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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1958-02-01 · 2 (Febrero, 1958) · p. Seite 13

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XX (1958)
Issue
2 (Febrero, 1958)
Date
1958-02-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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Febrero 1958 BOLETIN INFORMATIVO 13 In Spanien habe ich mir das Staunen abgewöhnt, denn alles war anders, als ich es erwartet hatte. Als ich aber vor einem Theatergebäude in Barcelona die Vorführung der Anne Frank gross aufgezogen sah, war ich doch einigermassen überrascht. Wochenlang ist dieses Stück aufgeführt worden, und genoss eine unvorstellbare Anteilnahme des Publikums. Hier waren es sicher nicht die Juden, die allabendlich den Saal füllten, denn in ganz Spanien gibt es maximal 2500-3000 Juden. Die meisten Juden leben in Barcelona, einige leben in Bilbao, Mallaga, Palma de Mallorca, auch in Madrid. Die Madrider Juden sind zumeist Studenten aus Tunis und besitzen sogar in einer Seitengasse in einer Kellerwohnung eine kleine Synagoge, in der etwa 120 Beter Platz haben mögen. Die Juden Spaniens von heute bestreiten fast durchwegs, es habe jemals einen Cherem, ein ausgesprochenes Verbot der Rückkehr der Juden nach Spanien gegeben. Sie behaupten, das sei nur ein im Volksmunde verbreiteter Glaube. Ein sephardischer Jude, der noch spaniolisch spricht, kann ohne weiteres nach Spanien einreisen, und dort, seine Staatsbürgerschaft und Arbeitsrecht erlangen. Dagegen ist es für einen Israeli sehr schwer, nach Spanien zu kommen, denn es gibt bekanntlich keine diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern. Die Mehrheit der Juden im heutigen Spanien sind Sepharden. Bloss in Barcelona dürften sich Spaniolen und Aschkenasim die Wage halten. In dem neuen Gemeindehaus in Barcelona gibt es zwei Synagogen, eine sephardische und eine aschkenasische, aber das bestbesuchte Lokal in diesem Gebäude ist der Jugendklub. Ueber 100 Jugendliche im Alter von 15—25 sind hier organisiert, besser gesagt, sie gehören dem Klub an, bis sie heiraten. Die Mitglieder des Vorstandes, mit denen ich mehrmals zusammengekommen bin, stellten einen lebenden “Kibbuz Galujoth”, ein wahres Völkergemisch dar. Sie stammten aus Ungarn, Slovakei, Oesterreich, Deutschland, zwei waren in Spanien gebürtig. In Barcelona ist es sehr schwer, eine Synagoge zu finden. In Madrid noch viel schwerer. Sie ist in keinem Adressbuch verzeichnet, kein Polizist kann Auskunft geben. Noch heute kennt Spanien nur die Kath. Kirche und wie alle anderen Religions-Gemeinschaften ist auch die jüdische Gemeinde nur ganz stillschweigend geduldet. Das ist zu betonen, obwohl z. B. das sehr schöne Gemeindehaus von Barcelona anlässlich der Maimonidesfeier bei Anwesenheit von offiziellen Regierungsvertretern eingeweiht worden ist. An der Hausfront gibt es aber nach altem spanischen Gesetz keine hebräische oder spanische Aufschrift, die darauf hindeutet, .dass es sich hier um einen jüdischen Gemeindebau handelt. Es heisst, dass dies bei Erteilung der Baubewilligung für das Gebäude zur Bedingung gemacht worden ist. An den hohen Feiertagen sind die Synagogen voll, und es kommen Juden, von deren Existenz man nichts wusste. Da die Religion nur toleriert ist, gibt es keine Möglichkeit, eine Registratur der spanischen Juden zu führen, oder sie zur Steuerzahlung oder dergleichen anzuhalten. Aber die grosse Beteiligung ten für bessere und erweiterte Beziehungen auf wirtschaftlichem Gebiete zwischen Israel und der Rumänischen Volksrepublik und die Möglichkeit einer Familienvereinigung rumänischer Juden mit ihren in Israel lebenden Angehörigen, sowie die Alija früherer “Assirei Zion”, von denen einige dieser Tage im Lande eintrafen dürfte diese Beziehungen nur noch foerdern. Was die Tschechoslowakei anbelangt, die als Industriestaat mit einer entwickelten Wirtschaft ein verlockender Handelspartner wäre, konnte bislang von “Beziehungen” kaum gesprochen werden. Schon vor dem Slansky-Prozess und sicherlich dem tschechisch-ägyptischen Waffenabkommen, lagen die israelisch-tschechoslowakischen Beziehungen auf dem Nullpunkt, obwohl kein sichtlicher Grund dafür vorhanden war, dass unsere Beziehungen gerade mit diesem Lande so sehr zu leiden haben. Jetzt sollen auch die wirtschaftlichen Kontakte mit diesem Land wenigstens in beschränktem Masse hergestellt werden, vorderhand wohl kaum in Form eines regelrechten Handelsvertrages, sondern vielmehr in der eines direkten Warenaustausches. Der Regelung wirtschaftlicher Beziehungen mit der CSR steht noch eine alte Schuld von 400.000 Dollar im Wege, von von Juden bei den alljährlichen Gottesdiensten zu den hohen Feiertagen wurde durch die Beteiligung von Juden in den Schatten gestellt, die anlässlich der Sinai - Aktion erfolgte. Es kamen selbst Leute die in der zweiten und dritten Generation getauft sind. Interessant ist, dass es in Spanien nicht nur die Zwangestauften aus den früheren