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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1961-07-01 · 7 (Julio, 1961) · p. Seite 19

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIII (1961)
Issue
7 (Julio, 1961)
Date
1961-07-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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JULIO 1961 BOLETIN INFORMATIVO 19 f DIE STIMME EINES GERECHTEN Haboker: Der Vertreter der evangelischen Kirche, Dr. Grueber, der im Eichmann- Prozess aussagte, klagte nicht in Zorn und Erregung an. Er erzaehlte bloss die furchtbare Wahrheit, als christlicher Geistlicher, der es sich zum Lebensziel gesetzt hatte, die Juden vor der Ermordung zu . retten. Wenn der Staatsanwalt seine historische Anklagerede mit dem Hinweis darauf eröffne,n konnte, dass mit ihm im Gerichtssaal sechs Millionen Anklaeger stehen, so konnte Dr. Grueber nur auf eine Handvoll Gerechter hinweisen, die mit ihm sich dem Bösen entgegenstellten. Im Namen aller derjenigen, die mit ihm “in Sodom” weilten, beschuldigte der Mann der deutschen Kirche sein Volk allein. Die Anklage tat gut daran, einen derartigen Zeugen aufzurufen, wenngleich manche Propagandisten die Aussage Dr. Gruebers dazu benutzen werden, auf das “andere Deutschland” hinzuweisen. Für das jüdische Volk aber gab es kein “anderes Deutschland”. Denn wenn es ein solches gegeben haette, haette Hitler nicht seine Bluttaten begehen können. Angesichts der Zeugenaussage zugunsten der wenigen, deren menschliches Herz unter ihrer Uniform im Anblick der Mordtaten blutete, verschaerft sich nur noch mehr die Schuld des gesamten Volkes, das diesen wenigen Gerechten gegenüberstand. Und nicht nur das: Dr. Grueber machte auch in der furchtbaren Anklage gegen sein Volk eine Lüge zunichte, die immer wieder aufkommt und für wahr gehalten werden will: Das Maerchen von der Unwissenheit des deutschen Volkes. Der deutsche Geistliche bestaetigte, dass das deutsche Volk um die Untaten des Naziregimes wusste. Unter allen Zeugenaussagen, die bisher im Eiehmannprozess erfolgten, leuchtet das Licht dieser Aussage eines Deutschen, der selbst in Konzentrationslagern litt, wie ein Stern. Niemand kann sich auch über die Worte Dr. Gruebers gegen die Repraesentanten aller derjenigen Völker hinwegsetzen, die er um Hilfe zur Rettung der Juden anging, und die untaetig und gleichgültig seine Forderung zurückwiesen. DER EICHMANN-PROZESS UND DIE NAZIVERBRECHER Da war: Im Eichmann-Pro- Prozess* fallen immer wieder die Namen von Naziverbrechern, die noch frei herumlaufen, sowohl in Deutschland als auch in Oesterreich. So befindet sich Franz Murer, der Henker der Juden Wilnas, in Freiheit und Ruhe in Oesterreich und hat es sogar fertiggebracht, ein geachteter Kaufmann zu werden. Ebenfalls Franz Karmasin ein Kriegsverbrecher der in der Slowakei in Abwesenheit zum Tode verurteilt worden ist laeuft frei in Westdeutschland herum. DER PROZESS Karmasin ist ein wichtiger Ehrenfunktionaer der Organisation der Sudetendeutschen, deren Praesident der westdeutsche Verkehrsminister Seebohm ist. Der Journalist Fritz Fiala, der sein Talent den Nazis verkauft, und Lügen über das Paradies Auschwitz verbreitet hatte, ist auch heute noch als Journalist in Westdeutschland taetig und wird als ehrenwertes Mitglied des deutschen J o urnalistenverbandes betrachtet. Hans Globke, desen Name mit den Nürnberger Gesetzen verbunden ist, nimmt einen hohen Posten bei den westdeutschen Regierungsbehörden ein. Nazirichter, die ihr Gewissen an das Verbrecherregime verkauft hatten, sitzen auch heute noch auf dem Richterstuhl. In Regierungsaemtern beider Teile Deutschlands befinden sich noch heute zahlreiche ehemalige Nazis, die dem Dritten Reich in Treue gedient haben. So ist es in Deutschland, und so ist es in Oesterreich. Wird dieser Zustand nicht geaendert werden? Es ist die Pflicht aller Staaten, in denen Naziverbrecher leben, diese Verbrecher vor Gericht zu stellen, und ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Es ist aber ebenso die Pflicht dieser Staaten ihr ¡öffentliches Leben von den Nazifunktionaeren zu reinigen. ABSCHLUS EINER PHASE IM EICHMANN-PROZESS Da war: Die Anklage hat die Vorlegung ihres Mate- NAHOST DEBATTE ZWISCHEN KAIRO UND MOSKAU “Haaretz”, die jetzt in aller Schaerfe geführte Zeitungsdebatte zwischen Kairo und Moskau ist all zu ernst und ist nicht