Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XX (1958)
- Issue
- 11 (Noviembre, 1958)
- Date
- 1958-11-01
- Page
- Seite 17 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Noviembre 1958 BOLETIN INFORMATIVO 17 W/t te/reet, /tétete, /frete.. f F E U I L L E T O Die Selbstdarstellung der N at io nen in B rue s se I Dem Uebermass gegenuebergestellt, wird man nicht demuetig, sondern hochnaesig. Die unsaegliche Fuelle der ausgestellten Modelle, Kleidungsstuecke, Urnen, Statistiken, Bilder, Filme, grafischen Darstellungen und Parolen zwingt den Betrachter eigentlich zur Selbstaufgabe, zur besinnungslosen Kapitulation. Oder aber er beginnt, sich selbst fuer wichtiger zu halten als die ganze, hier ausgestellte Welt. Niemand garantiert natuerlich dafuer, dass die einzelnen Laender und Organisationen sich auch “richtig” darstellen. Es wird verschwiegen, gemogelt, hochgestapelt. Ueberdies fehlen, was wegen der Fuelle der Pavillons, Bauten und Aspekte viele Betrachter garnicht bemerkten, China und Indien — also gerade die raetselhaftesten, unbekanntesten und darum interessantesten Grossmaechte unserer Erde — wodurch sich das Bruesseler Weltbild verzerrt, dafuer aber gewinnen kleinere Maechte an Gewicht. Sogar der Orden der Malteser Ritter stellt aus. Und im Informationsblatt Luxemburgs werden folgende Aeusserungen des luxemburgischen Propagandaausschuss - Presidenten zitiert: “Wir sind uns bewusst, dass die Konzentrierung einer der staerksten Metallurgiegruppen Westeuropas auf unserem Gebiet unserem Lande eine unbestreitbare und sehr reale Autoritaet in der wirtschaftlichen Welt gibt. Aber die wirkliche Groesse der luxemburgischen Nation kommt aus der Ueberzeugung und Kraft, mit der sie jederzeit zur Verteidig ung der menschlichen Werte beigetragen hat”. Argentinien (recht unueberzeugend) und Brasilien (recht farbfreudig) ist da, auch Chile haette da sein muessen. Leider ist dies nicht das Einzige, in dem wir immer etwas nachhinken... II Die Wellen der politischen Krisen dieses Jahres im Nahen Osten und Formosa schlugen nicht bis nach Bruessel. Hier ist der Pulsschlag der Voelker ruhig und gleichmaessig, kein Schatten faellt auf das heitere Gesicht, das die Menschheit hier zur Schau traegt. Ein Bild wie man es sich friedvoller, sorgloser und geloester kaum vorstellen kann. Zwischen dem viereckigen Koloss des Sowietischen Pavillons und dem eleganten amerikanischen Rundbau spazieren Besucher aus aller Herren Laender, schwitzende Padres in hochgeschlossenen Soutanen schlecken amerikanische oder russische Eiscreme, Hunderte von muede gelaufenen Beinen k u e h 1 e n sich in dem weiten Springbrunnenbassin vor dem Vatikanischen Restaurant, kein Zeitungsverkaeufer stoert den Weltfrieden mit dem schrillen Ausruf unheilvoller Schlagzeilen. Vor dem Atomium, das viel gewaltiger ist, als es auf den Photografien zum Ausdruck kommt, belagern die Ausstellungsbesucher die Kasse und warten geduldig in der bruetenden Sonne, bis sie mit dem Express - Fahrstuhl, 100 Meter innerhalb 20 Sekunden zur obersten Kugel heraufrasend, oder mit der Rolltreppenrundfahrt durch die maechtigen Seitenstreben an der Reihe sind. Nicht gesagt wurde, dass bei dem Bau 9 Arbeiter ums Leben gekommen sind. Selbst der gemeinsame Pavillon der arabischen Staaten mit seinen ungleichen “Bruedem” hatte in den Krisentagen von Juli seine Einheit wie selbstverstaendlich be w a h r t. Zufaellig zwischen USA und Sowjet Union placiert, empfindet man ihn keineswegs als den Zankapfel zwischen Westen und Osten. Man hielt es fuer tunlich sich nur soweit der neuen Situation anzupas. sen, ohne besonders sorgfaeltig zu sein, und entfernte stillschweigends ein von 3 Seiten angestrahltes Bild Koenig Feisals II. Waehrend ich den irakischen Ausstellungsverwalter ueber die Hintergruende der Revolution befrage, trennt er von grossen Briefmarkenbogen die Wertzeichen mit dem Portrait Faisals des II. ab und wickelt sie, haeufchenweise, in Cellophanpapier. Auf meine Frage, was jetzt damit geschehe, antwortet er “wir verkaufen sie jetzt draussen besser am Informationsstand”. III In diesen Tagen wird die Weltausstellung ihre Tore schliessen. Anstatt der geschaetzten “nur” 35 wird diese von 50 Millionen Menschen besucht worden sein. Die Deutschen, um Statistiken nie verlegen, haben festgestellt, dass jeder 5. Besucher die deutschen Glaswuerfel am Ende des Ausstellungsgelaendes aufgesucht haben wird, ein verhaeltnismaessig hoher Anteil, wenn man bedenkt, wieviel Zeit, ja Monate es kostet, auch nur die wesentlichsten Hallen zu durchforschen. Und das noch ment einmal gruendlich. Irgend eine Vollstaendigkeit liegt weiter ausserhalb der Grenzen selbst eines noch so langen