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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1958-12-01 · 12 (Diciembre, 1958) · p. Seite 23

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XX (1958)
Issue
12 (Diciembre, 1958)
Date
1958-12-01
Page
Seite 23 (sequence 23)
Language
German
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Diciembre 1958 BOLETIN INFORMATIVO 23 DIE GESCHICHTE DES RATHENAU-MOERDERS von Adolf Seidemann Vor etwa 35 Jahren wurde der deutsche Aussenminister Walther Rathenau durch Ernst Werner Techow ermordet. Der Mörder verstand es, sich der deutschen Gerichtsbarkeit zu entziehen, er wäre aber auch kaum verurteilt worden denn seine Tat wurde als eine verdienstvolle Heldentat angesehen. In der Folge zeigte sich aber, dass er kein gemeiner Mörder, sondern ein irregeleiteter Fanatiker war. Denn während des sogenannten Stennesputsches, der Meuterei der berliner S. A. gegen Göbbels, traf er in der Hedemannstrasse wo sich der ganze Krach abspielte, mit Göbbels zusammen, haute ihm eine Ohrfeige herunter, mit den Worten: Wegen euch Schweinehunde haben wir Rathenau nicht erschossen. Es gelangt ihm, wieder' unbestraft zu verschwinden. Wohin, ergiebt das Folgende. Der Rabbi E. Ely Pillnik, Feldgeistlicher der USA Army berichtet von einem gewissen Ernest Tessier, Adjutant bei der französischen Fremdenlegion, der deutsch und französisch perfekt ohne Akzent sprach. In seiner Compagnie gab es eine Reihe mitteleuropäischer Juden, die den Nazis entkommen konnten, und in die Fremdenlegion eintraten. Seltsamerweise beschä f t i g t e sich Tessier gerade mit ihnen in besonderem Masse.. Eines Abends befahl er 4 von ihnen, sich bei ihm im Büro, zu melden. Sie kamen mit klopfendem Herzen, denn sie fürchteten eine Strafaktion. Aber er bot ihnen Platz an, und sagte ihnen, dass die Juden die einzigen zivilisierten. Leute wären, die er in der Hölle der Sahara getroffen habe. Ich glaube, dass die Juden zu den besten und begabtesten Völkern der Welt gehören, stellte er fest, und dann sprach er mit grosser Kenntnis von jüdischer Geschichte und Religion. Diese Gespräche wurden an vielen Abenden fortgesetzt, und für die jüdischen Legionäre wurde Tessier immer geheimnisvoller. BECHSTEIN - KLAVIER neuwertig in allerbestem Zustand ZU VERKAUFEN. Av. Isidora Goyenechea 3199 (Golf) Dpto. F. Erstklassiges ZU VERKAUFEN 1 grosser Konfektionskoffer 1 Kleiderschrank 1 Mademsa Gaskueche mit 4 Flammen und Backofen Zu besichtigen: 10 de julio 946 Eines Abends, als sie wieder zusammensassen, wurde die Unterhaltung unterb rochen. Ein neu eingestellter Rekrut meldete sich beim Adjutanten. Legionaire Rathenau, salutierte der Neuankömmling. Tessier sprang von seinem Stuhle auf. Rathenau sagten Sie? Sind Sie vielleicht mit Walther Rathenau verwandt, dem ermordeten deutschen Aussenminister? Sein Neffe, antwortete der Rekrut. Tessier schwieg einige Augenblicke, und sein Gesicht schien bleicher als sonst. Dann sagte er: Rekrut Rathenau! Ich bin einer der 4 die Ihren Onkel ermordet haben. Mein wirklicher Name ist Ernst Werner Techow. Dann zog er aus seiner Tasche ein zerknittertes Stück Papier, glättete es sorgfältig, und gab es dem Rekruten. Es war ein Brief an Techow’s Mutter, datiert ein paar Tage nach dem Mord”. In unsäglichem Schmerz reiche ich Ihnen die Hand, Ihnen der ärmsten aller Mütter. Hätte Ihr Sohn meinen Sohn gekannt, er hätte eher die Waffe gegen sich selbst gerichtet, als gegen ihn, den edelsten aller Söhne. Möge Ihr Sohn vor dem irdischen Richter bekennen, und vor dem göttlichen bereuen”. Der Brief war unterschrieben Mathilde Rathenau. Sie verstehen, Rathenau, dieser Brief ist mein wertvollster Besitz. Er hat eine neue Welt für mich erschlossen. Ich habe jedes Wort, das Ihr Onkel geschrieben hatte, jedes seiner Bücher, jeden seiner Artikel