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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1961-07-01 · 7 (Julio, 1961) · p. Seite 11

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXIII (1961)
Issue
7 (Julio, 1961)
Date
1961-07-01
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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JULIO 1961 BOLETIN INFORMATIVO 11 EIN MUSEUM DER JUEDISCHEN SELBSTVERTEIDIGUNG Unfoermige Musketen aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg, arabische (Dolche und britische Bajonette, improvisierte Handgr a n a t e n und Pistolen aus sechszehn Laendern finden sich, ordentlich aufgereiht und mit Schildern bezeichnet, , in rechteckigen Schaukaesten Auf einem Regal stehen glaenzende runde Flaschen mit Mustern von in Heimarbeit hergestellten Sprengstoffen. An der Wand haengt ein Schlagring, rostig von Alter und langem Nichtgebrauch. Darüber findet sich die lakonische Inschrift: “Dies sind die Werkzeuge, die unseren Staat geschmiedet haben”. Wir befinden uns im Erdgeschoss von Beit Golomb, das kuerzlich durch den Ministerpraesidenten David Ben-Gurion als das offizielle Hagana Museum Israels eingeweiht wurde. Bei der Feier waren zahlreiche Hagana Veteranen anwesend, einschliesslilch des Staatspraesidenten und fast aller Mitglieder des Kabinetts. NATIONALES MUSEUM Das zweistoeckige, m i t Stuck verzierte Haus wurde von Eliahu Golomb erbaut, dem legendaeren Stabschef der Hagana Untergrundbewegung, vielleicht der wenigst bekannte, aber beliebteste der Gruender der juedischen Selbstverteidigungsorganisation. Die Idee, sein bescheidenes Heim in ein Museum zu verwandeln, entstand so spontan und wurde ebenso schnell ausgefuehrt - wie die meisten militaerischen Beschluesse, die hier in diesem einfachen Studierzimmer mit seinen gradlehnigen Stuehlen und Spitzenvorha^ngen gefasst wurden. Das Haus, das an einer der belebtesten Strassenkreuzungen Tel Avivs am Rothschild Boulevard gelegen ist, stand im Begriff abgerissen zu werden, um einem Wolkenkratzer mit Bureauraeumen Platz zu machen. Der Verkaufsvertrag sollte an einem bestimmten Dienstag im lezten Herbst unterzeichnet werden. Am Sonntag nachmittag kam dies Frau Golda Meir, Minister des Auswaertigen und ehemaliges Mitglied des Generalstabs der Hagana, zu Ohren. Noch am selben Abend berief sie eine Sitzung in ihrer Wohnung ein, und es wurde ein “Aktionskomitee” gewaehlt. “Ein Volk wird nach der Faehigkeit, seine Vergangenheit lebendig zu erhalten, beurteilt”, sagte sie, und alle ihre frueheren Mitarbeiter stimmten ihr zu. Am selben Abend wurde di* Idee eines nationalen Museums gefasst und mit einer Energie ' aufgenommen, die der alten Untergrundkaempfer wuerdig war. Man beschloss, “Bausteine” zu verkau fen und zu diesem Zweck einen persoenlichen Appel an Flreurfäe und Unterstuetzer der Hagana im In - und Ausland zu richten. So wird die Staette, von der aus die Sicherheitsmas s n a h m e n des juedischen Palaestina waehrend zweier Jahrzehnte gelenkt und kontrolliert wurden, bewahrt werden — auf dass dieses und kuenftige Geschlechter den Scharfsinn juedischer militaerischer Pioniere bewundern und die unglaublich bescheidenen Anfaenge der heutigen israelischen Verteidigun g s a r m e e sehen koennen. Sind es wirklich erst 13 Jahre her, dass diese spielzeuggleichen Maschinenpistolen, die in einem Haifaer Keller hergestellt