Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XX (1958)
- Issue
- 4 (Abril, 1958)
- Date
- 1958-04-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Abril 1958 BOLETIN INFORMATIVO 3 ZUM 10. STAATS - GRUENDUNGSTAG Herr Dr. NAHUM GOLDMANN, Praesident des ]uedischen Weltkongresses, der Claimes— Conference und der Agencia Judia hat unserer Gemeinde anlaesslich des 10. Jom Haazmaut eine Begruessung gesandt, die wir nachstehend in Uebersetzung aus dem englischen zum Abdruck bringen: Ich freue mich zu erfahren, dass die juedischen Gemeinden Chiles sich mit unserem ganzen Volke am 10. Gruendungstage der Medinat Israel zur gemeinsamen Feier vereinen. Vor 10 Jahren entstand Israel und es eroeffnete sich eine neue Aera in der Geschichte des juedischen Volkes. In 10 Jahren hat Israel siegreich zwei Kriege ueberstanden, seine Bevoelkerung verdreifacht, ausserordentliche Fortschritte auf dem Gebiete der Industrie und der Landwirtschaft gemacht■ Es ist als gleichberechtigt von den Voelkern der Welt anerkannt worden, und heutzutage unterstuetzt es kuerzlich gegruendete Staaten in Asien und Afrika in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung und knuepft mit ihnen hoechst wichtige kommerzielle Verbindungen an. Infolge seiner eigenen Anstrengung und der begeisterten Mitarbeit der Juden der ganzen Welt ist Israel heute staerker als je zuvor. Die Juden Chiles haben taetigen Anteil an der gemeinsamen Aufgabe genommen und koennen auf die erreichten Ergebnisse stolz sein. Die kommenden Jahre indessen werden uns viele schwere Probleme bringen. Wir hoffen zuversichtlich, dass waehrend der naechsten 10 Jahre Israel zu einer Verstaendigung mit der arabischen Welt kommen, wirtschaftliche Selbstaendigkeit erhalten und, seine Tueren fuer Hunderttausende russischer Juden oeffnen wird. Im Vertrauen auf die volle verantwortungsbewusste Mitarbeit der juedischen Gemeinschaften der ganzen Welt, tritt Israel in das zweite Jahrzehnt seines Bestehens mit neuem Mut und Vertrauen ein und wird in diesem ein ruhmreiches Kapitel der Geschichte des juedischen Volkes hinzufuegen. von Rabbiner Manfred Lubliner Das 10 jaehrige Bestehen des Staates Israel erfuellt die gesamte juedische Welt in diesen Tagen mit Stolz und Freude. Mit dieser Staatsgruendung ist ein neuer nationaler Festtag in das juedische Dasein eingetreten. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es nur zwei nationale Feiertage, die das juedische Volk Jahrtausende hindurch begangen hat. Pessach, das Fest der Befreiung aus der aegyptischen Knechtschaft, ein Ereignis, das die Grundlage fuer die volkliche Existenz durch die Jahrtausende gebildet hat, ist auf’s engste mit dem unsterblichen Namen des Groessten in unserer Geschichte verknuepft, mit Moses, dem Kaempfer, Gesetzgeber, Lehrer und Propheten, der die Geknechteten nicht nur physisch befreite, sondern sie auch seelisch und geistig auf den Weg vorbereitete, der schliesslich in das verheissene Land fuehrte. Der zweite Gedenktag —Chanukkah—, den unser Volk seit mehr als Zwei J ahrt ausenden feiert, hat gleichfalls seinen Grund im Kampf fuer die Idee der Freiheit unseres Volkes. Juda Maccabi und die Schar seiner Getreuen waren die Herren jener Tage im zweiten Jahrhundert vor der Zeitrechnung und die Menorah — der achtarmige Leuchter — kuendet bis auf unsere Tage von dem heldischen Mut jener Maenner, die zum Kampfe auszogen, um als freie juedische Menschen in Israel