Berichtes, und sie haette ueberdies wenig Sinn. Denn die einzelnen Ausstellungsgebaeude verrieten fast durchweg, dass die gaengigen Vorstellungen, die man sich von dem betreffenden Land macht, garnicht so unrichtig sind; dass man sie aber gegenueberstellen muss mit den wirtschaftlichen und sozialen Problemen der betreffenden Nationen, was natuerlich mit ein paar Blicken oder Worten unmoeglich ist. Auch schwanden, vielleicht wegen der einfach unmenschlichen Erschoepfung, in die alle Ausstellungsbesucher langsam aber sicher hineingeraten, viele Unterschiede allmaehlich hinweg. Alle Menschen waren, indem sie verirrt von Pavillon zu Pavillon stuerzten, Filme besuchten, Seilbahnen, Motorickshahs und Ausstellungszuege ausprobierten, Geld ausgaben, mit einem Male an einem Punkt vollkommen geistiger Erschlaffung angelangt. Und da habe ich noch nicht einmal in Betracht gezogen, dass ein grosser Teil dieser Ausstellung von Belgien selbst, seiner Industrie, seiner Kolonien etc. in hervorragendster Weise Zeugnis ablegt. Dazu bin ich garnicht gekommen. Ob ueberhaupt jemand die insgesamt 27 km Ausstellungswege hat schaffen koennen? Wer von alledem noch nicht ueberwaeltigt war, konnte sich in einem Pavillon ueber das Leben im Jahre 2000 aufklaeren. Die Darbietung dieses Lebens begann mit der Ausstellung einer schlechthin unbekleideten Dame in einer daem- OC L> MLtCtivIDkO rnuun CAOIH.A »|M GOTTESDIENST Jeden Freitag abend um 19.00 Uhr Jeden Schabbos morgen um 9.00 Uhr. Verkuendung des Neumondes “KISLEV” am Schabbos den 8. November 1958. Rosch Codesch Kislev am Donnerstag den 13. November. :☆ i Verkuendung desNeumondes “TEWET” am Schabbos den 6. Dezember 1958. Rosch Codesch Tewet am Freitag den 12. Dezember 1958. 1 CHANUKA 5719 - 1958 Vorabend am Schabbos den 6. Dezember 1958. 7.00 Uhr Gottesdienst, hierzu sind alle Kinder besonders eingeladen. GEBURTSTAGE: Die Comunidad Israelita gratuliert zum 60. Geburtstag am 10. November Herr Jorge Lange Almirante Montt 533 — 27 piso — Valparaiso. 88. Geburtstag am 17. November, Herr Max Aufrichtig, 7. Norte 656 — Viña del Mar. f EINLADUNG ZUR ORDENTUCHEN GENERALVERSAMMLUNG!! Am Samstag den 22. November 1958 findet die Ordentliche GENERALVERSAMMLUNG im Salon Soc. Union Israelita, calle Victoria 2859, Valparaiso um 20.30 Uhr pünktlich statt. TAGESORDNUNG: 1. Verlesung des Protokolls der letzten Generalversammlung. 2. — Bericht des Vorstandes. 3. — Bericht des Schatzmeisters und der Kassenpruefer. 4. — Entlastung des Vorstandes. 5. — Beteiligung der Comunidad Israelita Habonim an der juedischen Schule. 6. — Verschiedenes. merigen Kugel. So wuerden die Frauen spaeter einmal aussehen, hiess es, und ich gab mir grosse Muehe, Unterschiede zu entdecken. Vielleicht lag es an der daemmerigen Kugel, denn mir fiel nichts Ungewoehnliches auf. Die Frau der Zukunft wuerde, so verkuendete der Lautsprecher, nach Belieben und muehelos zu- oder abnehmen koennen. Leider habe ich nicht verstanden, auf welche Weise sie das bewerkstelligen wird. IV Mindestens ebenso wichtig wie das, was ein Land aus seiner Tradition, Industrie, Kultur und Lebenserfahrung mitzuteilen hat, ist bei solchen Ausstellungen, ob es auch eine glueckliche Hand dafuer besitzt. Nachdem die Gebaeude, die auf der Weltausstellung des vorigen Jahrhunderts errichtet worden sind, die Architektur dieses Jahrhunderts bestimmt oder vorangetrieben haben, war auch diese Weltausstellung von 1958 ein Dorado der Architekten. Abgesehen von der scharf gerissenen Monumentalitaet der Russen, verzichtete man fast ueberall nicht nur auf quadratische Formen, sondern auch auf die ueblichen Baumaterialien. Das gigantische Atomium war ein Symbol dieser “Expo”, bei der fast alle Architekten sich Kuehnheiten erlaubten, welche oft mehr frappierten als ueberzeugten. Jedoch laesst sich ein derartiges Ereignis glatt als Ort architektonischer Wagnisse begreifen. Gewaltige Pfeiler, die in den Himmel ragen und den Statik - Ingenieuren schlaflose Naechte bereitet haben, unrythmische Kurven, unsymmetrische Linien, fascinierende Kaelte des Materials bei dem, von Le Corbusier entworfenen, absurdgeschwungenen Philips- Pavillon. Es ist unabsehbar, welchen Einfluss diese Fuelle und Anordnung des Ausgestellten auf das Urteil des unvoreingenommenen Besuchers haben muessen. Die groessten Ingenieure der Welt zerbrechen sich heute noch den Kopf darueber, wie das haessliche “Baugeruest”, genannt franzoesischer Pavillon, an einem einzigen Pfeiler haengend, stehen geblieben ist. Das Konstruktionsgeheimnis hat sein Ingenieur bis heute nicht preisgegeben. V Soweit Allgemeines. Ueber den spezifischen Beitrag verschiedener Laender das naechste Mal. HELMUT HERZFELD H. 1WTGBIT