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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1958-04-01 · 4 (Abril, 1958) · p. Seite 17

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XX (1958)
Issue
4 (Abril, 1958)
Date
1958-04-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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Abril 1958 BOLETIN INFORMATIVO 17 NEUE EINWANDERER AUS EUROPA Als ein Resultat der ungarischen Revolution, des Sinaifeldzuges, der die aegyptischen ,Juden zwang, auszuwandern, und vor allem als eine Folge des Oeffnens der polnischen Grenzen fuer die juedische Aus Wanderung sind etwa 100.000 neue Einwanderer zwischen Oktober 56 und September 57 nach Israel gekommen. Die Zahl der neuen Immigranten, die in Haifa ankamen, variierte von Tag zu Tag, erreichte manchmal die Hoehe von 1.000, fiel selten unter 500. Nur waehrend der letzten Wochen begann der Einwandererstrom nachzulassen. Da diese neue Masseneinwanderung gewisse wirtschaftliche Eigenschaften hat, die sie unterscheiden von dem grossen Zustrom von Juden aus den arabischen Laendern in den vergangenen 6 Jahren, wird sie von der israelischen Regierung nicht als eine Last, sondern als ein Ansporn fuer die Wirtschaft des Landes empfunden. Die Jewish Agency, die verantwortlich ist fuer die Organisierung des Transportes der Immigranten, ihre Verteilung im Lande nach ihrer Ankunft und die auch fuer sie waehrend des ersten Jahres ihres Aufenthaltes sorgt, stand der neuen Einwanderung mit einem sehr reduzierten Stab von nur 600 Beamten gegenueber, im Vergleich zu den 3000 Beamten waehrend des Hoehepunktes der Einwanderung aus den arabischen Laendern in den Jahren 1950-55. Aber dieser verhaeltnismaessig kleine Stab von Mitarbeitern war ausgeruestet mit Erfahrung und einem hervorragenden Improvisationstalent. In Europa eroeffnete die Jewish Agency verschiedene Sammelzentren fuer die Juden, die aus Russland ueber Polen und aus Polen direkt kamen wie auch fuer die juedischen Fluechtlinge aus Ungarn, die in Israel sich niederzulassen wuenschten. Das Prinzip der selektiven Einwanderung-Einwanderungserlaubnis nur fuer die Juden, die arbeiten konnten — ging ueber Bord, es wurde jedoch versucht, die Groesse eines jeden Transportes den in Israel verfuegbaren Unterkuenften anzupassen. An Bord eines jeden Transportschiffes versuchten Beamte der Agency, die Listen der verfuegbaren Wohnungen bei sich hatten, die Immigranten zu veranlassen, nicht in die grossen Staedte zu gehen und ihr Glueck in den “Entwickelungsbezirken” zu versuchen, d. h. in den Grenzgebieten, wo landwirtschaftliche Arbe i t e r verlangt werden, oder in den kuerzlich gegruendeten Staedten des Negevs. Durch Radio wurde die Agency in Israel im voraus benachrichtigt ueber die Anzahl der Immigranten, die an Bord waren, ihre Neigungen und beruflichen Faehigkeiten. In dem Moment ihrer Ankunft in Haifa war schon ein Plan ihrer geografischen Verteilung fertig. Die Maenner, Frauen und Kinder der Masseneinwanderung von 1950-1955 waren zusammengepfercht worden in den verlassenen arabischen Staedten und Doerfem, in Laeger und behelfsmaessige Unterkuenfte. Als die Einwanderungswelle nachliess, wurden grosse Anstrengungen gemacht, um die Menschen aus den behelfsmaessigen Unterkuenften in feste Wohnungen ueber - zufuehren. Jetzt, mit der neuen Einwanderung, begannen wieder behelfsmaessige Unterkuenfte in Erscheinung zu treten, besser gebaut und besser ausgestattet als die frueheren, doch auch nur mit den dringendsten Lebensnotwendigkeiten versehen. Wasser in der kleinen Kueche des Zweizimmer-Hauses, eine Dusche, ein Minimum von Moebeln. Essen fuer die ersten Tage wurde auch gestellt und ein wenig Geld. Die Einwanderer hatten natuerlich kein eigenes Geld, aber viele von ihnen hatten es geschafft, einen Teil ihres Besitzes mit sich zu bringen (einschliesslich von Sachen, die sie in Israel verkaufen wollten), sodass die kleinen Haeuser bald vollgestopft waren mit grossen