Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXI (1959)
- Issue
- 12 (Diciembre, 1959)
- Date
- 1959-12-01
- Page
- Seite 17 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Diciembre 1959 BOLETIN INFORMATIVO 17 CABlLi-* »*• ■rd» FEST DER EINIGKEIT ZUR FEIER DES,20 JAEHRIGEN BESTEHENS DER COMUNIDAD ISRAELITA "HABONIM". Wen jemals ein Zweifel darüber auftauchen koennte, ob die Mitglieder der Gemeinde “Habonim” sich noch so zusammenge- •hoerig fühlen wie in den ersten Jahren des Bestehens, so wurden diese Bedenken am Abend des 25. Oktober restlos zerstreut. Zu dem Bankett, zu dem der Vorstand die Mitglieder eingeladen hatte, waren weit über 100 Personen erschienen. Vom ersten Augenblick an hatte man den Eindruck, dass die hier versammelten Menschen sich wirklich verbunden fühlen, verbunden als Schicksalsgemeinschaft, die in den verflossenen inhaltsreichen 20 j ähren Boeses und Gutes miteinander geteilt hat. Alle schienen von stolzer Freude erfüllt, und waehrend der zahlreichen Ansprachen, die die Ereignisse der vergangenen Jahre nur streifen konnten, überlegte wohl jeder Einzelne, was ihm gestaerkt und ihm geholfen hat. Jeder war sich der Bedeutung dieser Zusammenkunft bewusst. Das bekundete sich auch im Erscheinen auswaertiger Gaeste, des Herrn Rabbiner Dr. Loewenstein und des Herrn Walter Schüftan als Delegierter unserer Schwestergemeinde B’ne Jisroel aus Santiago. Rabbiner Loewenstein, der unserer Gemeinde fast so nahe steht wie seiner eigenen, ergriff das Wort und wies darauf hin, was die 3 bisherigen Praesidenten in ihrer Weise geleistet und geschaffen haben, Leo Weglein in den schweren Jahren des Aufbaus, Enrique Roger im Übergang zur Konsolidierung und Annaeherung an die Unión Israelita und Kurt Reichmann, der heutige Praesident, mit seinen schoepferischen Plaenen für Gegenwart und Zukunft. Launig verglich er die 3 Praesidenten mit den Erzvaetern Abraham, Isaac und Jacob. Die Gemeinde in Santiago hatte in Walter Schüftan einen würdigen Vertreter entsandt. Er fand warme und herzliche Worte für die “Habonim” und wünschte der Gemeinde alles Glück für ihre weitere Entwicklung. Zahlreiche Briefe, in denen auch eine private Baumspende für Israel enthalten war, und Glückwunschtelegramme kamen zur Verlesung. Dann meldeten sich, freundlich angekündigt von Peter Brandt, noch einige hiesige Herren zum Wort. Leo Weglein, vom Tage der Gründung an der Gemeinde in eifriger opfervoller Arbeit verbunden, teilte mit, dass er das Blatt mit den Unterschriften der Gründer zur dauernden Erinnerung an den Gründungsakt hat rahmen lassen, und übergab dieses Dokument dem Praesidenten der Gemeinde. Hans Aufrichtig dankte im Namen des Hakoah für die Foerderung und Unterstützung, die dieser in all den Jahren von der Gemeinde erfahren hat, und machte ihr in dessen Namen eine Baumspende für Israel. Als Vertreter der jüngeren Generation bescherte uns Erich Kaufmann einen kleinen heiteren Überblick über die Geschichte der “Habonim”, der lebhaften Beifall fand. Für den Frauenverein sprach Frau Hertha Arendt und gab neben herzlichen Glueckwuenschen bekannt, dass diese Organisation der Gemeinde ebenfals eine Anzahl Baeume in Israel gespendet habe. Es folgte eine Sammlung für den Keren Kajemeth, die zusammen mit einem Teil der Baumspenden eine so betraechtliche Summe ergab, dass die Gemeinde “Habonim” in das Goldene Buch dieser Institution eingetragen werden kann. Vor Beginn des lustigen Teils sprach der Praesident Kurt Reichmann, der auch schon zu Beginn der Feier die Gaeste begrüsst hatte. Seine Ausführungen beschaeftigten sich hauptsaechlich mit den Aufgaben, die die Gemeinde in Zukunft zu erfuellen haben wird, wobei die Vereinigung mit der Union Israelita, die sich in vielfachen Bestrebungen schon anbahnt, im Vordergrund steht. Alles in allem kann man wohl sagen, dass die Menschen, die hier am 25. Oktober 1959 froehlich zusammensassen, wenig gemein haben mit den bedrückten heimatlosen Emigranten der Anfangsjahre. Dennoch und auch dazu mahnte unser Praesident - sollen und wollen wir nicht vergessen, was gewesen ist, und daraus die richtigen Schlussfolgerungen fuer ein aufrechtes juedisches