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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1958-11-01 · 11 (Noviembre, 1958) · p. Seite 7

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XX (1958)
Issue
11 (Noviembre, 1958)
Date
1958-11-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Noviembre 1958 BOLETIN INFORMATIVO 7 GRUPPE JUNGER EHEPAARE Gedanken zwischen 2 und 3 Das ist die Stunde, in der die Maenner ihren Mittagsschlaf halten, und die Frauen, der Linie wegen darauf verzichtend, Zeit fuer ihre eigenen Gedanken haben. Kunterbunt wirbelt es da oft durch ihre reizenden Koepfchen; Plaene und Ideen, Vorwuerfe gegen sich und andere, Erinnerungen und Betrachtungen ueber Zeitfragen — alles dies, und viel mehr, in der knappen Stunde zwischen 2 und 3. Heute ging mir folgendes durch den Kopf: Was ist eigentlich eine Strasse? ¡Man koennte sagen: eine Art Kanal, ohne Wasser, der sich durch die Haeuser bohrt, um Licht,' Luft und Fortbewegungsmoeglichkeiten fuer uns erdgebundene Lebewesen zu sichern. Da faengts aber schon an zu hapern. Erstens gibts auch ‘Wasserstrassen”, und die lassen sich eine Ausschliessung aus dem Sammelbegriff “Strasse” sicher nicht gefallen, und zweitens — da “Strasse” und “Weg” ungefaehr das Gleiche ist — auch “Luftwege”, die sich wieder nicht durch die Haeuser bemuehen. Man sagt, sie seien schneller, als Landwege, was sogar manchmal stimmt, wenn man ihnen die Post nach Buenos Aires anvertraut. Sie haben einen empfindlichen Magen, denn sie vertragen nur wenig Belastung, was sich stoerend auf die Arica-Reisenden auswirkt. Unsere ganz gewoehnlichen, taeglich bis zur “Loecherlichkeit” ueberbenutzten Strassen, sind, aehnlich den Luftwegen, delikat und meistens verstopft. Es gibt sogenannte “Ausfall-Strassen”, die aber oft mit mehr Recht den Namen “Abfall-Strassen” tragen sollten. Die frueher so gefaehrlichen “Sack-Gassen” haben ihr Gefahrmoment total geaendert; was sie einst als Falle fuer den einsamen Wandler und seinen Sack oder Saekkel bedeuteten, sind sie heute fuer den ahnungslos sie befahrenden Neun - Sitzer - Station- Wagon-Besitzer, der mit aller Geschicklichkeit, Schweiss und Fluchen das Riesenbiest an ihrem bitteren Ende wenden muss. Ueber die Gefahren der Strasse im Allgemeinen unterrichten uns am besten unsere noch nicht 15 jaehrigen Kinder, die darueber in grosszuegigster Weise durch den Film aufgeklaert werden. Der Film bringt unsere Kinder wohl von der “Strasse” weg, aber ob er die Gefahr eliminiert, duerfte dahin gestellt bleiben. Gehen wir Eltern die richtige “Strasse”, wenn wir der Jugend diese Kino - Lauferei erlauben? Oh Jemineh, nun verirre ich mich, und komme von der “Strasse” ab. Es gibt “Strassen- Bauer”, die nicht mit “Strassen-Arbeiter” zu verwechseln sind, ebenso ist es ein grosser Unterschied ob man “an” oder “auf” der Strasse liegt. Die “Strassen-Bahnen” benuetzen die “Strassen-Zuege”, was umgekehrt nicht gut geht. In engstem Verhaeltnis stehen “Strassen-Maedchen” zu “Strassen- Ecken”, was wiederum irgend etwas mit “Strassen-Beleuchtung” und “Strassen-Verkehr” zu tun hat. Es gibt sogar ein “Strassen-Recht” und ab und zu auch einmal einen nicht sitzenden “Strassen - Kehrer”. Wenn er steht, pflegt er sich meistens schwer und ermuedet auf seinen Besen zu stuetzen. Zum Schluss noch eine kleine Warnung: Huete Dich besonders vor “Strassen-Raeubern”, “Strassen - Sperrung”, “Strassen - Namen”, denn die werden andauernd geaendert, “Strassen-Laternen” falls Du Autofahrer bist, und “Strassen- Pflaster”, falls Du naechsten Sonntag wieder Ski fahren willst. So, und nun ziehe ich mein “Strassen-Kleid” an, denn ich laufe Gefahr von