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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1960-05-01 · 5 (Mayo, 1960) · p. Seite 25

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXII (1960)
Issue
5 (Mayo, 1960)
Date
1960-05-01
Page
Seite 25 (sequence 25)
Language
German
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Mayo 1960 BOLETIN INFORMATIVO 25 LILIANETTE IN BUENOS AIRES Auslaendische Freunde haben uns folgende Auschnitte zukommen lassen, die von dem erfolgreichen Auftreten der bekannten und beliebten Kuenstlerin Lilianette Zeugnis ablegen: Gutes Kabarett ist bei uns in Südamerika schon seit langem Mangelware. Entweder bekommt man verstaubte Schlager vorgesetzt oder die “Kabarett” betitelte Aufführung artet zum Zirkus aus. Darum begrüsst man immer wieder eine Künstlerin wie Lilianette, der es gelang, trotz des heissen Sommerwetters zwei Mal den Saal der IKG zu füllen. Lilianette hatte bei der Ankündigung ihres Programms bescheiden von einer Auswahl altbekannter Chansons gesprochen, aber wir hoerten viele Lieder die neu in ihrem Repertoire waren, wenn sie auch seit ca. 2 Jahren in Europa bekannt sind. Die Künstlerin hat ernst an der Vervollkommnung ihres Vortrags gearbeitet und kann heute zu den besten Vertreterinnen ihres Genres gezaehlt werden. Ob sie das zu Ehren des soeben verstorbenen Rudolf Nelson vorgetragene. “Ladenmaedel” singt, ein zart-ironisches Chanson von Benatzky oder eine moderne Groteske, geschickt von Meister Ludwig untermalt, waehlt, immer versteht sie es, in den Kern des Textes und der Musik einzudringen und eine eventuelle Geschmacklosigkeit charmant und grazioes zu umgehen. Daher kann sie sich auch an Texte wagen, die aus dem Munde einer anderen grob und primitiv klingen würden. Hierin liegt der wirkliche Grund Dafür, dass Lilianette heute als anerkannte Vertreterin der Kleinkunst, an beste Vorgaengerinnen anknüpfend und doch mit einer eigenen Note, bezeichnet werden darf. Sie ist eine wahre Nachfolgerin der unvergesslichen Josma Selim, Fritzy Massary, Kaethe Erlholz, und selbst wenn sie nicht ganz das einmalige Format dieser Künstlerinnen erreichen sollte, so hat sie doch ihr Erbe angetreten. Meister Ludwig am Flügel war der ideale Begleiter des Abends. H. D. IN DER “ACIBA” Nur Künstlerinnen, in denen sich Intellekt. Esprit und Sex- Appeal zu einer harmonischen Mischung vereinen koennen sich an eine “Ein Mann — in diesem Falle” an eine “Eine Frau Schau” wagen. Lilianette ist heute eine der bedeutendsten Diseuse deutscher Sprache. (Semana Israelita). TRAUER UM DR. ABRAHAM MIBASHAN Das ploetzliche Ableben von Dr. Abraham Mibashan an den Folgen einer Operation in der Nacht zum 30. Maerz hat die gesamte argentinische Judenheit und, darueber hinaus, das lateinamerikanische Judentum in tiefe Trauer versetzt. Dieser alte zionistische Kaempfer, der seit seiner Studentenzeit mit der nationalen Erneuerung in Erez Israel aufs engste verbunden war, haette im kommenden Juli das 70. Lebensjahr vollenden koennen; doch niemand sah ihm die Jahre an. Von erstaunlicher Vitalitaet, mit Aufgaben ueberlastet, nahm er an allem Juedischen lebendigsten Anteil, und niemals hat sich jemand vergeblich an ihn um seinen klugen Rat gewandt. Er, der seine Studienjahre in Deutschland verbracht hatte, hat wie nur Wenige das oestliche (er stammte aus Rumaenien) mit dem westlichen Judentum verbinden koennen. So wurde er, seit er im Jahre 1936 nach Argentinien kam, ein Freund unseres zentraleuropaeischen Sektors, dessen besondere Mentalitaet er verstand, ohne in allen Fragen seine Meinung zu teilen. Lange vor der Staatsgruendung Israels war Dr. Mibashan der staendige Repraesentant der “Jewish