Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XX (1958)
- Issue
- 2 (Febrero, 1958)
- Date
- 1958-02-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Febrero 1958 BOLETIN INFORMATIVO 5 DIE LITERARISCHEN SCHOEPFUNGEN MARTIN BUBER’S (Zum 80. Geburtstag des Gelehrten) Der bevorstehende 80. Geburtstag von Prof. Dr. Martin Buber wird der juedischen Welt und auch weiten nichtjuedischen Kreisen Gelegenheit bieten, das umfangreiche Lebenswerk des Gelehrten, des Schriftstellers und des Humanisten, unter den verschiedensten Aspekten zu betrachten. Deshalb mag an dieser Stelle der Versuch gemacht werden, die literarische Arbeit dieses grossen Juden in einem kurzen Gesamtueberblick zu betrachten. Vielleicht sind wir Juden aus Centraleuropa besonders berechtigt und befaehigt dazu, diese fast beispiellos dastehende Leistung voll zu wuerdigen. Zurueckgehend bis auf das Jahr 1911 sei zunaechst an die beruehmten “Drei Reden ueber das Judentum” erinnert, welche der damals jungen zionistischen Bewegung die Bedeutung des juedischen Nationalbewusstseins und des juedischen Nationalgefuehls klarzumachen suchten. In den folgenden Jahren des ersten Weltkrieges war es Bubers Zeitschrift “Der Jude”, die in aufgewuehlter Zeit sowohl inhaltlich wie stilistisch der Oeffentlichkeit Wesentliches ueber Judentum im allgemeinen und Zionismus im besonderen zu sagen vermochte. “Zion und die Jugend” war die Ueberschrift ueber einen Aufruf, den der Gelehrte im Jahre 1918 publiziert hatte, und dessen Wirkung sich auf beides erstreckte, auf Erfassung der Jugend durch den juedischen Geist und die Erweckung lebendigen Interesses fuer den Aufbau von Erez Israel innerhalb der neuen juedischen Generation. In jener Epoche bis zum Ende des Weltkrieges ist es Martin Buber gewesen, welcher dem zionistischen Denken neue Wege wies, indem er die Anerkennung der Kulturarbeit als wesentlichen Bestandteil der nationalen Renaissance verlangte, und bis auf diese Zeit gehen auch seine Studien ueber den Chassidismus zurueck, eine religioes-mystische Bewegung, in deren Mittelpunkt der beruehmte Wunderrabbi Baal Schern Tow (um 1740) stand. Zweifellos ist Buber im grosselterlichen Hause, in welchem enthusiastische Freunde jener Bewegung verkehrten, von dieser stark beeinflusst worden und was er spaeter in ihr erblickte, war vor allem das Bemuehen jener Menschen, zu einfacher, aufrichtiger Glaeubigkeit zurueckzukehren und durch sie, in Verbindung mit sittlicher Lebensfuehrung, den juedischen Menschen seinem goettlichen Schoepfer wieder naeherzubringen. Eine ganze Reihe von Buechern beschaeftigen sich mit dem Wesen des Chassidismus: “Mein Weg zum Chassidismus” (1918), “Der grosse Maggid” (1922), “Das verborgene Licht” (1924). In den letzten Jahren schrieb er ueber das gleiche Gebiet: “Im Garten des Chassidismus”, “Gog und Magog”. Diese Namen gehen auf das Werk des Propheten Ezechiel zurueck, wo es heisst, dass der Messias kommen werde, sobald der daemonische Herrscher Gog im Lande Magog sein Reich errichtet habe. Buber transponiert den biblischen Stoff in die Zeit der Napoleonischen Herrschaft und benutzt die Leiden der damaligen Menschen, um zu beweisen, dass nur durch innere Wandlung und Umkehr das Nahen der messianischen Verheissungen, ihre Erfuellung, ein treten koenne. Die Welt des Chassidismus, die Buber in fruehen Jahren der westeuropaeischen Menschheit erschlossen hatte, hat er nun in den zwei Jahrzehnten seines