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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1960-07-01 · 7 (Julio, 1960) · p. Seite 15

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXII (1960)
Issue
7 (Julio, 1960)
Date
1960-07-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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Julio 1960 BOLETIN INFORMATIVO 15 W. I. Z. O. BITTE VORMERKEN! Wollen Sie bitte daran denken, dass unser 3. Gemeinschafts - nachmittag am Dienstag, 19. Juli bei der Gruppe Vera Weizmann stattfinden wird? Die Frauen dieser Gruppe zeigen eine bemerkenswerte Aktivitaet, die sich sehr zu Gunsten der Wizo auswirkt, und ihr Programm ist entsprechend interessant, naemlich: “Jesús mit den Augen eines Juden gesehen” gehalten von Herrn Juan Aufrichtig. Es ist anzunehmen, dass der Besuch auf Grund der Originalitaet des Themas aussergewoehnlich sein wird — genau so wie zum vorhergehenden Vortrag des Herrn Rabb. Lubliner über “Exodus”. Einstimmiges Urteil: hoechst gelungen! Nach Erscheinen dieses Blattes letzter Zyklus - Vortrag: Donnerstag, 2L Juli abends 9 Uhr (mit Herren). Als Redner Herr Dr. Überall über “Beziehung zwischen Leib und Seele; seelisch bedingte organische Krankheiten. NEUE PLAENE Das Centro Henrietta Szold moechte immer wieder seinen Mitgliedern neue Moeglichkeiten bieten, und eine davon ist die Benutzung einer Wizo-Leihbücherei. Wie gewoehnlich sind wir mit viel Initiative und gutem Willen bei der Einrichtung, und wir hoffen, in kurzer Zeit eine schoene Bibliothek zum Verleih zu haben. Frau Ilse Lewin war die Stifterin des ersten Buches, der grosse Erfolg der Jael Dayan “The Face in the Mirror”, in der englischen Originalausgabe, das sie uns als Geschenk aus Israel mitbrachte. ENGLISCHE STUNDEN Wer moechte an einem Englisch-Kursus teilnehmen? Die Initiative zu dieser weiteren Neuerung ging von unserer Praesidentin Frau Klara Weintraub aus, die sich dafür zur Verfügung stellt. Sie wird an 2 Vormittagen woechentlich nach Vereinbarung Stunden erteilen und bittet, sich mit ihr in Verbindung zu setzen. Tel: 492958. PUPPENHAUS Die Verlosung des von Herrn Krauskopf freundlicherweise geschenkten ueberdimensionalen Puppenhauses fand am 24. Juni im Bureau von Frau Zahler statt. Die glueckliche Gewinnerin ist Frau Jula Berant. NEUE LEITERIN In der letzten Wizo-Chronik versprachen wir, Ihnen die neue Leiterin der “Golda Meir” anzusagen. Inzwischen hat die Wahl stattgefunden, einstimmig waehlten die Chaveroth der Abendgruppe unsere Hanne Berliner, die vorher den Posten der Directora de Cultura im Centro innehatte. DRUCKFEHLER-TEUFEL Und zum Schluss eine kleine Berichtigung! Natürlich musste es im letzten Bericht heissen (wie die Chaveroth, die die Wizo-Chronik lesen, mit Recht annahmen) “der neue Vorstand wird bis Roschhaschanah 1961 amtieren”. Ausserdem sind die beiden Chaveroth Mary Hollaender und Herta Tichauer auf Vorschlag der letzten Praesidentin Rosie Rubens zu Ehrendirektorinnen gewaehlt worden. PROGRAMM i-V Vi Wtt te/reti, tálete, V ASESINATO EN LA CATEDRAL-JEDERMANN Dienstag, 19. Juli 1960, nachm, gemeinsame Zusammenkunft fuer alle Gruppen. GRUPPE HENREETA SZOLD: Donnerstag 4. August 1960, 5 Uhr nachm. Donnerstag, 18. August 1960, 5 Uhr nachm. Montag, 5. September 1960, 9 Uhr abends. GRUPPE GOLDA MEIER: Montag, 1. August 1960, 9 Uhr abends. Dienstag 16. August 1960, ausnahmsweise 9 Uhr abends. Montag 5. September 1960, 9 Uhr abends, gemeinsame Zusammenkunft fuer alle Gruppen; Herren willkommen. GRUPPE HANNAH MAISEL: Mittwoch, 3. August 1960, 5 Uhr nachm. ausnahmsweise Dienstag 16. August 1960, 5 Uhr nachm. Montag, 5. September 1960, 9 Uhr abends. GRUPPE VERA WEIZMANN: Mittwoch, 3. August 1960, ausnahmsweise. 