Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXII (1960)
- Issue
- 6 (Junio, 1960)
- Date
- 1960-03-01
- Page
- Seite 21 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Marzo 1960 BOLETIN INFORMATIVO 21 (ccí/uz. gtetf&tMó... LOKAL BOTSCHAFT VON PIERRE MENDES - FRANCE In einem Schreiben an die Federación Sionista de Chile gab Pierre Mendes-France seinem Bedauern darueber Ausdruck, dass es ihm unmoeglich war, an der zu seinen Ehren geplanten Veranstaltung teilzunehmen. Herr Mendes-France erklaerte dass, obwohl besondere Umstaende seine Teilnahme verhinderten, es ihm eine besondere Freude und Genungtuung bereitet habe, im Verlauf seiner Vortraege in Chile seiner Bewunderung fuer die Leistungen Israels Ausdruck geben zu koennen. -• :— CHILE-ISRAEL IM DAVIS CUP In den Ausscheidungskaempfen um den Davis-Pokal wird in der ersten Partie Chile gegen Israel antreten. Gedanken zwischen... (Schluss von Seite 6) möchte ihm zurufen: “Straffe Dich ¡Brustbein hoch! Schultern herunter ¡Kopf hoch! Du kannst um viele Jahre jünger und frischer ausseben!” Es gibt ein einfaches Rezept, ein kleines Geheimnis, das leicht befolgbar ist. Eine ausgezeichnete Lehrerin hat es mir vor langen Jahren gegeben. Stellt Euch vor, Ihr hättet in Eurem Leib ein gefülltes Glas Wasser stehen. Geht Ihr nun mit krampfhaft durchgebogenem Kreuz, muss die Flüssigkeit notgedrungen nach vorne überschwappen. Tragt Ihr den Rücken rund, den Leib nach vorne gewölbt, die Brust tief und eingezogen, fliesst das kostbare Nass nach hinten über. Ist aber der Körper gestrafft, normal und nicht forciert, wohl aufgerichtet und mit geraden Becken gut balanziert, bringt man sein Gläschen Wasser heil und unverschüttet nach Hause. Jede Fensterscheibe, an der Ihr vorüber geht, ist wert, als Kontrollspiegel zu dienen, bis die Haltung selbstverständlich wird, das Maass der Schritte der Körpergrösse angepasst ist, Ihr frei, sicher harmonisch und schön “gehen” geiernt habt. Und nun, Frau wie Mann, vor den Spiegel ¡Prüft Euer Wasserglas!! _K.g. I BIBELKURSE I Sitten-Gebrauche-Tradition-Feiertage Marianne Tobias Tel. 482312 INTERNATIONAL PENTATEUCH-UEBERSETZUNG Der erste Band einer, von Edmond Fleg durchgefuehrten Pentateuch-Uebersetzung ist kuerzlich in Paris erschienen. VEREIDIGUNG GEGEN GENOCIDE Der erste Studienjahrgang von Absolventen der Albert Einstein Hochschule fuer Medizin in New York wurde auf die UN-Charter gegen Voelkermord (Genocide) vereidigt. LIEBERMANN-AUSSTELLUNG IN BERLIN Unter dem Patronat des Kunstzentrums von Tempelhof und Reinickendorf wurde in Berlin eine Ausstellung von Gemaelden und Zeichnungen Liebermanns veranstaltet. -•- LESSING-PREIS FUER HANNAH ARENDT Die Stadt Hamburg erkannte der Soziologin Hannah Arendt den Lessing-Preis zu. PROF. HEUSS NACH ISRAEL Der Altpraesident der Bundesrepublik, Prof. Theodor Heuss, wird einer Einladung der israelischen Regierung Folge leisten und mehrere Wochen in Israel verleben. JOINTBUDGET Das Budget des loints fuer Hilfe und Unterstuetzungen fuer das Jahr 1960 wurde auf 29.142.000 Dollar festgesetzt. -«- UNWRA VERLAENGERT Die Hauptversammlung der Vereinten Nationen beschloss mit 71 Stimmen, die Taetigkeit der UNWRA (Fluechtlingshilfe fuer arabische Fluechtlinge aus Palaestina) um drei Jahre zu verlaengern. -•- PRIX GONCOURT Der Prix