Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXI (1959)
- Issue
- 2 (Febrero, 1959)
- Date
- 1959-02-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Febrero 1959 BOLETIN INFORMATIVO 9 "CHERUTH" WIRD NATIONAL - LIBERAL Als erste der politischen Parteien im Lande, die im Jahre vor den Wahlen zur Knesseth und Ortsverwaltung ihre Landestagungen abzuhalten pflegen, trat „Cheruth” in der vergangenen Woche vor die Oeffentlichkeit. Es gab das gewohnte Bild, die Eroeffnungssitzung gross aufgezogen, der groesste Saal des Landes war gefüllt, über 3.000 Bürger des Staates waren erschienen, viel Licht, viel Leben, viel Laerm. Eingefunden haben sich alte Kaempfer der Bewegung, aufgehend in Erinnerung gemeinsam vollbrachter Taten. Heute waeren sie dazu nicht imstande, denn man wird aelter, schwerfaelliger, vernünftiger, und wuerde auch nicht alles gutheissen, wozu man sich als Hitzkopf hat verleiten lassen. Einst voll unsagbarem Hass gegen den britischen Mandator, nicht anerkennen wollend, selbst was dieser Gutes geleistet hatte, hat sich ihr Hass verlagert. Heute richtet er sich gegen die Staatsregierung und gegen die Beamtenschaft, auch hier nicht anerkennend, was anerkennenswert ist. Darin hat sich die Mentalitaet der „Ezel”- Mitglieder, die „Cheruth”-Anhaenger geblieben sind — es sind nicht alle geblieben — nicht geaendert. Ein typisches Beispiel dafuer, dass jede politische Richtung die Anhaeriglichkeit eines ihrer Denkungsart angepassten Teiles der Bevoelkerung besitzt. Es waere aber ein Fehler, hoehnisch und ablehnend die Anhaengerschaft dieser Partei in Bausch und Bogen zu beurteilen. Sehr viele befinden sich unter ihnen, die es sehr ernst mit den zionistischen Zielen meinen, und unser Staat ist nicht so gross und seine Aufgaben nicht so klein, als dass wir auf gute ehrliche Zionisten, in welchem Lager sie auch stehen moegen, verzichten koennten. Das Motto dieser Tagung war diesmal: „Die Aufgaben einer national-liberalen Regierung”, oder mit anderen Worten: „Wie bauen wir den Staat auf, wenn wir nach den kommenden Wahlen zur Macht gelangen und uns die Regierungsbildung uebertragen wird?” „Cheruth” tut schon heute so, als haetten sie es nicht mehr noetig, sich um Staerkung der Position, die sie nach den vergangenen Wahlen ueberraschender Weise erlangt hatten, kuemmern zu muessen. Selbst von diesem Ueberraschungserfolg ausgehend, muessten sie ihre Knessethsitze verdoppeln und verdreifachen, um mit Hilfe irgendwelcher Partner eine der so ■verpoenten Koalitionsregierungen bilden zu koennen. Dafuer die Voraussetzung, dass zumindest ein Drittel der Bevoelkerung des Landes, abgesehen von den neuen Olim und der Jugend, von jenen Kreisen, die bisher den Regierungsparteien Treue bewahrt hatten, zu „Cheruth” hinueberschwenken. Von der Unzufriedenheit ueber die Resultate des bisherigen Regimes auf oekonomischem Gebiet allein, laesst sich solch ein radikaler Umschwung nicht erwarten, hat doch „Cheruth” die ganzen Jahre ueber, ausser scharfer und nicht immer ueberzeugender Kritik nichts getan, um die Faehigkeit unter Beweis zu stellen, sie koennten es besser machen. Koennen sie die Wirtschaftskontrollen aufheben? Es waere der Wunschtraum Vieler. Koennen sie die komplizierte Situation loesen, die sich aus dem Zusammenprall zwischen Staats- und Religionsinteresse ergeben hat? Koennen sie gegebenenfalls den Histadruth- und den Staatssektor in der Wirtschaft beiseite schieben, ohne gleichzeitig auch der grossen Erfolge verlustig zu gehen, die wir diesen Sektoren verdanken? Werden sie gewaehrleisten, dass die in die Bresche springenden privaten Faktoren ehrlich und uneigennützig allein das Interesse der Oeffentlichkeit vor Augen haben werden? Waehrend wir die oft sehr theatralisch vorgebrachten Thesen, die von der „Cheruth”-Tribune her vorgebracht werden, uns durch den Sinn ziehen lassen, ueberstuerzen sich in uns viele Fragen und Einwaende. Wirtschaft, Verteidigung und Aggression, die sozialen Beduerfnisse der Bevoelkerung, die mittellosen Massen der Olim, das Verhaeltnis der Grossmaechte zu uns und untereinander. Wir denken an die uebertriebene Sachlichkeit unserer Jugend, wir kommen zu dem Schluss, dass die Erwartungen der Veranstalter dieser Tagung gelinde gesagt, ueberspannt sind. Nicht nur die Erwartungen, sie selbst scheinen etwas ueberspannt zu sein. Manchmal haber wir die Sinnesrichtung unserer Bevoelkerung nicht genau gekannt. So war es in jener Zeit vor der Staatsgruendung gewesen, als wir mit grossen und kleinen Flugzetteln bedacht worden sind, in die Haeuser getragen und auf alle Strassenecken geklebt. Es war der Anschein erweckt, als sei diese Untergrundbewegung, genannt „Ezel”, allmaechtig und allumfassend. Dann kam der Staat, es fanden Wahlen statt, aus „Ezel” ward „Cheruth”, die offenes Vesier bekennen musste, und was da an die Oberflaeche getragen ward, war eine spaerliche Handvoll Maenner, unversoehnlich tuend, aber ansonsten „Maenner wie du und ich”, deren Redekunst ihre Staatskunst bei weitem ueberragte. Ihre Spezialitaet war, die Unzufriedenen um sich zu scharen. Als sie bei den vergangenen Wahlen ueber hunderttausend Stimmen fuer sich buchen konnten, haben sie sichtlich einen Rekord erreicht. Wie immer sie ihre Methoden und ihr Programm definieren moegen, von den Grundsaetzen einer liberalen oder sogar national-liberalen Partei sind sie sehr weit entfernt. Ein anderes Fragezeichen gab es stets, wie wohl die neuen Olim und wie die im Staate herangereifte Jugend der letzten vier Jahrgaenge denke. Auch in diesem Jahre werden wir vor der gleichen Frage stehen, doch wir wissen, dass sich die Gesamtbevoelkerung heute durch staatsbürgerliche Reife und sachliche Beurteilung der staatlichen Bedürfnisse auszeichnet. In den politischen Wandlungen des ersten Staatsjahrzents hat sie sich diese angeeignet. Es hat absolut nicht den Anschein, dass diese zur „Cheruth” hinfuehrten. Selbst unter dem Eindruck des Zusammenbruches der Vierten Republik in Frankreich und deren Folgen werden die Massen in Israel nicht zu „Cheruth” tendieren. J. A. ÉM mms ¡Arriba ese ánimo! ¿Su niño se muestra retraído y se niega a estudiar? ¡Levántele el ánimo! Haga su desayuno más nutritivo, añadiéndole un apetitoso plato de NESTUM. NESTUM es un delicioso generador de energías, elaborado con copos de trigo, cebada y avena, rico en vitaminas, calcio, proteínas, levadura, fósforo y hierro. NESTUM encantará. Y se prepara al instante, de mil exquisitas maneras. 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