als ein Zeichen wirk lieh gespannter Verhaeltnisse zwischen den beiden Laendern zu nehmen. Die VAR sei heute bereits wirtschaftlich, aber auch militaerisch vielzusehr von der UdSSR abhaengig, um sich einen Bruch mit der UdSSR leisten zu koennen. Der Handel der VAR ist heute weitgehend auf die Ud.SSR abgestellt und das bereits begonnene Entwicklungsprogramm koennte ohne die zahlreichen Techniker der Russen, die sich in der VAR befinden, gar nicht durchgeführt werden Noch mehr trifft das auf das Heer zu, das heute ganz mit russischen Waffen ausge stattet ist und Munition. Ersatzteile und technisches Ausbildungsp e r s o n a 1 von Russland braucht. Untersucht man aber warum doch diese Spannung entstand, so darf man dies auf die Spitzenkonferenz d. 22 neutralischen Staaten zurückführen, die im Herbst stattfinden soll und in Kairo geplant und vorbereitet wird. Kommt diese Konferenz zustande, so würde dies einen weiteren grossen Prest i geg e w i n für Marschall rials im Eichmann-Prozess beendet, und damit ist der erste Abschnitt des Prozesses abgeschlossen: die Enthüllung der Wahrheit über die Vernichtung des jüdischen Volkes in Nazi-Europa. Nicht die ganze Wahrheit wurde enthüllt, denn das ist noch nicht möglich. Was aber enthüllt wurde, gibt ein wahres Bild von der Taetigkeit des verfluchter Apparates der zur Durchführung der “Endlösung” für die Judenfrage errichtet wurde. Jetzt wenigstens weiss die Welt, was die Nazis dem jüdischen Volk angetan haben, und sie weiss auch, dass die Vernichtung nicht die furchtbaren Ausmasse angenommen haette, wenn die antinazistischen Staaten grössere Bereitschaft zur Rettung der Juden gezeigt haetten. Nicht alles, was Joel Brand über das Geschaeft “Ware gegen Blut” berichtet hat, wurde bestätigt. U. a. gibt es Leute, die die angebliche Aeusserung Lord Moynes gegenüber Brand “Was soll ich mit einer Million Juden anfangen?” bezweifeln. Tatsaechlich sind diese Worte von Mr. Rundall, einem hohen Beamten des Foreign Office in London, Schareth gegenüber gesagt worden. Das Angebot “Ware gegen Blut” ist aber gemacht worden, und die Behörden der Allierten haben alle Vorschlaege der Sochnuth auf Haltung des Kontaktes über diesen Vorschlag abgelehnt, deren Ziel es war, eine Unterbrechung der Deportationen in die Vernichtungslaeger herbeizuführen. FRAGEN Tito von Jugoslawien bedeuten. Dies aber kann weder der UdSSR, noch Peking recht sein, die Tito u. seinen Revisionismus scharf bekaempfen. Auf der anderen Seite wil! Nasser gerne zeigen, dass ei wirklich eine neutralistische Politik betreibt. Von den amerikanischen Diplomaten, die das schon lange behaupteten, wird diese Gelegenheit benützt und eine Annaeherung der USA an die VAR empfohlen. Haaretz meint, dass sich aber bald zeigen wird, dass Abdel Nasser sich von der militaerisehen u. wirtschaftlichen Abhaengigkeit von der UdSSR nicht wird frei machen koennen. NAHOST-FRAGEN ISRAEL UND ZYPERN Lamerchaw; Die gemeinsame Erklaerung, welche Nasser und Erzbischof Makarios nach dem Besuche des cypriotischeh Staatspraesidenten in Kairo veroeffentlicht haben, hat in Israel Enttaeuschung hervorgerufen. Wir hatten gehofft, dass angesichts der freundschaftlichen Beziehungen zwischen Israel und Zypern, Erzbischof Makarios nicht, wie schon viele Staatsmaenner vor ihm, die Kairo besuchten, am Schlüsse dieses Besuches die übliche Steuer in Form einer SICHERHEITS AMERIKANISCHE MILITAERHILFE AN ISRAEL UND DIE ARABISCHEN STAATEN Cheruth: Vom Tage seines Bestehens an, erhielt Israel grosszügige Hilfe durch die USA. Eigentlich noch vor Errichtung des Staates unterstützte uns Washington und wir sind der amerikanischen Regierung und dem amerikanischen Volke dankbar für die wichtige politische und wirtschaftliche Hilfe, die uns zuteil wurde. Natürlich waere es uns möglich, alle unsere Einnahmen aus dem In-und Auslande zu Gunsten des Staatsaufbaus und seiner Entwicklung zu investieren, wenn die arabischen Machthaber nicht unsere Vernichtung planen würden und wenn sie nicht Waffen aufstapeln wuerden, die sie von beiden grossen Maechteblocks erhalten. iDe bittere Reaiitaet aber zwingt uns dazu, einen grossen Prozentsatz unserer Einnahmen für unsere Sicherheit aufzuwenden, um uns im Notfall erfolgreich gegen die Feinde verteidigen zu können. Die Nationen der Welt wissen genau, dass Israel Frieden wünscht, und staendig bereit ist, dem