Euch auf die “Strasse” gejagt zu werden. Es ist Zeit dass ich Schluss mache, es ist 3 Uhr, ich muss meinen Mann wecken. Was mir wohl morgen durch den Kopf spuckt? Wollt Ihr’s wissen? K...g. Am Dienstag, d. 30. September sprach vor einem leider nicht allzu zahlreichen Publikum Herrn Ernst Schloss (jetzt Mosche Armon), der im Aufträge der Sochnuth in Südamerika taetig ist, um die Mittelstandseinwanderung nach Israel zu unterstuetzen. Herr Schloss, der vielen unserer Mitglieder noch aus der Zeit bekannt ist, als er sehr aktiv in unserem Jischuw taetig war, sprach ueber das Thema: “Probleme der Alija der jungen Ehepaare”. Ausgehend von einer Beschreibung der Geschichte der Alija der letzten zehn Jahre zeigte er auf, wie die Loesung der Probleme der verschiedenen Alijahgruppen stets von anderen Voraussetzungen auszugehen hat. Dabei wurde auch die Notwendigkeit der Alijah aus den freien demokratischen Laendern betont, in denen unsere juedische Jugend der staendigen Gefahr der Assimilation ausgesetzt ist. Der Redner unterstrich die Notwendigkeit der Alijah unserer Kinder nach Israel, denen die Eltern spaeter nachfolgen sollen. Ihre Alijah kann durch die Jugendalijah erfolgen, durch die heute etwa 15.000 Jugendliche eine ausgezeichnete Erziehung erhalten. Fuer aeltere Menschen sind die Erwerbsmoeglichkeiten in den Staedten schwer. In Beer Schewa ist eine Stadt im Entstehen, in der etwa 50-60.000 Juden aus Suedamerika leben, wodurch die suedamerikanischen Einwanderer in einen Kreis kommen, der ihnen nicht fremd ist und den sie mitformen koennen. Der Oleh darf nicht glauben, dass er sofort beginnen kann, zu handeln, sondern muss Reserven haben und die Lebensbedingungen studieren. Als einen sehr interessanten Weg zeigte Herr Schloss die Moeglichkeit auf, dass sich Familien in Kooperativen zusammenschliessen. Das berufliche Bild kann sich in Israel mit jedem Schiff aendern. Werden heute noch Aerzte gebraucht, so kann ein Schiff dieses Problem fuer eine gewisse Zeit loesen. Besonders wurde auf die Erleichterungen hingewiesen, die von den offizielle’- Stellen jungen Menschen und jungen Ehepaaren gewaehrt werden. Ihnen kann notwendigenfalls die Reise bezahlt werden, auch dann, wenn sie ueber Ersparnisse verfuegen. Es soll vermieden werden, dass der Oleh sein neues Leben ohne Barmittel beginnt. Er erhaelt spezielle Umwechslungskurse, Anleihe, besondere Rueckzahlungsbedingungen pro visorische Wohnungen usw. Chawer Schloss beendete seine sehr interessanten Ausführungen mit der sicher richtigen Feststellung: Wenn man nach Israel will, muss man wollen. Meist kennt man die Schwierigkeiten besser als die Moeglichkeiten. Aber in 90% der Faelle kann geholfen werden. Man muss sich nur bewusst sein, dass das LebeiT in Israel anders ist als in diesen suedamerikanischen Laendern. Es kann 1 Jahr dauern, bis man sich zu Haus fuehlt, aber nach einem Jahr ist man in seiner Heimat. Alle diejenigen, die den interessanten Auszehrungen folgten, werden diesen Abend sicher als eine Vertiefung ihrer Kenntnisse ueber das Leben in Israel und damit als einen Gewinn buchen. Herr Curt Isaac, der. den Redner vorstellte, dankte ihm auch mit herzlichen Worten. LOEWENSTEIN. Oberkantor Oavidsohn zu.m Gedenken Am 21. August verschied in Duesseldorf, wo er sich in den letzten Jahren vielfach aufgehalten hatte, der langjaehrige Vorsitzende des “Allgemeinen Deutschen Kantorenverbandes”, Oberkantor Magnus T'>avidsohn, nachdem er am 2. November des Vorjahres seinen 80. Geburtstag hatte begehen koennen. Mit Magnus Davidsohn verliert die juedische Welt einen Chasan von Format, der durch fuenfeinhalb Jahrzehnte seines heiligen Amtes walten