gelesen. Dann begann ich, jüdische Geschichte zu studieren. Ich wollte zu den Quellen vorstossen, und mich nicht auf Übersetzungen verlassen. Deshalb lernte ich hebräisch. Und während der letzten 15 Jahre versuchte ich, mich selbst zu bezwingen, wie die Mutter Rathenau’s sich bezwang, als sie jenen Brief schrieb. Wo immer ich konnte, habe ich versucht, den Juden zu helfen. Und er erzählte, wie er u. A. 1941 als Hafenarbeiter verkleidet, in Marselle 700 Juden aus dem besetzten Frankreich herausgeschmuggelt, und nach Casablanca gebracht hat. Diese Tatsache ist von Geretteten bestätigt worden. Gottes Wege sind unerforschlich. Einen Menschen hat Techow ermordet, und diese ruchlose Tat war die Veranlassung, dass er vielen Hunderten, vielleicht Tausenden von Juden das Leben gerettet hat. ANZEIGENSCHLUSS am 26. Dezember Stefan Laskowiiz JOYERO Hechuras, Transformaciones y Composturas 21 DE MAYO 617 Entrepiso, Local 4 Fono 495476 PRODUKTION UND IMPORT - STEIGERUNG. 12% MEHR ZAHLUNGSMITTEL IM UMLAUF Aus dem Bericht der Israel- Bank der kuerzlich veröffentlicht wurde, geht hervor, dass die lokale Produktion, wie auch der Import in den ersten Monaten des Jahres 1958 im Anstieg begriffen waren. Zur selben Zeit berichtet die Nationalbank über das Anhalten der inflationistischen Tendenz, die durch den gesteigerten Geldumlauf genaehrt wird. Die Zahlungsmittel im Umlauf stiegen um ungefaehr 12%, hauptsaechlich infolge der Entschaedigungszah 1 u n g e n aus Deutschland. Das Handelsdefizit stieg waehrend der ersten Monate des Jahres 1958 um 10%; zur selben Zeit war ein Ansteigen des Verbrauchs seitens der Konsumenten zu verzeichnen. Was die Preise anbetrifft, geht aus dem Bericht hervor, dass das Ansteigen der Preise zwar anhaelt, aber in beschraenkterem Ausmass als in den 3 Jahren vorher. In der Landwirtschaft ist eine bedeutende Erweiterung der Produktion und des Umsatzes zu verzeichnen. Die landwirtschaftliche Produktion wird im Jahre 1958 um mehr als 20% gegenüber 1957 steigen, erklärt der Bericht. Die Bautätigkeit wurde kaum eingeschränkt, obwohl die öffentlichen Körperschaften in beschränkterem Ausmasse für die neuen Olim bauen. AMERIKANISCHE HEERESAUFTRAEGE FUER DAS TECHNION Ein weiteres Forschungsprojekt für die Amerikanische Luftwaffe wird in diesem Jahr am Haifaer Technion durchgeführt werden. Kontrakte für Sonderstudien in der aeronautischen Fakultät und am Albert-Einstein-Institut für Physik am Technion sind soeben abgeschlossen worden. Frühere Forschungsprojekte für die Amerikaner waren von Erfolg gekrönt, und die neuen Abschlüsse sind ein Beweis für das wachsende Interesse der amerikanischen Flugwaffe an den wissenschaftlichen Möglichkeiten des israelischen Instituts. Der erste der neuen Kontrakte sieht ein dreijähriges Studium der Veränderungen in der Kristallstruktur von Raketenmetall unter dem Einfluss hoher Temperaturen vor, und wird von Dr. Peter Rudman am Einstein-Institut durchgeführt werden. Besonders sollen die Eigenschaften von Aluminium- Eisen Legierungen untersucht werden. Das Material muss eigens hierfür im einzigen Vakuum-Ofen des Landes vorbereitet werden. Die Technionstudenten werden gleichzeitig die Möglichkeit haben, im Rahmen dieser Projekte ihre Studien über Metalle zu erweitern. Die Resultate dürften auch für die israelische Industrie von Bedeutung sein. Das zweite Projekt bezieht sich auf den Entwurf von Geschossen und wird von Dr. J. Singer an der aeronautischen Fakultät des Technion durchgeführt. Es sollen praktische Methoden gefunden werden, wie man den dünnen konischen Hüllen der Raketengeschosse die notwendige Widerstandskraft geben kann. Der Nachdruck liegt auf der Vermeidung eines Eindrückens der Geschosswände unter dem Einfluss der Hitze eines Flugs mit Ultra-Schall - Geschwindigkeit. (CANFIT). Das "Usi" wurde