jetzigen Zustand ein Ende zu machen, um Fortschritt und Frieden im Mittleren Osten zu fördern. Israels Ersuchen an die grossen Nationen um Waffen erfolgt nur deshalb, weil ohne Waffen der jiddische Staat dem Untergang ausgeliefert ist und Nasser und seine Gefolgsleute sonst Ihr Ziel erreichen könnten; Die Israelis ins Meer zu wer' fen. Trotz dieses Umstandes aber haben wir Schwierigkeiten, zu unserem Erstaunen und Befremden, Militaer hilfe von dem grössten Staat zu erhalten, den USA. Als sieben arabische Heere uns überfielen, erliessen die Vereinigten Staaten ein Waffenembargo und leisteten dadurch der arabischen Aggression gegen uns Vorschub. Wenn nicht der heldenmütige Widerstand unserer Jugend im Lande und die Hilfe aller Juden aus dem Auslande eingesetzt haetten, waeren es den Arabern gelungen, das Werk Hitlers und seines Haupthelfers Eichmann zu vollenden. Noch mehr aber muss es uns wunder nehmen, dass die USA die Araber mit Waffen beliefern, die doch auch von anderen Staaten miltaerische Unterstützung erhalten, waehrend Israel staendig benachteiligt wird. NEUE BINDUNGEN Jerusalem Post: Der offizielle Besuch Ben Gurions in Kanada wurde durch ein gemeinsames Communique beider Regierungschefs beendet. Als der israelische Ministerpraesident bei seiner Presse- - PROBLEME konferenz dann gefragt wurde, welchen Grund er eigentlich für diese Reise nach Kanda gehabt habe, erklaerte Ben Gurion und zwar in voller Afmerksamkeit und Bedeutsamkeit, er glaube, dass eine Reise nach Kanada Grund genug sei. Und das ist wohl auch weitaus mehr wahr als alle übrigen Kommentare, die zB. darauf hinzielten zu erklaeren, es habe sich um vorbereitende Gespraeche für die Unterhaltung des Ministerpraesldenten mit Praesident Kennedy gehandelt. Ben Gurion hat bereits mehrere Male klargemacht, dass sich Israel nicht auf Garantieen der Vereinten Nationen verlassen kann, waehrend die aegyptischen Düsenflugzeuge nur 10 Minuten von Tel-Aviv entfernt stehen. Angesichts der Ost- West Spannungen kann die UNO sowieso wenig zur Verminderung der Kriegsgefahren aus eigner Initiative heraus tun. Eine machtvoll vorwaertsschreitende Nation wie Kanada kann die UNO als ihr Instrument amsehem, und dort für Frieden oder wenigsten für Verminderung der Weltapannung eintrefcen.. Kanada hat seit langem keinen eigenen Krieg' geführt, aber in beiden Weltkriegen seine Soldaten für diie Sache des Commonwealth eingesetzt. Diese Macht kann sich erlauben, Soldaten in ferne Stützpunkte zu entsenden, um nicht nur die eigenen Grenzen verteidigen zu müssen. Israel würde gern eine UNO sehen,. die wirklich tattkraeftig ist, statt eine Körperschaft darzraisteltem,. . diie letzten Endes die Verteidigung eines Landes behindert,, nachdem sie nicht imstande gewesen ist die Aggression zu verhindern. Die beiden Mfiinisterpraesidenten erklaeiten sich in den entscheidenden Gesichtspunkten einig, wiesen auf die Kluft zwischen dem Lebensstandard in den afrikanischen* und den westlichen Nationen hin und zeigten gemeinsames Interesse für die jungen Staaten. Abmachungen dürften in Ottawa nicht getroffen worden sein, aber beide Staaten haben neues Verstaendnis für einanSer erreicht. Davar: Die Bedrohung unserer iRvistemr ¡¡st noch nicht vorbei. Der Feind bereitet sich für einem Vernichtumgsfeldzug gegen minna vor Wer sieh ein richtiges Bild unserer Sicherheitsilage machen will, muss immer wieder offenen Auges die Vorgaenge beobachten. Dies müssen auch unsere Freunde im Auslande tun. Sowohl der Ministerprae&ident, als auch der Armeekommandant haben vergangene Woche auf diese Gefahren hingewiesen und uns vor der Gleichgültigkeit gewarnt, die heute einen Teil der Bevoelkerung erfasst hat. Das Sicherheitsproblem ist bis auf den heutigen Tagdas ernsteste Problem unseres Staates geblieben. Erklaerung “über die Palaestinafrage und die Flüchtlinge” an Nasser bezahlen würde. Man hoffte, dass sich Makarios einer solchen Erklaerung, würde entziehen koennen. Natürlich versuchen wir eine positive Erklaerung dieses Tatbestandes der gemeinsamen Erklaerung von Kairo zu finden. Wahrscheinlich gibt es diese Erklaerung auch. Aber es ist nicht zu übersehen, dass diie arabische Propaganda diese gemeinsame Meinungsaetaßse.-- rung zur PaJhesÄaJta*?.- weidlich ausniättam «M. E& ist wieder deubleh sewowtem (FMttMtams Seilte- 28D)

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