Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXI (1959)
- Issue
- 7 (Julio, 1959)
- Date
- 1959-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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REDACCION* S.C. I. B'NE JISROCL AV. PORTUGAL 810. CASILLA 2487. SANTIAGO «CHILE BOLETIN INFORMATIVO MITTEILUNGSBLATT SOCIEDAD CULTURAL ISRAELITA ” B ’ N E J I S R O E L " AÑO XXI — N? 7 SANTIAGO DE CHILE Julio 1959 Reportage eines Fahrplanes: EIN UNERHOERTER ERFOLG Beim Besuch unseres Gemeindehauses S&K&Ä'» mm Waehrend des Aufenthaltes von Frau Meir in Chile hatten wir die Ehre, sie in unseren Raeumen begruessen zu duerfen. Der Aussenminister Israels zeigte sich sehr beeindruckt von unserem Gemeindehaus und erklaerte Herrn Botschafter Doron gegenueber, dass dieses Gebaeude der schoenste Synagogenneubau sei, den sie auf ihrer Reise angetroffen habe. So viele Persoenlichkeiten von internationalem Ruf, oft Vertreter der bedeutendsten Laender, haben im Laufe der Jahre Chile besucht, dass das chilenische "Publikum eigentlich etwas abgebrueht sein muesste. Um so erstaunlicher ist es, den unerhoerten Erfolg zu vermerken, den der Besuch des Aussenministers v o,n Israel Frau Golda Meir, in allen Kreisen gehabt hat. Waehrend bei anderen Gelegenheiten oft, neben der ofiziellen Hoefiichkeit, nicht sehr schmeichelhafte Kommentare ueber die Besucher und ihr Herkunftsland laut wurden, waren dieses Mal Presse und Publikum einer Meinung: “Golda Meir ist eine Persoenlichkeit von Format und Israel haette keinen besseren Vertreter schicken koennen”. Ohne Zweifel spielt bei diesen Kommentaren auch die bekannte lateinische “Caballerosidad” Frauen gegenueber eine gewisse Rolle, besonders in einem Lande wie Chile, wo ja auch vor kurzer Zeit erst den Frauen alle politischen Rechte verliehen wurden und es trotzdem schon weibliche Minister sowie Abgeordnete und Diplomaten gibt. Dennoch wuerde diese Tatsache allein nicht den beispiellosen Erfolg erklaeren, den Golda Meir in Chile hatte. Ihre Persoenlichkeit war ausschlaggebend. Ein Vertreter der “Tercera” formulierte es so: “Golda Meir ist wie eine gute Grossmutter; jedoch d¡ese Grossmutter ist, wenn man sie naeher kennen lernt, ein Naturereignis. Sie kann ploetzlich einem Sturm gleichen, der alles vor sich her wirbelt und dann wieder still und friedlich sein”. Die Tage, die Golda Meir mit uns verbrachte, waren denn auch Tage der Stuerme, aber nicht zerstoerender Art, sondern Stuerme der Begeisterung, der Freundschaft und des guten Willens. Am Mittwoch dem 3. Juni, Mittags gegen 1 Uhr, setzte das Flugzeug, welches Golda Meir nach Chile brachte, In Cerrillos auf. Vertreter der Regierung fuehrende Persoenlichkeiten unserer Kollektivitaet sowie viele Mitglieder unserer Gemeinschaft, hatten sich auf dem Flughafen eingefunden, um den Aussenminister Israels zu begruessen. Im Moment der Landung praesentierte eine Ehrenkompagnie der FACH die Waffen und die Kapelle spielte die chilenische und israelische Hymne. Don Hernán Cuevas, der Chef des Protokolls begruesste Frau Meir im Namen der Regierung und, nachdem sie die Front der Ehrenwache abgeschritten hat. te, empfing sie den ersten Gruss der Juden Chiles; ein kleines Maedchen, Schuelerin des Instituto Hebreo ueberreichihr, im Namen des Jischuw, eine Blumenstrauss. Trotz der ermuedenden Reise begruesste Frau Meir alle zu ihrem Empfang erschienenen Vertreter unserer Gemeinschaft und begab sich sodann in die Botschaft, wo sie im Laufe des Tages noch zahlreiche Besucher empfing. __ Das Radio informierte den ganzen Tag das chilenische Publikum ueber den Ehrengast des Landes, deren Persoenlichkeit in verschiedenen Sonderprogrammen gewuerdigt wurde. Auch die Presse die sich schon vorher mit dem Aussenminister Israels beschaeftigt hatte, widmete der Ankunft Golda Meir’s herzliche Artikel und Informationen. BESUCH BEIM PRAESI DEN - TEN DER REPUBLIK Am Tage darauf begann dann die Kette der Ereignisse, die bis zu Ihrer Abreise nicht mehr enden sollte. S. E. der Praesident der Republik empfing Frau Meir, welche ihm bei dieser Gelegenheit die Gruesse der Regierung und des Volkes Israels darbrachte. Anlaesslich ihres Empfanges uebergab sie dem Praesidenten ein In Israel ausgegrabenes Giasgefaess, welches aus dem 2. bis 3. Jahrhundert unserer Zeitrechnung stammt. IM KONGRESS Am gleichen Tag besuchte die Minister beide Haeuser des Kongresses, wo sie vom Praesidenten des Senats, Don Hernán Videla Lira und dem Vorsitzenden der Kammer, Don Raúl Julliet, im Namen des chilenischen Parlaments begruesst wurde. Bei dieser Gelegenheit fuehrte Herr Julliet u. a. folgendes aus: “...Es ist fuer uns eine besondere Freude, die Kanzlerin