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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1958-11-01 · 11 (Noviembre, 1958) · p. Seite 19

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XX (1958)
Issue
11 (Noviembre, 1958)
Date
1958-11-01
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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Noviembre 1958 BOLETIN INFORMATIVO 19 Schicksalsfrage fuer das Judentum (Schluss von Seite 1) gers Billy Graham, der nach seinen grossen Erfolgen in London im Vorjahr eben jetzt New York zu erwecken sucht. Auch in akademischen Kreisen trat an die Stelle von radikaler Ablehnung oder blasiertem Desinteresse eine Haltung von Aufgeschlossenheit und Bejahung. Die Anteilnahme an den Schriftrollen, die nahe des Toten Meeres gefunden worden sind, belegt dies. Freilich solche Anzeichen sollen nicht überschätzt werden und noch immer gilt hier das alte Wort dass eine Schwalbe noch keinen Sommer macht. Es ist z. B. lehrreich, dass in der Wochenschrift “Time” der Rektor der Harvard University, Pusey, jüngst rühmte, dass 5.000 Studenten der Universität von Michigan allsonntäglich zur Kirche gingen, worauf ihm wenige Wochen später ein Leser erwiderte, dass es 5.000 von 22.000 Studenten seien, d. h. dass 17.000 der Kirche fern blieben... Aus eigener Erfahrung weist Dr. Gordis, der über 25 Jahre eine jüdische Gemeinde leitet, darauf hin, dass religiöse Traditionen und Praktiken wieder “modern” geworden sind. Bar M i z w a h, religiöse Trauung. Mesusah, u. a. sind heute in der jungen Generation wieder weitgehend akzeptiert. Auf die Frage “Ist die Rückkehr echt oder falsch?” erteilt Rabbiner Gordis eine uneingeschränkt positive Antwort und belegt dies mit einigen Statistiken: Bei Umfragen, die 1952 bis 1954 durchgeführt wurden, erklärten 96% der amerikanischen Bevölkerung, dass sie an Gott glaubten, 89 Prozent glaubten an die Dreieinigkeit und 86 Prozent betrachteten die Bibel als das Wort Gottes. — Freilich, als die Gretchenfrage gestellt wurde, wie oft sie die Bibel läsen, antworteten demgegenüber: 32 Prozent der Protestanten, 56 Prozent der Katholiken und 65 Prozent der Juden (!) mit: Nie oder fast nie! Die Frage, ob die “Renaissance” nur oberflächlich oder tiefgehend sei, zeigt, wie bereits die Frage nach der Bibellektüre, keine eindeutige Antwort: Zwar erklärten 75 Prozent aller Amerikaner, dass Religion “sehr wichtig” sei und weitere 20 Prozent meinten, dass sie “ziemlich wichtig” sei, aber als sie gefragt wurden, ob religiöse Anschau- I ungen ihre politischen Ideen oder ihr geschaftiches Verhalten beeinflussten, sagten 54 Prozent dass dies nicht der Fall sei. 39 Prozent bejahten die Frage und 7 Prozent Hessen sie offen! Dass die weitgehende Tendenz zu einer positiven Haltung gegenüber religiösem Gut zwar echt aber nicht im gleichen Masse tiefgehend ist, braucht nicht paradox zu erscheinen. Revoltierende und wirklich umwälzende Geistesbewegungen erfassen in der Regel nicht die breiten Massen und sicherlich nicht ohne lange Vorbereitung. Ausserdem wird man unserem Zeitalter im allgemeinen schwerlich einen Hang zur Tiefe und Innerlichkeit nachsagen wollen... Bei einer Erörterung der spezifischen jüdischen Gegebenheiten gelangt Dr. Gordis zu noch viel ernüchternden Einsichten. Zunächst