Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XXI (1959)
- Issue
- 1 (Enero, 1959)
- Date
- 1959-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Enero 1959 BOLETIN INFORMATIVO 19 Das Leben und die Werke Jessie Sampters Ein Buch von Dr. Bertha Badt - Strauss Heuss in London und Boehm in Israel Von Menachem Kilai Im November 1958 jährte sich zum 20. male der Todestag Jessie Sampters. Sie starb im Krankenhause von Petach — Tikwa und wurde in ihrem geliebten Kibbutz Givat Brenner, wo sie die letzten und schönsten Jahre ihres Lebens zugebracht hatte, beerdigt. Ihr Andenken ist durch ein schönes Buch erneuert worden, das Frau Bertha Badt-Straus unter dem Titel “White Fire, the life and works of Jessie Sampter” in der Reconstructionist Press in New York 24, N. Y„ 15 W 86 st. veröffentlicht hat. Es ist ihr erstes englisches Buch, aber es hat die gleichen Vorzüge wie ihre früher in deutscher Sprache erschienenen Arbeiten: die Sorgfalt in der Zusammenstellung des Materials, die flüssige Diktion, die Anmut der Darstellung und die menschliche Wärme, die sie den von ihr porträtierten Persönlichkeiten entgegenbringt. Sie hat die Fähigkeit des Dichters, der seine Gestalten erlebt und sie von innen heraus beleuchtet. In dem Licht, das von einer solchen Verfasserin ausgeht, musste die anziehende Figur Jessie Sampters in voller Lebendigkeit erscheinen. Man verfolgt ihren Lebensweg von ihrer Kindheit an, die sie in einem vollkommen assimilierten Elternhause in der Fifth Avenue in New York verbracht hatte, bis zu ihrer Auswanderung nach Israel im Jahre 1919 und sieht die beiden letzten Jahrzehnte ihres Lebens, die sie dort verbrächt hat, mit ihrem vielen Lichte und ihren gelegentlichen Schatten vorbeiziehen. Mit 13 Jahren hatte sie einen Anfall von Polio erlitten, und die schreckliche Krankheit hatte ihren Rücken und ihre Hände verkrüppelt. Aber dieses Unglück hatte ihre seelischen Kräfte nur verstärken können. Aus diesen neuerrungenen Kräften wuchs ihr fester Wille, trotz alledem aus ihrem Leben etwas zu machen und ihren eigenen Weg zu gehen, auch wenn selbst ihre nächsten Angehörigen kein Verständnis dafür aufbrachten. Dieser Weg führte sie über den jungen jüdischen Poeten Haymann Segal und über Henriette Szold, die beide ihre Freunde fürs ganze Leben bleiben sollten, zum Zionismus. “Bald erkannte sie”, so schreibt die Verfasserin, “dass der Zionismus Henriette Szolds und ihr eigener Zionismus weit mehr bedeuteten als ein blosser Nationalismus. Er bedeutete die Rettung für die kranke Seele des modernen Juden. Sie verstand, dass durch das Leiden und die Auferstehung des jüdischen Volkes in seinem eigenen Lande ein neues Leben und eine neue Rettung (Geulah) für die ganze Menschheit aufdämmern könnte. Ihr Traum vom Zionismus war der Traum von einer erneuerten Humanität”. In dieser Überzeugung widmete sie ihre Arbeitskraft, ihr Vermögen und ihre ganze Seele dem Aufbau Israels. Diesem Ziel galten ihre Gedichte, ihre schriftstellerischen Arbeiten, ihr Erziehungswerk, das sie besonders den Jemeniten gewidmet hatte, und selbst ihre körperliche Arbeit im Kibbutz. Ein ganzes Frauenleben, das bis zum letzten Augenblicke einer grossen Aufgabe diente. Alles das können natürlich nur Andeutungen sein. Wer das Buch liest, der wird damit einen starken Eindruck von zwei Frauen gewinnen: der Frau, von der es handelt, und der Frau, die es geschrieben hat. Ueber den Besuch des deutschen Bundespraesidenten Heuss in London, der eines der interessantesten Kapitel der Nachkriegsgeschichte ist und der in der deutschen Presse als ein Fiasko bezeichnet wird, hat der frühere deutsche Botschafter in London, Schlange von Schoeningen, ein aelterer Herr, einen Artikel, unter der Ueberschrift veroeffentlicht: “Was anderes konnte man von den Englaendern erwarten, worin er den Standpunkt und die Zurückhaltung der Englaender anlaesslich des Be- 'suches in Schutz nahm. — Ein Kollege zeigte mir im Frankfurter Presse Club diesen Artikel und sagte mir, jezt müsste ich einen Artikel schreiben, der heissen soll: “Was kann man anderes von Israelis erwarten”. Gerade in Frankfurt am Main wurde die Tatsache, dass der CDU Bundestagsabgeordnete Prof. Dr. Franz Boehm mit dem SPD Bundestagabgeordneten Alfred Benzei, nicht wie geplant am 2. Internationalen Kongress