhaupt beantwortet wurden, hatten Amt' wortschreiben vielfach einen aehnltchen Wortlaut wie das Schreiben des "Staatlichen Notariats Mitte" int Ostberlin vom 4.11. 1959, in dem es heisst; “Da die Wiedergutmaehungsgesetzgelmngi der westdeutschen Bundesrepublik im Widerspruch zu wesentlichen Prinzipien der Rechtsmdrmmgi der DDR steht, koennen von dem Staatlichem Notariat Mitte im der Nachlassaehe Kraft keine Amtshamdtmg/m vorgenommen werden