Agency”, also der Botschafter des “juedischen Staates unterwegs”. Spaeter wurde er mit anderen hohen Aufgaben betraut. Er war jäh: relang Praesident der AMIA, der Gesamtkehilla von Buenos Aires, und seit zwei Jahren Praesident der DAIA, der Repraesentanz des argentinischen Judentums gegenueber der Oeffentlichkeit und den hoechsten staatlichen Autoritaeten. Seine vielseitige, ueberragende, Bildung sicherte ihm einen starken Einfluss auf das juedischkulturelle Leben; die Revista “Erez Israel” und der bedeutende Buchverlag “El Candelabro” sind Ausdruck dieser eminenten geistigen Aktivitaet. Auf zionistischen Weltkongressen und Tagungen der verschiedensten Koerperschaften war Mibashan eine wichtige Figur. Seit er in juengeren Jahren Persoenlichkeiten wie Nahum Sokolow und Chaim Weizmann als Sekretaer und Begleiter auf Keren Hajessod - Reisen, unterstuetzt hatte half er der Vergroesserung der nationalen Fonds und der Erweiterung der kulturellen Einrichtungen in Israel (Hebraeische Universitaet, Weizmann - Institut), wo immer dies moeglich war. Dieser Mann, der so viele Sprachen vollendet beherrschte, stand als Redner, Dozent, Veranstaltungsleiter, Festtagsprediger immer zur Verfuegung, wenn man ihn darum bat. Liebenswuerdig, konziliant, bescheiden, materielle Interessen hinter ideelle zurueckstellend, war er eine Art “ungekroenter Koenig des. argentinischen Jischuw”, der das Grosse und Ganze ueber parteipolitische Bindungen zu stellen wusste. Lehrer und Berater, Freund jeder aufrichtigen Bereitschaft zu juedischer Arbeit, duerfte sein Verlust unersetzlich sein. Die Trauer um Dr. Abraham Mibashan ist allgemein, nicht zuletzt bei den deutschsprechenden Juden, die ihn ausserordentlich, verehrten. DAVIS-POKAL: CHILE GEWINNT 4:1 GEGEN ISRAEL Vom 28. bis 30. April trugen die chilenischen und israelischen Amateur Tennismeister das im Rahmen der diesjaehrigen Davis-Pokalspiele programmierte Ausscheidungsspiel aus. Wie erwartet, siegte die chilenische Mannschaft unter Fuehrung des internationalen Spielers Luis Ayala, und zwar mit vier Siegen gegen eine Niederlage, womit sie sich fuer die naechste Runde qualifiziert hat, waehrend Israel ausscheidet. Die Ergebnisse waren im einzelnen folgende: Elezar Davidmann gegen Patrlcio Rodriguez, 9:7, 4:6, 6:4, 6:2. Luis Ayala gegen Aried Avidan, 6:1, 6:1, 6:2. Doppel Luis Ayala - Ernesto Aguirre gegen Davidman-Avi. dan, 6:2, 6:1, 6:0. Rodriguez gegen Avidan, 2:6, 7:5, 6:0, 7:5, und Ayala gegen Davidman, 6:2, 6:1, 6:1. Bei einem Empfang in der Israelischen Tennis-Foederation erklaerte der chilenische Mannschaftskapitaen Ayala, dass er von der herzlichen Aufnahme und dem sportlichen Geist, den er in Israel angetroffen habe, aeusserst beeindruckt sei und die Hoffnung hege, bald zu einem ausfuehrlicheren Besuch wiederkehren zu koennen. PULLOVER und STRICKWESTEN aus feinster Wolfe für Herren, Damen und Kinder zu billigsten Preisen en gross y detail finden Sie in der bekannten Strickwarenfabrik Marke SlLVERSTAR Portugal 1693 Montag bis Freitag geöffnet. GEDANKEN ZWISCHEN 2 UND 3 Man sitzt stagniert von seiner Schreibmaschine, im Stich gelassen vom Wettergott, denn der kleine Gedankenblitz, der heute durch den Kopf zuckt, ist nicht mehr oder noch nicht aktuell. Nicht mehr, weil die Sonne an Kraft verloren hat; noch nicht, wegen des fehlenden Regens. Pluvianus, der neu entdeckte Wetter - Planet, hat sich anscheinend noch nicht an unsere) Feuchtigkeitswuensche gewöhnt, und überlässt sein kalendarisch begründetes Recht vorerst noch einem stärkeren Diktator, der Sonne. Gut gegen beide sich Konkurrenz machenden, widerstreitenden Gestirne ist der Schirm. Also um den Schirm handelts sich bei besagtem Gedankenblitz, um