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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1958-12-01 · 12 (Diciembre, 1958) · p. Seite 9

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XX (1958)
Issue
12 (Diciembre, 1958)
Date
1958-12-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Diciembre 1958 BOLETIN INFORMATIVO 9 & Wiz teJren. tátett, V F E U I L L E T O D/e Selbstdar Stellung der Nationen in B rue s se i von Helmut Herzfeld VROF. J. KLAUSNER s. A. (Fortsetzung) VI Nordamerika praesentiert sich in dem “angeblich” groessten Rundbau der Welt, entworfen von Stone, dem durch seine Ornamentfassaden weltbekannten Architekten. Das aus Stahl und Plastik geknuepfte Dach wuerde bestimmt noch mehr Bewunderung erregen, wenn man es vom Boden genau so gut sehen koennte, wie auf den veroeff entlichten Fotografien. Die B a e u m e, innerhalb des Baues, wirken wie von einem Innenarchitekten nachgebildet. Nur langsam erkennt man, dass es sich um natuerliche Bruesseler Gewaechse handelt, die in den Bauplan mit einbezogen werden MUSSTEN. Koenig Baudoin hat seinen Park fuer die Ausstellung nur unter der Bedingung zur Verfuegung gestellt, dass an den wichtigsten, natuerlichen Gewaechsen, Wegen und Gewaessern nichts geaendert werden duerfte. Die Goldmedaille dieser Ausstellung gebuehrt, statt dem spanischen Pavillon, vor allem Baron Van Moens, der unter Beruecksichtigung dieser Bedingung und innerhalb der notwendigen politischen und geografischen Einteilung eines derartigen Unternehmens eine geniale Loesung gefunden hat, die jedem Land Darstellung seiner typischen Struktur und seines Wesens gestattet. Keine Nation hat Grund zu einer Reklamation gefunden. USA demonstriert die Moeglichkeiten des “freien” Menschen. Nicht nur des politisch Freien, der seine Meinung sagen darf, und dessen Stimme am Wahltag in das verlaessliche, automatische Gehirn staunenswerter Zaehlmaschinen geraet, sondern vor allem die Moeglichkeiten eines von der Arbeit befreiten Amerikaners, also dessen, der sich erholt. Eine Fuelle von vielen, den Lesern bekannten Annehmlichkeiten, die vergnuegt laechelnden Menschen helfen, sich des Lebens zu freuen. Nicht gesagt wird, in welchem Alter und welcher Prozentsatz der Durchschnittsamerikaner dazu kommen kann. Die in allen Schattierungen gezeigte Freizeit hat auch brutale Aspekte. Neben dem Eingang lag ein Mann, von dem die meisten Betrachter glauben mussten (UND GLAUBTEN!), er trage die Uniform eines kuenftigen Atomkriegers. Langsam stellte sich heraus, dass kein Mensch zu sehen war, sondern eine fast jeden Zentimeter des Koerpers bedeckende Ausruestung, der “DRESS” eines Footballplayers. Doch bemueht man sich in diesem Konglomerat von Buechsenfleisch, helleuchtenden Sweatern, Automaten, abstrakten Skulpturen und Mobiles, Kinderbuechem und Organisationsplaenen irgend eine Verbindung mit Atomkrieg aengstlich zu vermeiden. Viel Muehe wird verwendet, die amerikanische Mode so elegant wie moeglich zu servieren, doch ist die den ganzen Tag andauernde Modeschau, in die Mitte des Pavillons auf eine Seeplattform hingezaubert, nur teilweise geschmackvoll. In der Tat werden sie aber in der Darstellung ihres hohen Lebensstandards von keiner anderen Nation uebertroffen. Ueber die so viel zitierte “Automation” unterrichtet man sich muehelos durch die Wundermaschine “Ramac”, die bereit ist, alle wichtigen historischen Ereignisse etwa seit Christi Geburt in zehn Sprachen mitzuteilen. Als ich sie auf deutsch fragte, was im Jahre 1959 geschehen wuerde (still hoffend sie in Verlegenheit zu bringen) erhielt ich nach wenigen Sekunden einen Antwortzettel mit: “Dann werden Sie ein Jahr aelter sein und so fort alle kommenden Jahre”. Walt Disney’s Circarama ist anscheinend die groesste Attraktion des amerikanischen Angebotes, wenn man von dem auf das Modernste eingerichteten Auditorium absieht, das an den Rundbau anschliessend fuer 1500 Personen gebaut wurde und in dem, angefangen von Jehudi' Menuhim ueber Eugen Ormandy