5 Uhr nachm. Dienstag, 16. August 1960, 5 Uhr nachm. Dienstag 30. August 1960, 5 Uhr nachm. Montag, 5. September 1960, 9 Uhr abends. GRUPPE AHAWAH: Mittwoch, 3. August 1960, 5 Uhr nachm. Mittwoch, 17. August 1960, 5 Uhr nachm. Montag, 5. September 1960, 9 Uhr abends. “Jesus mit den Augen eines Juden gesehen” Herr Juan Aufrichtig. “Herrmann Maas” Fr. Herta Tichauer. “Ein Gewissen gegen Gewalt” Fr. Hilde Sachs. gemeinsame Zusammenkunft mit der Gruppe Golda Meir. F. W. Foerster - Hauptaufgaben der modernen Charaktererziehung. Frau Edith Goldschmidt. “Einfuehrung in die Sheldon’sche Typologie” Herr Prof. Edgar Verheyden. “Die Ehe” Frau Ruth Albert. “Beethoven und die Juden” Herr Erwin Herper. “Ein Gewissen gegen Gewalt” Frau Hilde Sachs, gemeinsame Zusammenkunft mit der Gruppe Golda Meir. “Ueber den Autor der Hatikwah” “Chilenische Plauderei” Frau Marion Mostny. “Exotische Religionen” Frau Nelly Hofmann, gemeinsame Zusammenkunft mit der Gruppe Golda Meir. “Von Aegypten bis Aegypten” Frau Hanna Berliner. “Reiseerlebnisse aus dem neuen Europa” Fr. Ilse Hochhaeusler. gemeinsame Zusammenkunft mit der Gruppe Golda Meir. Im Verlauf weniger Tage hatten wir Gelegenheit zwei wichtige Werke zeitgenoessischen dramaturgischen Schaffens zu sehen die eines gemeinsam haben: Ihre, im religioesen verwurzelte Grundlage und ihre bewusst altertuemeln_ de Form. Asesinato en la Catedral, von Elliot geht darin sehr weit und vermischt bisweilen Elemente des mittelalterlichen Mysterienspieles mit Formen des griechischen Dramas. Der Chor spielt eine grosse Rolle, er ist handelnde Person und soll dem Zuschauer, der oftmals direkt angesprochen wird, die Atmosphaere des Stueckes vermitteln. Das Werk selbst, das mit vielen direkt antitheatralischen Mitteln arbeitet, stellt die ewige Auseinandersetzung zwischen geistiger und weltlicher Macht zur Diskussion, personifiziert im Konflikt des englischen Koenigs mit dem Erzbischof Becket von Canterbury, der mit der Ermordung des Letzteren endet. In formvollendeter poetischer Sprache die aussergewoehnlich gut uebersetzt ist, versucht der Autor, uns die Personen des Stueckes naeher zu bringen und uns den Konflikt, der sich nicht so sehr auf der Buehne wie im Inneren des Bischofs selbst abspielt, miterleben zu lassen. Als Antiklimax treten dann, man moechte sagen, wie eine Nachempfindung einer aehnlichen Szene in Shaws “Heilige Johanna”, an die das ganze Stueck oftmals anklingt, die Moerder vor das Publikum und stellen die Gruende klar, die sie zu dieser “abscheulichen aber notwendigen Tat” veranlassten. All das in normaler Alltagssprache des 20. Jahrhunderts. Zuletzt hebt sich nochmals der Vorhang und wir sehen den nunmehr in Maertyrer verwandelten Erzbischof, umringt von seinen Glaeubigenderen Schmerz sich in Jubel verwandelt, denn “nie ist der Glaube groesser als in seiner tiefsten Erniedrigung”. Die korrekt inszenierte Auffuehrung des Teatro Ictus konnte uns wohl Kenntnis des Stueckes vermitteln, jedoch nicht es miterleben lassen. Der Kontakt zwischen Buehne und Saal