Goncourt, eine der wichtigsten Auszeichnungen'in der französischen Literatur wurde André Schwarzbardt fuer sein Buch “Les derniers des Justes” zugesprochen. ISRAEL UNABHAENGIGKEITSPARKK In Jerusalem wurde der “Unabhaengigkeitsgarten” feierlich eroeffnet. Er ist der groesste oeffentliche Park der Stadt und umfasst eine Flaeche von 70 Dunam im Stadtzentrum. -•- ERWEITERUNG DER BAR ILAN-UNIVERSITAET Die Bar Ilan-Universitaet begann das neue akademische Jahr mit 460 Studenten, 160 mehr als im Vorjahr. •-•- \ BELGISCHE ANLEIHE Belgien gewaehrte Israel eine Anleihe von 5.000.000 Dollar zum Ankauf industrieller Ausruestung. Die Anleihe laeuft fuenf Jahre. -•- LUNGENKLINIK Dip Anti-Tuberkulosis-Liga und die Haifaer Stadtverwaltung haben gemeinsam eine 40 Zimmer grosse Lungenklinik eroeffnet. HANDELSVERTRAG MIT RUMAENIEN Der seit 1957 bestehende Handelsvertrag zwischen Israel und Rumaenien wurde um ein Jahr verlaengert Er sieht einen Warenaustausch im Werte von 4.500.000 Dollar vor. —— •- EXPORT NACH DER BUNDESREPUBLIK Eine Firma in Cholon hat erstmalig gefrorene Gaense nach Westdeutschland exportiert. -•- BLUMENEXPORT Gladiolen und Blumenzwiebeln im Werte von ca. 19.000 Dollar wurden im Jahre 1959 nach den USA ausgefuehrt. JAACOV TZUR VORSITZENDER DES K. K. L. Jaacov Tzur, frueherer Botschafter Israels in Chile, wurde zum Vorsitzenden des K.K.L. und Mitglied der Zionistischen Weltexekutive ernannt. Das vergessene Dritte Reich (Schluss von Seite 9) Masstab zum Beispiel bei der Wiedereingliederung der alten Beamtenschaft war in vielen Faellen denn auch nicht der eines strengen Purismus. Für manchen der grosszügig rehabilitierten Staatsdiener gibt es deshalb das Problem seiner eigenen Vergangenheit, nicht zuletzt etwa im Richterstand, wo heute noch eine Anzahl von Maennern Urteile über Verbrechen der Vergangenheit zu faellen haben, die früher im Volksgerichtshof oder in Sondergerichten nationalsozialistische Justiz praktizierten. Wie sehr man in gewissen Kreisen dieses Standes zum Verschweigen, Vertuschen und Verharmlosen disponiert ist, hat der Fall des Euthanasiearztes Heyde gezeigt, dessen Identitaet und frühere Taetigkeit einer ganzen Reihe von Gerichtsbeamten jahrelang bekannt war, ohne dass eine polizeiliche Anzeige erfolgte. Die von den Kommunisten verbreitete generelle Behauptung, dass in Bonn wieder “die alten ¡Nazis” in den früheren Stellungen sassen, ist auf der andern Seite jedoch eindeutig ein Propagandamaerchen. Nur sehr wenige durch ihre frühere Stellung und Taetigkeit kompromettierte Leute sind in politische Spitzenstellungen gelangt. Dass die wenigen, weithin sichtbar, dort wieder wirken, kann freilich der Gewissensschaerfung in breiteren Schichten nicht eben foerderlich sein. BEFANGENE PUBLIZISTEN Was für den Beamtenapparat gilt, trifft aehnlich auch für den Sektor der Publizistik zu. Ein ehemaliger Nationalsozialist der jungen Generation, der Schriftsteller Kurt Ziesel, hat vor zwei Jahren ein leidenschaftlich zorniges Buch geschrieben (Das verlorene Gewissen, München, 1958, inzwischen in 6. Auflage erschienen), in dem er sich, in manchen Faellen sicher ungerecht, aber immerhin mit harten Zitaten mit einer Reihe jener Leute auseinandersetzt, die heut als demokratisches Gewissen der Nation walten, ehedem aber Geist und Feder der