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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1958-03-01 · 3 (Marzo, 1958) · p. Seite 5

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XX (1958)
Issue
3 (Marzo, 1958)
Date
1958-03-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Marzo 1958 BOLETIN INFORMATIVO 5 Die vier Kibbuzniks von Kuyuk-Me FEIERN IN ISRAEL Die Gründung des Staates Israel jaehrt sich am 24. April 1958 zum zehnten Male. Das ganze Land rüstet zum Fest und ein besonderes, von der Regierung ernanntes Comité bereitet diç Feierlichkeiten vor, die sich über das ganze jüdische Jahr 5718 (1957/58) erstrecken. Zehntausende Gaeste aus dem Ausland werden in Israel erwartet; ihre Unterbringung in Hotels und in Privatwohnungen wird genau geplant. Die Fahrgastschiffe der israelischen Reederei “ZIM” und die Flugzeuge des israelischen Gesellschaft “EL-AL” sehen Sonderdienste für Besucher aus Uebersee vor. Wir verroeffentlichen im folgenden einige der wichtigsten Daten des Festprogrammes. Die Feierlichkeiten unmittelbar vor dem Jahrestag setzen in traditioneller Form am 7. April 1958 mit einem Pilgerzug nach Jerusalem ein, der vom Presidenten der Zionistischen Weltorganisation, Dr. Nachum Goldmann, geführt wird. 22. April: Festsitzung der Knesset in Jerusalem. 23. April: Totengedenktag Abends: Aufklang der Jubilaeumsfeier mit einem Festakt auf dem Herzlberg in Jerusalem. — Die Nacht über: Feiern in allen Staedten und Doerfern; Volkstaenze unter freiem Himmel. 24. April: Militaerparaden in Jerusalem, Tel Aviv und Haifa, Journalisten-Ball in Jerusalem. Staffellauf Jerusalem— Tel Aviv. 25. April: Nebi Shuaib: Ein Drusen- Fest im Galil; Traditionelle Taenze. 26. April: Gala - Konzert der israelischen Philharmonie in der neuen Konzerthalle in Tel Aviv. 27. April: Eroeffnung der neuen Universitaets-Gebaeude in Jerusalem. 29. April—5. Mai: Blumenschau in Haifa. 8. Mai: Einweihung des neuen Gebaeudes des Oberrabbinats in Jerusalem. 12.—14. Mai: Studentenkarneval in Jerusalem. 23. Mai: Gründung einer neuen Siedlung. 26. Mai: Beginn der Woche der W1ZO (Weltorganisation der zionistischen Frauen). 4. Juni: Tag der Frau im Militaerdienst: Parade in Militaerlagern. Für das Jubilaeumsjahr bereiten alle hebraeischen Bühnen Neuinszenierungen vor und werden auch auf Stücke zurückgreifen, die zu den klassischen Bestandteilen ihres Repertoires gehoeren. Die “Habimah”, das aelteste hebraeische Theater, hat einen Wettbewerb für ein Stück ausgeschrieben, in dem die Aufbauarbeit Israels waehrend der ersten zehn Jahre dargestellt werden soll. Man erwartet Gastspiele bekannter 5. Juni: 23. Juni: 1. Juli: 3. Juli: 8. Juli: 15. Juli: 14.- -15 Juli: nmoiy niry Eroeffnung der Jubilaeums- Ausstellung in Jerusalem. Tag der Fallschirmjaeger. Militaerische Vorführungen. Beginn der archaeologischen Saison: Besuche der Ausgrabungsstaetten. Tanzfestspiele in Dalia in den Bergen Efraim, folkloristische Taenze. Herzl-Bialik-Gedenktag. Jüdisches Weltjugendtreffen: Ausflüge, Lager. Marin e-Tage: Besuche der Marineeinheiten, feierliche Veranstaltungen, Feuerwerk. Die 3. “Zimria” (Internationaler Chor-Festival). Weltkongress der jüdischen Aerzte. Fest der israelischen Luftwaffe. Weltkongress der jüdischen Ingenieure und Architekten. Gesang und Tanzfestspiele der Jugend in Petah-Tikwah. Kongress der Amateur-Archaeologen in Jerusalem. Festtage am Genezareth-See. Internationales Film-Festival in Haifa. 80. Gründungsfest der Stadt Petah-Tikwah. 2. November: Gedenktag für Professor Weizmann, dem ersten Presidenten des Staates Israel. amerikanischer und europaeischer Ensembles. Das Philharmonische Orchester und das israelische Rundfunkorchester werden in den Staedten und Siedlungen des Landes Sonderkonzerte geben. Die Jubilaeums-Ausstellung in Jerusalem (5. Juni bis 21. August) wird das in zehn Jahren Erreichte darstellen und Programme für die Zukunft zeigen. 