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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1959-04-01 · 4 (Abril, 1959) · p. Seite 17

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Abril 1959 BOLETIN INFORMATIVO 17 ETWAS UEBER DIE WIZO (Anlaesslich des 20-jaehrigen Bestehens des Centro Henrietta Szold). & 0 CHAGALL - AUSSTELLUNGEN IN DEUTSCHLAND Die Womens International Zionist Organisation, kurz “WIZO” genannt traegt “internationalen” Charakter. Der Name sagt es. Aber was bedeutet “international” in diesem Falle, neben dem weiteren Kennwort “zionistisch”? Selbstredendmeint es in dieser Verbindung, was von Beginn an, das Wesen des Zionismus war: Das Miteinander der Golah als der “Peripherie” unseres nationalen Daseins, zusammen mit dem Land Israel als dem Zentrum unseres Volkes. Somit — die Partnerschaft derer,’ die von dieser Peripherie her taetig sind, und derer, die im Volkszentrum leben, ihr beiderseitiges schoepferisches, auf immerwaehrendem, sich ergaenzendem Geben und Nehmen aufgebautes Zusammenwirken.. — Im Jahre 1917 starteten in London einige Damen, darunter drei der spaeteren Gruenderinnen der Wizo, Frau Rebekka Sieff, Frau Romana Goodman und Fräu Vera Weizmann das “Ladies Committee of the English Zionist Federation”. Frau Sieff hatte waehrend ihrer langjaehrigen zionistischen Taetigkeit festgestellt, dass es zwar eine ganze Reihe zionistischer Frauenvereine gab, aber sehr wenige Frauen, die sich aktiv betaetigten. Man berief 1918 —im Jahre der Balfour Deklaration— eine Konferenz der 12 bestehenden zionistischen Frauenorganisationen Englands ein, die die Zusammenfassung aller englisch - zionistischen Frauen zur Folge hatte. Das wichtigste Statut besagte, dass zu geeigneter Zeit eine internationale zionistische Frauenkonferenz einberufen werde, deren spezielles Ziel die Sicherung und der Schutz der Frauen und Kinder in —damals noch — Palaestina zu sein haette. Demgemaess fand 1920 in London die “Gründungsversammlung der Wizo mit London als ihrem Hauptsitz statt; bald darauf wurde eine Exekutive in Israel selbst mit Sitz in Tel Aviv angegliedert. Erste Praesidentin war Rebekka Sieff, und ist es bis heute, mit kleinen Unterbrechungen, geblieben. Die von ihr auf der Gründungsversammlung entwickelten Ziele und Plaene waren so brillant und vorausschauend, dass sie waehrend der ganzen Jahre als Richtschnur dienen konnten. Als Welt Wizo-Botschafterin ging sie nach dem Krieg nach Bergen-Belsen, um dort Rosch - Haschanah zu begehen. Das schoenste Denkmal ihrer Liebe zu Israel hat sich das Ehepaar Sieff mit der Errichtung des Daniel Sieff - Institutes in Rechowoth gesetzt, das dem Gedenken ihres Sohnes gewidmet ist. Angefangen hatte die damalige Wizo mit wenigen Frauen, heute zaehlt sie mehr als 160.000 begeisterte Mitglieder auf allen Kontinenten. Aus innerer Verantwortung heraus, in Verbindung mit einem tiefjuedischen und zionistischen Gefühl, haben es vor 20 Jahren hier in Santiago 30 Damen unserer Kollektivitaet verstanden, ein zionistisches Zentrum — die Wizo — zu gründen. Frauen, die neben dem Aufbau im neuen Land, Sprachschwierigkeiten und Erziehung ihrer kleinen Kinder noch immer Zeit fanden, zionistisch zu arbeiten, so, wie sie es als Notwendigkeit ansahen. Ihnen — diesen Frauen — sei an dieser Stelle besonders gedankt. Ihre geleistete Vorarbeit bedeutete nur einen Schritt im Rahmen des grossen Hilfswerkes. Mit jeder neuen Alijahwelle, vom Zauberteppich angefangen über die “Esra und Nehemia” Aktion der irakischen Juden bis