Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVIII (1956)
- Issue
- 6 (Junio, 1956)
- Date
- 1956-06-01
- Page
- Seite 15 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Junio, 1956 16 BOLETIN INFORMATIV O Zum Ableben von Dr. Ismar Freund In Jerusalem ist Dr. Ismar Freund wenige Wochen vor Vollendung seines 80. Lebensjahres verschieden. Mit seinem Heimgange beklagt die juedische Welt einen schweren Verlust fuer die juedische Sache. Dieser Gelehrte hatte als Historiker und Staatswissenschaftler das weite Gebiet der Judengesetzgebung in Deutschland in Verbindung mit der Emanzipation bearbeitet. Dabei war es ihm seinerzeit gelungen sowohl Steuererleichterungen fuer die Synagogengemeinden als auch Staatszuwendungen zu erkaempfen, wodurch vor allem in den schlimmen inflationsjahren von 1922 und 23 viele Gemeinden vor dem Zusammenbruch bewahrt wurden; die juristische Gleichstellung mit den Kirchen, um so, bis zum Jahre 1935, Staatsbeihilfen zu erlangen, war eine Angelegenheit, fuer die er sich besonders einsetzte. Den “Freussischen Landesverband juedischer Gemeinden”, dessen Gruenaung im Jahre 1925 stattfand, hatte Freund vorbereitet und entscheidend mitgeleitet, nachdem die Schaffung, eines von Ihm ersehnten “Reichsverbandes” gescheitert war. Ungeheuer vielseitig war sein lnteressengeDiet: Er war sowohl Rabbiner wie Rechtsanwalt, beschraenkte aber seine rahbinische Taetigkeit auf gelegentliche Predigten an Feiertagen in den Berliner Gemeindesynagogen. Dagegen wirkte er jahrelang als Syndikus der Berliner Juedischen Gemeinde und Dozent fuer Staatskirchenrecht an der “Hochschule fuer die Wissenschaft des Judentums” zu Berlin. Ausserdem gab er lange Zeit hindurch das “Gemeindeblatt” heraus. Neben zahlreic h e n Spezialarbeiten auf dem Gebiete des Kirr chen-und Schulrechts hat seine “Emanzipation der Juden in Preussen” (Berlin 1912) als wichtiges Quellenwerk grosse Bedeutung erlangt. Der Sammler juristischdokumentarischen Materials konnte seine umfangreichen und fast einzigartigen Archive vor dem Zugriff der Nazis retten und 1935 nach Erez Israel bringen. Diese enthielten auch wertvolle Aktennotizen die der Gelehrte sozusagen unter den Augen der Hitleristen dem “Geheimen Staatsarchiv” entnahm. An seinem 75. Geburtstage schenkte er der Hebraeischen üniversitaet zu Jerusalem jenes unschaetzbare Material, das fuer die juedische Forschung eine wesentliche Bereicherung bildet. Dr. Ismar Freund, Bruder der verewigten Landesrabbiners von Hannover, stammce aus Breslau. In religioesen Fragen vertrat er einen gemaessigten Konservatismus. Doch innerhalb der Gemeindearbeit sah er sich oft von links und rechts angegriffen; er war eine ausges p r o chene “Einzelpersöenlichkeit” und konnte seine Auffassung energisch vertreten. Sein ungeheurer Fleiss und sein Wisssen. die er sofort nach seiner Uebersiediung nach Palaestina diesem Lande zur Verfuegung stellte, wurde immer anerkannt. Auch der junge Staat Israel, vor allem das Justizministerium, bedienten sich seines klugen Rates und der Fuelle seiner Erfahrungen. Mit ihm ist eine der letzten grossen repraesentativen Erscheinungen des einstigen deutschen -Judentums dahingegangen. Curt Wilk (Buenos Aires). Of ca coctCTivibAO fSAAd.ri CASlkwA GOTTESDIENST Jeden Freitag abend um 7 Uhr P. M. Jeden Samstag morgen um 9 Uhr A. M. Jahrzeiten sind rechtzeitig bei Herrn Ricardo Wolff, Telefon 6240, oder Casilla 984 anzumelden. -O- Verkuendung des Neumondes Tamus 1. Tag Samstag den 9. Juni 1956. Verkuendung des Neumondes Tamus 2. Tag Sonntag den 10. Juni 1956. -O- 52. Jahrzeitstag von Herzl am Freitag, den 29. Juni 1956. -O- Verkuendung des Neumondes