der Widerstandskaempfer und Opfer des Nazismus in Tel-Aviv teilnehmen konnte, da — wie es die deutsche Nachrichtenagentur bezeichnete— “radikale Elemente der israelischen Widerstandsorganisationen sich gegen eine Teilnahme der deutschen Abgeordneten ausgesprochen hatten”, sehr beachtet. Die Zeitungen gaben dieser Meldung allerdings viel kleineren Raum als der Meldung, dass die beiden Bundestagsabgeordneten von Staatspraesident J. Ben Zwi und Ministerpraesidenten Ben Gurion empfangen worden sind, womit klar unterstrichen wurde, dass d i e Diskriminierung von Prof. Boehm und Frenzei nicht der Politik der Israel-Regierung entspricht. Eine andere Zeitung gab in Fettdruck eine Meldung von 30 Zeilen über den Empfang des Frankf u r t e r Oberbürgermeisters Werner Bockeimann und des Düsseldorfer Oberstadt direktors Dr. Walter Haeusel, beim Vizebürgermeister von Jerusalem Kalanter. Obwohl ich seit Jahren klar gegen die Auswanderung aus Israel nach Deutschland Stellung nehme (diese klare Stellung hat mir sogar Beleidigungsprozesse seitens einiger “Jordim” vor deutschen Gerichten eingebracht. Die deutschen Gerichte waren aber genügend vernünftig, trotz meines Nichterscheinens vor Gericht das Verfahren wegen Geringfügigkeit einzustellen) kann ich trotzdem keinen aehnlichen Artikel wie Schlange - Schoeningen schreiben, denn ich habe von Juden und Israelis wirklich etwas anderes erwartet. Prof Dr. Franz Boehm ist dafür bekannt, dass er nicht sein reumütiges Herz — wie so mancher Deutscher — erst nach dem Hitler-Massaker entdeckt hat, sondern, dass er als einer der wenigen Deutschen die Courage gehabt hatte, 1938 gegen die antijüdischen Massnahmen Hitlers zu protestieren, wofür er seinen Lehrstuhl an der Universitaet verlor. Prof. Boehm ist in der ganzen Nachkriegszeit ein mutiger Sprecher für die jüdischen Belange in Deutschland gewesen, und hat als Mitglied des Wiedergutmachungsausschusses im deutschen Bundestag, insbesondere als Führer der Delegation bei den Verhandlungen über Schilumim und beim Zustandekommen des Haager Vertrages zwischen Israel und I Deutschland unschaetzbare Verdienste errungen, die jeder Jude anerkennen müsste. Wenn also Widerstandskaempfer so mutigen Widerstand gegen diese Anerkennung gezeigt haben, so waere es seitens israelischer Autoritaeten zu erwarten, dass sie genügend Einfluss im eigenen Lande haben, Persoenlichkeiten wie Prof. Boehm der dafür gelitten hat, dass er gegen Diskriminierung von Juden kaempfte, nicht im jüdischen Land diskriminiert wird, waehrend er als Gast der Regierung weilte. Wer dies nicht in Betracht gezogen hat, ist bestimmt kein Europäer, aber auch kein Orientale. Kein Orientale würde seinen Gast beleidigen lassen. Dem Zufall, dass dieser Zwischenfall sich gleichzeitig mit dem Heussbesuch in London ereignete, ist es zu verdanken, dass die Heldentat israelischer Widerstandskaempfer in der deutschen Presse nicht besonders hervorgehoben worden ist. Das gleiche Iaesst sich von der Nachricht sagen, die der SPD Pressedienst brachte, es sei kein Geheimnis geblieben, dass hohe franzoesische Offiziere forderten, den deutschen General Speidel im Führungs stab beim Nato - Oberkommando Europas durch einen franzoesischen General zu ersetzen, obzwar es normaler Weise eine Sensation gewesen waere. Seit Tagen wird in der deutschen Presse über den Heussbesuch in London berichtet und man bekommt einen Begriff über die Stimmung in Deutschland wenn verlautet, dass der deutsche Botschafter in London, v. Herwarth, nach Bonn zitiert werden soll, da ihm vorgeworfen wird, er haette die Bonner Regierung nicht gewarnt und vorher nicht ausreichend erlaeutert, welch kühler Empfang Prof. Heuss in London bevorstand. Bonn behauptet mit dem Ergebnis des Besuches zufrieden zu sein, aber es steht fest, dass das englische Publikum und die dortige Presse keine Begeisterung über den hohen Besuch aus Deutschland zeigten. Der “Daily Mail” sprach von Zeichen einer Unsicherheit bei den Englaendern, und der “Daily Express” meinte, dass Heuss “zu früh” nach England gekommen sei. Aber interessanter als die englischen sind die deutschen Pressestimmen. Die weitverbreitete “Abendpost sprach von dem “armen alten Herrn, der zu früh in das kühle englische Herbstwetter gejagt wurde” und verging sich so weit zu