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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1959-09-01 · 9 (Septiembre, 1959) · p. Seite 13

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXI (1959)
Issue
9 (Septiembre, 1959)
Date
1959-09-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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Septiembre 1959 BOLETIN INFORMATIVO 13 PAULA BEN GURION Die Frau des israelischen Ministerpraesidenten von Marianne Wegner Fragt man Paula Ben Gurion nach den wichtigsten Begebenheiten in den vier Jahrzehnten ihrer Ehe mit dem heutigen Premierminister Israels, so unterscheidet sich ihre Antwort kaum von der Millionen anderer Mütter und Hausfrauen. Da wird ihre Heirat im Jahre 1915 in New York herausgehoben, die Geburt ihrer Kinder und als Krönung die ihrer Enkelkinder. Die angestauten Erinnerungen einer 43 jährigen Ehe sind mannigfaltig. Aber soweit sie zurückdenkt, hat sie die Mahlzeiten ihres Gatten stets selbst sorgfältig zubereitet, sie hat ihn immer umsorgt und stand unerschütterlich an seiner Seite, in Zeiten unsäglicher Mühsal und in Zeiten des Triumphes. Paula Ben Gurion ist eine einfache Frau, der die Fürsorge für ihre Familie und das Wohlergehen ihres Mannes wichtiger sind als seine politischen Erfolge und persönliche Ehrungen. Sie hat ihren Gatten zu überzeugen vermocht, dass das Essen, das sie selbst zubereitet, seiner Gesundheit zuträglich ist. Ebenso wacht sie über die kurze Ruhezeit, die sich ihr Mann am Nachmittag gönnt. “Das Telefon ist der ärgste Feind”, sagt Frau Ben Gurion gleich vielen anderen Frauen überarbeiteter Männer. Staatsmänner, Politiker und Generäle haben die Erfahrung gemacht, dass sie zu Hause persoenlich das Telefon bedient, Zu einem Zeitpunkte, da die ueberwaeltigende Mehrheit der deutschen Juden zionistischen Gedankengaengen fernstand, war Oscar Wassermann, Mitglied des Vorstands der “Deutschen Bank”, fuer eine intensive Mitarbeit am Aufbau von Erez Israel eingetreten; dies war kurz nach Ende des ersten Weltkrieges. Das Projekt, 1922 im “Neutralen” Keren Hajessod verwirklicht, fuer ein gemeinsames Ideal zusammenzuwirken, ging von ihm aus, der aus einer gutjuedischen Familie in Bamberg stammte. Von jener Plattform aus ist es in den dann folgenden Jahren moeglich gewesen, verschiedene Organisationen und Persoenlichkeiten fuer die Palaestinaarbeit zu gewinnen, der kommenden “Erweiterten Jewish Agency” den Boden zu ebnen. Im gastlichen Hause Oscar Wassermanns ist in dem Jahrzehnt zwischen 1921 und 1931 Chaim Weizmann wiederholt erschienen, um im Kreise bedeutender Menschen aus Kunst und Wissenschaft, Handel und Industrie, die Probleme darzulegen und um Unterstuetzung fuer den Keren Hajessod, den grossen nationalen Aufbaufonds, zu ersuchen. Und es war und dass es unmöglich ist, zum “old man” vorzudringen, bevor Paula nicht davon überzeugt worden ist, dass es sich um eine äusserst wichtige Angelegenheit handelt. Ein Lächeln liegt auf den Lippen der 63jährigen Dame, wenn sie sich an ihre erste Begegnung mit David Ben Gurion erinnert. Damals, vor 43 Jahren, war sie eine junge Krankenschwester mit einem starken russischen Akzent, den sie aus ihrer Geburtsstadt Minsk im zaristischen Russland mit nach den USA gebracht hatte. Ihr zukünftiger Gatte war damals schon ein aktiver Zionist, der von den ottomanischen Autoritäten aus Palästina vertrieben war und in New York im Exil lebte. Die junge Paula vernachlässigte damals die Zeitpolitik. “Ich glaube”, sagt sie, “ich war in jenen Tagen so etwas wie eine Anarchistin”. Sie heiratete den Mann, für den der Aufbau des Judenstaates im ehemaligen Heimatland der Juden Inbegriff seines Lebens war. Paula und David lernten sich im Hause eines gemeinsamen Bekannten kennen. Sie wurden von grosser Zuneigung zueinander erfasst, und bald erfolgte die Eheschliessung, die sogar für Ben Gurions beste Freunde eine Ueberraschung