Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Journal
- Boletín informativo de la Sociedad Cultural Israelita B'ne Jisroel
- Volume
- XVII (1955)
- Issue
- 11 (Noviembre, 1955)
- Date
- 1955-11-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Noviembre, I960 BOLETIN INFORMATIVO S Von der Kristallnacht... 999 (Fortsetzung von Seite 3) (Fortsetzung von Seite 1) dem besten in seinem vermeintlichen Vaterlande: mit Liberalismus und Humanismus, mit Fortschritt und Sozialismus, mit Republik und Europa-Gedanken. Thomas Mann definierte diese Beziehung meisterhaft wie folgt: “Die “internationale Komponente im Juden’’, das ist seine mittellaendisch europaeische und diese zugleich ist deutsch, ohne sie waere Deutschtum nicht Deutschtum, sondern eine unbrauchbare Baerenhaeuterei. Man ist nicht deutsch, indem man voelkisch ist. Der deutsche Judenhass aber oder derjenige der deutschen Machthaber gilt geistig gesehen gar nicht den Juden oder nicht ihnen allein: er gilt Europa und jedem hoeheren rigen Reiches“ .ueberhaupt i noch dazu geneigt sein? Gej wiss nicht, es sei denn, um; die bestialische Gemeinheit j desselben noch _ mehr zu uni terstrelchen: selbst der biu- 1 tigste Feldzug der Geschichte! war nicht so schuldbeladen, wie diese Ausrottungskam-< pagne gegen eine wehrlose Minderheit, deren groesstes Vergehen ihr blindes Verj trauen, in ein voelkerverbin.; dendes Ideal war, zu dem die! Welt im allgemeinen nicht I und Deutschland am wenigsten reif war, DIE WIEDERGUTMACHUNG VOR DER GESCHICHTE Siebzehn Jahre sind seit jener flammenden November- Nacht vergangen und etwas mehr als ein Dezennium AUF DEM WEG NACH ELATH Deutschtum selbst... Er ist der... Versuch einer Abschuettelung zivilisatorischer Bindungen, der eine furchtbare unheilschwangere Atmosphaere zwischen dem Lande Goethes und der Welt zu bewirken droht”. (Aus der “Neuen Zuercher Zeitung” vom 3. Februar 1936). Ist jedoch die Wiederkehr der “Kristallnacht” ein Anlass, der deutsch-juedischen Verschmelzung etwa wehmuetig zu gedenken? Kann man nach dem grausigen Blutrausch des “Tausendjaehseit dem Untergang des Dritten Reichs. Die Ereignisse haben es mit sich gebracht, dass die juedische Einstellung zu den Nachfolgestaaten (Bonn, Pankow, Wien) revisionsbedürftig geworden ist. Waehrend die juedischen Gemeinden in der ganzen Welt in den ersten Nachkriegsjahren die absolute Raeumung Deutschlands von seiten der ueberlebenden Juden als eine Selbstverstaendlichkeit angesehen hatten, erkennen sie heute die Lebensnotwendigkeiten der dort entstandenen Gemeinden an und pflegen einen gewissen Austausch mit ihnen. Zwar sind diese Gemeinden nicht mehr der Schatten dessen, was eine Berliner, Breslauer oder Frankfurter Gemeinde in dei Bluetezeit des deutschen Judentums waren, aber es sind Gruppen organisierter Juden, die als solche leben, soziale, religioese und kulturelle Belange in juedischem Sinne wahrnehmen und sich mit Israel ebenso verbunden wissen wollen wie dies Gemeinden anderer Laender tun. Des weiteren sind wir durch die Entstehung des Staates Israel zu einem Volk geworden, das seine Politik nach anderen Gesichtspunkten ausrichten muss als dies in der vorstaatlichen Epoche der Fall gewesen war. Juedische Menschen oder Gemeinden koennen den Versuch machen, die Existenz Deutschlands zu ignorieren; ein an der Suedost-Pforte Europas gelagerter Staat kann es nicht. Zuguterletzt bedarf das Kapitel der sogenannten “Wiedergutmachung” einer genaueren Betrachtung, wenn man, wie wir dies hier stichwortartig versuchen, aus der Ausrottungs-Ekstase des national - sozialistischen Untermenschentums R u e c kschluesse ziehen will, die auch heute, und vielleicht auch morgen, noch Gueltigkeit haben. Vor allem muss dabei wieder gesagt werden —man kann es gar nicht oft genug tun—: was wir an Blut und Traenen vergiessen mussten, kann keine Macht der Welt je wieder gut machen”. Die von der Westdeutschen Bundesrepublik uebernommenen Zahlungen stellen nicht mehr und nicht weniger als die Rueckgabe eines Teiles der Werte dar, die man uns gestohlen hatte. Trotzdem kann man nicht