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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1958-09-01 · 9 (Septiebre, 1958) · p. Seite 13

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XX (1958)
Issue
9 (Septiebre, 1958)
Date
1958-09-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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Septiembre 1958 BOLETIN INFORMATIVO 13 TAUSENDUNDEINE ARABISCHE NACHT - IN BRUESSEL Von Josef Srych Der Leser moege mir glauben: ich haette gerne geschrieben, dass der aegyptische Film „Rodda Kalbi” („Antworte, meine Geliebte!”), der auf der Weltausstellung in Bruessel lief, ein durchschlagender Erfolg war. Ich haette gerne geschrieben, dass er die Lebensphilosophie, die religioesen und die philosophischen Stroemungen Aegyptens zum Ausdruck brachte und die sozialen und wirtschaftlichen Ziele dieses Landes widerspiegelte, wie es ein Festival-Film, gemaess den einleitenden Worten im Programm der Weltausstellung, eigentlich tun sollte. Falls „Antworte, meine Geliebte!” all dies wirklich tut, dann sei Allah den Aegyptern gnaedig. Dann haben sie naemlich die falsche Revolution gemacht. Es gibt wohl kaum ein anderes Land, das hier in Bruessel eine so starke Propaganda entwickelt hat, wie gerade Aegypten. Die Aegypter verteilten Broschueren, die weder mit dem Filmfestival, noch mit dem Film selbst etwas gemeinsam hatten. Das Titelblatt zeigte einen lachenden Gamal Abdul Nasser; und als Inhalt wurde der genaue Wortlaut der Verfassung der Vereinigten Arabischen Republik praesentiert. Sie verteilen aber auch eine Inhaltsangabe des vorgefuehrten Filmes: auf dem Titelblatt — ein lachender Gamal Abdul Nasser, diesmal zusammen mit der Produzentin des Streifens, Madame Assia Dagher. Es gab eine Pressekonferenz, es gab einen Empfang, und die Aegypter stolzierten wie Pfaue einher. Dann kam die Premiere — und der Berg gebar eine Maus, ein Maeuschen. Dieses Maeuschen war so laecherlich, weil es sich so gigantisch gebaerdete — in Cinemascope und Eastmancolour — und weil es so lang war, vom Wasserkoepfchen bis zum Ringelschwaenzchen — fast volle zwei Stunden Spielzeit. Die Presse konnte ein amuesiertes Laecheln nicht unterdruecken. „Sie muessen als Israeli doch eigentlich froh sein”, sagten mir die Kollegen; „welch’ ein bluehender Unsinn”. — Ich war aber gar nicht froh. Denn es ist gewiss kein Grund zum Jubel, wenn das Nachbarhaus vom Dorfidioten bewohnt wird. Das Drehbuch ist infantil und romantisch, die Regie (Ezz El Dinne Soulficar) amateurhaft, und die Schauspieler, denen man ihre orientalische Photogenitaet nicht abstreiten kann, tun alles andere denn spielen. Fast hoert man die verzweifelten Beschwoerungen des Regisseurs im Studio: „Um Allah’s willen, macht doch etwas! Bewegt die Arme, wiegt die Hueften, zeigt die Zaehne, hebt die Augenbrauen lacht, weint...” Jussef el Sebai, der Delegierte der Vereinten Arabischen Republik, erklaerte bei einer Pressekonferenz, dass sein Land nicht die Absicht habe, die Filmindustrie zu nationalisieren. Das Einzige, was getan wurde, war, den aegyptischen Film von jenen Abenteurern zu befreien, die nichts anderes als Profit machen wollten. Die Themenwahl waere vollkommen frei und bliebe dem Produzenten ueberlassen. Falls dies wirklich so ist, dann hat „Antworte, meine Geliebte!” wohl kaum das Missfallen der aegyptischen Regierung erregt. Der Held ist ein Offizier, der Nassers Revolution mitmacht. Der Boesewicht ist ein Prinz am Hofe von Koenig Farouk. Anji (Maryam Kahr Eldine), eine koenigliche Prinzessin, liebt Ali (Choukri Sarhan), den Sohn des Gaertners. Ali rettet Anji das Leben (genau so, wie jeder Gaertnerssohn einer jeden Prinzessin in jedem arabischen Maerchen das Leben retten muss), wobei er sich seinen Hosensitz zerreisst. Und da er zu stolz ist, um Ersatzhosen aus dem koeniglichen Haushalt anzunehmen — es sind die Hosen von Anji’s jaehzornigem Bruder —, säet er die Samen des kommenden Konfliktes. Die Zeit verstreicht und Ali tritt in die Militaerakademie ein, um ein Offizier zu werden. In seinem schlichten