verbessert Wie bekannt wurde, gelang es auf Wunsch der Kampftruppen für das Usi, die halbautomatische Schusswaffe, die in Israel entwickelt wurde und auch von anderen Ländern übernommen wurde, ein grösseres Kugelmagazin zu schaffen. Während das bisherige Magazin nur 25 Kugeln fasste, soll das neue 40 bis 45 aufnehmen können. Hierdurch wird die Feuerkraft der Waffe stark erhöht, was bei den heutigen Kampfhandlungen von der Truppe als nötig angesehen wird. Das Gewicht der Waffe und des Magazins wird sich nur um etwa ein halbes Kilo erhöhen. Das mit dem neuen Magazin versehene Usi kann dann auch als eine entsprechende Waffe gegen das russische halbautomatische Gewehr angesehen werden, das ebenfalls ein Magazin mit 40 Kugeln hat und mit dem heute die ägyptische Armee neben d. Karl Gustav Gewehr, d. schwedischen Waffe, ausgerüstet ist. (CANFIT). Jugend der Gola von Aulenthalt in Israel tief beeindruckt Was uns hier am meisten beeindruckte war die Seelenruhe und Zielbewusstheit der Bevoelkerung erklaerte ein 17 jaehriger Student aus England als er mit einer Gruppe von 490 Jugendlichen aus England und Frankreich nach einem 6 wöchentlichen Aufenthalt in Israel an Bord der Arza das Land verliess. Insgesamt waren hier 2.800 Jugendliche (300 sollen noch kommen) im Rahmen der Sommerkurse der Jewish Agency im Lande, die doppelte Zahl gegenüber dem Vorjahre. Baubeginn der Kaiser Frazer Fabrik in Aschkelon im Dezember In Aschkelon werden bereits Vorbereitungen getroffen fuer den Bau der neuen Kaiser Frazer Fabrik fuer Zahnräder und Teile, mit dem anfangs Dezember begonnen werden soll. Es werden dort IL. 11 Millionen investiert und nach voller Inbetriebnahme sollen 1000 Arbeiter beschäftigt werden. (CANFIT). Grosse Bestellung auf Ytong - Produkte aus den USA. Die “Ytong” - Fabrik für Baumplätten konnte eine Quantität von 70.000 Dollar nach den USA schicken. Weitere beträchtliche Aufträge von dort hat die Fabrik an Hand. (CANFIT). 139 neue Fabriken in einem Jahr errichtet 139 neue Fabriksbet riebe wurden im letzten Jahr in 28 Orten der Entwicklungsgebiete errichtet u. 35 Millionen Pfund wurden in ihnen investiert, erklärte gestern in einer Pressekonferenz Handelsu. Industrieminister Sapir. Wenn diese Fabriken auf vollen Touren laufen, werden sie 6200 Arbeitern Brot geben. Damit ist die Frage der Arbeitslosigkeit in den Entwicklungsgebieten gelöst. In den letzten drei Jahren wurden in Israel 115 Grossbetriebe mit einer Mindestinvestition von je einer halben Million Pfund begründet und insgesamt 340 Millionen Pfund in ihnen investiert 22 Betriebe gehören der Metall, 37 der Textil, 12 der keramischen, 4 der chemischen, 10 der Papier und Holz- und 6 der Bauindustrie an. 24 Nahrungsmittelfabriken wurden gegründet. Die Zuckerfabrik von Gad ist zunächst als Regierungsbetrieb err i c h t e t worden, doch soll sie in private Hände überführt werden. (CANFIT). Ausfuhreriolg von Kayser - Frazer Der Kayser Frazer Fabrik gelang es in diesem Jahr den Export um 20% zu steigern und einen Export von 214 Millionen Dollar zu erzielen, gab die Fabrikleitung gestern bekannt. Ein betraeehtlicher Teil des Exportes ging ueber Ei lat, nachdem es der Fabrik gelang in Kenia, Abessinien und Nigeria sich neue Maerkte zu erschli essen. Die Fabrik will jetzt auch einen Siebensitzer herausbringen, der mit einem Renault- Motor versehen ist. Perlenfischerei bei Ejlat Eine gemischte japanisch-israelische Gesellschaft wird sich der Perlenzucht und der Perlenfischerei in den Gewaessem der Ejlat-Bucht widmen, die durch gleichmässig warme Temperatur das ganze Jahr ueber fuer das Gedeihen der Perlenmuscheln ausserordentlich guenstig sind. Japanische Fachleute, welche die israelischen Fischer anleiten sollen, befinden sich bereits in Ejlat (CANFIT).

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