und die Philadelphia, bis zu Louis Armstrong und Benny Goodman saemtliche grossen amerikanischen Kuenstler, Theater- und Balletgruppen waehrend der Aussteilungszeit aufeinanderfolgend kurzfristige Gastspiele geben. Waehrend man also in diesen kleinen Tempel des Filmfortschritts geschleust wird, ueberlegt man, was es auf diesem Gebiet nach Farbfilm, Dreidimensionalitaet und Cinemascope noch Neues geben koennte. Merkwürdigerweise hat das Kino keine Sitzplaetze. Man stellt sich etwas ratlos unter die Kuppel. Und dann geht es los. “Walt Disney fuehrt Sie nach Amerika”. Die Circarama - Technik beruht darauf, dass im gleichen Moment nach allen Seiten der Windrose gefilmt wird. Der Zuschauer befindet sich folglich immer in der Mitte und koennte zugleich sehen, was vor und hinter dem Auto, mit dem in diesem Falle die Kamera fuhr, geschieht. Aber auch, was rechts und links von ihm passiert. Jeder Zentimeter der runden Wand, die den Zuschauer umgibt, ist angefuellt mit Bildern. Er koennte alles sehen. Jedoch... ungluecklicherweise verfuegt er nur ueber 2 Augen und sein Gesichtskreis ist begrenzt. Er hat auch im allgemeinen sich daran gewoehnt, nicht zur gleichen Zeit zur Kenntnis nehmen zu koennen, was vor und hinter ihm geschieht. Mag man sonst auch ziemlich gleichgueltig auf die Augen im Hinterkopf verzichten, so tut man es nicht, wenn man sehen muss, dass ein Kuenstler vom Range Walt Disneys sie mit einkalkuliert hat, als er diesen Film ueber USA aufnehmen liess. Und deshalb drehten sich auch die Zuschauer staendig im Kreise, weil sie alles sehen wollten. Ein Dackel, der sich in seinen Schwanz b e i s s e n moechte, ist das Urbild des Circarama-Publikums, auf dessen unleugbare, der menschlichen Natur gegebenen Schwaeche, keine Ruecksicht genommen wurde. Der Pavillon im Ganzen: ein von USA-Managem entworfenes Paradies in Technicolor. VII Mit westlichen Augen gesehen, dekorieren die Russen die Schaufenster ihres monumentalen Kuehlschrankes ungeschickt. Ohne sorgfaeltige Auswahl stellen sie aus, was sie haben und schaetzen. Sie zeigen riesige Traktoren, obwohl in Westeuropa viel ueber die oestliche Traktoren - Begeisterung gelaechelt wird (billige russische Propaganda-Dramen werden ueblicherweise “Traktorenstuecke” genannt). Sie stellen realistische Bilder aus, die sie vom kuenstlerischen Standpunkt aus nicht sorgfaeltig genug verstecken koennten. Sie demostrieren eine Wohnkultur, die weder modern noch sozialistisch anmutet, sondern schlechthin kleinbuergerlich. Jedoch glaube ich, dass diese werbepsychclogischen Fehler, falls man dies so bezeichnen kann, eher Sicherheit als Ungeschicklichkeit ausdruekken. Die Russen glauben eben an ihren Lebensstil und meinen, wenn sie ihn nur moeglichst massiv bekunden, dann muesse doch jederman seine Berechtigung erkennen. Bevor man sich ueber die religioese Verehrung der Traktoren amuesiert, sollte man sich tatsaechlich vor Augen halten, dass in Russland keine Probleme des Verkehrs oder mangelnden Parkraumes geloest werden muessen, sondern noch unfassbar grosse Landteile urbar zu machen sind. Kein Wunder also, dass die Russen den Traktor anbeten wie die Amerikaner ihre Autos. Man glaubt vielleicht nie fester an das Genie eines Picasso, als wenn man diesen, bestenfalls treuherzigen ueberdimensionalen Genrebildern gegenuebersteht. (Erinnert sich jemand noch an Hofmaler Arthur Fischer in Berlin? Oder “Arteigene Kunst”?). Im Alter von 84 Jahren verschied in Tel Aviv am 27. Oktober Prof. Dr. Josef Klausner, der Altmeister der Hebräischen Literaturgeschichte. Von nationalem Geiste getragen war er einer der hervorragendsten geistigen Führer der Bewegung der hebräischen Wiedergeburt. “Klausner wurde in einem Städtchen im Distrikt Wilna geboren, beendete seine Studien 1902 als Doktor der Philosophie an der Universität Heidelberg und wählte, obwohl er sich in deutscher Kultursphäre befand damals bereits Hebräisch als seine Hauptsprache. Schon in seinen ersten Schaffensjahren publizierte er die meisten