Israels begruessen zu koennen, die Vertreterin einer Regierung, welche jederzeit der Welt ein Beispiel wahrhaft demokratischer Haltung gegeben hat. Wir begruessen in Frau Meir jedoch nicht nur den Aussenminister eines befreundeten Landes, sondern auch die Repraesentantin eines Volkes, welches sich mittels einer einzigartigen Leistung nach vielen Jahrhunderten der Zerstreuung wieder eine Lebensgemeinschaft aufgebaut hat”. Am Nachmittag desselben Tages fand ein Empfang fuer die Presse statt, ueber den wir gesondert berichten (siehe: “Israel steht Rede und Antwort”). Des Abends nahm Frau Meir an einem Essen teil, welches von der chilenischen Regierung zu ihren Ehren im Club de la Unión veranstaltet wurde. Der naechste Tag brachte eine Besichtigung der Schule des Vaad Hajinuj in Macul (siehe unseren Sonderbericht “als Mutter und Ministe r”) und ausserdem nahm unser Gast an verschiedenen Veranstaltungen teil, die von der Kollektivitaet organisiert wurden (Sonderbericht: “Der Jischuw wird vorgestellt). EHRENBUERGERIN VON SANTIAGO Im Verlauf einer glaenzenden Feier, in Anwesenheit von Vertretern des diplomatischen Corps und der Spitzen der Behoerden wurde Frau Meir das Ehrdnbuergerrecht von Santiago verliehen. Der Buergermeister von Santiago, Don Ramón Alvarez Goldsack, sagte bei dieser Gelegenheit: "... In diesem Augenblick, In dem ich Ihnen die Urkunde ueberrelche, die Sie zum Ehrenbuerger Santiago macht, versichere ich Ihnen, Im Namen des Magistrats, den zu praesidieren ich die Ehre habe, dass Ihr Besuch mit goldenen Lettern In die Annalen unserer Stadt eingepraegt sein wird... Ihr Besuch Ist ein Beweis fuer die tiefe Freundschaft, die unsere beiden Voelker verbindet und es ist mir eine besondere Freude, Sie zur Ehrenbuergerin Santiagos zu proklamieren. In Ihnen ehren wir nicht nur das Amt, dass Sie bekleiden, sondern auch den Menschen, der sein ganzes Leben seinem Volke gewidmet hat und dem es nun vergoennt Ist, von einem so hohen Amt den Erfolg seiner Bemuehungen erleben zu duerfen”. Nach Beendigung seiner Ansprache uebergab Herr Alvarez Frau Meir eine Plakette und die Urkunde, die sie, sichtlich ergriffen, in Empfang nahm. Am naechsten Abend traf sich Frau Meir in den Raeumen unseres Gemeindehauses mit der juedischen Jugend Santiagos zu einer zwanglosen Aussprache (Siehe Sonderbericht: “No son sacrificios lo que se pide”). Ueber den am 7. Juni stattgefundenen oeffentllchen Festakt im Teatro Central berichten wir separat (“Vom Wunder den Staatswerdung”). AVDA. REPUBLICA DE ISRAEL Am Morgen des 8. Juni, nach einem kurzen Besuch in der Escuela “República de Israel”, begab sich Frau Meir nach Ñu- ñoa, um dort der Einweihung der “Avenida República de Israel” beizuwohnen. Die Feier wurde mit einer Rede des Stadtverordneten Hugo Coello eroeffnet, welcher Frau Meir Im Namen der Gemeinde Ñuñoa begruesste. Er wies darauf hin, dass der neue Name der Strasse ein Symbol der chilenisch — israelischen Freundschaft sei. “.. .Dieser Akt — fuehrte er weiterhin aus — “ist aber auch gleichzeitig ein Ausdruck des Dankes dafuer, dass Israel in der Naehe Jerusalems zwei Waelder gepflanzt habe, welche die Namen Bernardo O’Hlgglns und Gabriela Mistral tragen”. Auf diese Ansprache entgegnete Frau Meir indem sie darauf hinwies, dass Chile, ebenso wie Israel, ein Land sei, wo die Freiheit und das Recht zu den hoechsten Guetern der Nation gehoere. Diese Gemeinsamkeit — erklaerte der Aussenminister— sei die beste Buergschaft dafuer, dass sich zwischen den beiden Laendern eine feste und dauerhafte Freundschaft entwickeln wuerde. Auschliessend gab dann die Frau Aussenminister ihrer Hoffnung Ausdruck, dass durch solche Beweise der Verbundenheit die Kinder beider Nationen lernen moechten, sich gegenseitig als Brueder zu betrachten. Mit dem Vorbeimarsch der “Bomba Israel” und den Hymnen Chiles und Israels, gesungen vom Chor des Escuela República de Israel, endete diese Feier. Am Montagabend gab Frau Meir ihrem Kollegen, dem Aussenminister Don Germán Vergara Donoso ein Essen, bei dem zahlreiche Persoenlichkeiten anwesend waren. Am Dienstag den 9. Juni um 16.20, verlless sie uns, um ihre Reise durch die Laender Lateinamerikas fortzusetzen. Nicht nur in unserer Gemeinschaft, sondern im ganzen Land hat dieser Staatsbesuch einen starken Wiederhall ausgeloest und die freundschaftlichen Bande, die Chile und Israel vereinen, noch mehr gestaerkt. Den Eindruck, den ihr Besuch gemacht hat ersieht man am bes ten aus den Stimmen der chilenischen Presse, aus denen wir separat einen Auszug bringen (siehe “Praedikat Hervorragend"). S. E. der Praesident, der Aussenminister und der Botschafter Israels in Chile. »TOP J MÉMM