AW am Montag den 9. Juli 1956. TISHA B’AW (9. Aw) Erew Tisha B’Aw Montag den 16. Juli Gottesdienst abends 7 Uhr P. M. Tisha B’Aw Dienstag den 17. Juli Gottesdienst morgens 8 Uhr A. M. Tisha B’Aw Dienstag den 17. Juli Gottesdienst nachmittags 5 Uhr P. M. 8 0. GEBURTSTAG Am 12. Juli 1956 feiert Frau Rosa Altmann, Quillota, calle O’Higgins 424, ihren 80. Geburtstag. Wir wuenschen der Jubilarin, dass sie noch viele Jahre, bei bester Gesundheit, im Kreise ihrer Angehoerigen verbringen moege. Glueckwunsch-Abloesungstelegramme sind bei den Herren Enrique Roger, Condeil 1583, Conrad Funk, Condeil 1472, und bei Frau Anni Landsberger, Paseo Gervasoni 492, srhaeltlich. Eine Muster Hebraeische farm fuer die Uni versi tae t Vor Kurzem besuchten drei gelehrte Herren aus dem Orient die Musterfarm der Hebraeischen U n i v e rsitaet von Jerusalem, gelegen in einem suedlichen Vorort der Stadt. Es waren die “Mukhtars” (Haeuptlinge) von Beit safafa, Abu Ghesh und Ein Rafa, den drei arabischen Doerfern im Korridor von Jerusalem. Man hatte ihnen gesagt, dass man in jener Farm die besten Gaertnereien pflege, und sie kamen, um Baumschulenpflanzeri fuer ihre eigenen Felder zu erbitten. Unnoetig zu sagen, dass ■diese Bitte erfuellt wurde. Die Musterfarm wurde 1928 von Rahel YANAIT (der Gattin des Praesidenten von Israel) gegruendet, eine der ersten Leiterinnen der weiblichen Arbeiterbewegung in Palaestina, mit Hilfe des Moetzet Hapoalot und der Pionierinnen Nordamerikas. Vor dem Befreiungskrieg hatten •sich zahlreiche Jungen und Maedchen in dieser Landwirtschafts Schule graduiert, die angesehen war als Musterschule des Landes. Vor etwas ueber 1 Jahr uebergab Frau BEN ZVI die Farm der Hebraeischen Üniversitaet als Geschenk des Moetzet Hapalot. Die Üniversitaet hegt den Plan, aus der Farm eine landwirtschaftliche Versuchsstation fuer huegeliges Gebiet zu machen. Dies wird die erste Station dieser Art im Lande sein und mit Ruecksicht darauf, dass ein wesentlicher Teil Israels von Huegeln bedeckt ist, wird ihre Arbeit von ueberragender Bedeutung fuer die landwirtschaftliche Entwicklung der Nation sein. Zu diesem Zweck hat sich eine Kommission aus Vertretern der Hebraeischen Üniversitaet, den nationalen Institutionen und der Moetzet Hapoalot unter dem Vorsitz vor Frau Ben Zvi gebildet. In den letzten Monaten ist der Wiederaufbau der Farm, die waehrend des Krieges Schaden gelitten hatte, sehr fortgeschritten. Die Felder, die sich bis zur Jordanischen Grenze erstrecken, werden von Unkraut und angesammelten Schlacken gesaeubert. Zur Zeit sind etwa 60 von den zur Farm gehoerigen 500 Dunams angepflanzt und produzieren jene vorzueglichen Tomaten und Artischockenernten, deren Renommee sich bis zu den arabischen Doerfern verbreitet hat. Die Ausdehnung des kultivierten Gebiets ha engt grossen teils von aeusseren Faktoren ab, im Hinblick auf die Naehe der Grenze. Es gibt ein grosses Treibhaus, und nahe dabei macht man Versuche zur Pruefung der Wider standsf aehigkeit verschiedener Weizenarten in gebirgigen Gebieten gegen Pilze des Getreidebrandes. Diese Versuche geschahen auf Veranlassung eines Experten der U.N. des Prof. E. GRAM, Direktors des Daenischen Instituts fuer Pfianzenpathologie, in Zusammenarbeit mit Prof. Moses LE¬ VINE, von der Üniversitaet MINNESOTA, z. Zt. Gastprofessor fuer Pflanzenpathologie in der Fakultaet fuer Agronomie von REHOVOTH, und dem Dr. J. WAHL, Dozent dieser Fakultaet. Die Hauptgebaeude der Farm werden instand gesetzt fuer die Aufnahme der Studenten des 1. und 2. Jahres fuer Agronomie, die sich noch in einem Stadium ihres Studiums befinden, das ihren Aufenthalt in Jerusalem erfordert