Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIII (1961)
- Issue
- 8 (Agosto, 1961)
- Date
- 1961-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/8553624-8558034-9194485--3233-8558221- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Agosto 1961 BOLETIN INFORMATIVO 21 ^-1 mm4 Wfo?e/refi, Atftett, ¿e?e*e..¡ Einem nichtjuedischen Freunde Am 1. August vollendet das ael teste Mitglied efiner deutschsprachigen B u ehne, der hervorragende Schauspieler Eduard von Winterstein, das 90. Lebensjahr. Dieser Kuenstler, der sich selbst und seiner hohen Berufung treu geblieben war und sich m den Zeiten der barbarischen Nazi-Diktatur als Mensch und Kuenstier wunderbar bewaehrte, verdient es, auch in unseren juedischen Reihen gewuerdigt zu werden, zumal es viele juedische Menschen sind, die Wintersteins langen Lebensweg begleiteten, und denen er dankbare Anerkennung erwiesen hat. Der Kuenstler stammt aus Wien, wo er am ]. August 1871 zur Welt kam. Sein eigentlicher Name ist “Freiherr von Wangenheim”. Seine Mutter v/ar Schauspielerin und durch langjaehrige Vertraege an thueringische' Buehnen gebunden; so kam es, dass der Sohn in Mitteldeutschland seine Jugend verbrachte. Er kam frueh zum Theater und hatte als 24-jaehriger das Glueck, an das Berliner Schillertheater zu gelangen, von wo ihn einige Jahre danach Otto Brahm an das “Deutsche Theater” holte; dort ging er im Jahre 1905 zu Max Reinhardt ueber, als dieser jene beruehmte Buehne uebernahm. Eduard von Winterstein ist dann fuer viele Jahre eine der Saeulen dieses Ensembles geworden; er stand dort in der vordersten Reihe mit Friedrich Kaysler und Paul Wegener, Albert Bassermann, Else Lehman, Lucy Hoeflich u. a. m. In zwei schoenen Buechern, die er zwischen 1945 und 1947 erscheinen liess und die den Gesamttitel “Mein Leben und meine Zeit” (Ein halbes Jahrhundert deutscher Theater geschichte) tragen, erstehen vor dem Leser Jahrzehnte des Schaffens, der fruchtbaren Aktivitaet, bis in die Zeit nach dem 1. Weltkriege. Waehrend der erste Band “Den deutschen Schauspielern” gewidmet ist. bildet der zweite Teil eine Huldigung fuer Prof. Max Reinhardt, an den Winterstein mit unendlicher Dankbarkeit und Bewunderung denkt. “Der Zauberstab seines Genies” ist es gewesen, der dem Schauspieler Winterstein so viele wertvolle Anregungen zu geben vermochte, der ihm oftmals ueber all das hinaus zu wachsen ermoeglichte, was er dem eigenen Koennen ursprünglich zuzutrauen gedachte. Rund zwei Jahrzehnte intensiven Zusammenarbeitens mit dem grossen Regisseur sind so entscheidend fuer Wintersteins künstlerische Entwicklung gewesen, dass man sagen kann, selten haben sich Arbeit und Leistung eines Schauspielers und eines Regisseurs so zur Vollkommenheit verschmolzen wie in den vielen Aufzehrungen, in denen Winterstein unter Reinhardts Regie auftrat. Der Kuenstler hat auch noch Jahre hindurch am Berliner Staatstheater gewirkt. Zu seinen hervorragendsten Gestaltungen gehoeren sein “Faust”, “Teilheim” (Minna von Barnhelm), “Octavio Piccolomini” (Wallenstein), “Stauffacher” (Wilhelm Teil), “Rheingraf” (Kaethchen von Heilbronn), “Jago” (Othello) “Fuhrmann Henschel”, “Kreon” (Koenig Oedipus) und vieles mehr. Seine “Erinnerungen” sind voll von interessanten Episoden aus dem Theaterleben von einst, erfuellt von liebevollem Gedenken an laengst dahingegangene D a r s teller und Regisseure, unter denen juedische Menschen zahlreich vertreten sind. Zu keiner Konzession an die “Braunen Verbrecher” bereit, nicht mehr jung genug, in die Fremde gehen zu koennen, hat Eduard von Winterstein im “Dritten Reiche” ausgeharrt, immer dort helfend, wo dies noch moeglich war. So sah ihn die Stunde der Befreiung unter den ersten Schauspielern, die sich hervorwagen durften, weil sie nichts zu fuerchten hatten und sofort bei Kriegsende ihre Taetigkeit aufnahmen. Dem damals bereits 75-jaehrigen uebertrug man noch fuer mehr als ein Jahrzehnt Aufgaben von Bedeutung, die er mit seiner Gestaltungskraft erfuellte. Dem nunmehr 90-jaehrigen Veteranen des deutschsprachigen Theaters gehoeren auch die guten Wuensche und der Dank unserer Menschen, die einst Eduard von Winterstein auf der Buehne so oft gesehen und sich an seiner Kunst erfreut hatten. Curt Wilk Temperament, Komfort, Sicherheit und WirtschaftlichJieit ...alles in dem neuen TAUNUS 17-M ist die Stromform — Linie der Vernunft. Sie verwirklicht die Wünsche aller Autofahrer: mehr Kilometer im Tank, mehr Temperament unter der Haube, souveräne Strassenlage, dazu Fahrkomfort für sechs Personen Ganz klar: die glatte, strömungsgünstige Karosserie des neuen Taunus 17-M spart dem Motor Kraft und damit Kraftstoff. Mit einer Tankfüllung fahren Sie viele hundert Kilometer weit. FORD TAUNU$Z£~ Zum Fahren geboren - zum Sparen gebaut... MAURICIO HOCHSCHILD Y CIA. LTDA.