Gaertnersohnherzen aber keimt und waechst und waechst und keimt die Liebe zu Anji. Eines Tages treffen sich die beiden im koeniglichen Garten. Sie sprechen Worte, die einen Harun al-Raschid nach seiner Rueckkehr von einem inkognito-Besuch in Hollywood beglueckt haetten. „Warum weichst Du mir aus, oh Ali? — fluestert Anji und starrt auf den fernen Horizont. „In der Vergangenheit pflegte ich Dich recht oft zu sehen. Damals war ich jung und kannte nicht die Standesunterschiede. Ich fuehle sie auch jetzt nicht, trotzdem ich eine Prinzessin bin”. Ali ist zutiefst geruehrt. Er stammelt: „Oh Anji!” „Was gibst Du mir, oh Ali?” — fragt Anji, in der jedermann voellig klaren Hoffnung einen Kuss zu bekommen, oder wenigstens ein revolutionaeres Schlagwort von dem Offiziers-Gaertnersohn zu hoeren, das ihr Herz in nationale Flammen setzen koennte. Aber Ali antwortet: „Nichts, oh Anji! — Es ist Allah’s Segen, dass wir unsere Gedanken verheimlichen koennen und dass sie niemand sieht”. Das Publikum konnte sie allerdings nur allzu deutlich sehen. Es war sonnenklar: Ali und Anji werden in laengstens einer halben Stunde zusammen gluecklich sein. Die einzige Frage war nur: vor oder nach der Revolution? Die Produzentin Assia Dagher entschied: vor und nachher. Ungluecklicherweise koennen die heissen orientalischen Umarmungen zwischen einem Offizier der Kavallerie und einer Prinzessin an dem romantischen Strand von Mamoura die sozialen Gegensaetze nicht gaenzlich zum Verschwinden bringen. Waehrend Ali einen Flirt mit der verfuehrerischen Bauchtaenzerin Karima beginnt findet Anji in den Armen eines Prinzen Trost. Was tun nun die Israelis in der Zwischenzeit? Erraten? Sie streuen Sand der Sabotage in die Gewehrlaeufe der aegyptischen Soldaten, so dass diese vor jedem Gefecht immer zuerst nach Kairo zuruecklaufen muessen, um ihn auszuschuetten. Dies fuehrt natuerlich zur Niederlage Aegyptens und diese wiederum zur siegreichen Revolution. Der Wunschtraum von Ali geht in Erfuellung. Er wird President des staatlichen Konfiskationskomitees der freien Offiziere. Sein erster Weg fuehrt zu Anji, um ihre Juwelen zu „befreien”. Aber als er sie in ihrer vollen Schoenheit sieht, schlaegt die Leidenschaft in seiner maennlichen Offiziersbrust wie der Big Ben des B.B.C. Gluecklicherweise ist mittlerweile seine Bauchtaenzerin Karima waehrend eines Kinobesuches in Kairo verbrannt, und Anji’s prinzlicher Flirt hat waehrend der Revolution das Weite gesucht. Alles, was der Praesident EIN ZWEITER TIEFSEEHAFEN FUER ISRAEL? Von Herbert Freeden (Jerusalem) Wie lange noch wird Haifa, Israels einziger Tiefseehafen, am Mittelmeer dem ständig wachsenden Verkehr und Warenumschlag genügen? Diese Frage beschäftigt seit langem die israelische Regierung. Gegenwärtig beträgt der Export und Import des Landes im Jahre 2.200.000 To., von denen 400.000 To. auf den offenen Reeden von Jaffa und Tel Aviv, und der Rest in Haifa verladen werden. Da man in den nächsten sechs Jahren mit einer Verdoppelung des See- Transportes rechnet, wurde vor etwa zehn Monaten das Verkehrsministerium beauftragt, mit den Vorbereitungen für den Bau eines zweiten Tiefseehafens zu beginnen, der 1965 in Betrieb genommen werden könnte. Wenn man von der Haifaer Bucht absieht, ist Israels langgestreckte Küste eine Linie, die keinen “natürlichen” Hafen hat. Die schmalen Buchten von Akko und Jaffa, Ankerplätze historischer Zeit, sind für den modernen Schiffsverkehr eher ein Hindernis als ein Vorteil. Wo also soll das zweite “Haifa” entstehen? Vor kurzem wurden ein paar Journalisten eingeladen, den vorgesehenen Platz zu besichtigen. Wir fuhren auf der Strasse südlich von Tel Aviv nach Aschkalon. Bei einem kleinen Ort, Aschdod Jam, inmitten von Sanddünen, stiegen wir aus. Hier, so sagte uns der Hafenspezialist des Verkehrsministeriums, Herr P. Farkasch, wird das Gelände für den Hafen geplant. Wir sahen uns um... Sand, nichts als Sand, von ein paar Baracken der provisorischen Büros unterbrochen. Die Dünen zogen sich ein bis zwei Kilometer landeinwärts. Die Frage, die in aller Augen zu lesen war —warum gerade hier?