Jahren gibt, sondern sehr viele Neugetaufte unter den “Refugiados”, den Flüchtlingen aus der Hitlerzeit. Die von den Marannen Abstammenden betonen immer wieder mit Stolz ihr Judentum. Die jüdischen Gemeinden v. Spanien sind d. Verhältnissen entsprechend sehr gut organisiert. Sie sind besser organisiert, als gleich grosse jüdische Gemeinden in anderen Ländern Bis vor einem Jahre stand an der Spitze der Gemeinden ein sephardischer Jude, der sich um die Organisation des jüdischen Lebens in Spanien grosse Verdienste erworben hat. Er wurde jetzt durch einen Grossindustriellen abgelöst, der aus der Schweiz stammt. Dieser besitzt viele Fabriken und Geschäfte. Seine Arbeiterzahl übersteigt die Zahl der Juden in Spanien, doch bereiten sie denen Israel behauptet, dass die CSR sie aus dem alten Handelsvertrag schuldet, während Prag Gegenforderungen stellt. Man wird wohl vorläufig die- NIK1TA CHRUSTSHEV Wer tut den ersten Schritt? sen Konflikt zur Seite schieben und neue Brücken zu bauen versuchen. Zuletzt bleibt noch der allerwichtigste politische und wirtschaftliche Partner im Osten übrig: die Sowjetunion. Wie im Falle Bulgariens, so auch in dem der USSR wurde ein rechtlicher Konflikt (die israelische Entschädigungsklage gegen die sowjetische staatliche Oelliefeihm viel wentger Kopfzerbre. chen, als ein neues Amt. Ausser der erwähnten gut arbeitenden Jugendorganisation gibt es einen Frauenverein der sich hauptsächlich mit Wohltätigkeit befasst. Jetzt soll aus Jerusalem ein Lehrerehepaar engagiert werden, das die jüdische Erziehung der Jugend in die Hand nehmen soll. Obwohl sich unter den Juden Spaniens ebenso wie bei ihren christlichen Mitbürgern sehr viele befinden, deren Einkommen weit unter dem Lebensminimum liegt, kümmert sich die Gemeinde weniger um die Lebenden als um die Toten. Bisher haben die Juden ihre Toten auf einem besonderen Gelände des katholischen Friedhofes beerdigt, und mussten für jedes Grab etliche hundert Dollar bezahlen in Pesetas eine horrende Summe. Der neue Gemeindepräsident konzentriert jetzt seine Sorge darauf, ein geeignetes Gelände zu erwerben, um auf ihm einen würdigen jüdischen Friedhof zu errichten. Wenn man auch nicht etwa behaupten darf, dass die anderen Aufgaben der Gemeinde vernachlässigt werden, so ist dieser Punkt derrungsgesellschaft wegen Vertragsbruch durch Einstellung der Ollieferungen seit Ausbruch des Sinai-Krieges), der Politik entzogen und einer rein rechtlichen Behandlung unterstellt. Ob es uns gelingen wird auch eine Normalisierung der wirtschaftlichen und damit politischen Beziehungen mit der Sowjetunion herbeizuführen, hängt vor allem von der sowjetischen Auslegung ihrer politischen Interessen ab. Auf jeden Fall ist man sich in Moskau dessen bewusst, dass Israel an einer Normalisierung überaus interessiert ist und es ist nun an der USSR, den ersten Schritt in dieser Richtung zu tun, oder wenigstens ein Zeichen dafür zu geben, dass es einer solchen Normalisierung nicht abgeneigt ist. Alle diese israelischen Bemühungen werden auf dem Wege zwischen staatlicher Kontakzeit das Zentrum der Aufmerksamkeit aller Juden Barcelonas und auch ganz Spaniens (Wiewohl sich alle darüber klar sind, dass interne Auseinandersetzungen bei der Aufteilung des Geländes in einen sephardischen und einen aschkenasischen Friedhof bevorstehen). Als die Juden aus Mitteleuropa auf der Flucht vor Hitler nach Spanien gekommen waren, hat auch der Joint ein Büro in Barcelona errichtet. Bis auf wenige, teils getaufte, teils ungetaufte, haben die meisten dieser Flüchtlinge inzwischen Spanien verlassen, aber der Joint ist geblieben, was den spezifisch spanischen Verhältnissen entsprechend berechtigt ist. Die kleine jüdische Bevölkerung von Spanien wäre es wert, dass sich unsere nationalen Institutionen mehr um sie Kümmerten. Bei der Stimmung, die in Spanien herrscht, wäre es bei einiger Geschicklichkeit und Takt auch leicht möglich, die arabische Propaganda in diesem Lande kaltzustellen . MENAHEM K1LAI. (Hakldmah) te unternommen;es handelt sich also keineswegs um eine Kollektivmassnahme gegenüber dem “Ostblock”, sondern um individuelle Anstrengungen in Richtung der einzelnen Staaten. Wenn der Sowjetunion und den Staaten ihrer Einflusszone wirklich an einer Entschärfung der internationalen Spannungen und grösserem Verständnis unter den Völkern gelegen ist wie das in den letzten Noten des sowjetischen Ministerpräsidenten Bulganin an die NATO- Staaten und den Noten der Sowjetregierung an alle UNO-Mitgliedsstaaten, darunter Israel, zum Ausdruck kam, dann dürfte man in Moskau in den israelischen Schritten parallele Bemühungen sehen, die sich der vollen Unterstützung aller Länder erfreuen müssten. (YEDIOTH HAYOML DIE ANZEIGEN ANNAHME FUER DAS BOLETIN INFORMATIVO ist taegllch von 9-1 u. 5-7 geoaffnat. NUEVA YORK 52 Oficina 605 — Teléfono 86603 Der Ferien wegen vom 18. Februar — 8. Maerx geschlossen ISRAELS BEZIEHUNGEN... ( Fortsetzung von Seite 1}

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