Bewusstsein und die Erhaltung des Judentums ziehen. Die Feier endete schliesslich mit einem gemütlichen Beisammensein und Kabarett. Dieser schoene Abend wird eine bleibende Erinnerung in Allen hinterlassen, die daran teilnehmen durften. /. W. CASA LEON IRARRAZAVAL 2555 — Fono 41106 RADIOS Blaupunkt und Standard Electric SCHALLPLATTEN 5„ allen Marken AUTOMATISCHE PLATTENSPIELER mit Stereo ‘Kapsel Rasierapparate, Staubsauger, Bohnermaschinen, Plaetteisen Lampen, Schnellkochtoepfe und Fruchtmaschinen in allen Preislagen Saemtliche elektrische Ersatzteile und Installationen Autorisiert von der Dirección de Servicios Eléctricos EIN SILBERJUBILAEUM Vor 25 Jahren erschien in New York zum ersten Mal eine Zeitschrift, die grossen Einfluss auf uns und unsere Gemeinschaft ausueben sollte. Wer haette nicht waehrend all dieser Jahre im “Aufbau” eine Nachricht, ein Inserat oder einen Artikel gefunden, der die Verbindung mit laengst verloren geglaubten Menschen und Dingen wieder herstellte; alte, zerrissene Bande neu knuepfte und oft einer aussichtslos scheinenden Existenz neue, bessere Perspektiven wies. Ganz gleich, wo wir waren, ob in Santiago oder in New York, ob in Sydney oder Schanghai, der “Aufbau” war das Blatt einer riesigen Gemeinde, der Gemeinde des ueber die ganze Welt zerstreuten deutschen Judentums und wenn auch in jenen Jahren die Seiten voll waren mit Nachrichten ueber Tod und Vernichtung, so wehte uns dennoch aus ihnen ein nicht zu zerstoer'ender Lebenswille entgegen. In den 25 Jahren der Existenz des “Aufbau” haben in unserer Geschichte Wandlungen stattgefunden, die wenn sie ueberhaupt bei anderen Voelkern und zu anderen Zeiten moeglich gewesen waeren, sich ueber Jahrhunderte erstreckt haetten. In diesem kurzen Zeitraum von nicht einmal einer Generation, wandelte sich der Zusammenbruch und die fast sichere Vernichtung des juedi- Manfred George, Chefredakteur des "Aufbau" und Kurt Kersten, der pol ¡tische Korrespondent. geschichte beginne und sie sagen koennten, sie seien dabei gewesen”. Der Aufbau war dabei. Nicht als ein Chronist, der kalt und unbeteiligt die Ereignisse aufzeichnet, sondern als der leidenschaftliche Streiter fuer juedische Belange, fuer Israel und fuer all die Ideale, die das Beste der Tradition des deutschen Judentums ausmachen. Nicht immer waren alle Leser einverstanden. Heftige Debatten waren oft die Folge der Artikel des “Aufbau”, aber immer warèn die Diskussionen konstruktiver Natur, niemals konnte dem “Aufbau” Opportunismus vorgeworfen werden, stets war er, ein konsequenter Streiter fuer Ziele, an die er ehrlich und ernsthaft glaubt. 25 Jahre sind in unserer schnelllebenden Zeit ein langer Abschnitt. Nicht viele Gründungen der Emigration haben sich ueber diese Zeit gehalten, Wurzeln geschlagen und sich entwickelt. (Fofo "TIME") sehen Volkes in einen nie getraeumten Aufstieg und Wiedergeburt. Nach der Schlacht von Valmy, die das Ende des “Ancien Regimes” bedeutete sagte Goethe zu einigen befreundeten Mitkaempfern, dass “von hier ab eine neue Epoche der Welt- Dem “Aufbau” ist es gelungen. Moege er in den naechsten 25 Jahren keine Gelegenheit mehr haben, die Bilder der Angst und des Schreckens an uns vorbei ziehen zu lassen, unter deren Zeichen er entstand und zu dem wurde, was er ist; zum repraesentativen Presseorgan der deutschsprachigen Juden Arnerikas. Wer pflanzt unsere Waelder? Von Herbert Freeden Seit den Zwischenfaellen im Wadi Salib im vergangenen Juni hat die Frage der gleichen und gleichberechtigten Anteilnahme der verschiedenen Staemme am Aufbau Israels das Gewissen unserer Oeffentlichkeit beschaeftigt. Das Ergebnis einer oeffentlichen Untersuchung stellte fest, dass von Diskrimination nicht die Rede sen kann und die Aufmerksamkeit hat sich mehr den sozialen Bedingungen zugewandt, die durch Mangel an Schulung und kultureller Selbststaendigkeit noch verschlimmert, ein schweres Problem darstellt. Waehrend Kindergarten, Schulen, Trainingszentren und das Heer fuer die Integration der jungen Generation sorgen, findet das Gros der Einwanderer aus den orientalischen Laendern seinen Weg in das wirtschaftliche und Soziale Leben des Landes nur langsam und