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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1960-05-01 · 5 (Mayo, 1960) · p. Seite 7

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXII (1960)
Issue
5 (Mayo, 1960)
Date
1960-05-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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BOLETIN INFORMATIVO 7 DAS GANZE VOLK IST AUFGERUFEN! (FORTSETZUNG VON SEITE 5) stellen, indem wir Veranstaltungen in spanischer Sprache organisieren werden, die Themata behandeln, die besonders fuer unsere Jugend von Interesse sind. Gleichzeitig haben wir die Absicht, unsere Gemeinde- Bibliothek, deren Existenz Vielen garnicht oder nur ■ vom Hoerensagen bekannt ist, zu reorganisieren und zu erweitern, das vorhandene Buechermaterial unter besonderer Beruecksichtigung der Buecher in spanischer Sprache zu ordnen und zu modernisieren und wir hoffen, dass sich vielleicht aus dieser Arbeit heraus Gruppen bilden, die im Rahmen unserer Gemeinde fruchtbare Kulturarbeit leisten. Doch eine Tatsache koennen wir feststellen: Das “BOLETIN INFORMATIVO” leistet Kulturarbeit. Immer staerker wird die Entwicklung unseres “Boletin Informativo” vom “juedischen Familienblaettchen” zu einer zweisprachigen Monat s z e i tschrift, die in immer weiterem Masse Ereignisse allgemeiner Natur in Beruecksichtigung zieht. Die Reportagen unserer Zeitung, die viele unserer Mitglieder erstmalig mit repraesentativen Institutionen unseres Jischuws bekannt machten, die Aufmerksamkeit, die unsere Presse den Besuchern widmete, die wir dieses Jahr empfangen durften —ich erinnere in diesem Zusammenhang nur an den Besuch von Frau Minister Golda Meir—, das Interesse und die intensive Besprechung, die alle interessanten Tagesereignisse in unserem Boletin fanden, sind ein Beweis dafuer, dass die dynamische Entwicklung dieses Blattes, das den regelmaessigen Kontakt zwischen Mitgliedern und Gemeinde darstellt, wunschgemaess fortschreitet. Auch neue Mitarbeiter konnten wir gewinnen. So hatten unsere Leser in diesem Jahr zum ersten Mal Gelegenheit, Aufsaetze aus der Feder von Dr. Abner Nechuschtan —frueher Dr. Kupferberg vom Israel itischen Familienblatt, Hamburg— in unseren Spalten zu finden, die nun regelmaessig erscheinen werden. Unsere Kinderbeilage, die sich inzwischen zu einer Sektion fuer Kinder und Jugendliche erweitert hat, entwickelt sich besonders gut und erfreut sich immer staerkerer Beliebtheit bei unserer jungen und juengsten Generation. Die Praxis hat gezeigt, dass das System der Zweisprachigkeit innerhalb des B. I., sowie die Aufmachung unserer Zeitschrift den Wuenschen unserer Leser entspricht und Sie koennen davon ueberzeugt sein, dass wir die dabei gewonnenen Erfahrungen nutzbringend verwerten werden. Besonders betont muss aber werden, dass ohne die freudige und begeisterte Mitarbeit aller unserer Freunde von der Presse-Kommission ein derartiges Ergebnis nicht haette erzielt werden koennen. Ihnen, dem beliebten, geistreichen Redakteur, dessen “Monatsspiegel” jedem Leser einen besonderen Genuss bereitet und unserer “Rajel” unseren herzlichsten Dank. Es moege ihnen allen die Tatsache Freude an ihrer weiteren Arbeit machen, dass unsere Gemeinde-Zeitung als eine der Besten angesehen wird, die auf diesem Kontinent erscheint. BEZIEHUNGEN ZUM J|- SCHUW UND ZUR CHILENI¬ SCHEN UMWELT Unsere Beziehungen zu den Spitzenorganisationen der Kollektivitaet und unseren Schwester-Organisationen sind weiterhin ausserordentlich herzlich und befriedigend. Es ist mir an dieser