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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1958-09-01 · 9 (Septiebre, 1958) · p. Seite 15

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XX (1958)
Issue
9 (Septiebre, 1958)
Date
1958-09-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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Septiembre 1958 BOLETIN INFORMATIVO 15 ARCHAEOLOG1E, PHYSIOGNOMIE UND MODE: BETRACHTUNG EBNES ALTAEGIPTISCHEN GEMAELDES Der Einzug einer Gruppe semitischer Nomaden in Aegypten um das Jahr 1900 vor unserer Zeitrechnung Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts erregte die Auffindung obigen Wandgemaeldes in dem Felsengrabe des Gaufürsten Knemhotep, der das Amt eines “Vorstehers der oestlichen Wüstenlaender” innehatte, in der Gelehrtenwelt grosses Aufsehen. Es wurde von dem Aegyptologen und Sprachforscher Richard Lepsius in Beni Hassan (Mittelaegypten) entdeckt. — Zu dem allgemeinen gesellte sich noch ein ganz persoenliches, die Juden betreffendes, Interesse. Denn hier tauchten im wahren Sinne des Wortes anscheinend unsere hebraeischen Vorfahren in Bildern aus dem Grabe wieder auf. ynd tatsaechlich hatte man eine ganze Zeit an der — wenn auch irr i g e n — These festgehalten, in dem — lt. Hieroglyphe —■ “Abishai” genannten und '“Fremdlandsherrscher ” t i t ulierten, Anführer, unseren ersten Erzvater Abraham selbst zu sehen. Trotz der gewaltigen Unterschiede tragen die auf obigem Bilde dargestellten Personen jene semitischen Züge, die sich bis heute immer wieder bei unserem Volke finden. Und das Erstaunliche dabei ist, dass wir nicht, wie beispielsweise die Araber, auf der angestammten Erde sesshaft geblieben, sondern in alle vier Ecken der Welt herumgewirbelt worden sind. Und dass wir ohne unser willensmaessiges Dazutun die Züge unserer jeweiligen Umgebung miterar- I beitet haben. Aber nicht nur im Physiognomischen offenbart sich die Kontinuitaet unseres Volkes, sondern auch in gedanklichen Begriffen und Ausdrücken; wie das erstaunlich auf der Siegesstelle, dem Siegesdenkmal des Pharao Mernephta (1237—27 vor uns. Zeitrechg.) zum Ausdruck kommt: “die Fürsten warfen sich nieder... verwüstet ist Tehenu; Kheta ist still; Kanaan gefallen und übel daran; Askalon ist weggeführt; Geser genommen; J e n u a m zunichte gemacht; ISRAEL veroedet. Sein Same ist still; Kanaan gefangen und und damit historisch bestaetigt und das gelaeufige biblische Bild war also damals schon dieses uns bis heute überkommene Wozu aber ergaenzend zu sagen waere, dass, haette unser Volk nicht schon seit MOSES. Zeiten her (dieser hatte ja zwei fremdstaemmige Frauen gehabt) in ununterbrochener Folge den zum physischen Fortbestand noetigen Zusatz fremden Blutes in sich aufgenommen, dessen alle Voelker bedürfen, so waere, es nicht nur koerperlich degeneriert, sondern moeglicherweise waere auch ein, sei es auch noch so geringer Teil, seiner grossen Werke nicht entstanden. Es bildet dieses Ferment besonders da den Sauerteig zum Brot unseres Landes, wo jeweils eine jüdische Gemeinschaft klein, und die Gefahr zu starker Inzucht gross war. Nun zu dem Wandgemaelde selbst: Der Zufall fügte es, dass ein in den letzten Wochen aufgerolltes religioeses Problem, in dem Kind und Mutter eine, wenn auch passive, d. h. leidende Hauptrolle spielten, zeitlich zusammenfiel I mit einem zur Aufführung gelangten alttestamentarischen Bühnendram a in dessen Mittelpunkt unser Führer und Prophet Moses und seine beiden Pflegemütter, Miriam und die Tochter des Pharao standen. Die in den Besprechung e n geaeusserten Meinungen hinsichtlich der moeglichst sinngemaessen und originalen Wiedergabe dieses — gewissermassen unantastbaren Themas — waren auch in vielen Zuschauern als Fragen aufgetaucht . Stellten wir uns doch unsere Patriarchen recht schemenhaft vor: mit wallendem Bart, moeglichst europaeischem Gesichtsschnitt, in wallende Beduinenmaentel gehüllt. (Sicherlich unterschiedlich von der Auffassung unserer orientalischen Mitbürger). Das Bild zeigt es anders: Zwei Aegypter in schneeweissem trapezfoermigen Linnenschutz, mit künstlichem Haupthaar und Kinnbaertchen, führen die semitische Gruppe an, die sich durch etwas hellere Hautfarbe von der roetlicheren Toenung der Aegypter unterscheidet. Der erste, lt. Uebersetzung aus den Hieroglyphen, der