staendigen Lebens im juedischen Lande durch teilweise neue Herausgabe frueherer Schriften und durch einige ergaenzende Aufsaetze dern hebraeischen Leserkreis aufgetan. Der Schriftsteller Martin Buber hat tatsaechlich seinem reichen Schaffen frueherer Zeiten im Lande der Vaeter neue Werke hinzugefuegt. Und nun schuf er in der hebräischen Sprache, die er bereits in der Jugend, im Lemberger Hause des gelehrten Grossvaters Salomon Buber, in sich aufgenommen hatte. Diesem frommen Manne hatte Martin Buber im Jahre 1942 sein erstes grosses hebraeisches Werk, “Torath Haneviim” (“Die Lehre der Propheten”) gewidmet. Hier zeigt sich ein solches Hineinwachsen in die hebraeische Kultur, ein derartiges Vordringen bis zu den Tiefen der Sprachwissenschaft, dass dies allein schon ein volles Menschenleben ausfuellen koennte. An dieser Stelle muss seiner grossartigen Bibeluebertragung gedacht werden, die er zu Anfang der Zwanziger Jahre gemeinsam mit dem Freunde Franz Rosenzweig begonnen, und dann, nach dessen fruehem Tode (1929) allein fast zuende gefuehrt hatte. Es ist eine grandiose Arbeit, die das Letzte aus dem Bibelwort herauszuholen sich bemuehte, und in dichterisch-poetischer Form eine Verdeutschung der Heiligen Schrift anstrebte, ohne in einen Wettbewerb mit anderen Bibeluebersetzungen treten zu wollen. Dazu geht diese Bubersche Bibeluebersetzung ganz eigene Wege, die eben nur aus der heissen Liebe zur hebraeischen Sprache, ihrer Schoenheit und der tiefen Erfassung des biblischen Gedankengutes zu erklaeren sind. Vor etwa zehn Jahren gab Martin Buber die gesammelten philosophischen und paedagogischen Schriften neu heraus unter dem Titel “Dialogisches Leben”. Hier wird die Philosophie des Gelehrten, welcher das Leben immer als ein Zwiegespraech zwischen Gott und Mensch ansah zusammenfassend dargestellt. Und man reihe diesem Werke noch jene Buecher an, die sich mit dem Humanismus im allgemeinen beschaeftigen, und das grosse “Moses”-Buch (1945), das eine grossartige Deutung des Wesens unseres groessten Propheten und Lehrers, wohl des groessten Menschen aller Zeiten, darstellt, und das, mag diese oder jene Auffassung mit der traditionellen nicht ganz uebereinstimmen, aus unserem Besitz nicht weggedacht werden soll. Schliesslich hat der Schriftsteller Martin Buber im Zusammenhänge mit seiner Taetigkeit an der Hebraeischen Universitaet und, nach seiner Pensionierung, in Verbindung mit seinen Vortragsreisen nach Amerika und Europa eine derartige Fuelle von Aufsaetzen und wissenschaftlichen Publikatonien etc. herausgegeben, dass diese nicht einzeln aufgefuehrt werden koennen. Seine geisteswissenschaftliche Bedeutung, die Leistung des Philosophen, Hebraeisten, des Forschers, des Theologen, machen ihn zu einer der repraesentativsten Erscheinungen der juedischen Welt. Das umfangreiche literarische Werk, hier knapp angedeutet, ergaenzt das Wirken von Prof. Martin Buber fuer sein juedisches Volk in ausserordentlicher Weise, sodass auch dem Schriftsteller anlaesslich seines 80. Geburtstages die hoechsten Anerkennungen zuteilwerden duerften. Gilt er doch auch, neben anderen Grossen, seit Jahren als Anwaerter fuer den Nobel-Literaturpreis. Die juedische Welt wartet nicht auf diesen Tag, um ihren grossen Lehrer und Erzieher zu danken und ihn zu ehren. "EINSICHTEN" Von Martin Buber Ihr ewiges Du haben die Menschen mit vielen Namen angesprochen. Als sie von dem so Benannten sangen, meinten sie