Stelle eine angenehme Pflicht, das harmonische und reibungslose Verhaeltnis hervorzu heben, das zwischen der “Jevra Kedischa” und unserer Gemeinde besteht. Die Verhandlungen, die wir mit der Jevra Kedischa in fuer unsere betroffenen Mitglieder schweren Stunden f u e h r e n mussten, waren stets freundschaftliche und ich moechte nicht verfehlen, den zustaendigen Herren meinen persoenlichen Dank und Anerkennung fuer das Verstaendnis, das sie uns jederzeit entgegengebracht haben, auszusprechen. Die Beteiligung unserer Gemeinde .an den Arbeiten der beiden Dachorganisationen unseres Jischuws, der Federación Sionista und des Comité Representativo ist intensiv und entspricht in vollem Masse der Wichtigkeit unserer S. C. I. innerhalb der Kollektivitaet. Dies kommt schon rein aeusserlich dadurch zum Ausdruck, dass Mitglieder unseres Direktoriums und der Repraesentanz leitende Posten in beiden Gremien innehaben. Zur Botschaft Israels stehen wir in denkbar besten Beziehungen und die freundschaftlichen Bande, die uns mit den wuerdigen Repraesentanten unserer Medinah verknuepfen, sind ein deutlicher Beweis fuer die Verbundenheit unserer Gemeinde mit dem Staate Israel. Mit besonderer Freude hat unsere S. C. I. am 20. Jubilaeum unserer Schwestergemeinde Habonim in Valparaiso teilgenommen und durch einen unserer Herren Rabbiner und ein Mitglied des Direktoriums unsere Glueckwuensche persoenlich uebermitteln lassen, in enger herzlicher Freundschaft haben unsere Institutionen stets zusammengearbeitet und wir teilen die Freude und den Stolz, den die Mitglieder der Habonim anlaesslich ihres 20jaehrigen Bestehens empfinden, mit ihnen. Die freundschaftlichen Beziehungen, die wir mit Valparaiso pflegen, dehnen sich auch auf unsere Schwestergemeinden im Sueden des Landes aus, die, wie wir wissen, von der Hauptstadt des Landes entfernt, in der sich juedisches Leben, zentralisiert, unter schwierigen Bedingungen fuer die Erhaltung ihrer Eigenart kaempfen. Was in unseren Kraeften steht, um diese Gemeinschaften in ihrer Arbeit zu unterstuetzen, geschieht und wir glauben, dass unser “Boletín Informativo” nicht unwesentlich zur Belebung des juedischen Lebens innerhalb dieser Gemeinschaften und zur Verbindung mit uns beitraegt. EHRENGAST UNSERER GEMEINSCHAFT Im Laufe dieses Jahres hatten wir die grosse Ehre, den Aussenminister Israels, Frau Golda Meir, in Chile begruessen zu duerfen. Mit Stolz erinnern wir uns der Tage, in denen Frau Meir bei uns weilte und waehrend derer die chilenische Presse und Oeffentlichkeit voll des Lobes ueber diese aussergewoehnliche Frau waren, die einzige, die einen so verantwortungsvollen Posten bekleidet. Es ist nicht uebertrieben, wenn wir sagen, dass der Besuch von Golda Meir in Chile nicht nur politischen Wert gehabt hat, sondern wir koennen mit tiefer Befriedigung feststellen, mit welch spontaner Begeisterung und Freundschaft das chilenische Volk den Aussenminister Israels empfing. Der Besuch Golda Meirs hat wesentlich dazu beigetragen, Chile dem Staat Israel nahezubringen und ihn mit dieser schlichten ueberzeugenden-Persoenlichkeit zu identifizieren, die als Sonderbotschafter der Medinah Suedamerika bereiste, um die schon bestehenden Bande der Freundschaft noch enger zu knuepfen. Wir hatten die Freude, Frau Golda Meir in unserem Hause empfangen zu duerfen und ich moechte Ihnen —meine Damen und Herren— eine Bemerkung nicht vorenthalten, die unser Ehrengast anlaesslich des Besuches in unserer Gemeinde machte. Sie erklaerte damals, dass unser Gemeindehaus der schoenste