bedeutete. Der einzige, der von der bevorstehenden Heirat Kenntnis hatte, war Yitzhak Ben-Zwi, ein anderer aus Palästina Vertriebener in einer der gluecklichsten Tage im Leben des Finanziers Wassermann, als er im August 29 auf der Gruendungstagung der “Jewish Agency” die nichtzionistischen Partner repraesentieren durfte. Er war tief beeindruckt vom Zuericher Kongress und sein Protest stand nicht zurueck hinter dem von zionistischer Seite, als er im folgenden Jahre zu dem verhaengnisvollen Britischen Weissbuche Stellung nehmen musste. Oscar Wassermann, ein gewiss realistisch - denkender Wirtschaftsfuehrer, hatte sich einen echten Idealismus und ein Gefuehl fuer juedische Wuerde und Solidaritaet bewahrt. Der neuen .Generation neue juedische Inhalte zu vermitteln, lag ihm am Herzen, und er konnte nicht fassen, dass in jener entscheidenden Epoche zwischen 1929 und 1933 so viele Juden und juedische Organisationen keine Beziehung zu Erez Israel zu finden vermochten. Er sollte die Hitlerzeit noch erleben, aber leider nicht ueberleben. Die Staatsgruendung Israels waere ihm als die Erfuellung einer sehr grossen und schoenen Hoffnung erschienen. CURT WILK. New York. Heute ist Ben-Zwi Präsident des Staates Israel. , David Ben Gurion ist ein grosser Staatsmann. Er ist eine fast legendäre Gestalt, die die Prophezeiungen von der Zurückführung des jüdischen Vol kes nach Israel verwirklichte. Sein Historiker oder Biograph könnte indes die Memoiren von Paula Ben Gurion, seiner Gattin, schwerlich verwenden. Frau Ben Gurion weiss zwar um die Grösse ihres Mannes, sie bewundert ihn und zögert nie, ihn öffentlich als Genie zu bezeichnen, aber sie sieht die Jahre ihrer Ehe mit Ben Gurion von einer rein subjektiven Seite, von der Seite der Lebensgefährtin. 1948 proklamierte Ben Gurion als Premierminister die Gründung des Staates Israel. Der Krieg gegen die Uebermacht der arabischen Nachbarländer, deren Heere in Israel einfielen, begann und endete mit einem grossen Sieg Israels. Im Gedächtnis von Paula Ben Gurion ist das Jahr 1948 ein Jahr der steigenden Angst um die Gesundheit ihres Gatten der sich in der Krisenzeit keine Ruhe gönte, sondern ohne Rücksicht auf sich selbst seine Kräfte in den Dienst des Staates stellte. Auch in den folgenden Jahren des Aufbaus war es stets die Sorge um ihren Mann, die Paula bewog, ihn ständig zu betreuen, — ja, ihn selbst bei wichtigen Parlamentssitzungen unauffällig zu umsorgen. Von ihrem Standpunkt aus missbilligte sie sicher Ben Gurions Entschluss, sich im Dezember 1953 vom Amt zurückzuziehen, um als Schafhirt in dem einsamen Kibbutz Sdeh Boker in der Negev-Wüste zu leben. Mit dieser Umsiedlung wollte er der israelischen Jugend ein Beispiel geben, sie auffordem. den Komfort der Städte zu verlassen und in der Wüste Aufbauarbeit zu leisten. Für ihn war es eine Flucht aus der zermürbenden Tagespolitik, die Realisierung des lange gehegten Wunsches, ungestört zu meditieren und studieren. Für Paula, die damals ihren 60. Geburtstag feierte, bedeutete es kein glorreiches Abenteuer, in einem primitiven Dorf eine Holzhütte zu beziehen, mit Menschen zusammenzuleben, deren Durchschnittsalter 25 Jahre war, die alten Lebensgewohnheiten völlig abzulegen und einem ungünstigen Klima ausgesetzt zu sein. Aber sie ging dennoch, ohne sich lange zu bedenken, mit ihrem Mann in den Kibbutz und wurde die Krankenschwester des Dorfes, während ihr Gatte die Schafe hütete. Als Ben Gurion später den Regierungssitz von Tel Aviv nach Jerusalem verlegte, war das ein Akt von höchster politischer Bedeutung. Für die Israelis ist Jerusalem das Symbol ihrer mehr als tausendjährigen Vergangenheit, die Kette, die den modernen Staat mit dem Königreich von David und Salomon verbindet. Aussenpolitisch bedeutete die Verlegung des Regierungssitzes, dass die Stimmen schweigen mussten, die gefordert hatten, Jerusalem zu internationalisieren. In den Augen der Gattin aber wurde