zur marokkanischen und osteuropaeischen Olimwelle bediente sich die Wizo immer neuer Hilfsmethoden. Die Einwanderin aus den Laegern der Displaced Persons brauchte nicht weniger Hilfe, wie die Orientalin, die zwar mit dem Klima des Landes aus ihrem Ursprungland vertraut war, aber voellig mittellos, unwissend und auch oft krank (ich denkedabei an die am meist im Orient verbreitete Augenkrankheit), vollkommen auf die Hilfe der Wizo angewiesen war. Wer vermutet schon, dass solch wertvolle Aufbauarbeit von einem kleinen Haus in einer Nebenstrasse der Allenby aus geleitet wird — dem Hauptquartier der Wizo. Zeit und Geld fehlen, aus den engen Raumen auszuziehen. Wir in Santiago sind nur ein kleines Glied an der grossen Kette der Wizo - Foederationen und doch ist unsere Arbeit mehr als wichtig. Die chilenische Wizo hat in Tiberias ein Kinderheim übernommen, das eine bestehende Luecke ausgefüllt hat. Wer einmal in die grossen unschuldigen Augen, der dort glücklich lebenden Kinder sehen durfte, der weiss, wofür wir arbeiten. Mehr Frauen aus unserer Kollektivitaet sollten mit uns arbeiten. Sie koennen sich die Tage aussuchen, an denen ihre Zeit es ihnen erlaubt, da jeweils eine andere Gruppe an verschiedenen Wochentagen zusammenkommt. Mit ihrem gutorganisierten, locker gefügten und ideel fest verbundenen Netzwerk von 45 Foederationen, umspannt die Wizo den ganzen Erdball. Helfen auch Sie der Wizo, denn wenn nicht jetzt... wann dann? ILSE BAB. Im „Haus der Kunst” in München wird im Anschluss an die grossen Ausstellungen der Werke van Goghs und Picassos, die in den letzten Jahren stattfanden, vom 7. April bis 31. Mai 1959 eine umfassende Ausstellung des Lebenswerkes von Marc Chagall gezeigt. Zahlreiche Museen europaeischer Staaten werden Werke Marc Chagalls als Leihgaben für die Münchener Schau zur Verfügung stellen: ferner werden wichtige In mehreren Hochschulstaedten der Bundesrepublick wurden Freundeskreise zur Foerderung der hebraeischen Universitaet Jerusalem gegründet. Aus diesem Anlass hielt der Direktor der jüdischen Nationalbibliothek in Jerusalem, Dr. Max Bodenheimer, Vorkämpfer des politischen Zionismus noch vor dem Auftreten Theodor Herzls, erster Direktor des Jüdischen Nationalfonds KKL und der erste organisierende Zionist in Deutschland, ist heute (trotz meiner Biographie über ihn) fast vergessen ...und das zu unrecht! Aber seine Tochter Henriette Hanna Bodenheimer, die heute wieder in ihrer Vaterstadt Köln lebt, hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, das Gedächtnis ihres bedeutenden Vaters in der jüdischen und nichtjüdischen Oeffentlichkeit zu erwecken. So gab sie nun Bodenheimers (zweite) Autobiographie unter dem Titel “So wurde Israel” in der Frankfurter “Europäischen Verlagsanstat” heraus. Das Buch hat unstreitbar dokumentarischen Wert, als Beitrag zur Geschichte des Zionismus. Die Herausgeberin aber hat das Werk mit “Anmerkungen” versehen, über die man leider nicht stillschweigend hinweggehen kann: “Dieses Verzeichnis dient zur ersten Information über eine grosse Anzahl der in den Memoiren erwähnten Persönlichkeiten, Organisationen und Bezeichnungen. Es erhebt in keiner Weise Anspruch auf Vollständigkeit” ...schreibt Fräulein Bodenheimer und führt nun Namen, wie Achad Haam, Balfour, Dizengoff, Moses Hess usw. an, die einem deutschen Leser gewiss nicht bekannt s^nd. Aber man steht betroffen vor Vermerken, wie: Göring Hermann, 1893- 1945, nationalsozialistischer Politiker, preussischer Ministerpräsident, Reichsmar- Werke des Künstlers