Synagogenbau sei, den sie in Suedamerika kennengelernt habe. Eine derartige Aeusserung einer solchen Persoenlichkeit ist wohl die schoenste Anerkennung, die uns gezollt werden kann. Fuer uns alle war dieser Besuch ein Erlebnis. Die einfachen, zu Herzen gehenden Worte wird niemand, der sie hoerte, vergessen. DAS INTERNATIONALE FLUECHTLINGSJAHR 1959 stand im Zeichen des internationalen Fluechtlingsjah. res. Wir, die wir am eigenen Leib das Fluechtlingsschicksal gespuert haben, koennen einer derartigen unter dem Patronat der Vereinten Nationen durchgefuehrten Aktion nicht gleichgueltig gegenueber stehen. So hat unsere Gemeinde zusammen mit den anderen Organisationen der Kollektivitaet an allen Veranstaltungen dieses “Año Internacional del Refugiado” an hervorragender Stelle teilgenommen, was auch von den entsprechenden chilenischen und internationalen Instanzen anerkannt worden ist. Zur besonderen Freude gereicht es uns, dass dieses “Internationale Fluechtlingsjahr” in Chile von Herrn Charles A. Jordán vom Joint proklamiert wurde, der in Begleitung unserer Freunde, der Herren Sidney Nelson und Henry Levy zu diesem Zweck hierher kam. Aus diesem Anlass wurde in den Raeumen unserer Gemein, de ein Gedenkgottesdienst abgehalten und ein Bankett zu Ehren von Herrn Jordan veranstaltet. An beiden Akten nahmen hervorragende Persoenlichkeiten der Regierung der chilenischen Oeffentlichkeit und des diplomatischen Corps teil. Weiter hatten wir im Verlauf den Jahres die Freude, die israelischen Minister Dr. Burg und Saphir und Dr. Pinchas Rabinowicz, Sonderdelgierten des Keren Hajessod, bei uns zu begruessen. Auch waren Dr. Riegner vom Weltkongress und Gral. Avidar unsere Gaeste. MAGBIT Es ist mir angenehm, Ihnen mitteilen zu koennen, dass die meisten unserer Freunde ihre Pflicht der Magbit gegenueber erfuellen, dass sie sich dessen bewusst sind, dass es sich um eine Selbstbesteuerung handelt, durch die sie ihre Verbundenheit mit unserem Staate Israel bekunden. Nichtsdestoweniger gibt es immer noch viele unter uns, die Betraege anbieten, die weit entfernt von einer angemessenen Selbstbesteuerung sind und eine Einstellung zu diesem Solidaritaetswerk erkennen lassen, fuer die wir schlechterdings kein Verstaendnis haben. Meine Damen und Herren; Wir sind heute groesstenteils in der gluecklichen Lage, uns wirtschaftlich eingeordnet zu haben. Vergessen wir aber nicht, welch tiefer Sinn in den Worten der Hagadah liegt, die wir erst vor wenigen Tagen gelesen haben und in denen wir gemahnt werden, nie, zu keiner Stunde zu vergessen, dass auch wir Fluechtlinge waren, Sklaven im Lande Aegypten. Meine Freunde: Wer wuesste besser als wir, wie juedisches Schicksal sich von einer Nacht auf die naechste radikal wenden kann. Haben wir nicht erst juengst erleben muessen, wie aus geborgenen Gemeinschaften, die sich in Sicherheit wiegten, Fluechtlinge und Verfolgte geworden sind? Mit unserem Beitrag zur Magbit ueben wir nicht Philantropie, sondern erfuellen nur unsere Pflicht denjenigen unserer Brueder gegenueber, die sich nicht in der gleichen gluecklichen Lage befinden wie wir, die wir in einem freien, demokratischen Land leben duerfen. Vergessen wir nicht, was geschehen ist. Schaffen wir eine Garantie dafuer, dass nie wieder juedische Kinder ihren Eltern entrissen werden, dass niemals mehr so unsaegliches Grauen, wie wir es miterleben mussten, ueber unser Volk hereinbricht . Meine Damen und Herren: Ichi glaube, es ist unnoetig, heute noch juedischen Menschen ihre Pflicht dem Volk Israel gegenueber vor Augen