Kisten und Moebeln, mit Buechern, Radios, selbst Naehmaschinen und Pianos. Plaene fuer den Bau von definitiven Wohnungen wurden bald von der Agency in Angriff genommen und das Arbeitsministerium, das den Wohnungsbau unter sich, hatte, setzte den gesamten Apparat der staatlivon Gerda Luft chen, halbstaatlichen und privaten Konstruktionsfirmen in Bewegung. Kaum war eine neue Wohnung fertig, dann zog jemand ein, waehrend oft die Waende noch feucht waren. Trotz all dieser Anstrengungen und der Versuche, die Groesse der Transporte aus Europa der Wohnungskapazitaet in Israel anzupassen, gab es doch genug Faelle, wo zwei Familien in einer einzigen Asbesthuette hausen mussten, doch waren gluecklicherweise solche Faelle die Ausnahme. Die Einwanderer koennen in grossen Zuegen in drei Kategorien eingeteilt werden. Erstens die oberste Schicht der Wissenschaftler, Akademiker, Techniker, J ournalisten, Kuenstler und ein paar Offiziere. Die zweite Kategorie besteht aus Menschen, die entweder vollkommen ohne jede berufliche Ausbildung sind oder aber Erfahrung nur in Berufen haben, die schon in Israel ueberfuellt sind: Schneider, Hausierer, Kleinkaufleute. Sie muessen fuer Fabrikarbeit oder als landwirtschaftliche Arbeiter ausgebildet werden Und schliesslich gibt es unter den Immigranten eine grosse Anzahl sozialer Faelle: Witwen mit kleinen Kindern, Invaliden und hilflose aeltere Leute. Sie bedeuten eine zusaetzliche Belastung fuer das Wohlfahrtsministerium und die Stadtverwaltungen. Israel hat einen grossen Mangel an Facharbeitern als Folge des relativ primitiven Charakters der Einwanderer aus den orientalischen Laendern und braucht dringend das ausgebildete Menschenmaterial, das die erste Gruppe bildet, und diese Menschen erhalten dementsprechend auch eine spezielle Behandlung. Die dicht bevoelkerte Kuestenzone — praktisch seit Jahren fuer Neueinwanderer geschlossen — wurde fuer sie wieder geoeffnet. Ganz offensichtlich gehoerten Wissenschaftler und Aerzte, Kuenstler und Facharbeiter in die grossen Staedte. Behelfsmaessige Wohnungen wurden in der Naehe von Tel Aviv errichtet und provisorische Unterkuenfte fuer Fachkraefte entstanden neben den modernen Hotels von Herzlia. Viele dieser Immigranten aus Europa konnten Freunde und Verwandte um Rat und Hilfe ansuchen. Viele wandten sich auch an die schnell sich ausdehnende Englische Abteilung der Agency. Diese Abteilung wurde vor einigen Jahren gegruendet, die Immigranten mit Fachkenntnissen aus den englisch sprechenden Laendern zu beraten, Menschen, die zwar hoehere berufliche Faehigkeiten als die orientalischen Juden hatten, die aber auch an einen angenehmen Lebensstandard gewohnt waren und die im allgemeinen die Moeglichkeit, hatten, in ihr Ursprungsland zurueckzukehren, wenn sie in Israel unzufrieden waren, die dementsprechend auch groessere Ansprueche stellten. Drei Massnahmen wurden von der Englischen Abteilung unternommen. um mit der Situation fertig zu werden: Die PATWA wurde gegruendet, eine Stellenvermittlung fuer Fach arbeiter. Eine Anzahl kleiner Hotels wurde errichtet, um den Immigranten ein angenehmes und nicht zu teueres Leben zu ermoeglichen. Und schliesslich wurden Intensivschulen fuer Hebraeisch eingerichtet. Alle drei Unternehmen gewannen an Bedeutung als Folge der neuen Einwanderungswelle. PATWA zog kuerzlich in groessere Bueroraeume um, wo ihre Beamten begannen, lange Reihen von Menschen zu bedienen, die nicht laenger nur Englisch sprachen, sondern eine verwirrende Anzahl von Sprachen, mit polnisch an der Spitze, gefolgt von russisch, jiddisch und ungarisch. Viele der Einwanderer waren aeltere Leute und oft konnten sie ganze Haufen Dokumente vorzeigen •— Zeugnisse von hoeheren Schulen, Universitaeten und wissenschaftlichen Institutionen. Hin und wieder war es leicht, Arbeitsplaetze fuer sie zu finden, da Fabriken da waren, die diese Fachkraefte schon lange suchten. Aber in der Mehrzahl der Faelle war eine gewisse Zeit des Umschauens noetig, um den