Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXIII (1961)
- Issue
- 1 (Enero, 1961)
- Date
- 1961-01-01
- Page
- Seite 17 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Enero 1961 BOLETIN INFORMATIVO 17 GEDANKEN ZWISCHEN 2 UND 3 Beim Raeumen und Sortieren fiel mir etwas auf, das eigentlich recht beschaemend ist. Monoton beginnen die meisten Plaudereien mit: Es gibt . “Es gibt Momente”, “Es gibt Fruechte”, “Es gibt Zustaende”, “Es gibt Begriffe, “Es gibt Typen”. Und dabei gibt es so vieles, was es nicht gibt. Vielleicht lohnt es den Versuch, in dieser “negativen Mottenkiste” einmal zu kramen und Dinge ans Licht zu holen, die es nicht mehr gibt oder nie gegeben hat. Natuerlich ist der “Stock” der ersteren wesentlich groesser und ihr momentaner oder auch entgueltig bestehender Mangel ist individuell bedingt. Was der Eine an liebgewohntem vermisst, hat dem Anderen nie gefehlt. Es soll auch der sogenannte Fortschritt der Zeit kein Faktor bei der Bilanz des “Nicht-mehr-Existierenden” sein; denn wer z.B. dem “Cue de Paris” nachtrauert, hat alle Chance, ihn bei dem uebersteigerten Gehabe unserer Modeschoepfer, eines Tages wieder tragen zu duerfen. Je aelter der Mensch wird, umso mehr traeumt er von der guten, alten, der goldenen Zeit. Die gibt es ganz bestimmt nicht momentan. Worin, sie, ausser in der alles v e r zaubernden Erinnerung, eigentlich bestand, weiss niemand erschoepfend zu erklaeren. Es war wohl in erster Linie Geruhsamkeit und innere Bescheidenheit, die den Geschehnissen der jeweils “damaligen” Zeit den Stempel aufdrueckten. Weltbewegende Ereignisse brauchten so lange, bis sie sich im Privatleben auswirkten, dass mancher ihre Konsequenzen nie erlebte. Heute liest man voll Erschrecken in der Morgenzeitung von der gestrigen Revolution in einem Winkel der Erde und erwartet in spaetestens einer Woche mit Bangen ihren Rueckschlag. Ein Regierungswechsel laesst am anderen Ende der Welt den feinfueh- 1 i g e n Seismographen der Boerse unkontrollierbar ausschlagen, zum Gedeih oder Verderb voellig Unbeteiligter. Der Waffenwettlauf der “friedlichen” Nachbarn bringt Angst und Unsicherheit bis zur traumhafts c h o e nsten Suedsee-Insel. Hatte man schon einmal das Glueck, morgens mit dem rechten Fuss aufgestanden zu sein, trifft man bestimmt DEN hyperpessimistischen Alleswisser, den jeder in seinem Bekanntenkreis hat. In den duestersten Farben verschmiert er unseren Sonnentag. Es gibt halt immer einen, der sich einbildet “hell zu sehen”, wenn er alles schwarz sieht. Resume: Das erste, was wir aus der “Unexistenz-Kiste” holen, das es NICHT gibt, ist “RUHE”. Jeder Mensch lebt einem Ziel entgegen. Fuer manche ist es nur der biologische Ablauf ihres Erdenwandels, den sie stumpf herunterleben. Die erfuelltere, bessere Seite haben diejenigen erwaehlt, die ihrem Dasein Sinn und Inhalt zu geben wuenschen. Forschen, suchen, in geistiger Unruhe nach Neuem, Gewagtem streben, unbeirrtes Vorwaertsgehen in lichtvollere Sphaeren, aufgeschlossenes M i 11 eilen erprobter oder erwuenschter Ideen, kurzum, das sinnvolle Leben nach einem zu erreichenden Ideal, gibt Inhalt und Auftrieb. Das liest' sich herrlich, nicht