fuehren zu muessen. Noch steht der stolze Bau der Medinah, wenn auch fest in sich verankert, inmitten einer Welt von Feinden. Noch leben Tausende von Einwanderern unter aeusserst bescheidenen Bedingungen. Noch warten Millionen unserer Brueder hinter dem Eisernen Vorhang darauf, wieder als Juden und freie Menschen leben zu duerfen. Wir alle haben die berechtigte Hoffnung, dass sich eines Tages die Pforten oeffnen und unsere Brueder die so lang ersehnte Alijah nach Israel antreten koennen. Dieser Augenblick wird die Feuerprobe fuer unsere Medinah sein. Gelingt es ihr, diese Einwanderung aufzunehmen und wirtschaftlich einzuordnen, ist ihr Bestand und damit der des juedischen Volkes fuer immer gesichert. Medinath Israel ist bereit, dafuer Opfer zu bringen und Vorsorge zu treffen, dass dieser Tag, der hoffentlich bald kommt, Staat und Volk nicht unvorbereitet treffe. Aber Medinath Israel allein kann diese Aufgabe nicht bewaeltigen. Nur wenn das ganze juedische Volk, wo ueberall in der Welt es sich befinden moege, in diesen Stunden hinter der Medinath Israel steht, ist dieses monum sntale Werk durchfuehrbar. Und deshalb, meine Freunde, bitte ich Sie nochmals dringendst: Seien Sie grosszuegig, geben Sie Betraege, die Ihren tatsaechlichen Verhaeltnissen entsprechen. Erfuellen Sie Ihre Pflicht der Medinah, dem juedischen Volk und sich selbst gegenueber. Nur wer die undankbare und schwierige Aufgabe der Magbit-Kommission aus der Naehe kennt, weiss, welche Arbeit dort geleistet wird. Machen Sie es daher unseren Mitarbeitern nicht noch schwerer. Warten Sie nicht auf Mahnungen, kommen Sie' von selbst, zeichnen und erfuellen Sie Ihre Pflicht so schnell wie moeglich. Wir duerfen keine Zeit verlieren. Wir duerfen uns nicht dem Vorwurf aussetzen, den historischen Moment nicht erkannt zu haben. Keiner von uns wuerde sich dies je verzeihen koennen. Und noch eine Bitte, meine Freunde: Realisieren Sie Ihre Zeichnungen so schnell wie irgend denkbar. Sie ersparen damit nicht nur sehr viel Arbeit an Korrespondenz, sondern beweisen dadurch, dass fuer Sie die Hilfe fuer unser Land, -fuer unsere Brueder, fuer unsere Schulen, fuer unsere Armen und Kranken eine Pflicht ist, deren Erfuellung auch nicht einen Tag Aufschub gestattet. GEMEINDEHAUS Unser Gemeindehaus ist nicht nur ein Gebaeude, das die Synagoge und die Verwaltungsraeume dieser, Ihrer Gemeinde umfasst, sondern weit mehr. Es soll das lebendige Zentrum des juedischen Lebens unserer Gemeinschaft sein und zwar nicht nur unserer eng begrenzten eigenen Gemeind^ sondern des ganzen Jischuws. Wir hatten im vergangenen Jahre die Freude, dass verschiedene wichtige Veranstaltungen der Kollektivitaet in unseren Raeumen stattfanden. Aber das ist nicht genug. Nur wenn Sie selbst oefter Ihr Gemeindehaus aufsuchen, sich mit Ihren Freunden bei uns treffen, mit uns sprechen, Anregungen geben und konstruktive Kritik ueben, nur dann werden wir wirklich in dem Hause Portugal 810 ein Zentrum unserer Gemeinschaft besitzen, das diesen Namen rechtfertigt. Direktorium und Repraesentanz haben im Laufe des Jahres sich bemueht, Ihnen den Aufenthalt in unseren Raeumen so angenehm wie moeglich zu gestalten. Der unter grossen finanziellen Opfern durchgefuehrte Umbau der Restaurationsraeume wird —davon sind wir ueberzeugt— dazu beitragen, dass Sie sich in diesem modernen, geschmackvollen Lokal wohlfuehlen und hoffentlich recht oft angenehme Stunden dort verleben werden. Unser Synagogenraum konn- (Fortsetzung Seite 9)

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