wegen der th‘optischen Studien in den Naturwissenschaften. Di-oe ten muessen natuerlich Gelegenheit haben zu praktischem Arbeiten auf dem Lanr de und in “laendiicher Umgebung” leben koennen, wie es eine Farm ist. Man nutzt die Moeglichkeiten der Farm auch zum Aufziehen von Pflanzen und von kleinen Tieren zu Versuchszwecken in den biologischen Laboratorien der Üniversitaet. In Zusammenarbeit m i t dem Erziehungsministerium beabsichtigt die Üniversitaet, Jungen und Maedchen aus den aermeren Vierteln der Stadt auf die Farm zu bringen, um ihnen einen grundlegenden Landwirtschafcsunterricht zu geben. Es ist zu hoffen, dass solche Unterweisung und das Beispiel durch die Universitaetsstudenten die Jugendlichen anspornt, auf das Land zu gehen Und dort zu leben. UNITED RESTITUTION ORGANIZATION URO TEILT MIT: Entschaedigungsnovelle vor dem Abschluss Die Novelle zum Bundesentschaedigungsgesetz wird .m Laufe des Monats Mai zur endgueltigen Verabschiedung durch Bundestag und Bunde srat kommen. Bezueglich der Differenzen zwischen Bundestag und Bundesrat ist es zu einer Einigung gekommen, so dass die Novelle alle Geschaedigten, die in den Reichsgrenzen vom 31 Dezember 1937 gelebt haben und heute im Ausland leben, einbezieht. Damit werden die Verfolgten aus der heutigen Sowjetzone ebenso wie diejenigen aus den deutschen Vertreibungsgebieten den Westdeutschen gleichgestellt Die Novelle wird ausserdem Freiheitsentziehung in Nazisatellitenlaendern. (Ungarn, Rumaenien, u. a.) als entschaedigungsberechtigt anerkennen. Rueckstellung von oesterreichischen Versicherungspolicen. Fuer die Besitzer von Versicherungspolicen beim frueheren “Phoenix” in Wien, die aufgrund .der elften Durch fuehrungsverordnung zum Reichsbuergergesetz einzogen wurden, ergibt sich numehr die Möeglichkeit, die Rueckstellung des Versicherungswertes zu erreichen. Hierfuer ist eine Frist bis 31 Juli 1956 offen. Die URO steht den Interessenten zwecks Beratung und Durchfuehrung der Rueckstellung in den Sprechstunden Mittwoch und Donnerstag von 3 bis 7 Uhr und Sonntags von 10 bis 1 Uhr zur Verfuegung. OBERHEMDEN — K R AVA T T E N — ■aemtl. Hrrrrnartlk«] r~ç&n ALEJANDRO LANDE LIGA DE DAMAS Am 25. April fand unsere ordentliche General - Versammlung statt. Nachdem iie Damen des Praesidiums Jire Berichte abgegeben hatten, wurde dem Vorstand Entlastung zu teil. Durch die, seit vorigem Jahr, wiederum gestiegenen Lebenshaltungskosten und die grossen Anforderungen, iie durch die Betreuung unserer, in Familien untergebrachten Kinder, sowie der alleinstehenden und kranken Trauen und Maedchen an uns gestellt wurden, waren wir nicht in der Lage allen Wuenschen gerecht zu werden. Es wurde daher eine 30% ige Erhoehung des Mitgliederbeitrages vorgeschlagen, die einstimmig genehmigt wurde. Selbstverstaendlich sollen Haerten vermieden werden, ln den Faellen, wo die Bezahlung des Beitrages schon heute ein Opfer bedeutet. Wir moechten noch erwaehnen, dass unsere Kinder sich sehr wohl bei den verschiedenen Pflegemuettem fuehlen, dass sie ausgezeichnet aussehen, und dass ihre Gesundheit von Herrn Dr. Carlos Simon ueberwacht wird, der sich uns liebenswuerdiger Weise, ehrenhalber, zur Verfuegung gestellt hat. Wir verausgabten im vorigen Monat fuer Kinderfuersorge und Betreuung alter und kranker Frauen und Maedchen, ausschliesslich der laufenden Buerounkosten $ 276.72« Santiago, 15. Mai 1956. Liga de Damas Israelitas “Caridad” MONEDA less Fono 81178 ZU FAMILIEN - FESTLICHKEITEN Telegramme, Blumen-Abloesungsspenden, Baeume, Goldenes Buch, Bar—Mizwah—Buch, Kinder—Buch des KEREN KAJEMETH LEJISRAEL Telefonisch« Bestellungen: 33096 (Gemeinde) oder 81707