wurden, die Haupwaffen des belagerten Jerusalem waren? Liegt nur eine halbe Generation zwischen diesen modernen Tanks draussendie das Heer zu Ehren seiner tapferen Vorlaeufer sandte - und dem primitiven “Davidka” Moerser, dessen Laerm (nicht seine Bomben) safed im Fruehjahr 1948 rettete? DIE GESCHICHTE DER JUEDISCHEN SELBSTVERTEIDIGUNG Doch fuehrt uns die Geschichte der juedischen Selbstverteidigung ein halbes Jahrhundert in die Vergangenheit zurueck. Im dritten Stockwerk des modernen Museumsgebaeudes hinter Beit Golomb sieht man eine eindrucksvolle Reihe von Photographien der Gruender des “Haschomer”, die als erste die Idee “Juedische Waechter fuer juedische Kolonien” propagierten. 1897 ist die Jahreszahl unter dem Photo einer Gruppe kriegerischer Reiter auf weissen arabischen Pferden mit langen tuerkischen Gewehren. Das Zion Maultierkorps (Zion Mule Corps) und seine Veteranen, die nach dem Siege der Alliierten in Palaestina blieben, folgten in ihren Fusstapfen und zaehlten zu den Gruendern der auf gegenseitiger Verteidigung aufgebauten Organisation, die im Jahre 1920 auf einer Sitzung der Histadrut Exekutive ins Leben gerufen wurde und sogleich den Namen “Hagana” erhielt. Im selben Jahre brachen arabische Unruhen aus und geben den jungen Verteidigern reichlich Gelegenheit, ihren Mut zu beweisen. Da sie Erfahrung in naechtlichen Kaempfen und der beweglichen Taktik der arabischen Banditen hatten, gingen sie bald zu einer “konstruktiven Of f e n s i v-e” ueber, wie sie in einem ihrer geheimen Rundschreiben genannt wurde. Wir sind nun bei der “Mauer und Wachtturm” Zeit der dreissiger Jahre angelangt, der der zweite Stock des Museums gewidmet ist. Mit Hilfe von Bildern, Landkarten und Modellen ist das ganze Netz der juedischen Siedlungen dargestellt, die im Laufe einer einzigen Nacht an strategischen Punkten des Galils und Judaeas errichtet wurden. Von hier aus fuehren uns einige Stufen zur Darstellung der Epoche der Juedischen Brigade. Am Eingang sehen wir ein Plakat aus dem Jahre 1940. das die juedische Jugend aufruft, (britische) Waffen zur “Rache und Befreiung” zu ergreifen. Ingenieure, Pioniere, die Infaptrie das Frauen-Hilfskorps und eifi Dutzend anderer Zweige der britischen Armee hatten alle Einheiten juedischer Freiwilliger. Doch die Feder war niemals weit vom Schwert. Es hat den Anschein, dass es keine einzige palaestinensische Kompanie ohne eine eigene hebraeische Zeitschrift gab. Einige hatten sogar eigene Amateur-Kari- Von P. E. LAPIDE katuristen und Dichter, wie aus den hier ausgestellten Exemplaren der Zeitschriften “Die Fackel”, “Der Walchtturm” und “Das Brigade- Journal” hervorgeht. “SLICKS” Eine Untergrund - Widerstandsbewegung sollte, wie man romantischerweise annimmt, unterirdisch sein, und wirklich, eine ganze Abteilung des Museums ist den “slicks” Vorbehalten, wie die Waffenverstecke in jenen Tagen genannt wurden. In einer Ecke im Erdgeschoss sieht man eine der etwa 20 Dampfwalzen, in deren hohlen Zylindern die Hagana ihre ersten schweren Maschinengewehre “importierte”. Die an einen Pfeiler gelehnten Sauerstoffbehaelter enthielten Handgranaten und Ersatzteile fuer Gewehre, und in einen elektrischen Transformator, der als “landwirtschaftliche Maschine” ausgegeben wurde, war ein voilstaendiger Moerser eingebaut. Ausgehoehlte Buecher ueber so harmlose Themen wie Botanik und griechische Archaeollogie dienten