Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XX (1958)
- Issue
- 3 (Marzo, 1958)
- Date
- 1958-03-01
- Page
- Seite 13 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/8553624-8557203-9194366--2221-8557248- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Marzo 1958 BOLETIN INFORMATIVO 13 GEGENWARTSNAHE GESCHICHTE (Fortsetzung von Seite 1) inneren ,Orientierung liegt als im Abw'ehrkampf gegen einen äusseren Gegner. Staaten, die gestern uns feindlich gegenüberstanden, können morgen einen Weg der Verständigung finden. Die Erben des nazistischen Deutschlands haben den guten Willen gezeigt, mit ihrer düsteren Vergangenheit zu brechen und bei mehrfachen Gelegenheiten bewiesen, dass es ihnen — wenigstens jetzt — ernst mit ihren Absichten der Beseitigung des schimpflichen Schandfleckes ist, mit dem sich ihr Land unter hitleristischer Herrschaft besudelt hat. Die deutsche Regierung hat nicht nur durch den Vertrag mit Israel eine materielle Wiedergutmachung geleistet, sondern zugleich vor der Weltöffentlichkeit sich von jenem Blutregime distanziert. Sie hat dem wirtschaftlichen und politischen Druck der arabischen Länder getrotzt — in dieser Klarheit übrigens als einzige Macht der Welt. Diese Feststellungen besagen nicht, dass wir ein Recht darauf hätten, zu verzeihen und zu vergeben oder zu vergessen, was uns geschah. Sie demonstrieren dagegen, dass durch einen Wandel der politischen Verhältnisse, durch eignen Wechsel der Regierung oder der parlamentarischen ’Mehrheit das Verhältnis zwischen zwei Völkern einen 'grundlegenden Wandel erfahren kann. Die letzten Jahre haben uns gelehrt, dass Juden nur dort in Massen zur Wanderung nach Israel aufbrechen, wo sie von äusseren Gewalten hierzu gezwungen werden. Die Einwanderung aus den freien Ländern, in denen die Juden als Einzelwesen Bürgerrecht geniessen, ist schwach. Aber dort, wo der Druck die Lage unerträglich macht, versuchen sie, den Weg nach Israel zu finden. Dies gilt vor allem für die jüdischen Gemeinschaften in denjenigen Ländern, die unter kommunistischer Herrschaft stehen. Dort haben sich viele Tausende für eine Auswanderung nach Israel eintragen lassen und warten auf den Tag, wo die Schranken fallen, wo sich ein Spalt im eisernen Vorhang öffnet, durch den sie in die Freiheit treten können. Seit Jahren tobt ein Kampf um die Auswanderung der Juden aus Russland, aus Polen, Ungarn und Rumänien. Immer wieder taucht ein neuer Hoffnungsschimmer auf, dass die Machthaber jener Länder die Verbote zur Auswanderung aufheben oder einer begrenzten Anzahl von Juden gestatten, das Land zu verlassen, in dem die Juden nicht leben wollen, weil sie dort nicht leben können. Antijüdische Massnahmen wirken sich in oft entgegensetzter Richtung aus. Sicherlich war die häufigste Form der Verfolgung die Vertreibung aus einem Lande, in welchem man die Juden nicht haben wollte. Die Kommunisten haben eine andere Methode ersonnen; sie verbieten den Juden den Exodus, an dem übrigens schon Pharao aus ähnlichen Motiven sie hindern wollte. Der kommunistische Antisemitismus ist stets seine eigenen Wege gegangen. Das Auswanderungsverbot ist nur im Rahmen des sowjetischen Gewaltsystems zu verstehen, die Juden nicht als Rasse, sondern als Volk durch einen Prozess der Zwangsassimitation zu zerstören. Deswegen gibt es für die Juden dieser Länder, die Juden bleiben wollen, nur den Weg der Auswanderung, um der Auflösung zu entrinnen, von der naturgemäss die Jugend am stärksten