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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1959-11-01 · 11 (Noviembre, 1959) · p. Seite 17

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXI (1959)
Issue
11 (Noviembre, 1959)
Date
1959-11-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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Noviembre 1959 BOLETIN INFORMATIVO 17 Schatten ueber einer bewaehrten Freundschaft Von Dr. Abner Nechuschtan (Tel - Aviv) Ende 1956 geschah es, am Tag nach dem Vormarsch der israelischen Truppen auf die Sinai-Halbinsel, dass drei Einheiten der franzoesischen Kriegsflotte, d i e “Kersaint”, die “Surcourf” und die “Bouvet”, indem sie ostentativ vor Haifa kreuzten, den Israelis dazu verhalfen, einen aegyptischen Zerstoerer aufzubringen, gerade als er seine ersten Salven auf die Kuestenstadt abgefeuert hatte. “Gleichzeitig landeten drei Geschwader franzoesischer J a e g e r und Jaegerbomber in Lydda (Lod), um einen “Luftschirm” zur Dekkung des Staates Israel herzustellen”, zum Schutz vor aegyptischen Luftangriffsversuchen, an denen es denn auch nicht gefehlt hat. So jedenfalls steht es in den “Secréts de l’Expédition d’Egypte” zu lesen, dem weithin bekannt gewordenen Buch der Brueder Merry und Serge Bromberger, das sich bis heute als der zuverlaessigste aller Berichte ueber die damalige englischfranzoesische Suez-Expedition und den gleichzeitig erfolgten Waffengang der Truppen David Ben Gurions mit Abdel Nasser erwiesen hat. War es, wie die beiden Verfasser behauptet haben, “collusion”, ein systematisches generalstaeblerisches Zusammenwirken von Paris und lerusalem? Wer hierzulande Wortspielen zugeneigt ist und den momentanen Stand der franzoesisch - israelischen Beziehungen prueft, sieht sich frei nach Schiller zur melancholischen Frage gedraengt, ob die schoenen Tage von Aranjuez, nein, Aransuez vorueber sind. SCHLUSS MIT DER "DAUPHINE1? Der kleine Viersitzer, ein Wunderwerk an Wendigkeit, motorischer Zuverlaessigkeit und nicht zuletzt ansprechender Schnittigkeit, ist seit etwa einem lahr kaum noch aus dem Strassenbild der Staedte dieses Landes wegzudenken; so rasch und erfolgreich hat sich die “Dauphine” neben den Chryslers, den “Willy’s”, Fords und wie sie sonst heissen, eingebürgert. letzt aber droht ihrem Siegeszug in Israel die Kapitulation des grossen, von der franzoesischen Regierung verstaatlichten Konzerns vor dem Boykott-Ausschuss der “Arabischen Liga” ein Ende zu setzen. Renault versorgte die Haifaer •Montage-Werke der amerikanischen Kaiser-Frazer Co. bis jetzt mit fast all den fuer die* Fertigstellung der “Dauphine” wesentlichen Teilen. Gleichzeitig werden in diesem Haifaer Betrieb, zum guten Teil uebrigens unabhaengig von Lieferungen aus Paris, Jeeps und Kleinlastwagen gebaut, von denen ein steigender Teil als erwuenschter, devisenbringender Export seinen Weg in die afrikanischen Kolonien und Protektoratsgebiete Frankreichs findet. Alle nur denkbaren Voraussetzungen fuer eine weitere erspriessliche in- Idustrie— und handelspolitische Auswertung des politischen Freundschaftsverhaeltnisses, wie es sich seit Jahren zwischen den beiden Laendern entwickelt hat, waren also vollauf gegeben. Um so peinlicher war man hier im Lande beruehrt, als vor einiger Zeit bekannt wurde, dass die Renault-Werke eine Liefersperre dieser Autobestandteile nach Haifa als Preis ihrer Streichung von der Schwarzen Liste des arabischen Boykott-Ausschusses gezahlt haben Nachdem der Versuch der Direktoren des franzoesischen Konzerns missglueckt war, die Sache der Oeffentlichkeit vorzuenthalten, erklaerten sie, die Geschaeftsverbindung mit dem Haifaer Montage-Betrieb von Kaiser-Frazer habe ihre Erwartungen enttaeuscht. Waehrend sich herausgestellt haette, dass der israelische Markt schon nach der Aufnahme von ca. 800 Autos, etwa einem Drittel der vertragsmaessigen Quote, gesaettigt sei, waere die erste Reaktion der aegyptischen Einfuhrhaendler eine Bestellung von nicht weniger als 4.000 “Dauphines” gewesen. Auch die hohe Besteuerung solcher Kleinautos in Israel haette sich im Verein mit den hiesigen Fiskajzoellen entsprechend u nguenstig ausgewirkt. Es ist unwahrscheinlich, dass Pierre Dreyfus, der leitende Mann Renault’s, der beilaeufig selber Jude ist, israelischerseits in den Verhandlungen, die ihn zu einer Revision seiner Stellungnahme veranlassen sollten, darauf hingewiesen worden ist: in welchem Ausmass der juedische Mittelstand besonders in den Vereinigten Staaten heute zu den Interessenten fuer dieses Model gehoert. Mit Massnahmen eines Gegenboykotts zu drohen, liegt gewiss nicht im Rahmen der Israel gesetzten staatsrechtlichen und sonstigen Moeglichkeiten. Danoch sollte Herrn Dreyfus auch das Risiko einer Entfremdung dieser unabsehbar grossen Kaeuferschicht vor Augen stehen —abgesehen davon, dass der Bruch des Liefervertrages demnaechst ein gerichtliches Nachspiel in Paris mit einer