Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIII (1961)
- Issue
- 3 (Marzo, 1961)
- Date
- 1961-03-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Marzo 1961 BOLETIN INFORMATIVO 19 "GUERTE DICH, JERUSALEM Von HERBERT FREEDEN Es war auf einem griechischen Schiff. Wir fuhren von Rhodos nach Kreta und wie es sich so ergibt, kamen wir ins Gespraech mit unserem Nachbarn auf Deck. Er war ein Mann aus Herakleon und so gut es sein' Englisch ermoeglichte, das noch aus der Kriegszeit sprechen konn te, fragt er woher wir kaemen; “Aus Jerusalem” war die Antwort. Der Mann starrte uns an und wusste nicht, ob er recht verstanden hatte. Dann sagte er “kann man' denn dort wohnen?!”. In der Tat, Jerusalem ist nicht nur eine Stadt, Jerusalem ist ein- Begriff, eine Botschaft ,ein Symbol. Vielleicht hatte der Mann angenommen, wir kaemen aus dem himmlischen Jerusalem, nicht dem irdischen, das dfe Hauptstadt Israels ist. Jerusalem kann sich mit keiner Stadt der Welt vergleichen. 2000 Jahre lang hat ein Volk um diese Stadt geweint, und der Widerhall des Psalmisten “Wenn ich Dein vergesse, oh Jerusalem, soll meine Rechte verdorren und meine Zunge am Gaumen kleben, wenn ich Jerusalem nicht als hoechste meiner Freuden erkenne” ist heute noch nicht verklungen. Das juedische Volk hatte schon eine tausend] aehrige Geschichte hinter sich, bevor Jerusalem zum Zentrum des Landes wurde. Aber erst hier vor ungefaehr 3.500 Jahren, wurde seine politische und geistige Einheit durch Koenig David geschaffen, der das jebusitische Jerusalem in die Hauptstadt des vereinten Koenigreiches verwandelte. Erinnerung, Verzweiflung und Hoffnung sprachen aus dem Wort “Zion”, Jerusalem, selbst in seinen Truemmern, war zum Sinnbild der Erloesung geworden: keine andere Stadt in der Welt kann wie sie den Anspruch erheben, der Menschheit ein so grosses ethisches Geschenk gemacht zu haben. Und keine andere Stadt war der Mittelpunkt eines Volkes, um die dessen Traeume und Gebete kreisten. Als Jerusalem in Schutt und Asche lag, wurder es sogar noch mehr zum Inbegriff jener sittlichen Forderungen und Lehren, die mit seinem Namen fuer immer verbunden sind. Gemessen an der Groesse und Gewalt seines Namens musten alle Versuche im letzten Jahrhundert Jerusalem aufzubauen scheitern. Erst in den vergangenen dreissig Jahren hat sich auf den alten Huegeln von Judaea wiederum eine Stadt erhoben, die des Namens Jerusalem wuerdig ist. Seit 12 Jahren traegt sie unsichtbar eine Krone —sie ist zur Hauptstadt des Staates Israel geworden wie in den Zeiten Koenig Davids. 200.000 Menschen wohnen in ihren Mauern, breite Strassenzuege wurden angelegt, moderne Bauten sind erstanden, Zentren der Wissenschaft und Kunst haben hier ihren Platz gefunden und die Stadt waechst von Jahr zu Jahr. Aber dennoch besteht eine merkwuerdige Diskre p a n z zwischen dem Jerusalem, wie es ist und dem Jerusalem, wie die Welt es sieht. Wie kann man diesen einzigartigen Schatz der Menschheit entwickeln, wuerdig seiner Vergangenheit und als eine Gewaehr dafuer, dass auch in der Zukunft die symbolischen 'Werte fuer die der Namen Jerusalem steht, geachtet und hochgehalten werden? Um diese Botschaft in die Welt zu senden hat sich