als Verkleidung fuer Pistolen, und selbst ein Fuellfederhalter mit einem silbernen Verschluss konnte - eine einzige Kugel schiessen. DIE GEBURTSWEHEN DER “ZAHAL” Im ersten Stock sieht man die Geburtswehen der Israel Armee - des lebhaften Kindes des “Haschomer” und der Hagana. Ihr Geburtsschein, der erste Tagesbefehl, der die Gruendung der israelischen Verteidigungsarmee anzeigt, haengt neben Photokopien damalig “streng geheimer” Korrespondenz. Hier findet sich auch der Befehl an die Siebente Brigade, Nazareth einzunehmen. Daneben, unter Glass, liest man den historischen Befehl vom 19. Mai 1948 an die Etzion Brigade, am Vorabend des totalen Frontalangriffs der Arabischen Legion auf Jerusalem. Er besteht aus vier nuechternen Saetzen, geschrieben auf einer Armee- Schreibmaschine auf dem grauen Blatt eines Nachrichtenformulars. Auf solch bescheidenem Material wurde der Ruhm Israels gegruendet. Doch ist nichts Bescheidenes in den funkelnagelneuen Maschinengewehren, den glaenzenden Flugzeugbomben und Kanonen, die im Pavillion der Militaerindu|s t r i c ausgestellt sind. Auf einer hoelzernen Plattform stehen mehrere Kisten mit “Uzzis” - den leichten israelischen Maschinenpistolen - fertig fuer den Export nach Holland. In speziell hergestellten Buechsen befindet sich Nitroglyzerin, das in verschiedenen kleineren Industrien benutzt wird und einige Nebenprodukte der Munitionshersteilung, die an Streichholzfabriken und Faerbereien verkauft oder fuer die Fabrikation von Schaedlingsbekaempfungsmitteln verwandt werden. Das Hagana Museum wurde, geziemender Weise, am Vorabend des 13. Unabhaengigkeitstages des Staates Israel eroeffnet. Dies ist der Tag unseres “Erwachsenwerdens”, und wahrlich haben wir seit 1948 einen langen Weg zurueckgelegt. Aber man weiss aus Erfahrung, dass die Jugend schnell die Kaempfe ihrer Vaeter vergisst. Daher ist der Sinn des Beit Golomb das die Anfaenge der Hagana in seinen Mauern sah, die Erinnerung an die Vergangenheit, ihren Geist und ihre Leistungen wachzuhalten. WALDBRAENDE IN ISRAEL EINE WIRTSCHAFTSGEFAHR Von HERBERT FREEDEN “Was fuer eine Festung haben Sie hier gebaut?”, fragte sich ein Tourist und zeigte auf den interessanten Bau des Turmes bei Massua, zwischen dem Entwicklungsgebiet von Adullam und Lachisch. Und wirklich, in seiner Art ist er eine Festung - eine Festung im Kampf gegen einen Feind, der nicht nur Sachschaden anrichtet, sondern etwas zerstoert, das nicht wieder gutgemacht werden kann: Zeit. Wir sprechen von Waldbraenden, denn jener merkwuerdige Bau hoch oben auf dem Huegel ist ein Feuerwachtturm. Waldbraende zu verhueten heisst nicht nur finanzielle Verluste zu vermeiden. Ein Wald braucht viele Jahre um zu wachsen, und keine Versicherungsgesellschaft der Welt koennte die Jahre ersetzen, die durch Feuer verloren gehen, durch Braende, idie die Entwicklung einer ganzen Gegend um ein Jahrzehnt oder mehr zurueckwerfen. Mit wachsender Siedlung und dem Vormarsch der Zivilisation ‘nimmt die Gefahr der Waldbraende in Israel von Sommer zu Sommer zu. Nicht nur die Zahl der Baeume waechst, sondern auch die Vielfalt der Moeglichkeiten und Anlaesse, die zu ihrer Zerstoerung fuehren. Funken von Sehweissa’rbeiten bei Roehrenanlagen oder beim Strassenbau koennen auf trockenes Unterholz fallen; Farmern, die Stoppeln und Disteln auf ihren Feldern versengen, gelingt es manchmal nicht das Feuer zu