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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1960-11-01 · 11 (Noviembre, 1960) · p. Seite 19

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXII (1960)
Issue
11 (Noviembre, 1960)
Date
1960-11-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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Noviembre 1960 BOLETIN INFORMATIVO 19 gr&fontá... ¡i L OKAL INTERNA TIONAL ISRAEL COLO COLO NACH ISRAEL EINGELADEN Der bekannte Fussballklub Colo-Cola wurde eingeladen an den 1961 in Israel stattfindenden internationalen Fussballwettkaempfen teilzunehmen. 15. KONVENTION DER KOLLEKT1VIT AET In Anwesenheit des Sonder delegierten der Sochnut, Herrn Simon Bergmann, des Botschafters Israels Excmo. Sr. Eliecer Dorön und von repraesentativen Vertretern aller Institutionell des Jishuv, fand am 4. Oktober die 15. Konvention der Juden Chiles statt, auf welcher die Magbit 5721-1960 offiziell proklamiert wurde. ISRAELISCHER GEIGER BESUCHT CHILE Auf einer Suedamerikatournee besuchte der bekannte israelische Geiger Zivi Zeitlin Santiago und Valparaiso, wo er verschiedene Konzerte gab. In Vina del Mar spielte Zeitlin, begleitet vom dortigen Symphonieorchester, in einem Konzert zugunsten der Erdbebenopfer. WIZO - JUBILAEUM Das 40. Jubilaeum der Wiso wurde auch in Chile mit verschiedenen oeffentliehen Veranstaltungen begangen. JUDAIKA - AUSSTELLUNG In Recklinghausen - Ruhr, wurde eine Judaika Ausstellung eroeffnet. BERLINER GESCHENK AN JERUSALEM Der Senat Westberlins beschloss, der Universitaet Jerusalem ein Geschenk in Hoehe von DM 20.000.— zukommen zu lassen. MUSIKFESTWOCHEN IN ISRAEL 1961 werden in Israel erstmalig Musikfestwochen unter Leitung des bekannten Cellisten und Dirigenten Pablo Casals stattfinden. Zugunsten dieser Festwochen gab Casals ein Konzert in New York. LITERATUR - PREIS Die brasilianische Akademie verlieh ihren jaehrlichen Preis fuer das beste Reisebüch an Prof. Dante Costa fuer sein Werk “Israel Land voller Leben”. ■ i HERZL - FEIER Anlaesslich des 100. Geburstages von Theodor Herzl fand in der Wiener Volksoper eine Festakademie statt. PAUL EHRLICH PREIS Fuer hervorragende wissenschaftliche Leistungen erhielt im frankfurter Paul Ehrlich Institut, Prof. Dr. Felix Haurowitz die Goldplakette des “Ludwig Darmstaedter und Paul Ehrlich Preises”. KONGOFLUECHTLINGE IN RAMOT HASHARON 24 aus dem Kongo gefluechtete Familien wurden in Ramot Hasharon angesiedelt. BOTSCHAFTER IN MALAGASIEN Das israelische Aussenamt kuendete die Ernennung von Dr. Eytan Ruppin zum Botschafter in Malagasien, der frueheren franzoesischen Kolonie Madagaskar, an. CHILE - STRASSE IN JERUSALEM Anlaesslich der 150. Jahrfeier der Chilenischen Unabhaengigkeit wurde einer Strasse in Jerusalem der Name “Chile” verliehen. NEUER BOTSCHAFTER IN ARGENTINIEN Brigadier Josef Avidar, frueherer Botschafter in Moskau, wurde zum neuen Geschaeftstraeger Israels in Argentinien ernannt. CHILENISCHER NU DELEGIERTER IN ISRAEL Don José Ramón Gutiérrez Allende, Mitglied der chilenische Nu Delegation, besuchte Israel. MOSCHE TOLEDANO S. L. Am 15. Oktober verschied der Religions minister Israels Rabb. Mosche Toledano. GEDANKEN ZWISCHEN Es gibt traurige, direktimpakte Worte, wie Tod, Krankheit, Verzweiflung, Finsternis, Verlassenheit. Jeder hat natuerlich dazu seine persoenliche Auffassung und Einstellung, aber irgendwie sind sie definitiv, abschliessend, allgemeingueltig. Unser Charakter, unsere Lebensauffassung spielt bei ihnen keine oder eine uns