Artikel in hebräischer Sprache obwohl die hebräische Leserzahl höchst gering war. In seiner Jugend bereits lehnte er Kompromisse auf nationalgeistigem Gebiet ab und blieb bis zuletzt konsequent. Achad Haam wurde auf den jungen Philosophen aufmerk- Bei aller kuenstlerischen Unbetraechtlichkeit lassen sie aber Erinnerungen und Angstideen des russischen Kollektivs erkennen. Verbrannte Staedte, Drahtverhaue, eine dicke Baeuerin furchtlos vor der Peitsche eines deutschen Offiziers, Landarbeiter, die auf Viehwagen in den Tod fahren etc. All die bis ins kleinste Detail dargestellten Buehnenbilder, etwa des Bolshoi-Theaters, die neben dem fuer einen westeuropaeischen Betrachter nicht weiter belangvollen Industrie- Erzeugnissen zu sehen waren, berufen sich auf die grossen (westlichen!) Leidenschaften frueherer Generationen. Man rutschte zurueck in die finstere Welt des “Boris Godunow”, in das brutale Reich der Zaren, in die Romantik Tschaikowskys oder der “Giselle”. Sollte das etwas zu bedeuten haben? Es wuerde aber naiv sein, z. B. daran vorueberzugehen, dass ein russischer Gymnasiast 5. mal so viel in allgemeiner Wissenschaft und Mathematik lernt, als bei der Zulassungsprüfung zum Massachusetts Institute of Technology verlangt wird.— Dass es 41.000 englisch - Lehrer gibt, dass 2.000.000 Universitaetsstudenten bezahlt werden) um zu studieren. Auf der anderen Seite scheint es, dass sie bis heute keine einigermassen brauchbare Taschenlampe haben fabrizieren koennen. Diese Gegensaetze koennten bis ins Uferlose weitergefuehrt werden. sam und veröffentlichte die Beiträge Klausners im “Haschiloach” und übergab dem erst 29 Jährigen später die Redaktion dieses damals repräsentativen Blattes der hebräischen Geisteswelt. Seither-veröffentlichte Klausner weit über 1000 Artikel und über 40 Bücher darunter seine Geschichte der hebräischen Literatur, die Geschichte der hebräischen Literatur des Mittelalters und sein sehr verbreitetes Buch über Jesus von Nazareth. An der Hebräischen Universität Jerusalem lehrte er Geschichte und Hebräische Literatur und in den letzten Jahren nahm er an der Redaktion der grossen hebräischen Enzyklopädie teil, die im Massada-Verlag erscheint. Prof. Josef Klausner zeichnete sich durch tiefen Glauben an die Sendung des Judentums aus und war ein Symbol der hebräischen geistigen Renaissance . Bevor man den Pavillon verlaesst, laedt noch eine angeblich “typische russische Wohnung” zur Besichtigung ein. Gruenbezogene Couch, simples Buechergestell, Fernsehapparat, harmlose Sessel und Stuehle. Verglichen mit den westlichen modernen Einrichtungen, die zwar auf der Weltausstellung gezeigt wurden, aber fuer Durchschnittswohnungen gewiss nicht typisch waren, wirkte diese Stube altvaeterlich muffig. Ich fand sie diskutabel, und traf viele Leute, die froh waeren, wenn sie sie haetten. Freilich muesste man wissen wie lange jemand in Moskau bei normalem Verdienst zu arbeiten haette, um diese Wohnung bezahlen und allein (!) darin wohnen zu koennen. Keiner der russischen Interpreten, die ich fragte, war im Stande, mir diese Frage deutlich zu beantworten. Das Gleiche geschah mit den Verkaufspreisen der dort ausgestellten Autos, die einem Mercury und Packard 1952 viel zu aehnlich sahen. Die Frage wie weit die russischen Spitzenleist u n g e n der dort ausgestellten Sputniks I, II und III und der allermodernsten Turbo-Jet Verkehrsflugzeuge fuer eine allgemeine Bewertung massgeblich sind, wage ich nicht zu beleuchten. Der Neugierige, und das sind bei diesem Pavillon praktisch Alle, wird nicht befriedigt. (FORTSETZUNG FOLGT). ELEGANTE TISCH - UND BETTWAESCHE Zusammenstellen von Aussteuern, jede Art von eleganten Handarbeiten sowie Aufzeichnen zum Selbststicken. EVA BREYER, Avda. El Bosque (Norte) 0151, Dep. B Telefon: 481483 zwischen 11 und 5 Uhr DIE ANZEIGEN ANNAHME FUER DAS BOLETIN INFORMATIVO ist taeglich von 9 - 1 u. 5 - 7 geoeffnet. NUEVA YORK 52 Oficina 605 — Teléfono 87765

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