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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1960-04-01 · 4 (Abril, 1960) · p. Seite 17

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXII (1960)
Issue
4 (Abril, 1960)
Date
1960-04-01
Page
Seite 17 (sequence 15)
Language
German
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Abril 1960 BOLETIN INFORMATIVO 17 Waehrend der letzten zwei Febuarwochen glich die nahoestliche Wetterecke, in der sich die Juden Israels eng im Raume mit den Arabern Aegyptens, Syriens und Jordaniens stossen, wieder einmal einem Pulverfass; aber diese Krise kam nicht wie der sprichwoertliche Blitz aus heiterem Himmel. Einen Monat vorher hatte David Ben Gurion oeffentlich in Tel-Aviv zwar noch erklaert, dass “die entscheidende militaerische Auseinandersetzung” erst zu einem spaeteren Zeitpunkt zu erwarten sei, “irgendwann im neuen Jahrzehnt’” —• und doch hatte er seine Diplomaten und sonstigen Vertrauensleute schon seit dem Jahresbeginn veranlasst, ihre Bemuehungen um Ruestungskredite und Waffenkaeufe in aller Welt zu verstaerken. Den Ausschlag gab zq diesem Entschluss wahrscheinlich die Tatsache, dass der Sowjetstaat die Vereinte Arabische Republik Abdel Nassers seit ungefaehr dem letzten Herbst in steigendem Ausmass mit modernsten Duesenkampfjaegern und schweren Panzern der russischen Modelle T 34 und T 54, den besten Tanks die es heute zu geben scheint, versorgt hatte. Hinzu aber trat der Sturm arabischer Proteste gegen den Fortgang der Arbeiten zur Ableitung ueberschuessiger Teile der Wasser des Jordanflusses nach dem Landessueden Israels, in die Oedflaechen des Negev, und dann vor allem, andererseits, die Fortdauer der aegyptischen Sperre des Suez - Kanals fuer juedische und sogar fuer fremde, gecharterte Frachtdampfer der Haifa - Route. Ein daenisches Schiff mit israelischen Ausfuhrguetern musste unverrichteter Dinge umkehren, nachdem es in Port Said, dem Einfahrtshafen des Kanals, fast ein Jahr lang auf gehalten worden war; dasselbe Schicksal droht einem griechischen Frachter, der dort noch festliegt. Zweimal hatte der Generalsekretaer der UN, Dag Hammarskjoeld, in Kairo auf einen Kompromiss in dieser Sache hingearbeitet. Vielleicht haette sich Staatspraesident Abdel Nasser an dies Stillhalteabkommen gehalten, dem er mehr oder weniger schon zugestimmt Entspannung in einem Nervenkrieg hatte, wenn er sich seit Ende 1959 nicht auch des politischen “backing” der Amerikaner — neben dem schon traditionellen taetigen Wohlwollen des Kreml fuer Aegypten — versichert haette. Jetzt auch von der fuehrenden westlichen Grossmacht umworben, die ihm ueber die World-Bank bedeutende Finanzmittel zum Ausbau des Suez-Kanals verfuegbar machte, sah er sich selbst zum leisesten Entgegenkommen an die Israelis umso weniger genoetigt. Ein Knaeuel ausloesender Motive Moeglicherweise haetten die Schiessereien die sich im “demilitarisierten”’ Niemandsland suedoestlich des Tiberiassees letzthin bis zum Sturm juedischer Truppen auf ein stark von den Syrern besetztes Fellachendorf zuspitzten, andernfalls nur einen vergleichsweise belanglosen Zwischenfall gebildet. Aber der Waffenerfolg, den sich Ben Gurions Soldaten bei dieser Gelegenheit sicherten, stand in einem zu eklatanten Gegensatz zu dem am Suez- Kanal gerade erzielten politischen Triumph Nassers, als dass er stillschweigend darueber hinwegsehen konnte. Ueberdies hatte sich die Sache zu nahe an der syrischen Grenze abgespielt, als dass sich die Kunde von der erneut unter Beweis gestellten militaeris'chen Ueberlegenheit der Israelis nicht, alsbald in den Staedten und Doerfern der “Nordprovinz” Nassers verbreitet haette. Als er um eben diese Zeit zur Feier des zweiten Jahrestags der