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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1958-06-01 · 6 (Junio, 1958) · p. Seite 27

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XX (1958)
Issue
6 (Junio, 1958)
Date
1958-06-01
Page
Seite 27 (sequence 27)
Language
German
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Junio 1958 BOLETIN INFORMATIVO 27 KIIENSTLERTUM IN KRISENZEIT (Der Briefwechsel zwischen Richard Strauss und Stefan Zweig) Von Robert Breuer Die reichhaltige Richard Strauss-Literatur wurde in diesen Tagen um ein an Seitenzahl nicht allzu grosses, aber inhaltlich desto gewichtigeres Buch vermehrt, das nicht nur eine zeitliche Lücke in der aus Briefen und Dokumenten bestehenden Lebensgeschichte des Komponisten ausfuellt, sondern darüber hinaus als ein beispielgebendes Werk über die Stellung eines schaffenden Künstlers in politischer Notzeit Bedeutung behalten dürfte. Der “Briefwechsel zwischen Richard Strauss und Stefan Zweig”, herausgegeben und mit ergänzenden Erläute r u n g e n versehen von Dr. Willi Schuh, (S. Fischer Verlag, Frankfurt a.M.), spiegelt in einer fesselnden, ja fast dramatischen Weise die infolge der Machtergreifung des Nationalsozialismus in Deutschland aufgetretene geistige Knechtschaft freier Geister wieder; zeitlich sich von Herbst 1931 bis zum Winter 1935 erstreckend, stellen die hier wiedergegebenen Briefe — sie wurden, soweit sie erhalten geblieben sind, unverändert und ungekürzt abgedruckt — ein einziges grossartiges Zeugnis für die Wahrheit, für die Gesinnung beider Schreibenden, und für den triumphierenden Sieg des Schaffens über politische Macht, des Kunstwerkes über die Vergänglichkeit einer Regierungsform dar. Es war Anton Kippenberg, der Leiter des Insel-Verlages, der die geistige Verbindung zwischen Strauss und Zweig herstellte. Dies erfolgte zu einer Zeit, da der Komponist, wie er im Juli 1935 in seinem Tagebuch vermerkte, fast ohne Hoffnung dastand, jemals wieder einen Mitarbeiter vom Rang des “treuen, genialen” Hofmannsthal zu finden. Er hegte grosse Bewunderung für Stefan Zweig, dessen Schauspiele er kannte; ebenso war Zweig, wie er einmal Strauss gestand, diesem seit Jugend ergebenst verbunden, wusste er doch, in ihm den Grossmeister zeitgenössischer Musik zu erblicken. Die Frucht der Zusammenarbeit, soweit sie der Aussenwelt erkenntlich wurde, ist bekanntlich die dreiaktige Oper “Die schweigsame Frau”, die Zweig frei nach einer deutschen Uebersetzung von Ben Jonsons Komödie schuf. Es war ein Geben und Nehmen—weitaus unkomplizierter und rascher dahinschreitend als sich die Zusammenarbeit Strauss’ mit Hofmannsthal abwickelte. “Im Herbst war der Text fertig”, berichtet Strauss, “und konnte von mir ohne die geringste Abänderung, sozusagen mit Haut und Haar vertont werden. Die Komposition keiner meiner früheren Opern fiel dem Musiker so leicht und hat mir solch unbeschwertes Vergnügen bereitet. Dann kam das dritte Reich und mit ihm die Vertreibung aus dem neuen Kulturstaat”. Trotz der Ungunst der Zeit erwirkte Strauss, der ohne jede vorherige Verständigung zum Präsidenten der Reichsmusikkammer ernannt worden war. (“Das ich den Präsidenten der Reichsmusikkammer mime? Um Gutes zu tun und grösseres Unglück zu verhüten. Einfach aus künstlerischem Pflichtbewusstsein! Unter jeder Regierung hätte ich dieses ärgerliche Ehrenamt angenommen, aber weder Kaiser Wilhelm noch Herr Rathenau haben es mir angeboten”, schrieb er im Juni 1935 an Zweig, ein Brief übrigens, der von der Geheimen Staatspolizei aufgefangen wurde und den sofortigen Rücktritt Strauss von dem “ärgerlichen Ehrenamt” zur Folge hatte) — trotz dieser pechschwarzen Verdunklung, die über Deutschland hereingebrochen war, erwirkte Strauss