dieses eigenartige, überspannte Ding, das man meistens dann nicht zur Hand hat, wenn man es braucht. Von Natur aus hat der Schirm die besten Eigenschaften: er hält dicht, Störendes gleitet an ihm ab, er lässt sich in jede gewünschte Richtung drehen und nimmt es nicht oder kaum übel, wenn man ihn stehen lässt. Er ist unbedingt sozial, denn er dient allen gleich mit der ganzen Gespanntheit seiner besten Kräfte. Er ist charaktervoll genug, nie von seiner Grundform abzuweichen, obwohl auch er der Phantasie der Mode unterworfen ist. Selbst seine Degradierung zum “Knirps” konnte seiner Wuerde nichts anhaben. Sogar als frivoles, spitzen-besetztes überaus weibliches und kokettes Sonnenschützchen gab er einer ¡verspielten Epoche eine betonte Note, die unserer sachlichen Zeit mangelt. Einen Renoir, Manet, Seurat kann man sich ohne ihn gamicht denken. In England ist er, in gut gerollten Zustand zu jeder Tageszeit getragen und möglichst bei keinem Wetter benutzt, so kreditbedeutend, wie ein gutes Bankkonto. In der Diplomatie ist er schlechthin die personifizierte Würde. Trotz dieser vielen guten Eigenschaften ist der Schirm nicht beliebt. Man verbannt ihn in den letzten Winkel des Kleiderschrankes oder lässt ihn in einer Ecke Jugend zieht ihm die Plastik- Kapuze vor, und verlächelt ihn als altmodisch. Entschliesst man sich, ihn bei beginnendem Tröpfelregen mitzunehmen, klärt sich bestimmt der Himmel zu strahlendem Sonnenschein auf, 'und unser Freund hängt als Störenfried nutzlos am Arm. In einen solchen Fall hat er ausgeprägte Rachegelüste und verfällt auf die eigenartigsten Einfälle, sich bemerkbar zu machen. Er bleibt dann gerne stehen, wenn man weitengehen will, oder hat die Tendenz, sich in unsere Beine zu verwickeln, wenn wir, Pakete beladen, nicht genügend Arme haben, ihm gerecht zu werden. Richtig kleidsam ist ein Schirm eigentlich nur als Farbfleck oder Stützpunkt für ein hübsches Mannequin auf dem Laufsteg; da vergisst er und man seine rein funktionelle Daseinsberechtigung; er wird Schmuck. Ein guter Schirm ist, wie ein Pelz, qualitätsbedingt. Er kann, in zeitloser bester Ausführung, ein Freund und Begleiter für das ganze Leben sein. Er geht mit seinem Herrn durch dick und dünn und ist ihm sogar in zusammengeklapptem Zustand noch Halt und Stütze. Er wartet geduldig und stundenlang in Kaffeehaus und Theatergarderobe bis die H a nd des Herrn nach ihm greift. Ohne Zweifel ist er naturgemäss Einzelgänger und äusserst exklusiv. In Mengen trifft man ihn nur in Bahnhofs-Fundbüros, wo er einen unendlich traurigen und verlorenen Eindruck macht. Ergeben und resigniert taucht er im Massengrab der Vergessenen unter, hoffend, dass er eines Tages vermisst, gesucht, gesucht und gefunden wird. Männer sind im Allgemeinen ihren Schirmen treuer als Frauen. Ihnen einen Neuen einzureden, ist oft ein diplomatisches Kunststück. Ein Hermschirm ist und bleibt schwarz, zuverlässig, zeitlos: ein Damenschirm ist wesentlich prätentiöser, modebedingt und geselliger. Ein einziger — und sei es noch so schöner Schirmchen — wünscht sich bestimmt einen zweiten zur Gesellschaft. Erstaunlich ist auch die Tatsache, dass einem Damenschirm viel eher einmal die geduldige Naht platzt, was wohl daher kommt, dass er leicht überspannt wird. Bitte, das hat nichts mit seiner Herrin zu tun, denn selbst ein Damenschirm ist in allen Sprachen männlichen Geschlechtes. K.g. "FAMACO" - Fábrica de Materiales de Construcción BENJAMIN ENGEL SPITZ Av. OSSA 1237 — FONO 472352 FABRICA DE BALDOSAS MARMOL RECONSTITUIDO TEJAS - PASTELONES LADRILLOS TUBOS PARA ALCANTARILLADO Distribuidor: REFRACTARIOS LOTA-GREEN S.A. c. w.

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