bedroht ist. Dort aber, wo der äussere Druck nicht vorhanden ist, wird der Satz der Hagada “Dieses Jahr noch hier, im nächsten Jahr im Lande Israel — dieses Jahr Knechte, im nächsten Jahr freie Männer” noch immer als die gleiche fromme und unwirkliche Formel empfunden und als treues Gut einer lieb gewonnenen Tradition wiederholt, als wäre im Laufe der letzten Jahrzehnte nichts geschehen. Für die Juden Amerikas ist ihr Land das Idol der Freiheit, wie dies für die Juden Mitteleuropas vor 25 oder 30 Jahren der Fall gewesen ist. Gibt es aber für Juden geschichtliche Wahrheiten, die nur auf einen Teil des Volkes zutreffen würden? Sind die Lehren aus tausendjähriger Vergangenheit nur für diejenige richtig; die unmittelbar von ihnen getroffen werden? Ist Mizrajim für unser Volk ein geographischer oder ein symbolischer Begriff? Ist nur dort Mizrajim, wo im Augenblick Hass und Verfolgung, wirtschaftliche Eifersucht oder politische Planung die Juden austreibt oder an ihrer Auswanderung verhindert? Wenn wir dieser Fragestellung begegnen und ihr nicht ausweichen wollen, werden wir erkennen, dass hiermit über unser eigenes Schicksal entschieden wird. Wer sich damit begnügt, den augenblicklichen Status zu akzeptieren, wer eine opportunistische Politik treibt und sich um die Gestaltung der Zukunft nicht bemüht, für den bedeutet diese Frage nur eine. Unbequemlichkeit, die man dadurch eliminiert, das man an der Problemstellung vorbeisieht. Mit jedem Pessach aber wird diese Frage erneut warnend und mahnend, vor uns gestellt. Mit jedem Pessach haben wir die Entscheidung auf das nächste Jahr vertagt. Merkwürdig genug ist diese Reaktion für ein Volk, in welchem der Familiensinn als eine lebendige, erhaltende Kraft wirkt. Die Sorge der Eltern für ihre Kinder ist nicht nur eine gesetzliche und moralische Pflicht, der sich jüdische Eltern mit aller Hingabe widmen, um sie nach bestem Können zu erfüllen. Wir haben jedoch nicht gelernt, dass diese Aufgabe niemals gelöst werden kann, wenn sie sich mit der Sicherung durch irdische, durch materielle Güter begnügt. Wie vergänglich sind diese! Mit einem Federstrich Verschwanden die grossen jüdischen Vermögen, die durch keine Restitution wieder hervorgezaubert werden können. Die wahre Sorge für die Zukunft kann nur die Planung einer gesicherten Existenz in Erfüllung des Hagada-Satzes sein: “Im nächsten Jahr im Lande Israel”. Hier handelt es sich nicht um eine Diskussion zwischen “Realisten” und “Fanatikern”, hier geht es nicht um Zionisten” und “Nicht - Zionisten”. Hier geht es um mehr als um Meinungen: hier geht es um die Planung unserer gemeinsamen Zukunft, Wir haben gesehen, welche Unterschiede selbst die amerikanischen Zionisten zwischen den Ländern der Verfolgung, die sie mit “Golus” bezeichneten, und ihrem Amerika machten, das für sie “Diaspora” ist. Selbst sie merkten nicht, dass sie mit dieser Gegenüberstellung von Golus und Diaspora nur einem Wortspiel zum Opfer fielen, das einer Konfrontierung mit der Wirklichkeit nicht standhält. Wir haben keine Veranlassung, unsere Situation in schwärzeren Farben darzustellen, als sie sich präsentiert. Nicht nur dort, wo die Flammen des Hasses lichterloh emporschlagen, ist Gefahr. Der gleiche verhängnisvolle Fehler wäre, in eine Schwarzweiss — Malerei zu verfallen oder alles so hinzustellen, wie es uns gefiele. Die Kunst, politisch zu denken, also die Zukunft vorzubereiten, setzt die Erkenntnis der nüchternen Tatsachen