Ideologie Goebbels’ und Rosenbergs zu leihen pflegten. Erstaunliche Entdeckungen sind in diesem Buch anhand seines Namensregisters zu machen. Mit seinen Zitaten von einst und jetzt macht es deutlich, in welchen Mass persoenliche Belastung und Befangenheit die nachtraegliche Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus problematisch macht. Die Erbschaft, die noch immer nicht liquidiert ist, besteht in mehr als nur in einem verzerrten Geschichtsbild. Der Denkmechanismus breiter Schichten, auch in der publizistischen Intelligenz, ist noch immer io eingerichtet, wie ihn die totalitaere Propaganda formte; man sucht zwar nicht mehr, wie früher, die verborgene Hand des “internationalen Judentums”, der Freimaurerei oder Wallstreets hinter jeder unbequemen Entwicklung; aber die primitive Vorstellung dass Geschichte von Komplotten, Drahtziehern und Hintermaennern gemacht werde, hat sich doch gerade in der politischen Diskussion weitherum erhalten und pflegt sie imer wieder zu verzerren. Nur anzudeuten ist in diesem Zusammenhang die noch immer nicht zurückgebildete Verwilderung der deutschen Sprache zum Jargon der “Bewegung” und der Kriegsjahre. GEGENKRAEFTE Natürlich gibt es Gegenkraefte gegen die Tendenzen der Verharmlosung und des Nichtwissenwollens. Die drei führenden Parteien der Bundesrepublik haben ihren Ausgangspunkt in der entschiedenen Abkehr vom Nationalsozialismus genommen, und sie sind ihrer ursprünglichen Haltung zumeist treu geblieben, auch als kie alle sich gestrige Elemente zu assimilieren begannen. Vielleicht gerade dadurch, dass sie diese Elemente nicht zum vornherein und durchgehend isolierten, ist es ihnen gelungen, den organisierten Rechtsradikalismus auf dem Stand unbedeutender und einflussloser Sekten zu halten, was ein bedeutender Erfolg der demokratischen Parteipolitik war und ist. Von den Parteien, von überparteilichen Organen, unterstützt von Regierungsstellen, aber auch von Gruppen junger Dozenten und Lehrer oder von kirchlichen Organisatio' nen, werden manche redliche Versuche unternommen, die Vergangenheit ins Bewusstsein zu heben und das gefaehrliche Vakuum zu füllen. Sie finden vor bei Jugendlichen oft ein ausgepraegtes Interesse und kommen einem von Schule, Elternhaus und Oeffentlichkeit nicht befried i g t e n Informationsbedürfnis entgegen. Auch die Kriegsverbrecherprozesse der letzten Jahre haben manchen die Augen wenigstens für die kriminelle Seite des früheren Regimes geoeffnet, und was im laufenden Jahr noch an mit peinlicher Sorgfalt vorbereiteten Faellen über die Bühne gehen wird, mag diese Wirkung vertiefen. Ob der Blick sich dabei weitet und auch jenen Punkt schonungslos zu erfassen vermag, wo man zur Versuchung des Radikalismus noch ja oder nein sagen konnte, ist ungewiss. Die aussenpolitische Entwicklung spielt in diesem Prozess eine Rolle; sollte die Bundesrepublik in Isolierung fallen und der westliehe Zusammenhang sich aufloesen, dann wird man damit rechnen müssen, dass sich aus der Verschwoerung des Schweigens über die Vergangenheit eine Bewegung der Rehabilitierung des Dritten Reiches entwickelt. Dass in der weit 'herum noch hfjrrschenden Indifferenz diese Moeglichkeit steckt, laesst die Gefahren ahnen, die mit dem Ausweichen vor der Vergangenheit verbunden sind. (“Neue Zuercher Zeitung).