eine Organisation gebildet “Lemaan Yerushalayim” (Fuer Jerusalem), dessen Motto die Worte sind “Und Jerusalem komme Euch in den Sinn” (Jer. 51/50). Die Aufgabe dieser Organisation ist Zusammenschluss aller Menschen, in deren Herzen die Liebe zu Jerusalem nicht erloschen ist, um dieses Gefuehl in eine konkrete Bindung zu verwandeln. Ein Programm, an dem sich jeder, dem Jerusalem teuer ist, sich aktiv beteiligen kann, gibt diesem Streben dynamischen Ausdruck. So ist es zum Beispiel absurd zu hoeren, dass es in Jerusalem kein Museum und keine Bibliothek gibt, die alles ,was irgendwann und irgendwo in irgend— einer Sprache —und deren sind ueber 1.200— ueber Jerusalem geschrieben wurde, umfassen. Eine solche Sammlung wuerde einmalig in der Welt sein und dazu beitragen, den Platz Jerusalems in der Kultur der Menschheit festzulegen und zu verstaerken. Jerusalem war seit je die Stadt des Wortes und deshalb soll hier, angeregt durch einen kuerzlichen Besuch des Seniorchefs des Ullstein-Verlages, Herrn Rudolf Ullstein, ein Zentrum der Druckkunst entstehen, nicht nur eine Schule, die die Drucktechnik als solche lehrt, sondern darueber hinaus eine Druckakademie, die dem ganzen Gewerbe im Lande Anleitung und Fortbildung geben wird. Ein weiterer interessanter Teil des Programmes schliesst Pilgerfahrten nach Jerusalem ein. Die Parole “Besuche Jerusalem einmal in Deinem Leben” wendet sich insbesondere an die junge Generation, und ein bis ins Einzelne ausgearbeiteter Plan sucht mit Hilfe eines, diesem Zwecke dienenden Sparkonto den jungen Menschen diese Reise moeglich zu machen. Gleichzeitig soll so ein staendiger Kontakt mit jener Jugend geschaffen werden man will sie auf die Reise emotionell wie durch faktische Kenntnisse vorbereiten. Eine besonders schoene Idee ist es, jedem der jungen Menschen bereits vor seiner Reise ein Zertifikat zu schikken, in dem es heisst, das auf seinem Namen ein Baum in Jerusalem gepflanzt wurde. Damit ist seine Bindung mit dieser Stadt schon vor seiner Ankunft real geworden. Von allen Touristen, die Jerusalem besucht haben, soll eine Karthothek angelegt werden, sodass der Kontakt zwischen ihnen und der Stadt nicht abbricht. Jedes Jahr entweder zu Rosch Haschanah oder bei christlichen Touristen zu Weihnachten, wird der Bürgermeister von Jerusalem Gruesse an jene Besucher senden und sie an ihre Bindung mit der ewigen Stadt erinnern. Es ist selbstverstaendlich, dass eine solche Stadt wie Jerusalem nicht nur ein Kulturzentrum ist, sondern auch ein schoenes und wuerdiges Aeussere haben muss. Es ist deshalb im Programm der “Fuer Jerusalem Organisation” der Heiligen Stadt ihre Anmut und majestaetische Schoenheit wieder zu geben, und mit Hilfe des Keren Kayemeth werden die oeden Felsen und Haenge, die sie umgeben, in gruene Waelder und bluehende Gaerten verwandelt. “Wie die Berge, die Jerusalem umfasse, so umgibt der Herr sein Volk von nun an bis in die Ewigkeit”, singt der Psalmist: und jene Berge sollen aus ihrem Verfall erloest werden. Zu den Gründungsmitgliedern dieser Organisation, deren Initiator und Leiter Herr M. Shenhabi ist, gehoeren bekannte Persoenlichkeiten aus dem oeffentlichen Leben. Als Mitglied des Verbandes kann