voraus, wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. Dieamerikanischen Juden, um bei diesem Beispiel zu bleiben, leugnen jede Gefahr. Und doch hat Eisenhower dem sauditischen König versprochen, dass keine jüdischen Soldaten in einer amerikanischen (nicht sauditischen!) Flugbasis in Saudi Arabien stationiert werden. Und doch haben die amerikanischen Behörden von sich aus keine Schritte gegen die diffamierenden Massnahmen arabischer Länder unternommen, die Deklarationen über die rassische und religiöse Zugehörigkeit von amerikanischen Fabrikanten und Exporteuren verlangten. Und doch?ibt es ■P^sHj^rien un'! Kreise, W. I. z. o. de efu** GRUPPE HENRIETA SZOLD. Donnerstag, 13.3.58. nachm 5 Uhr. Kopernikus und »eine Welt. Frau Herta Tichauer. Donnerstag, 27.3.58. nachm 5 Uhr. Von der Kleidung. Frau Else Rothschild. Donnerstag, 10.4.58. nachm 5 Uhr. Stefan Zweig: Die Welt von gestern. Frau Edith Goldschmidt. GRUPPE GOLDA MEIR. Montag, 17.3.58. abends 9 Uhr. Montag, 31.3.58. abends 9 Uhr. Montag, 14.4.58. abends 9 Uhr. GRUPPE HANNA MEISEL. Dienstag, 18.3.58. nachm 5 Uhr. Dienstag, 1.4.58. nachm 5 Uhr. Dienstag, 15.4.58. nachm 5 Uhr. GRUPPE VERA WEIZMANN. Dienstag, 11.3.58. nachm 5 Uhr. Dienstag, 25.3.58. nachm 5 Uhr. Dienstag, 8.4.58. nachm 5 Uhr. GRUPPE AHAWAH. Mittwoch, 12.3.58. nachm 5 Uhr. Mittwoch, 26.3.58. nachm 5 Uhr. Mittwoch, 9.4.58. nachm 5 Uhr. Plauderei ueber Spionage. Frau Hilde Sachs. Israels Musik Im Wandel der Zeiten. Frau Margot Lande. Gesellschaftsaufbau im Kibbutz. Herr Max Zimels. Erinnerungen aus Israel. 1 Teil: Tel-Aviv. Haifa, Jerusalem. Frau Mary Hollaender. Erinnerungen aus Israel. 2 Teil: Der Negev bis Elath. Frau Mary Hollaender. Israels Jugend und der Tenach. Herr Max Zimels. Programm nach muendlleher Vereinbarung. Erziehungsprobleme Im Kibbutz. Frau Minna Baron. Chilenidades. Frau Lene Back. Schalom Asch: Der Prophet. Herr Rabbiner Manfred Lubliner. Gemuetlicher Nachmittag. Pessachgedanken. in die Juden nicht hinkommen können, im freien, demokratischen Amerika. Sind das Zeichen einer Diaspora oder ist das schon Golus? Wir wissen, dass solche Gefahren vorüberziehen können und wie McCarthy in wenigen Jahren vergessen sein mögen. Wir wissen aber auch, dass aine heute unbedeutende Strömung anderen Tages bereits ein ganzes Volk oder wesentliche Teile mitzureissen vermag. Die Unsicherheit ist das sicherste Zeichen der Lage, in welcher Judenheiten seit Jahrtausenden unter allen Völkern lebten. Aussnahmen haben wir in unserer langen Geschichte nicht kennen gelernt. Der Hinweis auf die von Gefahren und Schwierigkeiten umlauerte Situation Israels geht aus einem einzigen Grun- A'~ fehl: dort leben Juden in ihrem Land. Dort sind sie ein Staatsvolk, das um seine Existenz ringt. Dort haben sie in wenigen Jahren bewiesen, dass sie ein entscheidendes Wort über ihr Schicksal mitreden können. Die Freiheit in ihrem Lande vermag ihnen niemand zu rauben. Wie stark Israel ist, das ist nicht zuletzt vom ganzen jüdischen Volk abhängig. An diesem Pessach ist es wiederum vor die Alternative gestellt, frei zu sein oder als Knechte in fremden Ländern leben zu wollen. Die Alternative ist hart. Das aber ändert nichts daran, dass sie besteht und auf Entscheidung wartet. Unser Volk hat die Formung seiner Zukunft in seine Hände genommen. Jeder von uns kann über sein Schicksal bestimmen. (Juedische Wochenschau). msm vEKwrM/ogTuivft IDO ODO OLIM PIE HEILIGE PFLICHT DER. KOLLEKTIVITAET MUSS VON ALLEN ERFUELLT WERPEN.