leben und schaffen zu koennen. Wohl kehrte das Hasmonaeergeschlecht von jenen Kaempfen siegreich nach Jerusalem heim, aber es dauerte nur eine kurze Zeitspanne, bis sich der Himmel ueber der judaeischen Erde verfinsterte und die grosse lange Nacht der Verfolgungen und Peinigungen, kurz die Nacht des fast endlosen Martyriums hereinbrach. Und in den ersten Tagen des Monats Ijar 5708 geschah abermals das grosse Wunder, das sich zum ersten Mal in grauer Vorzeit in Aegypten vollzogen hatte. Die ewige Sehnsucht als freie juedische Menschen zu leben, der Traum und die Hoffnung aller Generationen seit dem Unglueckstage des Jahre 70 wurde zur Wirklichkeit, und das geschah gerade in den Tagen der groessten Tragoedie, die unser Volk erlebt hat, gerade dann, als Millionen unserer Brueder und Schwestern den Tod fuer “Kiddusch Haschern” gefunden hatten, gerade dann, als ein Drittel des juedischen Volkes auf ruchloseste Weise vernichtet worden war. In einem solchen tragischen Augenblick stand ein unerschrockener Mann auf, Ben Gurion, und proklamierte am Erev Schabbat den neuen juedischen Staat, die Medinat Israel. Viele bedeutende juedische Persoenlichkeiten waren damals gegen diesen Schritt, aber der Unerschrockene, der vollen Verantwortung bewusste Kaempfer, |'il27)F.iocÄur«ehen*rregondeI'uWi kiilion erscheint in Wenigen Der Judenslaat. Versuch einer modernen Lösung; der Judenfrage. Von Theodor Herzl, Doctor der Rechte Preis 1 Jft Ä cond. 25%, bar 33 Vs% und 13/12, .Id dieser Arbeit wird eine Welt- Idee propagiert, welche io allen an der Judenfrage interessierten Rändern geradeso Seosatioo machen muss; es wird hier als einziges Mittel zur Lösung der Juden*, frage der Gedanke der Herstellung eines Jadenstaates auf durchaus moderner Grundlage entwickelt. Zu diesem Bebufe empfiehlt der Autor die Grüoduog einer »Jewish -.Company« nach dem Muster jener berühmten Kolo* nisierungs-Gesclhcbaften, der ostindischen Kompagnie oder der südafrikanischen Char«. tered Company. Der Verfasser weist über«» zeugend nach, warum diese neue Staatsidee keine Utopie sei und konstruiert die? Organe, welche die Durchführung des grossen Werkes zu besorgen hätten. Der Verfasser, Dr. Herzl, welcher als Publizist in hervorragender Steltuog, früher in Paris, jetzt in Wien tbälig i$t% und sieb insbesondere durch sein Buch „Das Palais Bourbon“ einen angesehenen Hünen erworben hat, verfügt Über einen so gl&nzenden, bioreissenden Stil, dass die Arbeit schon deshalb allein gelesen und gekauft werden wird Diese Arbeit hat für• Christen und' Juden gleich hohe« Interesse. Für wette-ttgebende Publikation io der Presse ist ge*orgt>‘ Bitte daher au verlängerst Wim, M. Breltensteia. Mt* TRAUM... hielt diesen Moment fuer die Sternstunde unseres Volkes, unternahm das grosse Wagnis, der Welt zu kuenden, dass das juedische Volk von jetzt ab sein Geschick in seine eigenen Haende nimmt und in Zukunft auf dem alten Vaeterboden als freies Volk juedisch zu leben gedenkt. In der Tat hat die Reaktion der Weltmaechte Amerika und Russland dem grossen Visionaer Recht gegeben, denn beide Staaten gaben sofort ihre Anerkennung fuer den neugeschaffenen Staat Israel, ohne ihm allerdings jene Hilfe zu gewaehren, deren er in den ersten Stunden der Geburt bedurft haette. Einmal mehr haben wir den Sinngehalt der Worte verstanden, die wir beim Akt der Berith Milah zu sprechen pflegen: “Bedomajich chaji” Durch Dein Blut wirst Du leben. Mit