die Ansetzung der neuen Oper zur Erstaufführung in Dresden. Als es soweit war, knappe zwei Tage vor dem Premierentermin, verlangte Strauss, von bösen Ahnungen gepackt, dass ihm der Theaterzettel gezeigt werde. Auf diesem fehlte der Name des Textdichters: Strauss bekam, wie Zeugen berichten, seinen berühmten roten Kopf und erklärte: “Das könnt’s Ihr ja machen, aber ich reise morgen früh ab, und die Aufführung kann ohne mich stattfinden”. Dann stellte er eigenhändig den richtigen Wortlaut auf dem Programm wieder her — und es wurde seinen Wünschen Rechnung getragen. Unter Leitung Dr. Karl Böhms und mit Maria Cebotari und Friedrich Plaschke in den Hauptrollen errang die Oper durchschlagenden Erfolg. Nach zwei Wiederholungen wurde sie auf “höheren” Befehl vom Spielplan abgesetzt, um erst nach Kriegsende die deutschen Bühnen zu erobern. Strauss vermerkte (und dies ebenfalls anno 1935) in seinem Tagebuch: “Und so ist es gekommen: das Werk allein hat gesiegt... Aber es ist eine traurige Zeit, in der ein Künstler meines Ranges ein Bübchen von Minister um Erlaubnis fragen muss, was er komponieren und aufführen lassen darf. Ich gehöre halt auch zur Nation der “Bedienten und Kellner und beneide beinahe meinen rasseverfolgten Stefan Zweig, der sich nun definitiv weigert, offen und geheim für mich zu arbeiten, da er im dritten Reich keine “Spezialduldung” beansprucht. — Mein Lebenswerk scheint (mit dieser Oper) definitiv abgeschlossen. Anderseits hätte ich noch Manches nicht ganz Wertloses schaffen können. Schade!” So gross war die Bewunderung Strauss’ für seinen “Textdichter”, dass er diesen immer wieder bgt und ermunterte, die bego n n e n e Künstlergemeinschaft fortzusetzen. Und wenn nicht “offen”, so doch ’’geheim”: “Ich sage, wenn man mich fragt: ich arbeite gar nichts, habe keinen Text mehr. In ein paar Jahren, bis die Sachen dann fertig sind, sieht die Welt wahrscheinlich doch wieder anders aus”. Oder: “Wir können doch beide keinen andern Weg gehn, als den uns unser künstlerisches Gewissen vorschreibt. Für uns gibt es nur ein Gebot: Gutes zu schaffen! Ob und wann es dann aufgeführt wird, daran dürften wir heute nicht denken”. Oder: “Ist die Partitur fertig, kommt sie in ein Safe, das erst geöffnet wird, wenn wir beide den Zeitpunkt für geeignet halten, an eine Aufführung zu denken. Wollen Sie es daraufhin riskieren, mir etwas Neues zu dichten — eventuell für meinen Nachlass?” In einem 1935 niedergeschriebenen Memorandum Strauss’ finden sich nachstehende Sätze: “Man verdächtigte mich als servilen, eigennützigen Antisemiten, während ich im Gegenteil so oft ich konnte, bei den hiesigen massgebenden Leuten stets betont habe, dass ich die Streicher - Goebbelsche Judenhetze für eine Schmach für die deutsche Ehre, für ein Armutszeugnis, für das niedrigste Kampfmittel der talentlosen, faulen Mittelmässigkeit gegen höhere Geistigkeit und grössere Begabung halte. Ich bekenne hier offen, dass ich von Juden soviel Förderung, soviel auf opfernde Freundschaft, grossmütige Hilfe und auch geis tige Anregung genossen habe, dass es ein Verbrechen wäre, dies nicht in aller Dankbarkeit anzuerkennen. — Meine schlimmsten und bösartigsten Feinde und Gegner waren “Arier” ich nenne nur die Namen Perfall, Oscar Merz (Münchener Neueste Nachrichten), Theodor Göring (Sammler). Félix Motti, Franz Schalk, Weingartner und die ganze nähere Parteipresse: Völkischer Beobachter, etc.”