aus privatem Besitz ausgestellt. Ausserdem werden graphische Werke von Marc Chagall in einer Ausstellung der Galerie Valentien in Stuttgart gezeigt. In Zusammenarbeit mit dem Künstler war es moeglich, eine breite Auswahl zu treffen. Die Schau enthielt hundert Einzelbilder sowie die graphischen Zyklen Chagalls zur Bibel, zu Gogols Werk „Die toten Seelen” und zu den Fabeln von La Dr. Curt Wormann, Vortraege in Deutschland über die Aufgabe und den Aufbau der Universitaet Jerusalem, die zur Verwirklichung ihrer grossen Aufgaben in diesen Jahren besondere Mittel benoetigt. Der erste Freundeskreis in Deutschvon Schalom Ben Chorin schall. Oberbefehlshaber der Luftwaffe. Hitler, Adolf, 1889-1945, Gründer der NSDAP, Schöpfer des Dritten Reiches, “Führer und Reichskanzler”. Es ist anzunehmen, dass sowohl deutsche, wie jüdische Leser diese Namen nur allzugut kennen und da das Verzeichnis ja keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt, hätten wir auf diese Belehrungen dankend verzichtet. Hitler als “Schöpfer des Dritten Reiches” zu bezeichnen heisst die jüdische Objektivität bis zur Selbstverhöhnung zu treiben. Ein anderes Attribut gab es wohl für den grössten Juden- Mörder aller Zeiten und Länder nicht, als das geheiligte Wort “Schöpfer”, das in diesem Zusammenhänge einfach Fontaine. Die frühesten Blaetter stammten aus der 1922 verfassten, jedoch nicht gedruckten Autobiographie „Mein Leben”. Hier erweist sich Chagall bereits als genialer Fabulierer. Am staerksten wirkten die Farblithographien, die der Künstler nach 1945 geschaffen hat. In den „Visionen zu Tausendundeiner Nacht” sowie in den Bibelillustrationen kommen die unerschoepfliche Phantasie und die graphische Virtuositaet des Künstlers voll zur Geltung. land wurde durch Professor Marchionini (München) gebildet. Auf einer oeffentlichen Veranstaltung in Düsseldorf rief Professor Rengstorf (Münster) zur Unterstützung dieser Freundeskreise auf. Deutsche Kulturnachrichten. blasphemisch wirkt. Andererseits hat die Herausgeberin bei Persönlichkeiten, wie dem österreichischen Revisionistenführer Robert Strikker, es schamhaft unterlassen mitzuteilen, dass er deportiert und vom “Schöpfer des Dritten Reiches”, mit Millionen unserer Brüder ermordet wurde... Die Methode von Fräulein Hanna Bodenheimer erinnert an eine Karikatur von Thomas Theodor Heine, die einen jüdischen Intellektuellen im Rachen eines ihn verschlingenden Haifisches zeigt. Noch im Augenblicke des Verschlungenwerdens doziert dieser Galuth- Jude: “Aber vom Standpunkt des Haifisches aus...” Weiter kommt er leider nicht mehr. Die Anmerkungen von Fräulein Bodenheimer zur Autobiographie ihres bedeutenden Vaters sind “vom Standpunkt des Haifisches” aus geschrieben... LIGA DE DAMAS In der Generalversammlung der Liga de Damas Israelitas “Caridad” wurde einstimmig beschlossen, den Mitgliedsbeitrag um ein Drittel zu erhoehen. Der Mindestbeitraeg belaeuft sich demnach jetzt auf $ 270 statt bisher $ 200. DER VORSTAND. CISROCO In der Generalversammlung des CISROCO, Comité Israelita de Socorros am 8. Maerz 1959 wurde einstimmig beschlossen, die Mitgliedsbeitraege um ein Drittel zu erhoehen. Die Mindestbeitraege belaufen sich demnach wie folgt: CISROCO: Altersheim: statt $ 900,— statt $ 600,— jetzt jetzt $ 1.200.- $ 800,- DER VORSTAND. DIE SAMMLUNG DER VERSTREUTEN j&ine ramme aus Duchara beim Seder wr-mm mm mm mm ■mm GESSELLSCHAFT DER FREUNDE DER UNIVERSITAET JERUSALEM WISSENSCHAFTLICHE AKRIBIE...?

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