allein angehende Rolle. Von ihnen soll nicht die Rede sein, sondern vom traurigsten aller Worte, vom bedrueckendsten aller Zustaende, von der unverstaendlichsten aller Lebensformen, von der blamabelsten aller Einstellungen; der apathischen, lethargischen, truebseligen LANGEWEILE. Beschaeftigung, Handlung, Bewegung fuer Koerper wie Geist ist Lebensbedingung fuer jede atmende, strebende Kreatur. Dies trifft in gleicher Weise bei introvertierten wie extrovertierten Charakteren zu. Dem einen ist in staerkerem Masse die Gabe des Aufsaugens von Eindruecken, dem anderen die Moeglichkeit der Mitteilung, der Wiedergabe gegeben. Beide Typen leben, wirken, sie nehmen Teil, sie stagnieren nicht. Sie sind in geistiger Bewegung, sie nehmen oder geben; sie sind interessant und interessiert, sie vermitteln, sind frisch gespeist, dynamisch oder, in ihrer Ruhe,- spendend: sie leben. Sie sind Gewinn fuer ihre Gemeinschaft sich selbst Freude und stehen, selbst als grosse Pessimisten, dem Leben teilnehmend gegenueber. Sie sind “Mensch” und nicht nur vegetierende Kreatur. Selbst abgestumfte Wesen, deren Aktivitaet durch Alter oder Behinderung kuehl geworden fst, folgen innerlich ¡dem Gesetz ihrer Veranlagung, ihres Motors, und koennen erfuellt von Gewesenem, Vergangenen zehren — aber auch sie muessen deshalb nicht dem tieftraurigsten aller Zustaende anheimfallen: der stumpfen Langeweile . Stille Stunden ohne Wirbel und Strudel, ohne Programm und momentane Pflicht sind Seltenheitswerte. Die taegliohe Routine, oft auf Minuten eingeteilt, schenkt sie uns kaum. Wenn die ertraeumte Atempause kommt, ueberfaellt uns die ploetzliche Ruhe oft mit solcher Gewalt, dass wir sie nicht zu nuetzen, zu werten, zu wuerdigen wissen. Angestaute Besinnlichkeits- Wuensche ueberstuerzen sich und muessen wieder weggepackt werden, bevor der stets zu kurze Ruhemoment systematische Erfuellung erlaubt. Wir hasten weiter und traeumen vom naechsten Mal und speichern auf und bleiben dadurch frisch, und bereit, aeusserlioh unausgefuellte Stunden voll und bewusst und beglueckt zu geniessen. Das ist das natuerliche Rondo eines nicht einmal besonders interessierten, sondern ganz einfach vibrierend lebendigen Menschen. Langeweile ist Leere, geistiger Todeszustand. Erwachsene werden sporadisch von ihr befallen, wissen sie aber leicht zu eliminieren, wenn der Wille dazu da ist. Die schlimmste Form der Langeweile ist leider eine Jugend-Erscheinung. Unsere lamentablerweise zum Teil voellig uninteressierte Jugend lebt von Kino zu Radio, von Autoraserei zu laeppischen, frivolen Gespraechen und langweilt sich —wie sie es spanisch ausdruecken— “wie eine Auster”, wenn diese kleingeistigen, schalen “Anregungen” fehlen . Unlustig hingefloetzt liegen diese koerperlich und geistig traegen Kreaturen im Sessel und besehen sich gelangweilt die in die Zimmerluft aufsteigenden Fragezeichen ihrer schwelenden Zigaretten. Solchen sicherlich extremen, aber existierenden Typen bietet die Na- % UND 3 tur nichts, ein Buch ist ihnen Qual, ein Gespraech von Wert, Abscheu. Ihr Bildungsdrang ist gleich Null; sie erwarten alles und geben nichts, noch nicht einmal die freudige Bereitschaft fuer Anregung. Sie klagen alles und jeden fuer ihren Zustand an, nur nicht sich selbst. Sie sind stumpf, aber obstinat, oede und kritisch, aber nicht faehig, sich aus ihrer Apathie zu reissen. Sie wollen nicht erringen, aber alles haben. Wie traurig das ist! Viele Eltern Klagen das gleiche Lied, sind machtlos der dumpfen Lethargie gegenueber, suchen