Koenigl. Kommissar Nefer-. h o t e p, überreicht dem, auf vorliegendem Bilde nicht sichtbar werdenden, Gauführer ein Papyrusblatt mit Einzelheiten über die in Frieden einziehende und friedlich aufgenommene, 37 Personen zaehlende, Gruppe. Der durch seinen gebogenen Herrscherstab, mit dem er zugleich eine der beiden wohl als Geschenk milgebrachten Gazellen im Zaume haelt, gekennzeichnete An führer, verbeugt sich würdevoll und gemessen (denn nui vor dem Pharao wirft man sich zu Boden), mit ausgestreckter nach unten gebeugter Hand. Das nach damaliger Malweise den im Profil gemalten Personen voll eingesetzte Auge ist gross und mandelfoermig und verraet einen forschenden Blick, waehrend die Stirn durch die volle perrückenaehnliche Frisur ziemlich niedrig erscheint. Schlaefenlocken gibt es nicht. Ein schmaler Backenbart verlaeuft in einen Spitzbart. Die unverschleierten Frauen, wie die Maenner in aufrechter Haultung tragen ihr dickes, glattes mit einem Stirnband geschmücktes Haar nach vorne und nach rückwaerts über die Schulter gelegt. Sie wie die Maenner sind bar jeden Schmuckes. Wollen 1 sie die B e g e h r 1 i c h k e it des Gastfürsten durch die dadurch erhoehte Schoenheit nicht reizen, was in Bezug auf Sarah, Abraham einige Jahrhunderte spaeter m i t Gefahr für sein Leben fürchtete? Frauen und Kinder, welch letztere wie die Lasten auf Eseln mitgeführt werden, sind von lanzenbewehrten, mit Bogen und Wurfholz ausgestatteten, Kriegern gedeckt. Und schon der Knabe traegt selbstbewusst einen seiner Groesse angepassten S p i e s s Ein Musikant begleitet den Einzug mit S a i t e n sp i e 1 auf einer handlichen fünfsaitigen Leier. Und nun kommt das Interresante: “Und Jakob liebte den Joseph mehr als alle seine Soehne, denn ein Sohn des Alters war er ihm; und er machte ihm einen bunten Rock”. Es ist dies das “Ktonet passim”, um das ihn die Brüder beneideten. Dieses Streifenhemd, zwischen dessen unauffaelligen Laengsstreifen sich die lebhaften bunten Farbmuster ausbreiteten, es ist das Sackgewand, das auf unserem Bilde Frauen wie Maenner tragen; jedes in K1 e i n i g k e ite n von Farbe, Muster und Schnitt unterschieden. Das Gewebe ist, wie sich bei dem sich verneigenden Scheich zeigt, dehnbar und passt sich darum bei den Frauen den Formen des Koerpers an. Und das gleiche Kleid in Farbe, Muster und Schnitt und Laenge ist heute wieder bei unseren Frauen en vogue. Nein, wir sind der damaligen Zeit nicht mehr so fern wie wir glaubten! Ob die Nomaden für die den Aegyptern gebrachte Augenschminke, im Austausch vielleicht Getreide haben wollten, ob sie der Dürre wegen um Aufenthalt baten, ist nicht feststellbar. Aber wir koennen uns einen aehnlichen Vorgang bei unseren einwandernden Erzvaetern und ihr Aussehen doch leichter vorstellen. Die Physiognomie unserer Vorfahren hatte sich sicher im Laufe von mehr als einem halben Jahrtausend geaendert, als MOSES, das einstige K n a e b 1 e i n der Ibrim, zum Prinzen am Hofe des Pharao heranwuchs. Er wie seine Schwester Miriam und sein Bruder Aharon trugen die damalige modische Tracht. Moses war wohl bartlos, in den steifgefaeltelten Schurzrock der Vornehmen gekleidet, über den sich bei Kaelte ein eng anliegender Mantel legen mochte. Miriam mochte auch indas eng anliegende zur Erde fliessende hauchzarte Gewand gekleidet gewesen sein, über das sich das charakteristische breite Schulterteil legte. Das aenderte sich, nachdem Moses aus Midjan kam, die Unterdrückung groesser wurde und der Plan zum Auszug festgelegt wurde. Aber das bedeutende Erbteil der Geschwister musste sich aeusserlich gezeigt haben und besonders bei MOSES in einem inneren Leuchten zum Vorschein gekommen sein, (der Moses- Darsteller gab es wieder), das sich dann spaeter zu dem der Erhabenheit steigerte, in der wir Nachgekommenen ihn immer nur zu erblicken ver-, moegen. RODOLFO LEESER FEINE HERREN MASS-SCHNEIDEREI Diplomiert in Buenos Aires Stets grosse Auswahl von erstklassigen Stoffen am Lager Estado 25 — 6 p. Of. 14 — Tel. 381955 KOSCHER KOSCHER 0EK0N0MIE DES GEMEINDEHAUSES Wilhelm Weschler, Erstkl. Mittagstisch — Once Nachtmahl Bestellungen fuer Kuchen, Torten, Pasteles und Canapees auch ausser Haus, werden entgegengenommen. Hochzeiten, Barmizwahs so wie alleTart Festlichkeitein werden bestens ausgerichtet. 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