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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1959-03-01 · 3 (Marzo, 1959) · p. Seite 7

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XXI (1959)
Issue
3 (Marzo, 1959)
Date
1959-03-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Marzo 1959 BOLETIN INFORMATIVO 7 DER STAATSPRAESIDENT HIELT EHRENWACHE Das ploetzliche Hinscheiden von Josef Sprinzak, Vize-Praesident des Staates Israel, Praesident des Aktions-Komitees und des israelischen Parlamentes (Knesseth) hat in Israel tiefe Trauer im ganzen Volke ausgeloest und sicherlich auch in der ganzen juedischen Welt. Sprinzak war nicht nur ein guter Jude, sondern auch ein inniger Freund Vieler, und insbesondere seiner engen Mitarbeiter. Man sah das an den vielen Hunderten von fuehrenden Menschen Israels, die nach Jerusalem kamen, um Ehrenwache an seinem Grabe zu stehen. Die Ehrenwache der Minister und Praesidiums - Mitglieder war aeusserst eindrucksvoll, bestehend aus den Ministern Naphtali, Rosen, Eshkol, Barzilai, den Vize - Presidenten der Knesseth Rokach, Nir und Mintz. Und an der Spitze dieser Ehrenwache der Staats- Praesident Ben-Zvi. Sie bildeten die erste Gruppe. Es ist wohl ueblich, dass der Staats- Praesident dem toten Parlaments - Praesidenten die letzte Ehre erweist, aber es ist sicherlich nicht ueblich, dass der Staats-Praesident Ehrenwache haelt. Doch in diesem Falle hat man das als selbstverstaendlich angesehen, galt doch die Trauer des Staats-Praesidenten, so wie vieler Anderer, nicht nur einem Mitarbeiter, sondern einem guten Freund und Kampfgefaehrten durch viele Jahrzehnte. Beide kamen aus der Arbeiter-Partei, beide waren fuehrende Mitglieder der Histadruth, beide kaempften im Jishuw und in der Partei gegen die Extremisten, beide gute Humanisten, und beide brachten sie das groesste Opfer, das der Staat forderte: sowohl Staats-Praesident Ben-Zvi wie der dahingegangene Sprinzak verloren einen Sohn beim Kampfe um die Unabhaengigkeit des Staates. Unvergesslich ist' mir die Trauer von Josef Sprinzak um seinen Sohn. Als im Jahre 1948 die aegyptische Flotte eine Invasion Israels plante, und ein groesseres Schiff in den Tel- Aviver Gewaessern gesichtet wurde, das die Stadt bombardieren wollte, waren es zwei der Besten der israelischen Jugend, die besten Namen in Israel, ein Sohn von Professor Sukenik (Bruder des Generals Jadin) und der Sohn Josef Sprinzaks, die den Versuch unternahmen, vom Flugzeug aus das Schiff zu bombardieren. Als sie sahen, dass sie das gestellte Ziel nicht erreichen konnten, griffen sie zu der bekannten Selbstmord - Taktik, indem sie sich mit dem Flugzeug auf das Schiff stuerzten, das Schiff dadurch ernstlich beschaedigten. Zwar konnte das Schiff noch fliehen, aber Tel- Aviv war vor dem Bombardement gerettet, und wahrscheinlich sogar die aegyptische Invasion dadurch abgewendet. Zwei der besten Soehne des Volkes bezahlten mit ihrem Leben fuer die Rettung des Volkes und ihres Landes. Die Freunde, die dann im Hause Sprinzak den Kondolenz-Besuch machten, hoerten dort kein lautes Klagen und Weinen ueber den Verlust des Sohnes. Auf einem Schrank stand ein Modell des tragischen Flugzeuges, und sehr oft nahm Sprinzak dieses Modell in die Hand und wischte sich mit dem Taschentuch eine Traene aus seinem Auge. Dieser Sohn Sprinzaks hiess Aaron David Sprinzak nach dem grossen Humanisten und Arbeiter A. D. Gordon, der fuer das ganze Leben und Wirken Sprinzaks ein Vorbild war. Sprinzak, der ein Mann der sozialen Arbeiterpartei war, hatte keine Feinde in Israel. Selbst seine politischen Gegner waren seine Freunde. Es ist sicherlich in jedem Lande mit einem Viel-Parteien - System eine erfreuliche Erscheinung, wenn der Praesident des Parlamentes einstimmig gewaehlt wird. In Israel gab es in den zehn Jahren seit der Gruendung des Staates eine stabile Koalition der progressiven Front, der sich hin und wieder die Allgemeinen Zionisten oder die Agudah anschlossen, sodass die Opposition keine Gelegenheit sah, ans Ruder zukommen. Daher war es fuer die