Entschaedigungsklage Kaiser - Frazer’s im -Streitwert von mehreren Millionen Dollar finden wird. Schwerer duerfte auch fuer einen so kuehl rechnenden Geschaeftsmann wie den franzoesischen Autokoenig die Frage wiegen, ob ein unter staatlicher Regie stehender Grossbetrieb wie der seine nicht auch aussenpolitische Gesichtspunkte neben denen der Rentabilitaet zu bedenken haette. Tatsaechlich fuehrte die unter arabischem Diktat verhaengte Sperre von Lieferungen der Autoteile zu einer Demarche des israelischen Aussenministeriums am Quai d’Orsay. ISRAELPOLITISCHER WETTERUMSCHLAG AM QUAI D'ORSAY? Doch ist der Versuch, das Renault-Embargo durch Einwirkungen auf der diplomatischen Ebene rueckgaengig zu machen, als gescheitert anzusehen. Im franzoesischen Aussenministerium wurde dem Chargé d’Affaires der Pariser israelischen Botschaft erklaert, dass die Regierung Debré grundsaetzlich davon absehe, ihren Einfluss selbst auf verstaatlichte Betriebe geltend zu machen, wenn es um rein geschaeftlich verursachte Massnahmen gehe. Allerdings aber betonte der Quai d’Orsay schon vor der Absendung einer Note der hiesigen Aussenministerin Frau Golda Meir an ihren franzoesischen Kollegen Couve de Murville, dass der Verzicht des Pariser Autokonzerns auf seine Verbindung mit Haifa keine Rueckschluesse auf den Bestand, ja die Herzlichkeit der politischen Beziehungen zum juedischen Staat zulasse. Auch wird damit gerechnet, dass der Export von Kleinlastwagen der Haifaer Kaiser-Frazer Fabrik in die afrikanischen Einflussgebiete Frankreichs unbehindert weitergehen wird. Dennoch ist die Annahme nicht von der Hand zu weisen, dass es Zusammenhaenge zwischen der Vereinbarung mit den Arabern und dem Wunsch des Staatspraesidenten de Gaulle nach einer Loesung des Algerien-Konflikts gibt. Der Boykott-Ausschuss der Arabischen Liga wird ja von Kairo aus dirigiert. Abdel Nasser, der aegyptische Staatsfuehrer, gehoert bekanntlich zu den aktivsten Foerderern der algerischen Aufstaendischen. So gesehen koennte sich de Gaulle von dieser Verbeugung vor der “Liga” in der Tat politischen Gewinn versprechen. Zudem hat sich gerade jetzt die marokkanische Regierung der gegen Israel gerichteten arabischen Boykottpolitik angeschlossen, indem sie den Postverkehr ihrer juedischen Buerger mit den Zehntausenden hierher eingewanderten marokkanischen Juden brüsk unterbrochen hat. Da sich der marokkanische Thronfolger lebhaft als Schlichter zwischen Paris und den Aufstaendischen betaetigt, Hesse sich denken, dass der Quai d’Orsay auch diesen Zusammenhang in seine politische Taktik einbezogen hat. DENNOCH-NUR EIN ZWISCHENFALL Ist es also um die Flitterwochen eines Freundschaftsverhaeltnisses geschehen, in dessen Zeichen franzoesische Kriegsschiffe, Kampfjaeger und Jaegerbomber waehrend der “Woche von Suez”, vor noch nicht drei Jahren, als willkommene Helfer des Staates Israel in Aktion traten? Aber vor noch nicht einem halben Jahr, als die Verstaendigung zwischen Renault und dem Boykott-Ausschuss der Arabischen Liga insgeheim vielleicht schon unter Dach und Fach war, zeigte sich dasselbe Frankreich dennoch bereit, mit Torpedobooten und Luftstaffeln des Mitteloestlichen Komandos seiner Streitkraefte notfalls zum Schutz einer Fregatte einzugreifen, die aus Eilath, Israels suedlichstem Hafen, durch den Golf von Akaba vorbei an aegyptischen Kuestenbatterieen ins Rote Meer segelte, um auf offener See von den Ceylonesen uebernommen zu werden. Zwar gilt der Vorbehalt politischer Konjunkturwandlungen wie fuer jede zwischen Staaten geschlossene Bindung auch fuer das franzoesisch - israelische Freund - schaftsverhaeltnis. Und doch erwies sich vor einem halben Jahr, bei dieser Gelegenheit —es ist eine Freundschaft, die in den besten Traditionen, in den Stimmungen der zwei Voelker und auf laengere Sicht auch in ihren beiderseitigen Interessen fest genug verankert ist, um den jetzigen enttaeuschenden Zwischenfall ueberdauern zu koennen. Israelisches Allerlei Ais der Richter Silberg in einem Bus vom Hamekascher von der Universitaet in die Stadt fuhr, stiegen zwei Arbeiter ein, die sich auf die Piaetze vor und hinter dem Richter setzten. Bald waren sie in einen Streit verwickelt, der in Handgreiflichkeiten ausartete, ohne dass es dem Richter gelang, sie zu beruhigen. # if # Generalstabschef Chaim Laskow erhielt von einem juedischen Schotten eine Dudelsackpfeife zum Geschenk. Als man den Schotten fragte, was Laskow damit anfangen koenne, antwortete er: “Entweder wird er selber spielen oder im Zahal ein Dudelsackpfeifenorchester organisieren.” * * # Ein witziger Staatsbeamter in Jerusalem klebte auf die Verlautbarungstafel einen Zettel an, demzufolge alle diejenigen Beamten, deren Hosen vom vielen Sitzen glaenzen, Anspruch auf Hosen-Ersatz haben. Resultat: die Finanzabteilung des Amtes wurde mit Anspruechen lieberschüttet. Er baut sein eigenes Heim mm mmm

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