wahr, existiert aber in ganz gezaehlten Ausnahmen. Es gab einen Ghandi und gibt einen Albert Schweitzer. Der allgemeine Trent heute sind nicht “Ideale”, die ja letzten Endes Selbstschoepfungen sein sollten, sondern sind Bekenntnisse zu Richtungen, die sich in Slogans austoben und zum groessten Teil egozentrische Konvenienz-Ziele verfolgen. Die meisten “Idealisten” sind Duenkelhafte, die das eigene Wohl mit dem O e f f entliehen verwechseln und ihr hoechstes Glueck darin sehen, “dabei” zu sein, wenn gute Plaetze vergeben werden, aul die sie dann kriechen, ohne jegliche Leistung vollbracht zu haben. Trauriges Resume Nr. 2: Es gibt keine “IDEALISTEN” mehr. Wie stehts mit der Tradition? Das ist auch etwas, was es kaum mehr gibt. Alles ist v e r schmiert gleichmaessig, Nachaefferei allgemeingueltiger Fiktiv-Werte, Aufgabe jeglicher Originalitaet. Tradition ist altmodisch, belastend und blamabel geworden, Ob das nun Sprache, oder Architektur ist, ob Mode oder die persoenliche Note im Heim, alles ist standardisiert, unpersoenlich, international, langweilig. “Man” traegt, “Man” hat, “Man” darf nicht oder ja— eine schäm volle Monotonie und trostlose Un- BLINDE KINDER IN ISRAEL bedürfen Eurer Freundschaft und Hilfe VI Unlerstueizi das Blindenheim in Jerusalem Asociación de los Amigos de los Ciegos Israelitas "TORMEI - OR" Portugal 8101 Casilla 2487 YESO ROMERAL TABIQUE PROMONTA Progreso y Economía para las Construcciones terordnung unter selbstgewaehlte Diktatur. Wer aus der Reihe tanzt, gilt als Narr oder wird als rueckstaendig verlacht. Also wandert die fehlende TRADITION als Nr. 3 in den negativen Korb. Dass es kaum mehr treuergebene Dienstboten gibt, ist eine Zeiterscheinung, der sich unser leicht renitenter Feudalgeist unterordnen muss. Man stoehnt ueber fehlenden Respekt, mangelnden Anstand. Das stimmt nicht ganz; wer ihn gibt, kann ihn auch fordern. Was es bestimmt nicht mehr gibt, worueber jedermann das gleiche Lied singt, was fehlt, nicht weil eine Leere da ist, wo der Mangel sitzt, sondern, weil ein Zuyiel ihr die Lebensspanne kuerzt, ist “ZEIT”. Wer wuenscht sich nicht eins, zwei oder viel 1037 mehr Extrastunden im Tagesablauf, um all das tun zu koennen, was man moechte, sollte, muesste. Dem bestorganisierten Menschen bleibt bei der abendlichen Taetigkeits-Bilanz ein unerledigter Rueckstand, der sich im Laufe der (fehlenden) Zeit anhaeuft und zum schier unueberwindliehen Berg anwaechst. Der Kreis schliesst sich. Die fehlende Zeit, bringt Fehlen der Ruhe. Diese wiederum ist Grundbedingung fuer einen guten, ausgebakkenen Idealismus, der seinerseits in Ueberlieferung und gepflegter Tradition gesunden Naehrboden finden kann. Nun, und dazu noch ein gutes Dienstmaedchen mit Respekt und Anstand,. ja, dann kann man getrost sagen: “Es gibt. k.e THERMOMETLR FUER INDUSTRIE UND LANDWIRTSCHAFT Nueva York 52 - Of. 418 Tel. 87765 X LI B RE RI A STELA REVISTAS - DISCOS Lesemappen Moderne Leihbüchere Groesste Auswahl an UAnC7CITCrUDICTEkl SANTIAGO Merced 821 VIÑA DEL MAR Galería Couve Local 25 Local 4 BfiYCOL M. R* líquido polvos Distrib.: SODIMAC - S. A. C. SAAVEDRA BENARD AGENCIAS GRAHAM S. A. C. 7I/I7TGBIT