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Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel · 1956-09-01 · 9 (Septiembre, 1956) · p. Seite 23

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Journal
Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
Volume
XVIII (1956)
Issue
9 (Septiembre, 1956)
Date
1956-09-01
Page
Seite 23 (sequence 27)
Language
German
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Septiembre, 1956 23 BOLETIN INFORMATIVO WELTJUDENTUM UND ISRAELISCHER WIRTSCHAFTSÄ UFBA U Von Dr. S. E. Zeitlin Ein breiter Strom von Geldern fliesst Jahr für Jahr aus den Zentren des ausser-europaeischen und des europaeischen Judentums westlich des Eisernen Vorhangs nach Israel. Dieser finanzielle Zufluss der sich quantitativ durchaus mit dem Kapitalzustrom, der aus nicht-jüdischen Quellen nach Israel fliesst, vergleichen laesst, stellt eine wesentliche, ja vermutlich die entscheidende Hilfe für die Ausweitung der Israel Wirtschaft dar, die es ihr ermoeglicht, den Ausbau der Wirtschaft, die Eingliederung der Neueinwanderer und nicht zuletzt die hohen Aufwendungen für die Rüstung zu verausgaben, ohne dass der private Konsum der Bevoelkerung bisher eine empfindliche Einbusse erleiden musste. Zwar verbergen sich in dieser Feststellung gewisse Probleme. Doch soll heute nur auf die Fragen eingegangen werden, die mit dieser überragenden finanziellen Leistung der Weltjudenheit zusammenhaengen. Drei Formen sind es in der Hauptsache, in denen das Weltjudentum finanziell zum Aufbau des Landes Israel beitraegt: naemlich in erster Linie Spenden, in zweiter Linie Anleihen für Staat und oeffentliche Institutionen und | in dritter Reihe direkte Beteiligungen an wirtschaftlichen Unternehmungen des Landes in der Form von privaten Investitionen. Und von dieser dritten Gruppe, den privaten Investitionen, soll heute gesprochen werden. In gewisser Beziehung stellen sie ein Stiefkind dar. Zweifellos haben sie sich in dem Masse entwickelt, wie man das erwartet hatte, als einige Monate nach der Staatsgründung die wirtschaftliche Problematik des jungen Staates deutlich wurde. Und gewiss nehmen private Kapitalinvestitionen aus der westlichen Welt in der israelischen Wir.tschaftswirklichkeit nicht denjenigen Raum ein, den sie gemessen an den Bedürfnissen der israelischen Wirtschaft einnehmen müssten. Denn es ist eine Binsenwahrheit, dass die israelische Wirtschaft an der Krankheit des Kapitalmangels leidet, und dass die Moeglichkeit, die fehlende Kapitalbildung im Inlande durch Kapitalzufluss von aussen zu ersetzen, auf dem Gebiete der Mobilisierung von Spenden und Regierungsanleihen so weit ausgenutzt ist, dass hier nennenswerte Reserven kaum mehr zur Verfügung stehen.| Demgegenüber ist es ebenso wenig ein Geheimnis, dass das Ausmass privater Kapitalinvestitionen vom Ausland in Israel nicht im rechten Verhaeltnis zu den Kapitalbe traegen steht, die sich in den Haenden der ausserisraelischen Judenheit befinden und die alljaehrlich in nicht unbetraechtlichem Masse steigen. Welches sind die wichtigsten Ursachen dieser Erscheinung? Denn es ist auffallend, dass vom einzelnen Spender und von der Gesamtheit des ausserisraelischen Judentums ungleich groessere Betraege in Form von Spenden, also gegenwertslos, gegeben werden, als sie von ihnen in der Israel-Wirtschaft rentabel angelegt werden. Dabei erhebt sich zunaechst die Frage, ob es denn in Israel an interessanten Anlagemoeglichkeiten fehlt, oder ob diejenigen Gruppen und Personen, die in der Vergangenheit solche Anlagen in Israel vorgenommen haben, durchwegs schlechte Erfahrungen gemacht haben. Beide Fragen sind entschieden zu verneinen. Es gibt eme stattliche Reihe von