diese Handlung mit nachhaltigem historischen Effekt zu einer Umsiedlung in eine ofizielle Residenz. Das bedeutete eine neue Wohnung, eine neue Küche, eine andere Umgebung und fremde Nachbarn. Sie musste sich gleichzeitig noch um die alte Wohnung in Tel Aviv kümmern, wo der Premierminister seine reichhaltige, wertvolle Bibliothek belassen hat. Paula Ben Gurion nahm diese Umstellung mit Selbstverständlichkeit auf sich. Frau Ben Gurion begleitet fast immer ihren Gatten, sei es auf der Kreuzfahrt einer Marineeinheit, zu einem Staatsbesuch in den USA, bei einem offiziellen Empfang einer befreundeten Botschaft, bei Inspektionen von Truppen oder bei Paraden. Nur diejenigen, die Frau Ben Gurions angeborene entwaffnende Aufrichtigkeit nicht kennen, bezichtigen sie etwa der Indiskretion. So erklärte sie einmal zum Schrecken der anwesenden Politiker in einem Gespräch mit Dag Hammarskjöld, dem Generalsekretär der ÜNO: “Der Grund Ihrer vielen politischen faux pas ist Ihr Junggesellenleben. Sie sollten endlich heiraten!” Es ist ihr sicher nicht bewusst, dass sie oft ihrem Mann, seiner Partei oder gar der Regierung Ungelegenheiten bereitete durch Worte, die sie in voller Aufrichtigkeit an einen Führer einer anderen Partei, einen wichtigen fremden Besucher oder ein Kabinettsmitglied richtete. “Ich bin von Natur aus ehrlich und zögere nie, einer Person zu sagen, was ich denke, was auch ihr Rang oder ihre Position sein möge”, erläutert sie bereitwillig. Paula Ben Gurion ist eine schlichte und unauffällige Frau, die tapfer und unverzagt an der Seite ihres Mannes geht, ihr Leben in Einfachheit und ohne überhebliche Ansprüche lebt und bescheiden und kaum beachtet unermüdlich für ihn sorgt. Ihre Lebensaufgabe ist nur das Wohlergehen ihres genialen Gatten. BEDANKEN ZWISCHEN 2 UND 3 Der Weg durch das Leben Das junge Menschlein, Tierchen noch, und nur Instinkt, Sieht staunend, weiten Aug’s das Leben an, Es saugt es auf, wie trock’ner Boden Wasser trinkt, Noch gibt es nichts, was tief ihm in’s Bewusste sinkt. Es steht am Anfang seiner Aschenbahn. Erlebnis ist ihm alles noch, und nichts zugleich, Es kennt noch keine Angst, nicht Schuld, noch Schrecken, Es vegetiert begnadet, ruhevoll und reich, Das Dasein lächelt sanft und zauberweich; Es stärkt sich für das rüttelnde Erwecken. Geleitet, gütig von des Ält’ren weiser Hand, Wird ihm des Lebens schweres Tor erschlossen, Es prellt das Köpfchen oft an allzuharter Wand, Es baut sich Feen-Schlösser, auf zu losem Sand, Noch kennt es Ernst nicht, spielt nur Possen. Zurueckgewiesen wird voll Stolz erfahr’ner Rat, Der Masken viele werden vorgebunden, Man stürmt berauscht in überstürzte Tat, Nicht immer säet man friedvoll, gute Saat, Bis man das eigene Gesicht gefunden. Es waechst der Wunsch nach Pflichten, Sicherheit, Bestand, Vorüber ist die Sturm- und Wanderzeit, Das Glück ist hold, dem, der ein liebend Herze fand, Gemeinsamkeit, Vertrauen webt ein festes Band, Kein Weg ist mehr zu steil, kein Ziel zu weit. Der Wein, der Mensch wird klar im Altern und im Gären, Des Lebens Auf und Ab wird zielbewusst und still, Es kommt die Zeit der Reife, oft nach bitt’ren Zähren, Das Schicksal kann nicht kampflos nur gewähren, Was Eifer, Tatkraft und selbst Logik will. Des Lebens Gipfel, ob an Jahren, Ambition, An Forderung und Tun, ist überschritten, Es klingt nun leise in die Harmonien schon Der Ernte dankbarer, erfuellter Ton Beiadner Äste, die um Stütze bitten. Man blickt zurück, nicht resigniert, nein, heiter, Erinn’rung ist ein heil’ger eigner Wert, Man lebt sich selbst in jungen Menschen weiter, Nie ist man letzte Sprosse auf der Leiter. Man wird, gerecht, wie man gelebt, geehrt. K.g. ¥ ¥ * ¥ OSCAR WASSERMANN (Zum 25. Todestage) Vor 25. Jahren, am 8. September 1934, starb der bekannte juedische Wirtschaftfuehrer im Vornazi-Deutschland, Direktor Oscar Wassermann, im 66. Lebensjahre.

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