unserem teueren juedischen Blut, mit dem Blut der Jungen und Alten hat sich Israel seine Existenz erkaempfen muessen, nicht nur in dem Freiheitskampf gegen die sieben arabischen Heere am Beginn seines staatlichen Lebens und nicht nur in den nachfolgenden Jahren hat es mit seinem Blut die Grenzen des Landes gegen ruchlose Ueberf a e 11 e und heimtueckische Morde verteidigen muessen, sondern auch in seinem letzten Sinaifeldzug musste es Leben und Eigentum seiner Buerger verteidigen, damit diese auch weiterhin als freie juedische Menschen im Lande der Vaeter leben koennen. Gegenueber der Welt hat es mit dieser Haltung unter Beweis gestellt, dass es zu jeder Zeit bereit ist, wenn es die Stunde fordert, Leben und Existenz von Volk und Land, im Geiste von: “Durch Dein Blut wirst Du leben” zu schuetzen und zu bewahren. Die Geschichte der ersten zehn Jahre ist so ein ununterbro c h e in e r, unermuedlicher Kampf, der gegen zwei Fronten gefuehrt werden musste. Nach aussen mit seinen Nachbarn, die bis zum heutigen Tage noch nicht gewillt sind, den geschlossenen Waffenstillstand in einen wirklichen Frieden umzuwandeln, und nach innen auf allen Gebieten des taeglichen Lebens, in der Wirtschaft, Politik, Erziehung, Einwanderung. Und doch trotz all der grossen Hindernisse und kaum zu ueberwindenden Schwierigkeiten hat dieses <«vt» ,**ä fl**Afc «w»* ->w-t ■» -*»*#«* »*s* 4 ' t?** w» ¡ **ixj»**Tm *w*’*Y*r•«**«*?:• ' V «wä.yta W** «fc» IfrllfrflWnijayT j vfi; w* "i 'X. * w trofey r*prjs »w.?;$v' .****■# «m******* -4«* '»Av« v<+» V* y nr***.;-* «TA***»«#**i^^*;? **• F** «***» •»>**«>» uV* *'*&<*..■ nie* **** >y.**W r**», jeT-e* /****<*. .1 ■ .<* % 4 <*{*Y»*’*<**s f :-«W fV «1*» : '**“+*• Ä» y'’’; * - ’'.fyy irtWOJí*^*« .«mtS 5-;• Vwyti xs Vt/í irvoh ttm; S v»**« Vi* pnmvo ww r-wy» tu* i*»«»» tr"r*% ú* /¡ttnttm /nnurtVw;:; > , Wmv fVnoí fc Vf-»Ä tÁ *>«M v**a ÍS»rM» rW-v J: v triw . nmv •»***#• •>”>* awi W'P?; ir*í « Bti Mw* Vi». >« w J"*' •*?**»•« w-n-j-i V»* w» k; y*tyr «W': £' •' 7»* »vÁ ' C wWwi/*•<*»;■ X .*t**ff**-?v k .• *r*í*v-' w 4» w Jj •; jviwi« H... ttwiw m«Vi f» ftríir. ¿4** V* ■ ' itu«** V* ’.-j 3, W-.! hr**.- A * •viff fy# 7:'? j»*W. 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Auch auf dem Gebiete der Kunst, Musik, Wissenschaft und Literatur hat Israel grosse Fortschritte zu verzeichnen und nimmt im Voelkerkonzert den ihm gebuehrenden Platz ein Es waere noch groesser und staerker in dieser Zeitspanne geworden, wenn es alle seine Kraefte haette lediglich auf einen friedlichen Aufbau konzentrieren koennen. Die Medinat Israel ist entstanden, das eigene grosse Haus ist fuer die juedische Welt im besonderen und fuer die Welt im allgemeinen geschaffen. Die ersten 10 Jahre sind vorueber und nunmehr tritt die Medinat Israel in ihr zweites Dezennium ein. In einem solchen Moment sind die Buerger des Staates nur von einem brennenden Wunsch beseelt, dass die Tage und Jahre der kommenden Zeit, Tage des Friedens und der Ruhe nicht nur fuer Israel, sondern auch fuer die gesamte Welt seien moegen. Auch die Juden in der Welt sind in diesen Tagen von der gleichen Hoffnung erfuellt und wuenschen von ganzem Herzen, dass in der kommenden Zeit die Medinat Israel in Ruhe und Frieden ihr konstruktives Aufbauwerk fortsetzen kann und dass sich das grosse Wort des Propheten Jeschjaht verwirkliche: “Ich werde Dich zum Licht der Voelker geben, auf dass mein Heil sei bis ans Ende der Tage”.