kontrollieren, das sie selber entfacht haben; Armeemanoever sind auch nicht selten der Grund von Waldbraenden, nicht zu sprechen von Lagerfeuern der Soldaten und Ausfluegler, und natürlich den weggeworfenen Zigarettenstummeln am Rande der Chausseen. Alte und junge Waelder Reagieren i unterschiedlich. Wenn Kiefern, die acht Jahre alt sind, Feuer fangen, so oeffnen sich im allgemeinen die Zapfen durch die Hitze, fallen auf den Boden, und nach den Winterregen spriessen aus den Samen neue Setzlinge. Bei jungen Wael- Idern dagegen ist 'die Zerstoerung komplett und das einzige, was man tun kann, ist, sie von neuem zu pflanzen. Das Ausmass der Waldbraende laesst sich ermessen, wenn wir als Beispiel eines der schlimmsten Jahre nehmen - 1954. Der Schaden an Her israelischen Forst und Landwirtschaft in jener Saison betrug ueber 12 Millionen Pfund und kann nur mit der Zerstoerung verglichen werden, die die arabischen Unruhen der Jahre 1936-1939 mit sich gebracht haben. Waehrend jener fuenf Sommermonate vernichteten 25 Waldbraende nicht weniger als 250.000 Baeume. Ueber 5.000 Arbeitsstunden allein wurden zum Loeschen der Braende benoetigt. Vor kurzem ist ein Bericht fuer das Jahr 1960 eingelaufen. Die Situation hat sich entscheidend gewandelt. 58 Waldbraende, auf einem Gebiet von 965 Dunam, zerstoerten 65.000 Baeume wobei ein Schaden von IL( 80.000 verursacht wurde. Die meisten Feuer wueteten in den Restbestaenden der alten, “natuerlichen” Waelder, d. h nicht in den in den letzten Jahren von Menschenhand angelegten. Worauf ist die Verbesserung der Lage zurueckzufuehren, trotz der groesseren Waldbestae n d e? Allein in den letzten 13 Jahren, seit Entstehung des Staates, wurden 50 Millionen junge Baeume gepflanzt. Der Keren Kayemeth hat keine Helikopter oder andere Flugzeuge zur Verfuegung, die etwa, wie man es in Kanada tut, Chemikalien auf brennende Waelder spritzen, aber nichtsdestoweniger eine wirksame, feuerb ekaempfende Organisation, die auf den Wachttuermen in den Bergen basiert. Patrouillen, mit Radio- und Loeschapparaten ausgestattet, die rechtzeitig von den tPosten auf den Beobachtungstuermen alarmiert werden, haben immer wieder durch promptes und schnelles Eingreifen verhindert, dass lokale Feuer in grosse Waldbraende ausarten. Waehrend im vorhergehenden Jahr dieser Feuerloeschdienst 24 Braende lokalisierte, stieg diese Zahl in diesem Berichtjahr auf 32 an, aber sie konnten lokalisiert werden. Viele Faelle von Waldbraenden sind auf Nachlaessigkeit zurue c k z ufuehren und koennen, zumindest theoretisch, durch entsprechende Aufklaerung und Erziehung der Oeffentlichkeit vermieden werden. Aber eine gewisse Anzahl von Forstfeuern wird immer ausbrechen, denn waehrend des langen, regenlosen Sommers in Israel kann trockenes Buschwerk oder Gras, der Sonne ausgesetzt, allein durch die Einwirkung der Hitze Feuer fangen. Die neuen Wachttuerme des Keren Kayemeth sind sozusagen “feuerstrat e g i s c h” placiert - im Norden bei Hanita und auf dem Gilboä; im Zentrum auf dem Karmel undin den Bergen von Menasche; und im Jerusalemer Bergland bei Harel, Eschtaol und Givath Jearim. Festungen sind diese Wachttuerme wirklich, Festungen im Kampfe gegen Verwuestung und Zerstoerung. Aber wie so haeufig, verbindet sich das Gute mit dem Nuetzlichen, in diesem Fall sogar das Schoene mit dem Nuetzlichen.

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