richtigen Mann an den richtigen Platz zu stellen. In den dreissiger Jahren, als die deutschen Juden aus Europa nach Israel fluechteten, musste eine gute Anzahl von Aerzten, Wissenschaftlern, Lehrern und Schriftstellern — sowohl aus wirtschaftlicher Notwendigkeit wie auch in Ueber einstimmung mit der zionistischen Ideologie — Huehnerfarmer und Siedler in landwirtschaftlichen Siedhingen werden. (Viele von ihnen kehrten zu ihren frueheren Berufen zurueck, als neue Moeglichkeiten sich eroeffneten mit der Verdoppelung der Bevoelkerung in den letzten 10 Jahren). Heute waere es undenkbar, die Kenntnisse und das Studium eines Arztes oder Physikers brach liegen zu lassen. Israel hat gelernt, was es kostet, eine neue Generation studierter Menschen heranzuziehen und einen hohen Standard beruflichen Koennens zu sichern. Aber eine bevorzugte Behandlung bei Wohnungssuche und Anleihen und selbst die Aussicht auf eine Anstellung sind wertlos, wenn der neu angekommene Lehrer oder Arzt kein hebraeisch kennt. Und hier springen die Intensivkurse ein. Sechs dieser Institutionen sind Internate und verschiedene andere sind Tagesschulen. Ungefaehr dreissig weitere sind in Kibbutzim eingerichtet, wo junge Immigranten vier Stunden am Tag arbeiten und vier Stunden hebraeisch lernen. Die Intensivkurse lehren je- An einzelnen berufstaetlgen Herrn oder junges Maedchen Vermiete ln mod. Hause gut moebl. Zimmer mit Fruehstueck, evtl. Mittagessen, Bad, Tel. Bedienung. CHIFFE G49 CLASIFICADOR 567 doch nicht nur hebraeisch, sondern auch Zionismus und die Geschichte der zionistischen Siedlung, hebraeische Gesaenge und die Geheimnisse der israelischen Politik. Sie sind in der Tat Zentren der Assimilierung fuer Menschen, die aus einer ganz verschiedenen Welt kommen. Ungefaehr 20.000 Schueler sind durch sie in den letzten acht Jahren gegangen. Die Lebensbedingungen in den Internaten sind ertraeglich, keineswegs luxurioes und der Kursus verlangt ein intensives und hartes Studium. Jeder Kursus dauert 4-5 Monate und die 6 Internate haben fuer insgesamt ueber 1000 Schueler Platz. Nur die, fuer die die Beherrschung der Sprache eine Vorbedingung fuer die Ausuebung ihres Berufs ist, werden zugelassen und jede freie Stelle ist sehr begehrt, da eine Beherrschung des Hebraeischen fuer viele Immigranten den einzigen Zugang zu einer festen Arbeit in ihrem Beruf bedeutet. Ein Wort muss noch gesagt werden ueber die Aussichten, die neue Einwanderung an das israelische Leben zu assimilieren. Wenige der Neuankoemmlinge sind Zionisten und die meisten jungen Menschen unter ihnen, besonders aus Ungarn, Russland und Polen, haben wenig zu tun gehabt mit juedischen Dingen. Viele von ihnen haben zweimal in ihrem Leben ihre Welt in Truemmern zusammenstuerzen sehen, erst, als sie vor den Nazis fliehen mussten und dann, als unerwartete Aenderungen der politischen Lage in Aegypten und hinter dem eisernen Vorhang sie davon ueberzeugten, dass ihre Sicherheit nur in Israel gewährleistet ist. Sie haben wenige Illusionen und werden sehr darum kaempfen, die wirtschaftliche Stellung und den materiellen Komfort wiederzugewinnen, deren sie sich in ihren Ursprungslaendern erfreuten. Einige Beamte, die mit ihnen zu tun hatten, fuerchten, dass diese Menschen fuer den Staat ein so schweres Problem bedeuten werden, wie die heimatlosen Fluechtlinge (displaced persons, die 1949-1950 nach Israel kamen. Andere sind begeistert, Weil sie wissen, dass Israel wieder von Europaeern besiedelt wird, von Menschen, die wissen, wie man arbeitet und von denen viele einen hohen Stand der Zivilisation repraesentieren. Sowohl die Befuerchtungen wie auch die Begeisterung erscheinen gerechtfertigt. Auszugsweise fuer das Boletln Informativo aus der Zeitschrift “Commentary” uebersetzt. SOCIO mit 10 Millionen Kapital, Mitarbeit erwuenscht, fuer MOEBELFABRIK IN FUNKTION GESUCHT Sehr gute Kundschaft, FONO 69610 NEUE HAEUSER FUER NEUE IMMIGRANTEN fSgjjM %

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