nochmals Ergebnisse zweier repräsentativer Meinungsforschungs-Umfragen: Auf die Frage, ob sie sich als Mitglieder einer religiösen Gemeinde betrachteten, antworteten 87 Prozent der Katholiken, 73 Prozent der Protestanten, aber nur 50 Prozent der Juden mit “ja”! Als sie gefragt wurden, ob sie in den vergangenen zwölf Wochen einem Gottesdienst beigewohnt hätten erwiderten 82 Prozent der Katholiken, 68 Prozent der Protestanten und wiederum nur 44 Prozent der Juden bejahend! Auch die Studien, die u. a. Rabbiner Meyer Greenberg und andere unter Universitäts-Studenten durchgeführt haben, belegen, dass diese in weitergehendem Masse als ihre christlichen Kommilitonen religions - entfremdet sind. Robert Gordis glaubt, dass diese bemerkenswerten Unterschiede wesensmässig nicht bedingt seien, aber er weist darauf hin, dass die führende jüdische Generation meist aus Kindern von Einwanderern besteht, die sich naturgemäss in ihren Lebensgebräuchen vom “fremdartigen” Gut ihrer Väter und Grossväter distanzieren wollten. Weiterhin ist das Judentum —- im Gegensatz zu den verschiedenen christlichen Gruppen — eine Minderheitsreligion, zu der sich aktiv zu bekennen eine besondere menschliche Leistung darstellt. Schliesslich, Judentum ist mehr als lediglich ein schöngeistigunverbindliches Bekenntnis zu einer anziehenden ethischen Philosophie: es zu praktizieren heisst, dass man eine Unzahl von Ge- und Verboten beachten muss, und dies ist naturgemäss eine echte Schwierigkeit für den, der einen “Weg zurück” figden möchte. Tragischerweise ist der “Weg zurück” für Millionen schon dadurch verbaut, dass es gar kein “Zurück” ist, denn ihr persönlicher Ausgangspunkt war gar nicht mehr der “Glaube der Väter” (was in zahlreichen Fällen bestensfalls: “Urgrossväter” hiess!) Aus dieser Tatsachenerkenntnis zieht Dr. Gordis den realistischen Schluss dass es eine Radikalkur, die gleichsam “über Nacht” Wunder wirkt, nicht geben kann. Wenn man die “Juden am Rand” allmählich jüdischem Leben näherbringt, wird sich immer eine Gruppe finden, die den Wunsch hegt, mehr zum Wesenskernvorzudringen. Es wäre wohl lohnend wenn die geistigen Führer der europäischen Judenheiten sich zu einer ähnlich kritischen Analyse entschliessen wollten, wie sie Robert Gordis für Amerika durchgeführt hat. Das Goethe- Wort “Amerika, du hast es besser...” mag sich hier wohl bewahrheiten, denn die Juden Europas, die in zahlenmässig furchtbar dezimierten, geistig und menschlich weitgehend entwurzelten Gemeinschaften zusammen (oder auch: neben? und gegeneinander) leben, stellen ein weit ernsteres Problem dar als der geruhsam gewachsene Block von 5 Millionen Juden in Amerika. Assimilation, Mischehe krasse Geistesfremdheit und ähnliche Unheilsanzeichen bedrohen die Gemeinschaft — sowohl die rein ethnische der Judenheit, als auch noch weit mehr die spirituelle des Judentums — und diejenigen, die vom Schicksal berufen sind, die Reste “des Königreichs von Priestern und der heiligen Nation” zu bewahren und zu leiten, werden sich der Grösse und Schwierigkeit ihrer Aufgabe erst voll bewusst werden können, wenn sie das Ausmass des Problems mit wissenschaftlicher Kühle — unbeschadet ihres heiss glühenden Herzens — erkundet haben. BLINDE KINDER IN ISRAEL bedürfen Eurer Freundschaft und Hilfe Unterstu et zt