durfte, und der auch ein Forscher auf dem Gebiete der synagogalen Musik, ein Kenner des juedischen Schrifttums sowie der Geschichte des juedischen Gottesdienstes gewesen ist. Einst, in sehr jungen Jahren, hatte er, gleich dem aelteren Bruder, Opernsaenger werden wollen, aber dann fuehrten ihn doch Berufung und Neigung auf den Weg eines echten “Sehaliach Zibur”, eines wuerdigen Vertreters der Gemeinde vor dem Hoechsten. Gleiwitz war sein erster Amtssitz; er blieb damit in der schlesischen Heimat, wo der Vater auch Kantor einer kleineren Gemeinde gewesen war. Zwoelf Jahre, von 1900 bis 1912, wirkte er als 1. Kantor dieser damals aufstrebenden Industriestadt, bis ihn den 35-Jaehrigen, die Berliner Juedische Gemeinde berief, als Oberkantor an die im Neuen Westen der Stadt errichtete grosse Synagoge in der Fasanenstrasse, an welcher er durch 26 Jahre amtieren sollte, bis das stolze Gotteshaus am 10. November 1938 in Flammen aufging. Was Davidsohn dort als Vorbeter geleistet, wie er die Beter durch seine wuerdige Vortragskunst beeindruckt hatte, dies ist zu bekannt, als dass es noetig waere, an dieser Stelle im einzelnen zu beschreiben. Doch buchstaeblich aus Schutt und Asche, in der Londoner Emigration, konnte er, in gemeinsamen Anstrengungen mit dem inzwischen in den Ruhestand getretenen ehemaligen Frankfurter Gemeinderabbinei Dr. Georg Salzberger, eine neue Setstaette errichten; diese fie freilich den deutschen Bomben von 1940 zum Opfer, und aberi mals musste an einen Neube- I ginn gedacht werden. Als Davidsohn sich im Jahre 1955 vom Amte zurueckzog, umfasste die Londoner Gemeinde ehemaliger deutscher Juden, die mit 30 Mitgliedern begonnen hatte, etwa 1400 Familien, und nicht zuletzt dank der Aktivitaet von Magnus Davidsohn wurde sie ein Mittelpunkt juedisch-religioesen Lebens in der britischen Haupstadt. Hatte dieser Kantor schon frueher gern journalistisch gearbeitet, aus der Fuelle eigener Erinnerungen und dem Leben beruehmter Gestalten der juedischen Geschichte und der Gemeinden erzaehlt, so begann er im Ruhestand trotz des Fehlens seiner einstigen, ihm von den Nazimachthabern gerau b t e n umfangreichen und kostbaren Bibliothek, Beitraege ueber liturgische, kantorale Aufgaben, ueber Persoenlichkeiten zu verfassen, die mit starkem Interesse auf genommen wurden. Hier offenbarte sich das Resultat eines langen, ganz dem Judentum gewidmeten, Lebens; kaum eine Woche verging, ohne dass Davidsohn aus der Tiefe seiner Kenntnisse und mit echter Begeisterung Zer juedische Ideale erzaehlt haette. Magnus Davidsohn war ein religioeser Mensch im schoensten Sinne des Wortes. Innerhalb des religioes-fortschrittlichen Kultus pflegte er das konservativ-traditionelle Moment weitgehendst zu beruecksichtigen. Allem Juedischen und Humanen offen zugewandt, bewahrte er seinen eigenen Lehrern, die ihn einst zu so gruendlichen Studien angeregt hatten, ein treues Gedenken, gleichviel, welcher Richtung sie angehoerten. Seinen 80. Geburtstag hatte er noch in Harmonie mit seiner frueheren Londoner Gemeinde feiern duerfen; dem Schreiber dieser Zeilen sandte er hierueber einen Bericht, aus dem eine tiefe Genugtuung sprach. Einige Jahre im wohlverdienten Ruhestand hoffte der Unermuedliche, geniessen zu koennen; das Schicksal hat es nicht gewollt. In Dankbarkeit werden die Juden seiner frueheren Gemeinden und viele andere, die diesen Kantor kannten, seiner gedenken, seines Koennens und seiner wuerdigen Haltung. CURT WILK. I .11//) YESO A JLÜkOMERAL para TERMINACIONES PERFECTAS Gran rendimiento Distrib: SODIMAC - S. A. G. SAAVEDRA BENARO AGENCIAS GRAHAM S. A. C.

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