uebersehen, dass der an der. Staat Israel fallende Teil de: deutschen Lieferungen eine ganz ueberragende Bedeutung im Prozess seiner wirtschaftlichen Konsolidierung einnimmt. Wenn es Israel gelingen soll, innerhalb der naechsten fuenf Jahre von auslaendischer Hilfe unabhaenglg zu werden —und dies ist seine vordringlichste Aufgabe—, so wird dies zu erheblichem Teil auf die Erfüllung des Luxemburger Abkommens zurueckzufuehren sein. Es ist unter solchen Umstaenden nicht leicht und auch nicht realistisch, die Aufnahme politischer Beziehungen in Bausch und Bogen abzulehnen. Auch waere es unklug, der Argumentierung extremistischen Gruppen, die am liebsten Adenauer mit Hitlers Schnurrbart verunzieren wuerden, Gehoer zu schenken. An den von tiefem moralischen Ernst getragenen Absichten einer wahren Wiedergutmachung, die Maenner wie Heuss und Adenauer beseelen, darf niemand zweifeln und solange sie an der Spitze der Bonner. Republik stehen, sollte dieser Geist die Moeglichkeit einer gewissen Annaeherung foerdern. Genuegt es doch, sich die Haltung der “Deutschen Demokratischen Republik” der Herren Pieck und Grotewohl vor Augen zu halten, die sich noch nicht einmal (Fortsetzung Seite 15) ] chen Teilung Akaba zum juedischen Staat gehoerte. Im I Augenblick, war Akaba eins wertlose Bucht; sie musste | ausgebaggert und vertieft werden, damit auch groessere Schiffe dort anlaufen koennten. Wenn man uns Akaba nahm, so wuerde es fuer immer, oder jedenfalls fuer lan. ge Zeit, eine Wueste bleiben. Als Teil des juedischen Staates wuerde es sich schnell entwickeln, und durch die Eroeffnung eines neuen Wasserweges wuerde Handel und Wandel gefoerdert. Man kcennte den Tag voraussehen, wo ein Kanal von irgendeinem Teil der oestlichen Mittelmeerkueste nach Akaba fuehrt. Es ist kein leichtes Unternehmen, doch amerikanische und schwedische Ingenieure haben bereits Plaene dafuer skizziert. Es waere eihindern, dass man den Juden den Weg nach Indien versperrt. Ich freute mich sehr, dass der Praesident die Landkarte sehr schnell und sehr klar zu lesen verstand. Er versprach mir, sich sofort mit der amerikanischen Delegation in Lake Success in Verbindung zu setzen. Etwa um drei Uhr am Nachmittag desselben Tages liess der Gesandte Herschel Johnson, der Vorsitzende der amerikanischen Delegation, Mr. Shertok von der „Jewish Agency” zu sich bitten, um die Entscheidung ueber den Negew mitzuteilen wonach voraussichtlich Akaba nicht zum juedischen Staat kommen wuerde. Kurz nachdem Shertok eingetreten, doch bevor das Thema noch angeschnitten worden war, wurden die amerikanischen Detmm X-lvÄ*:;'. WEIZMANN Er starb am 9. November 1952 ne parallele Hauptdurchfahrtsstrasse zum Suezkanal und wuerde den Seeweg von Europa nach Indien einen Tag oder mehr abkuerzen. Ich sagte dem Praesidenten ferner: wenn die Aegypter sich feindlich zum juedischen Staat einstellen, was ich nicht hoffe, so koennen sie den Suezkanal schliessen, wenn er ihnen gehoert, was in einigen Jahren voraussichtlich der Fall sein wird. Der Irak kann es uns erschweren, durch den Persischen Golf zu fahren. Auf diese Art waeren wir voellig vom Orient abgeschnitten. Dem koennten wir Vorbeugen, wenn wir einen eigenen Kanal von Haifa oder Tel Aviv nach Akaba bauen. Dieses Projekt hat sehr grosse Moeglichkeiten; schon die einfache Tatsache, dass es ausgefuehrt werden kann, wuerde wahrscheinlich verlegierten ans Telefon gerufen. Am anderen Ende der Leitung war der Praesident der Vereinigten Staaten, der ihnen erklaerte, er hielte den Vorschlag, dass Akaba zum juedischen Staat kommen sollte, fuer sehr vernuenftig, und sie moechten ihn foerdern. Als Mr. Johnson und General Hildring nach einem halbstuendigen Telefongespraech vollkommen erschoepft wieder zum Vorschein kamen, begaben sie sich zu dem sie mit aengstlleher Spannung erwartenden Mr. Shertok, Alles, was sie ihm zu sagen hatten, war die beilaeufige Bemerkung: “Ach, Mr. Shertok, eigentlich haben wir Ihnen gar nichts von Bedeutung mitzuteilen”. Der Praesident hatte also Wort gehalten und einige Stunden nach meinem Besuch der (Fortsetzung Seite 15)