sagen, Bonn sollte sich davor hüten, dem britischen Loewen noch jemanden zum Frass vorzuwerfen, “es waere besser abzuwarten und Tee zu trinken”. Die gleiche Zeitung behauptet, der Hass gegen Deutschland sei so stark, dass unter vielen hundert Pressezuschriften an englische Zeitungen fast keine versoehnliche Stimme ist, sondern dass die meisten sich über das Verhalten der K o e n i g i n Elisabeth ungehalten aussprechen, welche über ihre deutschen Ahnen sprach. Selbst die bekannte Zeitung, “Die Welt”, die beweisen will, dass Heuss einen betraechtlichen persoenlichen und politischen Erfolg in London zu verbuchen hat, muss zugeben, dass “die Atmosphaere wie am Nordpol” war. Aus diesem sehr belehrenden Artikel Iaesst sich der Schluss ziehen, dass England sich freundlich zu Prof. Heuss benommen hat ■—aber nicht zu der Sache, die er vertrat, naemlich zu Deutschland. Und nun einige englische Pressestimmen: Im “Daily Mirror” schreibt “Cassandra”: “Gute Manieren koennen nicht die Natur einer Nation wegwaschen, die Heuss repraesentiert und die noch heute tausende von Nazis beherbergt, die Konzentrationslager organisiert haben, die groesste Ansammlung von Verbrechern, die die Welt kennt. Der Tod von sechs Millionen Juden liegt auf ihrem Gewissen, wenn sie eins haben”. Noch schaerfer spricht sich der “Sunday Express” aus, in dem sich A.J.P. Taylor zu Worte meldet, ein führender englischer Historiker, Lehrer an dem ehrwürdigen Magdalen College in Oxford: “Wenn Du eines Tages auf Urlaub nach Deutschland gehst und krank wirst, koenntest Du von einem Arzt behandelt werden, der nicht lange zuvor Glassplitter in die Wunde eines Kindes getrieben hat —eine Wunde, die er selbst verursacht hat. Der Polizist, der Deinen Wagen dirigiert, hat einst den Todeszügen die Signale gegeben. Der Fabrikant, der Dir Ware liefert, hat Sklaven beschaeftigt, die ihm die SS geliefert hat: und er erhielt eine gute Note, wenn er sie zu Tode schuften liess. Die Maenner, die einst Hitler dienten, sitzen jetzt wieder in Regierungsaemtern. Die Publizisten, die seine Doktrinen verkündeten, füllen wieder die Spalten der Zeitungen. Ich war erfreut, deutsche Professoren hier (in Oxford) zu begrüssen. Aber ich würde keinen Kongress von Historikern beiwohnen, bei dem Deutsche anwesend sind. Einige waren Mitglieder der NSDAP. Einige waren SS-Leute”. So Prof. A.J.P. Taylor. Neben dieser Diskussion rund um den Heussbesuch ist für Deutsche die Diskriminierung des Prof. Boehms eine Lappalie, aber trotzdem soll man sich vergegenwaertigen, dass der frühere britische Gesandte in Deutschland, Lord Pakenham, der der Labour-Party angehoert und Vorsitzender der Deutsch - Britischen Gesellschaft in London ist, nach dem Heussbesuch schrieb: “Als britischer Gesandter in Deutschland in den Jahren 1947-1948 weiss ich alles über Nazigreuel, die in ihren Schrecken betaeubend waren. Professor Heuss hat den Deutschen am Denkmal in Belsen gesagt, dass nur sie selbst ihre Schande ausloeschen koennten. Niemand, der fair urteilt, kann ihre grossen moralischen und materiellen Bemühungen bestreiten, seit dem Ende des Krieges wiedergutzumachen. Sie haben alle Erwartungen übertroffen, selbst die optimistischsten. Aber ich mache mir Sorge um unsere eigene britische Reaktion. Werden wir dem christlichen Gedanken der Vergebung folgen? Oder werden wir in unfruchtbarem Stolz 70 Millionen Mitglieder der europaeischen Familie verachten? Was immer die zweite Haltung sein mag, niemand kann sagen, dass sie christlich ist”. Und gerade wie Lord Pakenham müssten Israelis klar zeigen, dass sie das Vorgehen der Tel- Aviver Widerstandskaempfer ver- -aurepi un jsSubj^ sip ‘U3]i3jm ren, Gastrecht, Taktgefühl und politischer Klugheit demonstrierten. Dr. ERICH BRY. Fäbrica de Tejidos Finos Carmen 790 - Fono 397633 Erzeugung feinster Damen — u. Herren Strickwaren Exclusive Modelle nationales sowie importiertes Rohmaterial ARITEX LTD A Barnen u. Herren Hesen Fabrik Reichhaltige Auswahl Anfertigung auch nach Massangaben Lange Hosen für Jungen u.Maedchen Billig—Gut—Schnell s 1018, Off. 2 — Tel. 61848 HERIBERTO KIWI Berta de Rosenberg y Margit iCIein Toda clase de Fiestas, Casamientos, Cócteles, Brith-Mila, Té Canasta y Bridge. COMODA KOSCHER Se atienden, pedidos de TORTAS y KUCHEN ERCED 24 FOND 62096 Fono 80567