Rat und finden die gleiche Not. Was hat einen so grossen Prozentsatz unserer Jugend dermassen falsch gelenkt? Ist es die Ueberfuetterung des fuer sie kampflosen Daseins? Dieser Zustand ist nicht geografisch bedingt, man findet ihn in der ganzen Welt. Rundfragen in U.S.A. zeigen die Ablehnung der Jugend, gute oder ueberh&upt Buecher zu lesen; die Jugend Europas lungert auf der Strasse herum und hat den Genuss des angeregten Gespraeches verlernt (oder nie gekannt). Es ist schwierig innerhalbdieser Betrachtung objektiv zu bleiben und nicht in den Fehler des blind-nationalen Stolzes zu verfallen. Es ist aber tatsaechlich, dass die in Israel aufwachsende Jugend eine andere ist. Der Ernst des aufzubauenden Lebens, die tatkraeftige, selbstverstaendliche Teilnahme am taeglichen politischen Geschehen, das heilige Streben der zielbewussten Gemeinschaft, laesst die Jugend reifer, verantwortungsvoller werden, ohne ihr das Recht der unbeschwerten, froehlichen, verspielten, jungen Kreatur zu rauben. Zu Stumpfheit, Gleichgueltigkeit, zur fruchtlosen Langeweile gibt es dort keine Gelegenheit. Selbstverstaendlich gibt es auch in Israel IlELIGIOESE NACHRICHTEN Ot WA tewicvivroAO WACILWA •»« Jeden Freitagabend um 19 Uhr und jeden Samstagmorgen um 9 Uhr findet wie immer unser Gottesdienst statt. Jahrzeiten bitte an Herrn José Tichauer, Telefon 55641 rechtzeitig melden. Samstag, den 19. Nov. 1960. Neumondsweihe des Monats Kislew. Sonntag, den 20. Nov. 1960. Rosch Chodesch KISLEW. Dienstag, den 13. Dez. 1960. Erew Chanukkah, Entzuenden des 1. Lichtes Man entzuendet die Lichter bis zum 8. Tag, Mittwoch den 21. Dez. 1960. Samstag, den 17. Dez. 1960. Neumondsweihe des Monats TEWET. Montag, den 19. Dez. 1960, 1. Tag. Rosch Chodesch Tewet. Dienstag, den 20. Dez. 1960. 2. Tag Rosch Chodesch Tewet. EINLADUNG ZUR ORDENTLICHEN GENERALVERSAMMLUNG Samstag den 26. NOVEMBER 1960, abends um 21 Uhr, im Hause der Soc. Union Israelita, Victoria N.o 2859, wird unsere Generalversammlung stattfinden. Wir erwarten eine zahlreiche Beteiligung. TAGESORDNUNG Verlesung des Protokolls der letzten Generalversammlung. Bericht des Vorstands. Bericht des Kassenwarts und der Rechnungspruefer. Entlastung des Vorstands und des Kassenwarts. Fusionsfrage - Festsetzung der Beitraege. Verschiedenes. GERURTSTAG Am. 12. Dezember 1960. wird unser pflichtbewusster Gabbai, Herr Abraham Spiegel, 70 Jahre alt. Wir wuenschem dem Jubilar alles Gute! DerVorstand. schwierige junge Geschoepfe, Jugendprobleme, jugendliche Delinquenten, Heime und Regierungsaemter dafuer. Im Verhaeltnis zu der tollen Mischung der Zugewanderten, der unmenschlichen Umgebung, in der viele, fast tierhaft, als Lebensmotiv nur den primitivsten Selbsterhaltungstrieb kennend, aufgewachsen waren, ist der Prozentsatz der Entgleisten gering. Dort, wie ueberall, gibt es Eltern, die in ihren Kindern Ungenanntes, Problematisches sehen. Aber das ist sicher, diese zur Verzweiflung treibenden, stumpfen, leeren, phlegmatischen, zu tiefst gelangweilten, “alten” jungen Menschen gibt es dort nicht. Mit wachen Augen, interessiert am Allgemeinen, mit offenem Geist und Herz fuer Neues, Gewagtes, mit herrlichem Sinn fuer Humor (wie wichtig!) pulst der jugendliche Enthusiasmus, tobt sich aus in Laienkunst und stundenlangem Gedankenaustausch. Die Krankheit der “mueden” Jugend, das widrige Uebel der armseligen Geistesleere, die LANGEWEILE, hat dort keinen Naehrboden, sie passt ganz einfach nicht nach Israel. K....g.

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