7.—22. August: 12.-—24. August: 12.—13. August: 20.—25. August: September: 30. September: Oktober: 5. Oktober: 20. Oktober: Wo dieses Dorf, Kuyuk-Me, liegt wird auch Lesern, die von guter Allgemeinbildung und insbesondere in der Geographie noch so beschlagen sind, nicht klarer werden, wenn hinzugefügt wird, dass sich am Rand der Ortschaft die felsigen Klippen des abschüssigen Goteik - Geländes befinden. Kaum mehr dürfte es besagen, dass das Gebiet zu der phantastisch fruchtbaren Shan-Prozinz gehört, “irgendwo in Südostasien”. Südostasien ist von immensen Ausmassen und verfügt über Hunderte derartiger Landesteile, Verständlicher wird die Sache, wenn man hinzufügt, dass Kuyuk-Me 150 Meilen von der Stadt Mandalay, der von dort am ehesten erreichbaren burmanesischen Stadt, entfernt liegt, und andererseits gleichfalls 150 Meilen entfernt von dem chinesischen Grenzort Lantsang, einem Hauptquartier kommunistischer Milizionäre oder Räuberbanden, die des Gebiet der Shan - Hügel und Shan-Felder von Mal zu Mal heimsuchen, ohne sich sonderlich um die dazwischen liegende Grenze zu kümmern. Immerhin, so weit wie möglicht ist die Ortsbestimmung damit erfolgt. Umso erstaunter ist der geneigte Leser, wenn er hört, dass vier Israelis In Kuyuk-Me nicht mehr und nicht weniger als an den Aufbau eines regelrechten Kibbuz gegangen sind. Eine Zeitungsente? Aber hier sind die Namen der unternehmungslu s t i g e n Kibbuzniks: der 42jährige Daniel Maas aus der Siedlung Maabaroth, südlich von Chedera, ist es, der 38jährige Reuben Lavy aus Hasorea, der 36 jährige Mendel Eshel aus dem Negew-Kibbuz Schuwal und der 27jährige Dani Hillel aus Sde Boker der “Benjamin” der Gruppe. Was sie dorthin brachte, entzieht sich im einzelnen der Kenntnis, wenn auch vermutet werden kann, dass ihr Entschluss mit Vereinbarungen zusammenhing, die die Regierung der beiden Länder, Israel und Burma, getroffen hatten— vor allem, um die Shan-Provinz landwirtschaftlich aufzuschliessen, und im Rahmen dessen auch, eine hydro-elektrische Kraftstation zur Ausnutzung der Wasser des Goteik zu bauen, der Tausende von Metern unterhalb des Dorfes zwischen jenen Klippen dahinbraust. Wie auch immer, sie trafen an Ort und Stelle ein Sie fanden ihr Logis in einem Holzhaus in der Hauptstrasse des Dorfs. Zunächst versuchten sie, die Frage der orts und landesgemässen Ernährung auf eigene Faust mit den Gewürzen und Gemüsen zu lösen, die ihnen in Kuyuk - Me erlangbar waren; aber dann gaben sie es auf, in die Geheimnisse der chinesischen Küche einzudringen, und engagierten einen Chinesen als Koch, nachdem sie fünf Wochen lang von Tee und Eiern gelebt und entsprechend gehungert hatten. Das aber war und blieb ihr einziges Zugeständnis an das geänderte Milieu. Statt sich wie die dortigen Bauern zu kleiden, halten sie an ihren “shorts” und Blusen aus Khaki fest, an ihren Sandalen, die sie seit je getragen, und den (grünen) Baskenmützen, die sie sich zur Reise ins unbekannte Asien beschafft hatten. Und nicht nur das! Wie in ihren heimatlichen Kibbuzim, gehen sie vor Morgengrauen an die Arbeit, machen auf dem Felde die übliche Mittagspause und kehren erst mit der Dämmerung heim — zum masslosen Erstaunen der burmanesischen Dörfler, die erstens, vielleicht überhaupt noch niemals Nichtasiaten bzw. Europäer gesehen und es, zweitens, insbesondere für unmöglich gehalten hatten, dass solche Leute selber Hand anlegen, statt sich von “boys” bedienen zu lassen. Ja, “aber so haben wir unser Land aufgebaut”, erklärte ihr Sprecher, Daniel Mass, dem Dorfschulzen, der ihn mit echt asiatischer Höflichkeit, aber erfüllt von einem zunächst nicht unbegreiflichen Argwohn fragte, was es mit all dem