sich jede erwachsene Person von ueber 20 Jahren im In-und Ausland anschliessen. Ein foerderndQs Mitglied koennen oeffentliche Koerperschafften in allen Teilen der Welt werden. Denn Jerusalem ist und bleibt “Die Mutter der Gemeinden”. Jedem einzelnen, Gemeinde und Organisation, Gesellschaft und oeffentlichen Instution steht es frei zur Verherrlichung Zions und zur Glorifizierung der Heiligen Stadt beizutragen. kwia, g&fawot... /Á INTERNATIONAL 100, GEBURTSTAG PROF. HUGO PREUSS Die Universitaet Berlin beging mit einer Akademischen Feier den 100. Geburtstag von Prof. Hugo Preuss, dem “Vater” der Weimarer Verfassung. -O- ERASMUS-PREIS FUER CHAGALL UND KOKOSCH¬ KA Der Erasmus-Preis der Niederlande fuer das Jahr 1960, wurde den Malern Marc Chagall und Oscar Kokoschka zuerkannt. -O- RENAULT-KONFLIKT BEIGELEGT Der Rat der Praesidenten Juedischer Organisationen in den U.S.A. erklaerte, dass er den Konflikt mit der Firma Renault als beibelegt be trachte, nachdem diese Firma ihrer Bereitwilligkeit, geschaeftliclie Beziehungen mit Israel aufzipiehmen, Ausdruck gab. —O— S. P. D. FORDERT BEZIE¬ HUNGEN MIT ISRAEL Auf der Tagung der S. P. D. in Hannover wurde einstimmig eine Resolution angenommen welche die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und Israel fordert. DR. PERLZWEIG BESUCHTE SUED AMERIKA Der Vorsitzende der inter nationalen Abteilung des Juedischen Weltkongresses, Dr. Maurice Perlzweig, besuchte die Jischuwin von Argentinen, Chile, Brasilien und Uruguay. —O— SYNAGOGE IN SCHEVENINGEN Die Synagoge von Scheveningen wurde nach erfolgter Restaurierung wieder eingeweiht. —O— CARLEBACH STRASSE Der Buergermeister von Hamburg gab bekannt, dass eine Strasse in, Altona nach Rabbiner Dr. Carlebach benannt worden ist. —O— NEUE SYNAGOGE IN LENINGRAD Wie Dr. Gerhard Riegner, Leiter der europaeischen Abteilung des W. J. C. bekanntgab, hat die Regierung der Sowj-etunion die Erlaubnis zum Bau einer neuen Synagoge in Leningrad erteilt. —O— OBERRABBINER DR. SICHER VESTORBEN . Dr. Gustav Sicher, Oberrabbiner von Prag, Boehmen und Maehren, verstarb nach langjaehriger Krankheit. AGAVEN FUER DEN GAZASTREIFEN 10.000 Dunam sollen im Gazastreifen m i t Agaven bepflanzt werden. NEGATIVE ZAHLUNGSBILANZ Der Vorsitzende der Bank Leumi, David Horowitz, warnte vor uebertriebenem wirtschaftlichem Optimismus und gab bekannt, dass sich die negative Zahlufigsbilanz von 286 Millionen Dollar im ISRAEL Jahre 1955 auf 300 Millionen im Jahre 1959 erhoeht habe. STAHLERZEUGUNG 45.000 TONNEN Die israelische Stahlindustrie erzeugte im Jahre 1960 45.000 Tonen Stahl aus Alteisen. Die Produktion von Stahl aus Eisenerzen soll im Laufe dieses Jahres beginnen. BANANENEXPORT Die israelischen Produkteure rechnen mit einem Bananenexport von 10.000 Tonnen in der gegenwaertigen Saison. KREBSFORSCHUNG Das amerikanische Gesundheitsamt stellte Prof. Leo Sachs vom Weizmann- Institut die Summe von 100.000 Dollar zur Finanzierung seiner Forschungen ueber den Erreger der Krebs Krankheit zur Verfuegung. BLINDE KINDER IN ISRAEL bedürfen Eurer Freundschaft und Hilfe Untersluelzl das Blindenheim in Jerusalem Asociación de los Amigos de los Ciegos Israelitas "TOñMEI - OR" Portugal 810. Casilla 2487