das Blindenheim in Jerusalem Asociación de los Amigos de los Ciegos Israelitas "TORME1 ■ OÍT Portugal 810 Casilla 2487 de dita* W. I. z. o. In den letzten Monaten haben sich eine grosse Anzahl Frauen dank eifriger Werbetätigkeit unserer Chaweroth in unsere Reihen . emgegliedert. Wir begrüssen alle neuen Wizoschwestern "mit einen herzlichen Schalom und hoffen, dass sie sich in den jeweiligen Gruppen wohl und heimisch fühlen werden. Wir sind wie immer bemüht, durch ein gutes kulturelles Programm unsere Arbeit so atractiv, wie möglich zu gestalten, um allen Interessen gerecht zu werden. Dabei rechnen wir nach wie vor mit der aktiven Mitarbeit aller Chaweroth. Der erste “Kumsitz” hat im vergangenen Monat im Hause unserer Chawerah Ilse Bab stattgefunden. Er wurde von der Gruppe Ahawah vorbereitet und ist in jeder Beziehung als voller Erfolg zu verbuchen. Wir werden es sehr begrüssen, wenn weitere Gruppen dem Beispiel der Ahawah folgen würden, um auf diese Weise vertvolle Wizoarbeit zu leisten. Wir müssen uns immer enger aneinander anschliessen, um gemeinsam zu arbeiten und den stets wachsenden Aufgaben, die die Wizo an uns stellt, gerecht zu werden. Im kommenden Monat feiern wir Chanukah. Das alte Maccabaerfest gibt uns immer wieder von neuem Anlass, unserer Geschichte und all der heldenmütigen Kämpfer für Israel zu gedenken. Und nicht zuletzt sollen unsere Kinder dieses Fest feiern. Es wird auch in diesem Jahr ein Kinderfest geplant, zu dem wir unsere Kinder rechtzeitig einladen werden. P R O G GRUPPE HENRIETA SZOLD. Donnerstag, 27. Nov. 58. nachm. 5 Uhr. Donnerstag, 11. Dez. 58. nachm. 5 Uhr. GRUPPE GOLDA M EIR. Montag, 24. Nov. 58. abends 9 Uhr. Montag, 15. Dez. 58. abends 9 Uhr. GRUPPE HANNA MEISEL. Dienstag, 25. Nov. 58., nachm. 5 Uhr. Dienstag, 9. Dez. 58. nachm. 5 Uhr. GRUPPE VERA WEIZMANN. Dienstag, 18. Nov. 58. nachm. 5 Uhr. Dienstag, 2. Dez. 58. nachm. 5 Uhr. GRUPPE AHAWAH. Mittwoch, 19. Nov. 58. nachm. 5 Uhr. Mittwoch, 10. Dez. 58. nachm. 5 Uhr. RAMM Mahatma Gandhi. Herr Hans Jonas. Meine Israelreise. Frau Else Freudenthal. Wir lesen die Bibel. 2. Teil Herr Rabbiner Manfred Lubliner. Chanukahabend. Elieser ben Jehuda. Frau Gretl Ackermann. Leon Feuchtwanger: Jeftas T ochter. Frau Grete Ripper. Gesellschaftordnung in Israel. Herr Max Zimels. Musikalischer Nachmittag (Israeliplatten). Abschlussnachmittag. Israels Jugend und der Tenach. Herr Max Zimels. Chanukah-Kinderfest. Im Garten von Frau Ilse Bab. GRUPPE HANNA STEINER. Montag, 17. Nov. 58. nachm. Schmerzlose Geburt: 5 Uhr. Frau Lily Hobsbawn. Montag, 1. Dez. 58. nachm. Israelbericht: 5 Uhr. Frau Ilse Bab. NACHRICHTEN DES VAAD HAJINUJ Herr Israel Pollak hat eine Beka von USA $ 1.000.— jaehrlich zur Verfuegung gestellt fuer einen Abiturienten des Instituto Hebreo, dem hierdurch das Studium an der Universitaet Jerusalem ermoeglicht werden soll. Der neue Generalinspektor der Sochnut fuer die Schulen des Vaad Hajinuj Herr Zweigel ist in Santiago eingetroffen und hat seine Amtsgeschaefte uebernommen. Herr Zweigel war bisher Leiter des Lehrerseminars in Jerusalem. In den Monaten Januar und Februar veranstaltet der Vaad Hajinuj wiederum eine Ferienkolonie. Anmeldungen werden bereits jetzt entgegengenommen im Buero Serrano 871.

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