— wurde rasch beantwortet. Ein moderner Hafen ist ein Knotenpunkt für viele Arten von Transport —Eisenbahn und Strassen—, und muss ein geeignetes Hinterland haben. Da ein grosser Teil von Israels neuer Industrie im Süden des Landes angelegt wird, wo sich auch der Grossteil der Zitrusplantagen befindet, hält man den Küstenstrich bei Aschdod Jam vom verkehrste chnisdhen Standpunkt aus am geeignetsten. Aus gleichen Erwägungen hat man gegen einen Ausbau des staatlichen Konfiskationskomitees nun konfisziert, sind die roten Lippen seiner Zukuenf tigen. Von diesem Augenblick an werden sie nur ihm gehoeren. Die Revolution hat ihre Fruechte getragen. Die soziale Kluft zwischen einem zum Offizier der Kavallerie aufgestiegenen Gaertnerssohn und einer Prinzessin wurde abgeschafft. Praesident Gamal Abdul Nasser gratuliert der Produzentin. Und dieser Film wurde dazu auserkoren, auf dem Filmfestival einer Weltausstellung programmgemaess „die Lebensphilosophie, die religioesen und philosophischen Stroemungen, sowie die sozialen und wirtschaftlichen Ziele des Herstellungslandes” zum Ausdruck zu bringen... („HAKIDMAH”) der Reeden von Jaffa und Tel Aviv entschieden. Die Messungen und Untersuchungen einer 8 km lamgen Küstenstrecke ist ein gemeinsames französisch-amerikanisches Unternehmen: die Experten der Laboratoire Centrale d’Hydraulique de France und einer Hafenbaufirma der Vereinigten Staate haben bereits mit den Arbeiten begonnen. Eine für den Laien überwältigende Fülle von wissenschaftlicher Vorarbeit ist nötig, um festzustellen, ob ein bestimmter Küstenstrich überhaupt für die Anlage eines Hafens in Frage kommt: topographische Studien der Küste, Messungen der Ablagerungen, kartographische Aufnahmen, Untersuchungen des Meeresbodens, hydrographische Erforschung des Seewassers bis zu einer Tiefe von 20 Metern, Messungen von Ebbe und Flut, Meeresströmung, Windverhältnisse, Seetemperatur in verschiedenen Tiefen, Höhe des Regenfalls sowie che mische Analyse des Seewassers, besonders, um es auf seinen Schlammgehalt zu prüfen. Erst auf Grund all dieser geo—, hydro— und meteorologischen Untersuchungen, die 90.000 Dollar kosten und nicht vor weiteren achtzehn Monaten abgeschlossen sind, wird es möglich sein, mit der eigentlichen Arbeit zu beginnen. “Sie halten das für lange? Vergessen Sie nicht, das ist ein Werk für viele Generationen”, gab uns Herr Z. Korenfield, der beratende Ingenieur des Verkehrsministeriums zu denken. Der Hafen soll in verschiedenen Etappen gebaut werden und der Plan ist so flexibel, dass er steigenden Bedürfnissen angepasst werden kann. Uebrigens hat man bei den Arbeiten einen interessanten Fund gemacht: Als man den Meeresboden mit Schallinstrumenten durchkämmte, um festzustellen, ob es irgendwelche Obstruktionen gäbe, stiess man auf das Wrack eines Schiffes —des britischen Liberty-Schiffes “Aircrest”, das mit seiner Ladung von Mehl im Jahre 1943 von einem italienischen U-Boot torpediert worden war. Als wir in Gesellschaft von Kapitän Pierre Malleaux, dem französischen Hafensachverständigen, in einem Boot die sandverwehte Küste entlangfuhren, konnten wir uns nur schwer vorstellen, dass dort in ein paar Jahren ein Handelshafen entstehen soll. Noch mehr Phantasie brauchten wir, als wir Aschdod Jam besuchten. Nichts ist in diesem kleinen Ort zu sehen, als Holzbaracken, Aluminiumhütten, einige wenige Steinhäuser und — Sand. Die 2.000 Einwohner, fast alle Neueinwan derer, haben es schwer Arbeit zu finden. Und dennoch: diese so trostlos anmutende Ansammlung von Baracken ist dazu bestimmt, eine grosse Stadt zu werden. Nach dem Plan der Regierung soll Aschdod Jam in zwölf Jahren bis auf 70.000 Einwohner kommen. Wer weiss, vielleicht werde ich eines Tages stolz meinem Jungen erzählen: “Ich war hier einmal im Jahre 1958, als alles noch leer und brach war...” Wie lange noch wird Haifa genuegen? €11« ...el punto y la moda... Chalecos finos a precios de fábrica« para DAMAS, CABALLEROS Y NIÑOS FRAZADAS — TOALLAS — LANA PARA TEJER PROVIDENCIA 1310

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