fehlte, was sich insbesondere in den Momenten bemerkbar machte, in welchen das Publikum direkt angesprochen wurde, sich aus Zuhoerem in Mitspieler verwandeln sollte. Die Aufgabe die sich der Verfasser gestellt hatte, den Zuschauer zur Teilnahme, zum Parteinehmen in diesem Konflikt zu veranlassen, fand nicht ihre Loesung. “Ictus” hat ohne Zweifel eine gute Arbeit geleistet und einen wertvollen Beitrag zur Erweiterung des lokalen Repertoires gebracht. Inszenierung, Buehne, Kostueme usw. waren durchwegs annehmbar, das Ensemble unaufdringlich und zurueckhaltend, nur der Chor wirkte oft fatal deplaziert. Der archaische Charakter des Stueckes, das sich an den Intellekt, jedoch nicht an das Sentiment wendet, war nicht dazu angebracht uns miterleben zu lassen, was der Autor gefuehlt und gedacht hat. Jedermann.— Die Kammerspiele brachten im Teatro Municipal “Jedermann” von Hugo v. Hofmannsthai zur Aufzehrung. Eine lobenswerte Initiative, die uns mit einer interessanten Persoenlichkeit des zeigenoessischen, deutschsprachigen Theaters bekannt macht. In sehr kunstreichen, formschoenen Versen wird hier das alte englische Mysterienspiel vom “Jedermann” nachgedichtet, der ploetzlich abberufen wird, um von seinem Leben, seinem Wirken und Handeln, Rechenschaft abzulegen. Mit dem Wort “nachgedichtet” haben wir bereits das, unserer Ansicht nach, Wichtigste gesagt. Es ist nicht nur nachgedichtet, sondern auch nachempfunden. Was fuer den unbekannten Autor des ersten “Jedermann” ein tiefgefuehltes Gleichnis war, ist fuer Hofmannsthal ein Argument, ein Mittel, mit welchem er uns seine Kunst nahe bringen will. Dieser Eindruck verliess uns waehrend der ganzen Vorstellung nicht. Hofmannsthal ist, wie es ja auch gamicht anders moeglich sein kann, ein Mensch unserer Zeit, dem der naive Glaube, das tiefinnerlich Fromme abgehen muss, da es anachronisch ist. Er gibt uns daher mit “Jedermann” eine sprachlich aussergewoehnlich schoene Nachdichtung des Originals, das um verschiedene Personen und Momente erweitert wird, aber er ist ein Aussenstehender, ein Bearbeiter und das Spiel waechst nicht aus ihm heraus. So etwas fuehlt das Publikum und laesst vielleicht die gewisse Kuehle erklaeren, mit der die Auffuehrung aufgenommen wurde. Inszenierung und Darstellung waren sorgfaeltig und gut durchdacht, mit einer gewissen Schwarzweissmalerei, die moeglicherweise etwas uebertrieben war. Auch einzelne der Darsteller litten zuweilen darunter, dass sie ihre Rollen ueberspielten, besonders “Reichtum” und die beiden “Vettern”. Auch der “Teufel” am Schluss des Spieles war uebertrieben und seine exaltierte Manier bildete einen befremdenden Kontrast zur Poesie der Worte des Stueckes. Das Derbe und bis zu einem gewissen Grad auch das Groteske ist ohne Zweifel beim mittelalterlichen Mysterienspiel berechtigt und notwendig. Daher vielleicht der Versuch einige Figuren so darzustellen. In einem Werk jedoch, das in erster Linie durch die Poesie und die besondere Zartheit der Sprache lebt, wirkt so etwas deplaziert. Es bleibt zu hoffen, das bei zukuenftigen Aufzehrungen diese Maengel ausgeglichen werden. Dennoch, trotz aller Beanstandungen ein genussreicher Abend und ein ehrlicher und ernsthafter Versuch der “Kammerspiele”, Hugo v. Hofmannsthal dem Publikum nahe zu bringen. ' ffiiiil M;: Die Glocken Von Jaffa ¡HK j SK Mm

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