immer noch Du die ersten Mythen waren LobgesMnge. Dann kehrten die Namen in die Es- Sprache ein; immer stärker trieb es die Menschen, ihr ewiges Du als ein Es zu bedenken und zu bereden. Aber alle Gottesnamen bleiben geheiligt; weil in ihnen nicht bloss von Gott, sondern auch zu ihm geredet worden ist. Manche wollen verweisen, das Wort Gott rechtmässig zu gebrauchen, weil es so missbraucht sei. Und gewiss ist es das beladenste aller Menschenworte. Eben darum ist es das unvergänglichste und unumgänglichste. Und was wiegt alle Irr-Rede über Gottes Wesen und Werke (wiewohl es keine andere gegeben hat und geben kann) gegen die Eine Wahrheit, dass alle Menschen, die Gott angesprochen haben, ihn selbst meinten. Denn wer das Wort Gott spricht und wirklich Du im Sinn hat, spricht, in welchem Wahn immer er befangen sei, das wahre Du seines Lebens an, das von keinem andern eingeschränkt zu werden vermag und zu dem er in einer Beziehung steht, die alle andern einschliesst. Aber auch wer den Namen verabscheut und gottlos zu sein glaubt, wenn der mit seinem ganzen hingegebenen Wesen das Du seines Lebens anspricht, als das von keinem andern eingeschränkt zu werden vermag, spricht er Gott an. CURT WILK. OC VA tOLtCTiVfDAO ItAAtvr* "de faüfátfaúur, CASILDA »•* “•uJ'ARAIS© GOTTESDIENST Jeden Freitag abend um Uhr 19.00. Jeden Schabbos morgen um Uhr 9.00. Ausserdem an Jahrzeiten. Diese Daten muessen jedoch rechtzeitig an die Casilla 984 oder bei Herrn Ricardo Wolff, Telefon 6240 gemeldet werden. Verkuendung des Neumondes ‘ADAR” am Schabbos den 15. Februar. Schabbos Schekolim Rosch “Codesch ADAR” I. Tag am Donnerstag den 20. Februar II. Tag am Freitag den 21. Februar Purim am Mittwoch den 5. Maerz 1958 abends Uhr 19.00 mit Verlesen der Megilla. Hierzu laden wir besonders unsere Jugend ein. Purim morgens 8.00 Uhr mit Verlesen der Megilla. * * * Am 13. Februar feierte unser ehemaliges Vorstandsmitglied Herr Simon Moses seinen 70. Geburtstag. Wir wuenschen dem Jubilar noch viele glueckliche und segensreiche Jahre im Kreise seiner Familie. AUSSERORDENTLICHE GENERALVERSAMMLUNG Am 25. Januar fand in den Raeumen der Sociedad Union Israelita eine ausserordentliche Generalversammlung statt. Unser bisheriger verdienstvoller erster Vorsitzender, Herr Heinz Roger, hatte schon vor laengerer Zeit den Wunsch geaeussert, aus beruflichen Gruenden sein Amt niederzulegen, und erklaerte in der Versammlung, das sein Ruecktrittsgesuch unwiderruflich sei. Bei der dadurch notwendig gewordenen Vorstandswahl wurde Herr Kurt Reichmann erster Vorsitzender, die uebrigen Vorstandsmitglieder, die Herren: Richard Wolff (zweiter Vorsitzender), Konrad Funk (Schatzmeister), Julius Hes (Schriftfuehrer), Herbert Goetz (Beisitzer), verblieben in ihren Aemtern. Als Beisitzender wurde anstelle des Herrn Kurt Reichmann Herr Peter Brandt gewaehlt. Der Wahlakt wurde von Herrn Leo Weglein in umsichtiger Weise geleitet. In einer aeusserst schlagfertigen und ueberzeugenden Antrittsrede gelang es dem neugewaehlten Vorsitzenden, Herrn Kurt Reichmann, die Zustimmung der Versammlung zur Erhoehung des monatlichen Beitrags von $ 400.— auf $ 1.500.— zu erreichen, worin aber nicht nur die Beitraege zum Cisroco inbegriffen sein sollen, sondern wovon auch die Aufwendungen der Habonim zur Unterhaltung der Schule bestritten werden sollen. mSíKí VEK4\TH()KT!/iVti 100 OOP OLIM DIE HEILIGE PFLICHT DER. KOLLEMIVITAET MUSS VON ALLEN ERFUELLT WERPEN.