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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1958-05-01 · 5 (Mayo, 1958) · p. Seite 15

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XX (1958)
Issue
5 (Mayo, 1958)
Date
1958-05-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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Mayo 1958 BOLETIN INFORMATIVO 15 Für die Sondernummer A JUNI bitten wir die Anzeigentexte bis zum 30. Mai mitzuteilen oder nachstehende Zeilen auszufüllen und einzusenden an: Walter Lechner, Clasificador 567, Santiago. Bitte beiliegende Anzeige in der Sondernummer Juni 1958 des Boletín Informativo aufzunehmen resp. Vertreterbesuch zwischen . Uhr Firma Adresse tt Wtb teúen, AJt&t, TRES MIRADAS A LA CALLE' f Vor zehn Jahren lernte ich Naum Kramarenco kennen. Er war ein netter offenherziger Junge, aber ueber seinen Beruf gab er nur ausweichende Auskuenfte. Er traeume davon, Filme zu drehen, gestand er ein, obwohl er aus dem Alter zum Traeumen eigentlich schon ein bischen heraus war. Vor fuenf Jahren traf ich ihn wieder. Er war noch genau so nett. Und er traeumte immer noch vom filmen. Finanzielle Schwierigkeiten, tech n i s c h e Schwierigkeiten, Anfeindungen, Mangel an Verstaendnis. Vor zweieinhalb Jahren lief eine chilenische Wochenschau ueber die Parade am “Dieciocho”. Die beste Wochenschau, die bisher ueber die Parade am “Dieciocho” gedreht worden ist. Gefilmt von Naum Kramarenco. Dann wurde es wieder still und Naum Kramarenco traeumte weiter. Bis er ploetzlich loslegte. Bis er finanzielle und technische Schwierigkeiten ueberwand, die berechtigte Skepsis gegen chilenische Filme, die seit dem Fiasko von Chile-Films vorherrscht, besiegte, bis er ein Argument schrieb und das dazugehoerige Drehbuch, die Schauspieler zusammensuchte und eine Kamera ausborgte und einen ausgesprochen sehenswerten Film drehte: “Tres Miradas a la Calle”. Kein Kandidat fuer den Oscar, aber viel besser als mancher Schund aus Hollywood und ernsten Pressestimmen zufolge der beste bisher in Chile gedrehte Film. Dabei ist die Armut an Mitteln fast pathetisch, aber es gehoert zu Kramarencos Verdienst, sich dieser Tatsache bewusst gewesen zu sein, und mit Bescheidenheit, fast mit Demut, an seine Aufgabe herangegangen zu sein. Drei kleine Geschichten, eine traurige, eine spoettische und eine kurzgeschichtenhafte sind mit Geschick und Hingabe durchgefuehrt. Gewiss sind Fehler gemacht worden, der eine oder andere Amateur - Schauspieler zeigt mehr Begeisterung als Koennen und vor allem das technische Material —in erster Linie die Beleuchtung— ist sehr armselig. Aber man spuert die Hand eines Regisseurs, der genau weiss, was er will und... was er kann. Die beste schauspielerische Leistung liefert Orietta Escámez; in einer Nebenrolle glaenzt Jorge Boudon. ,Ein juedischer junger Mann hat einen guten chilenischen Film gedreht. Die Tatsache ist wert, hervorgehoben zu werden. Naum Kramarenco: traeume weiter! H. K. SO SICHERN DIE KAPITALSINVERSIONEN DIE WIRTSCHAFTLICHE UNABHAENGIGKEIT ISRAELS Der Staat Israel wurde in einer jahrhundertelang verlassenen und daher wirtschaftlich zurückgebliebenen Gegend errichtet. Diesem Zustand kann in einer verhaeltnismaessig kurzen Zeit dadurch abgeholfen werden, dass in grossem Umfange seine Landwirtschaft erweitert wird, verbunden mit einer beschleunigten Industrialisierung des Landes, einer Ausdehnung seines Handels und seines Transportsystems. Es handelt sich um ein Problem der technischen Kapazitaet aber auch um die Heranziehung bedeutender finanzieller Hilfsquellen. Im Hinblick auf seine künftige Entwicklung beschaeftigt sich Israel mehr mit dem Problem der Inversionen und weniger mit der Produktion für den sofortigen Konsum, um auf diese Weise die Grundlagen für einen höheren Lebensstandard zu schaffen und in nicht zu ferner Zeit eine wirtschaftliche Autonomie zu erreichen. Dies verursacht im Augenblick gewisse Einschraenkungen und Opfer, trotzdem muss Israel —wie auch andere wenig entwickelte Laender— einen grossen Teil seiner Inversionen aus dem Auslande erhalten. Ein deutliches Zeichen seines wirtschaftlichen Fortschrittes und seiner Sparsamkeit bedeutet das schnelle Anwachsen dieser Inversionen im Verhaeltnis zu den disponiblen Mitteln des Landes. Laut Angaben der Isr. Nationalbank betrug der Index dieser Inversionen zu den disponiblen Mitteln