muehselig. Dem KKL faellt eine ungeheure Aufgabe bei der Integration der Neuankoemmlinge aus drei Kontinenten, Afrika, Asien und Europa zu. Er bringt die Einwanderer, viele von ihnen aus Elendsvierteln der Staedte und von unproduktiven Berufen zum ersten Mal in Beruehrung mit Israels Boden; nicht weniger wichtig ist es, er verleiht ihnen Selbstachtung, da er ihnen ermoeglicht, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, und ihre Familien zu ernaehren ohne auf Wohlfahrt angewiesen zu sein. Viele von ihnen betrachten den KKL als ihren staendigen Arbeitsgeber —im Sommer beschaeftigt er sie bei Landgewinnungsarbeiten und im Winter bei Aufforstung. Wo kommen die Menschen her, die unsere Waelder pflanzen und unserem Boden die Fruchtbarkeit zurueckbringen? Sie sind sozusagen der ausfuehrende Arm der Weitjudenheit in ihrem Bestreben Israel von seiner Verwuestung zu befreien. Die finanziellen Anstrengungen des juedischen Volkes und die physischen und organisatorischen Anstrengungen dieser Maenner drausen auf den Feldern vereinen sich um zusammen die gewuenschten Ergebnisse zu zeitigen. Der KKL darf man nicht vergessen ist einer der groessten Arbeitsgeber im Lande. Im vergangenen Jahr allein beschaeftigte er 5508 Arbeiter in Bewaldung und Bodengewinung. Wie gross die soziale Bedeutung dieses Unternehmens auch ist, sie wird noch erhoeht durch die Tatsache, dass 86,1% dieser Arbeiter orientalischer Herkunft sind. Von diesen 4292 Menschen wurden 3908 in den Staedten durch das allgemeine Arbeitsamt rekrutiert, waehrend 472 Arbeiter aus den nachbarlichen Doerfern stammen. Der erzieherische Wert dieser Beschaeftigung durch den KKL wird unmitttelbar klar: Dem Heer dieser ungelernten Arbeiter ist es naemlich innerhalb einer kurzen Zeit gelungen einen grossen Teil seiner eigenen Vormaenner und Instruktoren zu stellen. Von 442 Instruktoren kamen 308 aus orientalischen Laendern, die sich innerhalb von vier bis sieben Jahren aus den Reihen der einfachen Arbeiter zu ihren gegenwaertigen verantwortlichen Stellungen emporgearbeitet hatten, nachdem sie genug Erfahrung und Schulung gesammelt hatten. Das allein scheint eine einzigartige Rechtfertigung der Art und Weise zu sein, wie der Fonds an dieses komplizierte menschliche Problem herangetreten ist. Es zeigt aber auch wieviel Talent, guter Wille und Arbeitsfreude unter der Masse von Neueinwanderern liegt, und dass ihre Reaktion davon abhaengt, wie ihr Interesse und ihre Liebe zur Arbeit erweckt wird. Aus welchen Laendern kommen die Instruktoren? Marokko steht an erster Stelle mit 74,4% in Aufforstung und 38,8% in Landgewinnung. Den zweiten Platz hat Jemen mit 9,5% respektive 6,8%. 6,8% (6,3%) der Instruktoren stammen aus Irak und 5,6 (3%) aus Kurdistan. Dann folgen der Reihe nach die Tuerkei, Indien, Aegypten, Persien, Tunis, Syrien, Libanon, Burma und Tripolis. An der Spitze der europaeischen Laender steht Rumaenien mit 5,4% und 9,9% respektive und wird gefolgt von Polen, Tschechoslowakei, Bulgarien, Deutschland, Griechenland, Jugoslawen, Ungarn, Portugal und Spanien. Was die Techniker anbelangt so ist die Lage, obwohl nicht gerade zufriedenstellend doch keineswegs schlecht. Ein Techniker braucht ein spezielles Studium und seine Schulung bedarf laengerer Zeit Nichtsdestoweniger stammen 18 von den 84 Technikern des Fonds aus orientalischen Laendern. Zurueckkehrend zu dem Gros der Arbeiter sehen wir, da§s von 3434 Arbeitern bei der Aufforstung 2995 d. h. 86,1% orientalischer Herkunft sind. Bei Landgewinnungsarbeiten ist der Anteil etwas geringer, naemlich 84,6% (1737 von 2074 Arbeitern) wobei noch eine kleine Zahl von Arabern und Drusen dazukommt. Marokko stellt das groesste Arbeiterkontingent zur Verfuegung, gefolgt von Persien, Tunis und Irak. Diese wenigen Zahlen rollen ein Drama vor uns auf, ein menschliches Drama in Zahlen. Sie beweisen nicht nur, falls es eines Beweises bedarf, die konstruktive Arbeitspolitik des KKL; sie zeigen wie Einwanderer aus orientalischen Gemeinden die Vorhut der Aufforstungs-und Landgewinnung bilden und dass sie dadurch befaehigt werden, eine fuehrende Rolle bei der Wiederbelebung des Bodens Israels zu spielen.