staatlichen Vereinigung Syriens mit Aegypten nach Damaskus kam, sah er sich umso mehr genoetigt, der so entstandenen Unruhe mit einer Folge besonders aggressiver Reden gegen die “zionistische Aggression” zu steuern. von Dr.Abner Nechushtan (Tel - Ayiv) Auf dem Hoehepunkt der Krise Dem Leitmotiv dieser Reden, seiner Erklaerung, dass (woertlich) “die Stunde des heiligen Einmarsches in Palaestina zur Befreiung des Landes” gekommen sei, schien Nasser die Tat folgen zu lassen, als er das Gros seines stehenden Heeres, drei Brigaden, von ihren aegyptischen Standquartieren ueber den Suez-Kanal in die Sinai-Halbinsel und auch zum Kuestenstrich von Gaza bis in die Naehe der israelischen Suedgrenze einruecken liess. Ben Gurions Generalstab antwortete mit Manoevern an dieser Grenze und den in solchen Faellen ueblichen Vorkehrungen zur Erhoehung der Gestellungsbereitschaft der Reserve, Mitteilungen an den Weltsicherheitsrat der UN gingen damit ebenso Hand in Hand wie alle nur denkbaren diplomatischen Bemuehungen in Jerusalem, Washington, London und Paris. Nachdem die drei westlichen Grossmaechte auf den Ernst der Lage hingewiesen worden waren, Hessen sie amtlich verlauten dass sie nach wie vor zu der im Mai 1950 von ihnen abgegebenen Erklaerung stuenden, mit der sie den status quo der Staatgrenzen Israels garantiert hatten; worauf ihnen Abdel Nasser mit nicht geringerem als der Sperre saemtlicher mitteloestlichen Oellieferungen drohte — fuer den Fall ihres militaerischen Dazwischentretens zufolge dieser Garantie - Erklaerung. Ostentativ erschien im Hafen von Haifa die “Narvik”, ein Minensucher dér Kriegsflotte des mit Israel eng befreundeten Frankreich; gleichzeitig gab der Kommandeur der Sechsten amerikanischen Flotte, bekannt, dass er Kriegsschiffe mit dem Flugzeugmutterschiff “Forrestal” voran ins destliche Mittelmeer beordert habe. Tagelang sah es so aus, als ob jedes wei tere, noch so lokale Vorkommnis als “Funken im Pulverfass” zum Beginn von Feindseligkeiten fuehren werde. Dann schossen syrische — oder vielleicht jordanische — Scharfschuetzen in ziemlicher Naehe jenes Fellachendorfes, das einige Zeit vorher gestuermt und dem Erdboden gleichgemacht worden war, auf zwei juedische Ausfluegler, toeteten einen, verwundeten den - anderen —■ und glücklicherweise geschah sonst nichts. Entspannung in Sicht Vorher hatten nicht nur die nordamerikanischen, e n g 1 ischen und franzoesischen Diplomaten in Kairo und Jerusalem zu entschiedenster Maessigung geraten, sondern nach sicherem Vernehmen auch die sowjetrussischen Botschafter in den beiden Hauptstaedten. Ein Krieg im Nahen Osten wuerde in diesem Augenblick tatsaechlich ja dem Wunsch des Ministerpraesidenten Chrustchow zuwiderlaufen, die herannahende Gipfelkonferenz in einer Atmosphaere internationaler Ruhe durchzufuehren. Auf Abdel Nasser, der von ihm beguenstigt wird und derart abhaengig ist, duerfte die Mahnung, die Dinge nicht zum Aeussersten zu treiben, entsprechenden Eindruck gemacht haben. Es scheint aber sogar zweifelhaft, ob es dieser Mahnung an die Adresse der Vereinten Arabischen Republik ueberhaupt beduerfte. Ihrem Staatschef scheint es von vornherein mehr um eine Geste gegangen zu sein. Um einen Zweifrontenkrieg gegen Israel zu fuehren, mit dem er drohte, zugleich vom Sinai - Plateau wie von Syrien aus, haette er den Hauptteil seiner Streitkraefte nicht an der Negevgrenze des juedischen Staates massieren und sich darauf beschraenken duerfen, nach Syrien nur einige wenige Regimenter zu senden, Muesste er nicht mit toedlicher Sicherheit damit rechnen, dass irakische Truppen gegen ihn eingreifen wuerden, um die Nordprovinz der V. A. R. nach dem oft erklaerten Verlangen seines innerarabischen Widersachers Kassem