auf sich habe. Wir wissen nicht genau, in welcher Sprache diese Unterhaltung vor sich gegangen ist: aber es dürfte so sein, dass sich die vier Kibbuzniks mit dem ortsüblichen Dialekt inzwischen einigermassen vertraut gemacht haben. Genauer wissen wir, dass die Verblüffung der Bauern des Dorfs noch stieg, als die Vier dazu übergingen Latrinen anzulegen, und, noch ungebräuchlicher, Duschvorrichtungen, zu denen sie das Wasser Tag für Tag in Eimern aus einem Brunnen vor dem Dorfe heranschleppen. Da das anfängliche Misstrauen der Einheimischen bald einem immer wachsenden Zutrauen wich, gehen die Israelis unbewaffnet zu diesem Brunnen und den Feldern. Aber das heisst nicht, dass sie sich unangebrachter Vertrauensseligkeit hingegeben hätten Nach besten Haganah - Traditionen haben sie vor allem gegen jene Ueberfälle und Raubzüge chinesischer Grenzler, von denen schon die Rede war, Vorsorge getroffen; ja, burmanesische Bauern, auf die sie sich verlassen können, werden von ihnen an den Abenden systematisch im Gebrauch von automatischen Schusswaffen, Handgranaten und sogar Maschinengewehren ausgebildet, und gehen unter ihrer Führung regelmässig auf Patrouille. Der Kibbuz, den sie bei Kuyuk-Me errichtet haben, ist weit und breit natürlich das Tagesgespräch. Stark beeindruckt sind vor allem die Burmanesen, aber auch chinesische Bauern, die wieder und wieder mit der friedlichen Absicht des Bestaunens dieser “Wundertiere” und ihrer Leistung in Erscheinung. treten. Weniger begeistert scheinen die kommunistischen Funktionäre jenseits der Grenze; sie sandten Spione, um zu erfahren, was dort an “konterrevolutionären Anschlägen” gesponnen wird, und machten wohl auch Versuche, die Dorfbevölkerung gegen die Fremden aufzuhetzen. Sie lassen es sich nicht anfechten. Dany Hillel sagte: “Was ist schon dabei? Die Chinesen wollen nur diesen einen Kibbuz, unseren, ungeschehen machen, die Araber des Nahen Ostens den ganzen Staat Israel...” Nein, nicht Sicherheitsprobleme sind es, die hier im Vordergrund stehen. Es sind andere, privatere, und, wenn man will, höchst kuriose Fragen. Mit Ausnahme des ältesten der vier Israelis. Daniel Mass, haben sie alle Frauen und Kinder zuhause zurückgelassen. Aber die Eingeborenen wollen es nicht zur Kenntnis nehmen, so eindeutig es ihnen mitgeteilt worden ist. Sie können nicht begreifen, dass jemand in freiwilligem Zölibat zu leben entschlossen ist, nur weil er tausende von Kilometern entfernt über Familie verfügt; sie selber leben sämtlich in Vielehe. Sogar der chinesische Koch, gewiss ein Mann der ärmlichen Schichten, verfügt über zwei offizielle Frauen und fünf Konkubinen. Und die Dorfschönen haben für die Enthaltsamkeit, der Israelis am wenigsten Verständnis; das Liebesieben ist in solchen Dörfern an die konventionellen Schranken unserer Begriffswelt und Ueberlieferungen nicht gebunden; die Mädchen bieten sich an und sind — ebenso wie ihre Eltern und Brüder — förmlich gekränkt, wenn man sich ihren Angeboten versagt. Nur den “Benjamin” der Gruppe, Dany Hillel, lassen die Mädchen in Ruhe. Dass ein so junger—und vermutlich höchst ansprechend aussehender — Bursche nichts von ihnen wissen will, erklaeren sie sich damit, dass er sich vermutlich einem Leben mönchischer Entsagung nach dem Muster der heiligen Männer des Hinduismus gewidmet hat... Bleibt die Frage: und warum nicht dennoch eigentlich? Aber die Kibbuzniks beantworten sie so: “Die beste Garantie für den Erfolg dessen, was wir im Auge haben, besteht nach einer alten Erfahrungsregel darin: hart arbeiten, Initiative zeigen, sich vor nichts fürchten, aber auch — sich weder dem Trunk ergeben noch mit Weibern einlassen...” (Nach einem im "Zionist Record”, Johannesburg, erschienenen Bericht von Leo Helman).

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