des Landes in 1953 14,3%, in 1954 16,1%, in 1955 18,7%. In 1956 trat infolge des Sinaifeldzuges ein kleiner Rückgang ein. Die Beteiligung der Regierung an solchen Anlagen, wo der private Kapitalist nur einen geringen oder keinen Nutzen erhalten kann, ist erheblich grösser, aber spaeterhin tritt die Regierung langsam zurück, um der privaten Initiative den Vorrang zu lassen. Es ist daher erklaerlich, dass die Regierung im Jahre 1954 an der Haelfte der Inversionen beteiligt war, andere öffentliche Stellen erhoehten diesen Anteil bis auf 2/3 der Gesamtsumme, sodass den privaten Anlagen 1/3 überlassen wurde. Aber im Jahre 1955 trat langsam eine Aenderung ein, sodass das Privatkapital bereits 40% inne hatte und in dieser Richtung geht es weiter. Diese Tatsache bestaetigt, dass die Regierung im selben Jahr an der Industrie mit 25% und das Privatkapital mit 75% beteiligt war. Um die Verpflichtungen den Anlegern gegenüber zu erfüllen, hat die Regierung einen Sonderetat für die Wirtschaft!. Entwicklung aufgestellt, der vom ordentlichen Etat getrennt ist. Der Etat für die Wirtschaftsentwicklung stieg von 35 Millionen IL in 1950 auf 235 Millionen IL für das Jahr 1958. Zu den Ziffern des Etats für Wirtschaft!. Entwicklung, zu deren Hauptquellen die Israel Bonds gehören, kommen hinzu die Betraege anderer öffentlicher Institutionen und die Einlagen des Privatkapitals; z. B. im Jahre 1955 erreichte der Etat für Wirtschaft!. Entwicklung 220 Millionen IL, waehrend die Totalinversionen 605 Millionen erreichten. Die Regierung hat viele Massnahmen ergriffen, um das Privatkapital heranzuziehen. Die “zugelassenen” Unternehmungen geniessen viele Privilegien, Befreiung von verschiedenen Steuern und Abgaben, Erleichterung für den Import von Maschinen, Rohmaterialien etc. Die Regierung hat eine ZENTRALE FUER INVER¬ SIONEN errichtet, die bestimmt, welche Unternehmen zugelassen werden, je nach dem Nutzen den diese für das Land bringen. Waehrend der ersten 7 Jahre der Existenz dieser Zentrale wurden 790 Unternehmungen zugelassen mit einer Globalinversion von 150 Millionen Dollar. Unter den bewilligten Unternehmungen befindet sich mit 14 Millionen Dollar eine Rayonfabrik bei Haifa, mit 20 Millionen Dollar eine Papierfabrik bei Jedera, eine Zuckerfabrik und der Oelkondukt von Eilat nach Haifa. ISRAEL BONDS sind einer der wichtigsten Faktoren bei diesen Inversionen, sie beschleunigen die wirtschaftliche Entwicklung Israels und tragen zu seiner wirtschaftlichen und damit politischen Unabhaengigkeit in hervorragender Weise bei. DIE AGITATION... den erledigten Wiedergutmachungsa|nspruechen entsprechende Steigerung der Leistungen vermisst werden. In der obligatorischen Form, die wuenschenswert gewesen waere, laesst sich dieser Anspruch der Allgemeinheit gegenueber dem Einzelnen heute nicht mehr nachtraeglich festlegen. Eine freiwillige Erfuellung zu erwarten, mag, wie dies viele erfreuliche Spenden beweisen, im Einzelfall berechtigt sein, ist aber im grossen Ganzen unpraktisch. Man neigt daher jetzt dazu, die von Wiedergutmachungsleistungen Beguenstigten aufzufordern, einen Teil ihres zurueckgewonnenen Kapitals in Israel zu investieren. Mit der Leitung dieser Arbeit hat man den Minister fuer Transport und Verkehr, Mosche Carmel, betraut, der in diesen Tagen in unserer Mitte weilte. Es wird also keine nachtraegliche, wenn auch noch so berechtigte, Honorarforderung erhoben; es handelt sich auch um keine Spende oder Magbith - Besteuerung. Worum es geht, ist lediglich eine Orientierung der Investitionen, die von den Nutzniessem ohnedies vorgenommen werden. Die Amortisierungs und Verzinsungsbedingungen sind guenstiger als bei vielen anderen Investitionen, vom rein privatwirtschaftlichen Standpunkt aus gesehen. (Fortsetzung von Seite 11) Von einer hoeheren Warte aus gesehen aber brauchten wir heute keine Wiedergutmachung, es scherte uns kein Diehl und kein Zind, ja, das ganze Unglueck waere nicht ueber uns hereingebrochen, haetten unsere Vaeter keine Universitaeten und Krankenhaeuser und Fabriken und Firmen in Deutschland gegruendet, sondern in Israel. Haetten sie fuer uns die Investition vorgenommen, die man heute von uns, fuer unsere Kinder, fordert. Haetten wir 1933 bereits einen Staat Israel besessen. Ein offenes Tor, ein freies Land, ein sicheres Heim fuer alle Juden. ATSCHEKA.

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