Opposition aus rein taktischen Gruenden wichtig, um jeden Preis im Parlament zu opponieren und sie hat sich auch in diesen zehn Jahren keine Gelegenheit hierzu entgehen lassen. Umso interessanter ist, dass bei der Wahl des Parlaments - Praesidenten von allen Parteien der Opposition eine Ausnahme gemacht wurde: sie haben immer fuer Sprinzak gestimmt, und in allen Kadenzen der Knesseth, vom ersten Tag des Vorlaeufigen Rates an, wurde Sprinzak einstimmig zum Praesidenten gewaehlt. Josef Sprinzak hat dem Parlament in Israel etwas gegeben, was fuer einen jungen Staat unschaetzbar ist, das, was er “Kawod Habajith”, die Ehre des Hauses nannte. Er hat auch die Opposition dazu erzogen, 'Me Ehre des Israelischen Parlamentes zu achten und auch seine eigene Partei dazu gebracht, zu verstehen, dass er als Praesident des Parlamentes auch die Rechte der Opposition wahrnehmen musste, denn fuer ihn waren innerhalb des Parlamentes das Recht jedes Abgeordneten das hoechste Gebot. Er liess sich von keinem Abgeordneten und keiner Gruppe terrorisieren, wie er sich auch innerhalb seiner eigenen Partei vor der Gruendung des Staates gegen jede terroraehnlichen Massnahmen gegen die Englaender stimmte. Als das israelische Parlament, die Knesseth die schwierige Frage des Shilumim - Vertrages mit der deutschen Regierung diskutierte, beschloss die damalige Koalition dass kein Abgeordneter der Koalitions-Parteien gegen den Vertrag stimmen duerfe (mit einer Ausnahme: Raw Nurock, der seine ganze Familie im K. Z. verloren hatte). Sprinzak bestand darauf, dass er als Vorstand des Parlamentes sich das Recht Vorbehalten duerfe, an der Abstimmung nicht teilzunehmen, Und keiner seiner Freunde innerhalb der Partei konnte ihn dazu bewegen, seinen Standpunkt zu aendern. Doch was ihnen nicht gelang, erreicht Menahen Beigin, der eine Demonstration vor der Knesseth gegen den Abschluss dieses Vertrages organisierte und seine Teilnehmer die Fenster der Knesseth mit Steinwuerfen einschlagen liess: in diesem Moment entschloss sich Sprinzak,.. aus Protest gegen diesen Terror der Cheruth- Partei, fuer den Shilumim-Vertrag zu stimmen, um so der Opposition eine Lehre zu erteilen, die Ehre des Hauses nicht zu verletzen. Erst vor einigen Tagen war Josef Sprinzak der liebenswuerdige Gastgeber aller Abgeordneten, auch derer der frueheren Sitzungsperioden, sowie des diplomatischen Corps und der Journalisten, anlaesslich des Zehnjaehrigen Bestehens der Knesseth. Die Ueberraschung bei dieser Feier war, wie man sie scherzhaft nannte, die “Privat-Armee” Sprinzaks: die Sicherheits -Wache der Knesseth. Alles grossgewachsene, junge Menschen, die er persoenlich interviewt und begutachtet hatte, eine eindrucksvolle, kleine Armee a la Lichtenstein, in kle i d s a m e r Uniform. Mit grosser Genugtuung und strahlendem Gesicht nahm Sprinzak an diesem Tage vor dem Eingang der Knesseth die Parade der Knesseth- Polizei ab. Keiner hat sich vorstellen koennen, dass nur ein paar Tage spaeter diese forsche kleine Garde den Sarg ihres Vorgesetzten auf ihren Schultern tragen wuerden und nie mehr dieses zu Jedem,, klein und gross, freundliche Gesicht sehen wuerden. Wer dieses freundliche Gesicht des 74 - jaehrigen Josef Sprinzak, der ein ergebener Freund und Anhaenger Chaim Weizmanns war, der mit Jizchak Gruenbaum die “Hatechiah” in Warschau gegruendet hatte, der 1905 die “Zeireh Zion” mitbegründet, der im ersten Weltkrieg an der Spitze des Hilfsdienstes fuer die Arbeiterschaft in Palaestina stand, der 1921 in die Zionistische Exekutive gewaehlt wurde, der Gruender des Waad Leumi, der Arbeiter-Bank und vieler anderer Institutionen, der ehemalige Stadtrat von Tel- Aviv, Praesidialmitglied des Keren Hajessod, wer dieses freundliche Angesicht einmal gesehen hat, wird es nie vergessen. MENACHEM Kl LAI. DIE JUNGEN MAENNER VON RECHOWOTH Mein Begleiter, ein junger Physiker, tippte auf meine Schulter und zeigte auf ein langgestrecktes, in seiner Harmonie und funktionalen Zweckmässigkeit schönes Gebäude. “Hier liegt der Anfang zu unseren neuen Kraftquellen”, sagte