. Die Stellungnahme Zweigs entsprach der seines sensitiven, künstlerischen Herzens, seiner strikten Abneigung, in irgendein politisches Fahrwasser gezogen zu werden — und darüber hinaus die seiner geistigen Zugehörigkeit und unverbrüchlichen Freundschaft Strauss gegenüber. Die Ideen zum “Friedenstag” und zum “Capriccio” hat er entwickelt und eingehend fortgesponnen. Er erklärte sich bereit, unentgeltlich mit jedem andern von Strauss bestellten Textdichter zu arbeiten (“Lassen Sie mich mit Lernet- Holenia und Gregor in Ruhe!” schrieb Strauss), aber Strauss hielt hartnäckig an ihm fest, bis schliesslich die vollständige Degradierung, die das dritte Reich ihm auferlegte, diese prächtige Künstlergemeinschaft für immer zerriss. ("Argentinisches Tageblatt”). deóteaa W. I. z. o. Der Monat Juni ist zum “Mes de la Wizo” erklaert worden. Wir wollen und müssen unsere Reihen erweitern, wir wollen und müssen eine jede jüdische Frau in unser Centro “Henrietta Szold” eingliedern und wenden uns deshalb mit einem Appell an jede Chawerah, sich für die Werbung neuer Wizoschwestern einzusetzen. Es muss den Stolz einer jeden von uns befriedigen, in diesem Monat Juni mindestens ein neues Mitglied zu werben und für die Sache der Wizo zu interessieren und zu begeistern. Wir hoffen, dass dieser Apell einen starken Widerhall bei allen Chaweroth finden wird. Wir haben wiederholt von den grossen finanziellen Aufgaben gesprochen, die wir zu leisten haben. Die hierzu nötigen Mittel werden zum grössten Teil aus den Eingängen der Mitgliedsbeitraege aufgebracht. Da diese Beitraege seit langem nicht der derzeitigen Wirtschaftslage angepasst wurden, hat der Vorstand in seiner letzten Sitzung beschlossen, ab 1. Juli ds. J. den Mindestbeitrag auf $ 200.— monatlich festzusetzen. Wir erwarten jedoch, dass alle Chaweroth, die dazu in der Lage sind, wie bisher diesen Mindestbeitrag nach eigenem Ermessen erhöhen werden, und bitten sie die Höhe des freiwilligen Beitrags den jeweiligen Gruppenleiterinnen oder den Kassiererinnen, Frau Lene Back, Tel. 47452, oder Frau Ester Nachmann, Tel. 47818, mitzuteilen. Der Vorstand bittet diejenigen Wizoschwestern, deren wirtschaftliche Lage einen Mindestbeitrag von 200.— nicht gestattet, sich wegen Herabsetzung des Beitrags mit einer der oben genannten Kassiererinnen in Verbindung zu setzen. Auch in diesem Jahr wird neben der Gruppenarbeit ein kulturelles Programm durchgefuehrt werden. Es ist eine Vortragsreihe über Theater und Musik in Vorbereitung, zu der prominente und kompetente Redner zur Verfügung stehen werden. Diese Vortraege versprechen allen Teilnehmern genussreiche Abende. Die entsprechenden Themen und Daten werden rechtzeitig bekannt gegeben werden. PROGRAMM Gruppe Henrieta Szold. Donnerstag, 19.6.58. nachm. 5 Uhr. Donnerstag, 3.7.58. nachm. 5 Uhr. Donnerstag, 17.7.58. nachm. 5 Uhr. Gruppe Golda Meir. Montag, 23.6.58. abends 9 Uhr. Montag, 7.7.58. abends. 9 Uhr. Gruppe Hanna Meisel. Dienstag, 24.6.58. nachm. 5 Uhr. Dienstag 8.7.58. nachm. 5 Uhr. Gruppe Vera Weizmann. Montag, 16.6.58. nachm. 5 Uhr. Montag, 30.6.58. nachm. 5 Uhr. Montag, 15.7.58. nachm. 5 Uhr. Gruppe Ahawah. Dienstag, 17.6.58. nachm. 5 Uhr. Dienstag, 8.7.58. nachm. 5 Uhr. Gruppe Hanna Steiner. Montag, 16.6.58. nachm. 5 Uhr. Montag, 30.6.58. nachm. 5 Uhr. Montag, 14.7.58. nachm. 5 Uhr. Titanenkoepfe. Frau Lene Back. Mein Besuch beim amerik. Judentum. Herr Rab. Egon Loewenstein. Die spanische Ballade. Frau Else Gans. Kopernikus und seine Welt. Frau Herta Tichauer. Wir diskutieren ueber das Thema: Koennen wir unserer Jugend helfen bewusste Juden zu werden? und wie? Die Musik Israels durch die Jahrhunderte Frau Margot Lande Wie die Wizo entstand. Frau Rosi Rubens. Erziehungsprobleme im Kibbuz. II Teil. Frau Minna Baron. Gemuetlicher Nachmittag. Ueber die Kleidung. Frau Else Rothschild. Israel, einst und jetzt. Frau Ella Rabinowitsch. Gemuetlicher Nachmittag. Es spricht Dr. Otto Kernberg. Plauderei ueber Spionage. Frau Hilde Sachs. Es spricht Dr. Brailowsky.

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