israelischen industriellen und landwirtschaftlichen, sowie kommerzielle!' Unternehmungen, in denen auslaendisches Kapital investiert wurde und die Jahr für Jahr günstige Bilanzen ausweisen und Dividenden zahlen. Es gibt einen nicht kleinen, wenn auch begrenzten Kreis von Juden in Frankreich, der Schweiz, den Laendern des Commonwealth, der USA, den lateinamerikanischen Laendern und Skandinavien, für die Israelanlagen aus eigener Erfahrung eine positive Bedeutung besitzen, und die sich in steigendem Masse zu neuen Investitionen entschliessen. Wenn es also bisher nicht gelungen ist, diesen Kreis entscheidend zu erweitern und private Kapitalinvestitionen aus dem Auslande in der Praxis, nicht nur in der Theorie, zu einem wirklich entscheidend wichtigen Faktor des israelischen Wirtschaftsaufbaus zu machen, so ist der Grund hierfür nicht in erster Linie in den wirtschaftlichen Voraussetzungen Israels zu suchen. Zwar ist es richtig, dass das Entwicklungsland Israel bezüglich der Güte seiner Anlagen nicht immer mit den grossen Chancen konkurrieren kann, die sich für Kapitalinvestitionen in den USA zuweilen bieten. Aber diese Feststellung schraenkt den allgemeinen Satz, dass Israel Moeglichkeiten für gute und rentable Anlagen bietet, keineswegs ein. Ein zweiter Grund, den es anzuführen und zu untersuchen gilt, ist das innenpolitische Klima. Wir leben in Israel in einer Phase der Co- Existenz mehrerer Wirtschaftssektoren, naemlich des Regierungssektors, des Histadruthkibbuzischen und endlich des privaten Sektors. Eine solche Co-Existenz, die durch objektive Faktoren des zionistischen Aufbaus und durch die soziologische Schichtung der <¡á¡i&MMS ífwsvi&í: I8Ä ¡ülK HH sSs»58a» BLICK IN EINE ZEMENT ^FABRIK in der Naehe von Ramie (Foto: “Israel Picture Calendar”) israelischen Bevoe 1 k e r u n g weitgehend bedingt ist, ist in den Laendern des Westens unbekannt. Und diese Tatsache, gekoppelt mit dem Umstand, dass in Israel eine überragende Machtstellung des Staates in der Wirtschaft gegeben ist, und dass dieser Staat in der Mehrzahl von Parteien regiert wird, denen der Ruf mangelnder Sympathie und mangelnden Verstaendnisses für die Bedürfnisse der privaten Wirtschaft vorangeht, haben den Eindruck hervorgerufen, als seien die allgemeinen Bedingungen wirtschaftspolitischer Art der Entwicklung privater Unternehmungen nicht günstig. Hier liegt ein ernstes Problem vor, demgegenüber sich offizielle Wortführer des Staates in der Vergangenheit nicht immer mit der gebotenen Eindeutigkeit ausgesprochen haben. Und in der Wirklichkeit der israelischen Wirtschaft fehlt es gewiss nicht an Erscheinungen, die Besorgnis und Vorsicht in dieser Beziehung zu rechtfertigen scheinen. Diese Problematik andeuten heisst, sich ihrer ganzen Schwere bewusst zu werden. Hier scheint eines der Grenzgebiete vorzuliegen, auf dem sowohl der souveräne Staat Israel wie die zionistische Weltbewegung Stellung nehmen und aktiv handeln sollten, aktiver jedenfalls, als dies in der Vergangenheit geschehen ist. Notwendig erscheint nicht nur das Problem zu erkennen, sondern angesichts seiner Wichtigkeit die Arbeitsmethoden zur Aufklaerung weitester jüdischer Kreise ausserhalb Israels zu verbessern und in fachlicher und rationeller Arbeit diese Gedanken zu konkreten Ergebnissen zu führen. Die Auswirkungen einer solchen konzentrierten, positiven, vom Parteidogma befreiten Arbeit, werden sich nicht nur auf oekonomischem Gebiete zeigen, sondern zu einer verstaerkten Bindung zwischen israelischer und ausserisraelischer Judenheit führen. “HAKIDMAH". 1isiS . .J "; Äl - - - *, er-- - -J mm yii W1 Sillll 4 —>■* BUEROGEBAEUDE IN TEL AVIV

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