er. “Kohle gibt es in Israel nicht, Wasserkraft auch nicht. Oel ist in den Händen unserer arabischen Nachbarn. Dieses Haus liefert den Schlüssel zür Zukunft — Kernphysik, Nuklearforchung, Energie aus dem Atom”. Wir waren eine halbe Stunde südlich von Tel Aviv, in der kleinen Stadt Rechowoth, dem eins ti gen Heim des ersten Staatspräsidenten Israels Weizmann, der selber ein eminenter Naturwissenschaftler war. Er hatte einmal gesagt: “Unser Land hat keine Rohstoffe, ausser dem hier” — wobei er auf seinen Kopf gedeutet hatte — “der menschlichen Intelligenz”. Wir gingen über einen gepflegten Rasen auf das Institut zu, das erst vor kurzem eröffnet worden war. Sein Chef ist der in Jerusalem geborene, 32jährige Amos de Shalit, ein vitaler Mann von kleiner Gestalt, dunklem Haar, buschigen Brauen und leuchtenden Augen, der heute schon einen Namen unter den Kernforschern der Welt hat und hier eine Gruppe von Wissenschaftlern um sich scharen konnte, die alle um die dreissig Jahre alt sind. Sie besitzen etwas, was vielen ihrer Kollegen in anderen Ländern abgeht — jugendlichen Optimismus für ihre Arbeit und den Glauben, dass das, was sie tun, zum friedlichen Aufbau ihres Landes beitragen wird. Das Gebäude mit seinen 70 Laboratorien und 60 Studienräumen ist vom Architekten Salkind in drei Jahren erbaut worden, wobei allein ein Jahr die Besprechungen mit den jungen Forschern in Anspruch nahmen, von denen jeder ihm seine detaillierten Wünsche vortrug. Zwei der vier Stockwerke liegen unter der Erde, darunter auch der Platz für den Atomzertrümmerer, der mit dem Hauptgebäude durch einen unterirdischen Gang vervon Herbert Freeden bunden ist. Eine der Hauptaufgaben des Architekten war, das Haus strahlensicher zu machen — es ist, in der Tat, wie ein modernes Unterseeboot ausgerüstet, bei dem man im Notfall jeden Teil vom anderen abriegeln kann, in diesem Fall strahlensicher abriegeln kann. “Wird Israel hier in absehbarer Zeit seine Kraftenergien aus dem Atom herstellen können?”, fragte ich meinen Begleiter. Er lächelte über diese Frage eines Laien. “Natürlich nicht hier”, erklärte er, “hier werden die Wissenschaftler ausgebildet, um jenes Zeitalter vorzubereiten; hier werden Experimente gemacht und Forschungen angestellt, um die praktische Au snutzung der neuen Energiequellen zu ermöglichen, und um ihre eigenen Erfahrungen mit denen der anderen Kernforscher der Welt auszutauschen”. Man kann nicht gerade be- Stefan Laskowitz JOYERO Hechuras, Transformaciones y Composturas 21 DE MAYO 617 Entrepiso, Loca! 4 Fono 495476 Gelegenheit Industrie-Naehmaschine m/Motor (3200 Puntos in der Minute) Marke “ADLER” neuwertig zu verkaufen. TOCORNAL 763 altos por Diez de Julio Das Altersheim Maipii 525, Tel. 91369 bittet um Ueberlassung eines Schrankes fuer seine Bibliothek. haupten, dass das Institut in Rechowoth etwa unter dem Ausschluss der wissenschaftlichen Oeffentlichkeit gegründet worden wäre. Im Gegenteil, der “Vater der Kernphysik”, Niels Bohr, hatte den Grundstein gelegt und war auch zur Eröffnung aus Skandinavien gekommen, und mit ihm eine ganze Reihe weiterer Nobel-Preisträger aus Amerika und Europa, wie Sir Christopher Ingold, J. Robert Oppenheimer, L. Neel, Harold Urey und Felix Bloch. Als ich durch ein Fenster hinausschaute, in das Grün der Zitrus-Haine, die sich durch den ganze Küstenstreifen ziehen und auch dieses Gebäude umrahmen — die goldenen Früchte der Orangen wechseln mit den helleren der Grapefruit ab und den gelben Zitronen — fiel mir die Geschichte ein, die von einem der illustren Gäste bei der Eröffnungsfeier erzählt wird. “Wie weit ist dieses Institut vom nächsten feindlichen Bomber-Flugplatz”, fragte er einen der jungen Männer von Rechowoth. “Sechs Minuten”, antwortete der, als ob es das Selbstverständlichste in der Welt wäre, und setzte hinzu: “Aber wir sind 2000 Meilen vom nächsten Kernphysik - Institut entfernt, das sich mit unserem messen kann”. STEFFI R. DE ENGEL Feine Maasschneiderei Genera! Salvo 88 Tel. 497196 7I/I7TGBIT

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