von Norden aus “zu befreien”, sobald die Israelis vom Sueden her in das militaerisch so unzureichend gesicherte Syrien vorstossen sollten? Das Bild rundet sich, wenn schliesslich noch hinzugefuegt wird, dass sich die aegyptischen Rekruten so kurze Zeit nach den letzten Lieferungen aus dem Ostblock mit den komplizierten Waffen noch nicht hinreichend vertraut gemacht haben. Es ist zuverlaessig bekannt, dass sie sich noch im Stadium des Training befinden. Jede militaerische Logik legt es Abdel Nasser mithin nahe, mit der Eroeffnung von Feindseligkeiten noch zu warten, statt sie schon heute zu provozieren. Ben Gurion “privat” nach Amerika Waere David Ben Gurion in Anbetracht all dessen nicht der Ueberzeugung, dass es sich — wieder einmal — um eine aegyptische Demonstration und nichts anderes gehandelt hat, so waere er soeben ohne Zweifel nicht der Einladung der Brandeis-Universitaet bei Boston gefolgt, ein Ehrendoktorat ihrer juristischen Fakultaet entgegenzunehmen. Unter der Hand verlautete bereits, dass er die Gelegenheit wahrscheinlich benutzen werde, um in Washington mit Eisenhower, dem Ausserminister Christian! Herter, und in New York mit Herrn Hammarskjoeld zusammenzutreffen. Der Nervenkrieg Abdel Nassers, der den letzten Februar hierzulande zu einem Monat der Unruhe gemacht hat, haette auch sein Gutes, wenn diese Gespraeche dem Ministerpraesidenten Israels gestatten wuerden, demnaechst seine Voraussage zu wiederrufen, dass es im neuen Jahrzehnt irgendwann zur “entscheidenden militaer Ischen Auseinandersetzung” zwischen Juden und Arabern kommen wird. 0 0 0 LOKAL Bomba Israel Am 13. Maerz wurde der neue Sitz der Bomba Israel feierlich eroeffnet. -- Leib Dultzin Herr Leib Dultzin, Mitglied der Exekutive der Sojnut, besuchte im Maerz unseren Jischuv. TEMPERATUR ANZEIGE. REGEL. REGISTRIER. G E R A E T E fuer Industrie und Labor LECHNER y Cia. Ltda. Casilla 10172 — Tel. 87765 INTERNATIONAL Juden in Berlin Am 1. Oktober 1959 betrug die juedische Bevoelkerung Westberlins 6.193 Personen. -•- Israelische Studenten an deutschen Universitaeten 1959 waren 130 Studenten aus Israel an deutschen Universitaeten eingeschrieben. -•- Ueberfall auf Botschafter Schweitzer Daniel Schweitzer, Vertreter Chiles bei den V. N. wurde in seiner Wohnung in New York ueberfallen und beraubt. Nachdem er die Frage, ob er Jude sei, bejaht hatte, zwangen ihn seine Angreifer den Hitlergruss zu machen und ihn dreimal zu wiederholen. -•- Einladung an Nasser Fidel Castro, Staatschef Cubas, hat Oberst Nasser eingeladen. •- Dibelius gegen Neonazismus In einem Telegramm an Ministerpraesident Ben Gurion, teilte Bischof Dr. Dibelius mit, die von ihm geleitete Evangelische Kirche in Deutschland verurteile die antisemitischen und neonazistischen Ausschreitungen und stelle Israel 100.000 DM. zur Verfuegung. ISRAEL Air France Verhandlungen suspendiert Die Verhandlungen zwischen Air France und El Al, bezuegliche einer gemeinsamen Transatlantik Jet Linie, wurden seitens der Air France suspendiert. -•- Fuenfjahresplan fuer Jerusalem Der neue Bürgermeister Jerusalems, Herr Mordechai ish Shalom, gab bekannt, dass die Stadtverwaltung im Rahmen eines Fuenf jahresplanes 100 Milliones I £ investieren wuerde. Landwirtschaftsprodukte fuer Israel Landwirtschaftliche Produkte im Werte von US$ 30.200.0000.— wurden von den U. S. A. aus ihrem Ueberschuss Israel zur Verfuegung gestellt. -•- Herzl - Jahr Die Regierung Israels hat beschlossen, im Rahmen der diesjaehrigen Feiern anlaesslich des Unabhaengigkeitstages, insbesonders des 100. Geburstages von Theodor Herzl zu gedenken. -•-- Petroleumexport Der erste Export Israelischen Petroleums ist kuerzlich erfolgt.

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